Warten auf Diagnose: evtl. Mastzelltumor

  • Hallo,


    wie ich im Vorstellungsthread bereits schrieb, lese ich schon eine Weile bei euch mit. Wie wahrscheinlich viele andere auch, bin ich normalerweise keine große Forumsschreiberin - mal schauen, ob das hier bei euch anders wird. Jedenfalls brauche ich Rat bei einer gesundheitlichen Diagnose.


    Bei unserem Kleinpudelrüden Rufus, der Ende August 4 Jahre alt wird, haben wir an Pfingstmontag einen kleinen Knubbel seitlich an der Lende (Übergang Bauch/Hinterbein) entdeckt. Ich habe gleich am Tag drauf beim Tierarzt angerufen, wir bekamen auch direkt einen Termin. Unsere Tierärztin in der Gemeinschaftspraxis scheint offenbar länger krank zu sein, also war meine Frau bei einer anderen Tierärztin. Diese sagte wohl, sie vermutet eine verstopfte Talgdrüse und der Knubbel sei "zu klein, um ihn zu punktieren". Wir sollten abwarten und wiederkommen, sollte der Knubbel größer werden.


    Das ist nun der Fall, zumal Rufus seit dem Wochenende vermehrt an der Stelle geleckt hat. Der Knubbel ist allerdings immer noch klein, hat vielleicht die Größe eines Kirschkerns. Wir haben uns eigentlich keine große Sorgen gemacht, wir dachten halt, das wird jetzt vielleicht aufgemacht und Eiter o.ä. entfernt (Abszess stand auch noch im Raum). Ich bin deshalb auch nicht mitgefahren, obwohl ich weiß, dass meine Frau sich leicht einschüchtern und manchmal zu schnell abwimmeln lässt. Jedenfalls wurde gestern punktiert und nein, der Knubbel ist nicht flüssig, die Probe soll jetzt zytologisch untersucht werden, und die Tierärztin (wieder eine andere) meinte auf Nachfrage wohl nur: "man muss da auch an einen Tumor denken". Mehr hat sie wohl nicht gesagt, sie wirkte gehetzt und (sagt meine Frau) besorgt. Sorgen gemacht hat ihr wohl auch, dass Rufus so viel leckt (v.a. an der Beininnenseite, weniger an der Stelle selbst) - vielleicht weil der Juckreiz eher auf einen Mastzelltumor hinweist (sagt Dr. Google - ich weiß, dass ich den nicht fragen sollte)? Aufgrund seiner (leichten) Allergie leckt sich Rufus allerdings ohnehin vermehrt, außerdem hatte er in den letzten Wochen Probleme mit der Analdrüse und auch das hatte sich jeweils über vermehrtes Lecken geäußert.


    Wir sind jetzt natürlich in großer Sorge. Ich konnte aber zumindest noch einmal in der Praxis anrufen und weiß jetzt, dass die Auswertung der Probe bis zu einer Woche dauern kann, und habe die Sprechstundenhilfe gebeten, einen Rückruf der Tierärztin zu veranlassen. Das wurde mir zugesichert, ich hoffe also, dass ich im Laufe des Tages mehr erfahre.


    Dass das alles vor Auswertung der Probe reine Kaffeesatzleserei ist, ist mir bewusst. Zusätzlich blöd ist allerdings, dass Rufus Sonntag in einer Woche ins Urlaubsquartier sollte und wir 14 Tage ohne ihn verreisen wollten (unsere erste Flugreise seit wir ihn haben). Er wird dort perfekt versorgt, ist bei meiner Schwester, die er gut kennt, die selbst eine Hündin hat, die er liebt, und meine Schwester vertraut ihrer Tierärztin auch sehr - aber trotzdem steht jetzt natürlich im Raum, ob wir den Urlaub abblasen . Das Ergebnis wird ja vielleicht erst Donnerstag oder Freitag da sein, dann müssen wir wirklich superschnell entscheiden, ob wir fliegen oder nicht :(


    Falls es wirklich ein Mastzelltumor sein sollte, wisst ihr dann, wie das weitere Vorgehen wäre? Aus der zytologischen Probe kann man den Tumorgrad nicht erkennen, oder? Falls doch, sollte man bei jedem Tumorgrad erst schallen, um Metastasen auszuschließen oder ist das nur bei den höhergradigen Tumoren nötig? Wie schnell wird üblicherweise operiert? Dass wir eine nötige OP nicht aufschieben, weil wir lieber lustig in den Urlaub fliegen wollen, ist klar, ich kann nur nicht mal einschätzen, wie schnell man einen OP-Termin bekommt. Und würdet ihr einen solchen Eingriff beim Haustierarzt vornehmen lassen oder besser in der Tierklinik?


