Einschätzbarkeit Welpen

  • Weil das Welpen auswählen grad Thema war: wie einschätzbar ist der Charakter und Temperament eines Welpen wirklich?


    Ich hab jetzt schon mehrfach von Hunden gehört, die als Welpen total chill aussahen und später die Rakete des Wurfes wurden. Wie schätzt ihr das ein? Sagen diese „Welpentests“ was aus? Hat die Einschätzung von euch und Züchter gestimmt? Hat sich der Hund noch überraschend entwickelt?

  • Mir wurde eine sehr forsche, freche, rüpelige und triebige Hündin beschrieben.

    Herausgestellt hat sich, dass Madame genau das Gegenteil davon ist.

    Mein Rüde wurde als extrem schüchtern, unsicher und scheu beschrieben: Er ist genau das Gegenteil.

    Einschätzung hat beide male absolut nicht gestimmt.

  • Ich kann nur anekdotisch berichten, dass alle drei Welpen, die ich mir ausgesucht habe, meiner Einschätzung mit 6-8 Wochen auch später als erwachsener Hund voll entsprochen haben. Also damit meine ich Temperament, Naturell, ja …schon auch irgendwie Charakter.

    Mein erster Rüde war mit 6 Wochen eine kleine freche Kackbratze, der schon beim ersten „Date“ auf meinem Schoß festgeklebt war. So war er sein Leben lang.

    Meine Hündin lag schon als 6 Wochen alter Pups Weg von ihren Geschwistern, wollte ihre Ruhe haben und war hochsensibel, weshalb sie wenig Wert auf andere Hunde legte. Das blieb so.

    Mein jetziger Rüde war beim ersten Besuch mit 6 Wochen sehr offen und unternehmungslustig, mutig, selbstbewusst und voller Energie. Ist er auch jetzt noch. Doch ja. Ich denke, man kann das schon einschätzen, wenn man nicht ganz so arg mit der rosaroten Brille hantiert.

    EDIT: die Züchterin hatte Eros als sehr ausgeglichen beschrieben und das stimmt auch total.

  • Mir wurde eine sehr forsche, freche, rüpelige und triebige Hündin beschrieben.

    Herausgestellt hat sich, dass Madame genau das Gegenteil davon ist.

    Mein Rüde wurde als extrem schüchtern, unsicher und scheu beschrieben: Er ist genau das Gegenteil.

    Einschätzung hat beide male absolut nicht gestimmt.

    Ich möchte noch klar stellen, dass das absolut nicht schlimm ist.
    Habe die Hunde bekommen die ich gebraucht habe. Beide passen perfekt. :D

  • Meine Züchterin ist sehr erfahren, züchtet seit vielen Jahren "unsere" Rasse und hat viele Würfe bgleitet. Sie betreut ihre Würfe sehr intensiv und engagiert und hat einen sehr guten Blick für die Welpen und eine gute Einschätzung der potentiellen Welpenkäufer. Da wird nichts anhand eines Welpentests beurteilt, sondern sie lernt die Welpen wochenlang intensiv kennen, verbringt unheimlich viel Zeit mit ihnen, beobachtet sie untereinander, mit ihrer Mutter, dem restlichen Rudel, Familienmitgliedern und Besuchern und in verschiedensten Situationen - und hat dann nach 6-8 Wochen eine sehr gute Basis, um für jeden Welpenkäufer (die sie auch vorher möglichst gut kennenlernt) den passenden Welpen zu finden.
    Meine beiden Hündinnen sind von ihr und tatsächlich genau so, wie sie von Anfang an von ihr eingeschätzt wurden. (und ich kenne genug andere Menschen, die Hunde von ihr haben, wo das ähnlich ist) Liegt dann aber auch am konkreten Züchter und dessen "Kompetenz".

    Ich als Welpenkäufer würde mir niemals zutrauen, mir von einer kurzen Momentaufnahme (aka einem oder zwei Besuchen a 1-3h) ein Urteil oder eine Einschätzung zu erlauben... ich hab Kaalas Wurf ja relativ intensiv mit begleitet und die Welpen wirklich viel gesehen... ganz ehrlich: wenn da jemand mal für einen Besuch da ist, kann der mMn gar nichts fundiert einschätzen. Das ist dann eher Zufall, Glück oder was auch immer. Diese Geschichte mit dem einen Welpen, der direkt auf einen zulief oder seelig auf dem Schoß einschlief... ja, kann man machen oder sich zurecht interpretieren...