    Wir kommen aus der Nähe von Gummersbach, d.h. die nächste Tierklinik müsste die in Köln sein. Wir können aber natürlich auch irgendwo anders hinfahren, solltet ihr einen Tipp haben.


    Ich freue mich sehr auf eure Hinweise, ich bin echt ziemlich durch den Wind. Er ist doch noch so jung ... :(

  • Hallo!

    Bei Hailey wurden gerade 2 kleine Tumore entfernt, beides gutartige Haarfolikelzysten. Es wurden beide nach der OP eingeschickt, weil sich die TÄ unsicher war und die entfernten Tumore sehr hart waren.

    Bei uns wurde vorher keine Biopsie gemacht, sondern gleich operiert, das ist aber bei jedem TA ein bisschen anders.

    Termin habe ich innerhalb von einer Woche bekommen (OP Tag für nicht Notfälle ist immer Mittwoch).

    Ich gehe mit Hailey immer in eine kleine Tierklinik, deshalb wurde die OP auch dort durchgeführt.

    Ich wünsche euch alles gute!

  • Ich habe gerade das gleiche Problem und warte auch auf das Ergebnis. :( :

    Wenn sich herausstellt, dass es ein MZT ist, wäre das weitere Vorgehen, dass mit einem großen Sicherheitsabstand (3 cm rund um den Tumor) operiert wird. Wenn man Glück hat, ist er an einer Stelle, wo das möglich ist. Wenn Tumorzellen verbleiben, kann man ein Chemotherapeutikum in Tabettenform geben. Nachteil: Es ist sehr teuer, wird nicht von allen Hunden vertragen und man darf nicht selbst damit in Kontakt kommen (Urin, Speichel vom Hund vermeiden).

    Durchführen kann die OP der Haustierarzt, dazu müsstest du nicht in eine Klinik.

  • Ich habe gerade das gleiche Problem und warte auch auf das Ergebnis. :( :

    Wenn sich herausstellt, dass es ein MZT ist, wäre das weitere Vorgehen, dass mit einem großen Sicherheitsabstand (3 cm rund um den Tumor) operiert wird. Wenn man Glück hat, ist er an einer Stelle, wo das möglich ist. Wenn Tumorzellen verbleiben, kann man ein Chemotherapeutikum in Tabettenform geben. Nachteil: Es ist sehr teuer, wird nicht von allen Hunden vertragen und man darf nicht selbst damit in Kontakt kommen (Urin, Speichel vom Hund vermeiden).

    Durchführen kann die OP der Haustierarzt, dazu müsstest du nicht in eine Klinik.

    What? Du hast doch ein Boxer HundeKind :shocked:. Oder gibt es noch einen Zweithund oder Katze?

  • Ich habe gerade das gleiche Problem und warte auch auf das Ergebnis. :( :

    Wenn sich herausstellt, dass es ein MZT ist, wäre das weitere Vorgehen, dass mit einem großen Sicherheitsabstand (3 cm rund um den Tumor) operiert wird. Wenn man Glück hat, ist er an einer Stelle, wo das möglich ist. Wenn Tumorzellen verbleiben, kann man ein Chemotherapeutikum in Tabettenform geben. Nachteil: Es ist sehr teuer, wird nicht von allen Hunden vertragen und man darf nicht selbst damit in Kontakt kommen (Urin, Speichel vom Hund vermeiden).

    Durchführen kann die OP der Haustierarzt, dazu müsstest du nicht in eine Klinik.

    What? Du hast doch ein Boxer HundeKind :shocked:. Oder gibt es noch einen Zweithund oder Katze?

    Nein, es ist das Hundekind.

    Es kann ja auch was Harmloses sein. Aber zur Sicherheit will ich das lieber abgeklärt haben.