    Naja und dann kommt ja auch das noch dazu, was man selbst nach Übernahme mit dem Hund macht... ;-)

  • Andiamo hat Menschen gesucht die seinem Grips und seinem Humor gewachsen waren und ihn fördern wollten. Er war in dem 12er Wurf wohl das Kackbratenbaby mit Grips. Hat morgens um 5 Uhr draussen so lange Theater gemacht bis alle Geschwister gucken kamen und dann hat er Mama alleine für sich gehabt- mit 5 1/2 Wochen wohlgemerkt. Wo andere einen stuhl zum hochkrabbeln versucht haben hat er wohl jeden Stuhl und jedes Sofa getstet ob da auch ein nein kommt und er hat seine Geschwister gerne verhauen. Ich hab ihn ruhig und ausgeglichen kennengelernt und so blieb er auch aber mit sehr viel Grips und Humor und enormer Arbeitsbereitschaft. Hat also alles gepasst.


    Farinelli war im Wurf ja immer so mittendrinnen unauffällig aber er hat Durchsetzungswillen und Ausdauer gehabt. Schon ganz winzig hat er statt zu jammern einfach unerbittlich sein Ding durchgezogen. So blieb er auch immer. Der fiel aus seiner Mama direkt in meine Hand (wie die anderen auch) und direkt in mein Herz. Man soll sich ja nicht so entscheiden aber ich bin sehr froh darum dass ich es getan habe

  • Der Wurf aus dem mein Hund ist, wurde durchgängig als der ruhigste und gechillste Wurf beschrieben, den die Züchterin und ihre Tochter bis dato hatten. Es war der G Wurf.


    Nun ja, Stand heute, der Wurf ist seit kurzem zweijährig, hat sich heraus kristallisiert, das 5 von 8 (überlebenden, ursprünglich 9) Welpen selbst für junge Boxer äh.. sehr aktiv und reaktiv sind. Der Boxer an sich ist schon eine ziemlich durchgeknallte Rasse in den jungen Jahren, aber diese fünf präsentieren sich zuhause und auf dem Hundeplatz/Boxerklub nochmal einen Schub drüber. Allerdings hat auch ein Prozentsatz X hormonelle Probleme.


    Meiner ist.. nunja.. auch kein ruhiges Exemplar Boxer mehr. Die ersten 6Monate war er sehr(!) gechillt. Ich wollte einen ruhigen, entspannten Rüden aus der Wurfkiste. Züchterin > der ganze Wurf ist so. Meiner war zusätzlich noch der kleinste und zarteste. Tja, heute ist er grössen- und gewichtstechnisch Nr. 1 aus dem Wurf. Aber alle Rüden aus dem Wurf sind sehr schlank, null massig, hochbeinig und haben optisch kaum was vom Molosseranteil.


    Aber wir sind sehr sehr glücklich mit ihm. Für uns hätte es keine bessere Wahl geben können.

  • Hier stimmten beide Male die Einschätzungen von mir und den beiden Züchtern überein :nicken:

    Ich bin wirklich mehr als happy mit den beiden Mädels und sie haben sich charakterlich wirklich genau so entwickelt wie sie zu dem Zeitpunkt als sie ausgewählt wurden auch waren. Auch ihre rassetypischen Anlagen haben sich so entwickelt wie zumindest mal angedacht war.


    Aber es kann sich auch ganz anders natürlich entwickeln. Kommt auch immer drauf an was dann letztlich die neuen Besitzer daraus machen.

    Bei dem einen Wurf ist die eine Schwester in eine Familie gekommen wo das absolute Chaos herrschte. Die Hündin kam nach 4 Wochen zur Züchterin zurück und war wie ausgewechselt. Von der ursprünglich entspannten Hündin in ein pures Nervenbündel. So kann’s halt auch gehen.


    Ich halte von so speziellen Welpentests nichts. Ich finde der Züchter begleitet seine Welpen ja wirklich lange und kann daher die Hunde in den meistens fällen auch absolut gut einschätzen. Ein zuteilen finde ich daher völlig richtig und habe kein Problem damit das es 6-7 Wochen dauert bis man weiß was am besten voraussichtlich passen wird.

  • Juro war als Welpe schon sehr ähnlich wie er jetzt ist: witzig, aktiv, schlechte Frustrationstoleranz und sehr clever. Aber als Welpe war er zudem sehr mutig und forsch, das hat sich leider mit etwa einem Jahr komplett gewandelt und er ist ziemlich schreckhaft und ängstlich geworden (ohne irgendein traumatisches Erlebnis o.ä.).


    Ich würde also nicht sagen, dass es ne komplette Fehleinschätzung war, aber seitdem glaube ich weniger als vorher an die unbedingte Aussagekraft der Einschätzung als Welpe.

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