  • Ich kann dir zum Ablauf erklären was bei uns passiert ist:


    - Punktiert in der Praxis, dort wurde direkt auf Mastzellen untersucht

    - OP dann sobald möglich

    - Nachkontrolle des entnommenen Gewebes im Labor und Bestimmung des Grades

    - bei uns musste leider nachoperiert werden, weil noch Tumorgewebe am Rand war. Ist aber natürlich nicht Standard

    - Wundheilung war aufgrund der Nahtgrösse lange, aber im Endeffekt Trichter und Jodumschläge bis zum Fäden ziehen. Das wäre auch mit Fremdbetreuung gegangen. Der Enki fand es nur maximal überflüssig.


    Ich guck nochmal nach was wir sonst noch so gemacht haben. Ich glaube sowieso Blutwerte aller Art und evtl US.

    Ergänzung: wir hatten den Tumor beim Vorsorgecheck gefunden. Dh da wurde US und Blutwerte gemacht und ich hatte dann den Knubbel gezeigt.


    Dh es kann sein, dass bei euch im Falle eines MZT eben noch weiter geguckt werden würde.


    Bei uns sind außer der sehr großen Narbe keine Folgeprobleme mehr aufgetreten. Die Chemo war bei uns dann kein Thema mehr.

  • Vielen Dank ihr Lieben!


    Und allen, die gerade Ähnliches durchmachen: Alles Gute für eure Hunde!


    Die Tierärztin rief vorhin zurück und hat zumindest schon etwas genauer erläutert, wie es weitergeht/weitergehen könnte. Mit etwas Glück ist das Laborergebnis doch schon Montag/Dienstag da. Wenn die Zellprobe gut genug ist, wissen wir dann direkt, um was es sich handelt und ob es bösartig ist. Ob sie bei bösartigem Fund schallen würden, Blutbild machen etc. habe ich vergessen zu fragen ...


    Die OP könnte in der Praxis durchgeführt werden, so wie ich sie verstanden habe, ist die Stelle (am Bauch, wenn auch kurz vor den Hinterbeinen) unkompliziert. Und der Knubbel ist klein, das sind höchstens 1x1 cm - selbst wenn sie großzügig drumherum schneiden, dürfte die Wunde nicht zu groß werden.


    Der nächstmögliche OP-Termin in der Praxis (die überlastet ist wegen Urlaub, Krankheit der einen Tierärztin etc.) ist der 3. Juli. Eine Woche später, am 10. Juli, wären wir planmäßig aus dem Urlaub zurück. Mir würde es megaschwer fallen, auf den Urlaub zu verzichten, andererseits müsste Rufus sonst bei einem anderen Tierarzt operiert werden (meine Schwester wohnt 100 km entfernt) und ob es so klug wäre, bei bösartigem Befund eine Woche länger zu warten? Ich finde den 3. Juli schon spät, das sind noch über zwei Wochen. Das Ding wächst ja auch - zwar nicht wahnsinnig schnell, aber der erste Tierarzttermin war vor zwei Wochen und wir haben schon den Eindruck, dass es seitdem deutlich größer geworden ist.


    Jedenfalls bin ich jetzt schon ein bisschen beruhigt. Gestern Abend fühlte es sich noch an, als müssten wir uns schon bald von unserem nicht mal 4-jährigen Hund verabschieden, aber das war wohl eher der Schock. Wir hoffen aufs Beste!

  • Hast du vielleicht mal ein Bild von dem Knubbel? Ich musste da irgendwie gleich an entzündete Zeckenbisse, Grannen und sowas denken. Vor allem bei dem Alter des Hundes. Das sind nämlich so die Sachen, bei denen mein Hund bisher Knubbel hatte und viel dran lecken wollte.

  • Hast du vielleicht mal ein Bild von dem Knubbel?

    Wenn du mir erklärst, über welchen Anbieter ich das hochladen kann, gern! In den FAQs bin ich nicht so richtig fündig geworden.


    Wenn ich die Tierärztin richtig verstehe, vermutet sie eher eine Zellbildung, weil keine Flüssigkeit im Knubbel ist - erschien mir (leider) erst mal logisch, dass bei einer Entzündung eher Eiter, Wundflüssigkeit oder was auch immer darin wäre. Aber wer weiß.


    Mich erinnert die Stelle an einen dicken Pickel beim Menschen, prall und ziemlich erhaben, wir dachten eigentlich auch, dass es leicht gelblich aussieht, als würde Eiter darunter liegen. Aber durch das Fell ist es auch nicht so gut zu sehen.

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