Club der (Hunde-)Altenpfleger & Altenpflegerinnen - Teil 4

  • Wenn ihr noch ein paar Daumen übrig habt, Tomi kann auch ein paar gebrauchen. Ich dachte vor etwa 1 Stunde er stirbt jetzt. Er mochte sein Abendessen nicht so wirklich, hat dann erbrochen, den Rest Futter noch gegessen und dann hat er sich plötzlich im Kreis gedreht und als ich zu ihm bin hat er sich hingelegt und ganz flach geatmet. Gedanklich war ich schon in der Tierklinik aber er lag hier ganz ruhig. Ich habe mich dazu gelegt, ihn zugedeckt und mich an ihn gekuschelt. Ich war sicher es sind seine letzten Atemzüge. Jetzt ist er wieder wach und will Futter. Ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll. Geweint habe ich aber eigentlich genug...wir werden unser Nachtlager jetzt auf dem Boden einrichten und morgen Rat bei unserer Tierärztin einholen.

  • RatzRatz : meinen Respekt, dass Du so besonnen und ruhig reagiert hast. Für Tomi war es sicherlich das Beste, was Du tun konntest.

    Diese Sorge ist so zermürbend - jedoch denke ich, dass mit zunehmendem Alter des Tieres gleichzeitig auch die Akzeptanz wächst für alles, was passieren könnte.

    Und das Wichtigste ist ja, dem Tier beizustehen und sorgfältig abzuwägen, welcher Nutzen oder Schaden sich aus möglichen oder besser zu unterlassenden Interventionen ergeben könnten. :denker:

    Ich wünsche Euch eine möglichst ruhige Nacht.

  • Was ich mir wünschen würde, wenn es eine professionelle Sterbebegleitung geben würde, die einem zur Seite steht, wenn der Abschied naht. Ich habe viel nachgedacht über das Sterben und bei Menschen ist es wohl sehr häufig so, daß sie alleine Sterben möchten und auch genau dann sterben, wenn niemand im Raum ist. Sie sterben oft innerhalb der wenigen Minuten, in denen sie allein sind. Um friedlich gehen zu können, für sich sein zu können, nicht gehalten (aufgehalten) zu werden.

    Ich denke oft, wenn man ein Tier einschläfert, dann hat es keine Möglichkeit, sich selbst vorzubereiten und so zu gehen, wie es gehen möchte. Ich weiß, das ist ein schwieriges Thema, ich würde mir so wünschen, daß meine beiden, wenn ihre Zeit gekommen ist, einfach sterben könnten, ohne daß man nachhilft.

    Ich finde auch dieses Denken, "lieber zwei Tage zu früh als einen zu spät" - bedenklich. Das Sterben ist ein ganz eigener Prozess und muß nicht immer grausam sein.

    Aber ich finde es wichtig, dem Hund zu zeigen, daß man ihn loslassen kann. Ich glaube, nach allem was ich über das Sterben gelesen habe, das schlimmste was man machen kann, ist sich in diesem Moment des Abschieds in den Vordergrund zu schieben. Wichtig ist dann nur noch eins, das würdige, stille loslassen und dem sterbenden Hund nicht den Raum zu nehmen.

  • Glaubst du denn, dass eine Hund kognitiv dazu in der Lage ist, seinen eigenen Tod zu planen? Dass ein Hund also weiß, dass er sterben wird? Wie soll ein Hudn sich auf etwas vorbereiten, was er nicht kennen kann?

  • Danke euch für eure Worte und den Trost. Er hat eben noch ein bisschen gefressen, dann wollte er nochmal zum Pipi raus. Raus hat gut geklappt, die Treppe wieder hoch hab ich ihn getragen. Er fing dann schon auf meinem Arm an zu hecheln, als ich ihn abgesetzt hat fing er wieder an zu taumeln und jetzt liegt er wieder ganz ruhig hier. Genau wie vorhin. Die Schleimhäute sind ok, er hat kein Fieber und der Bauch ist weich...ich kann mir nicht erklären was los ist. Wenn er nicht mehr kann, wünsche ich mir sehr dass er einfach hier einschlafen kann.

    Ich habe meinen Vater am Sterbebett begleitet und obwohl er nicht mehr sprechen konnte hat er gespürt als es so weit war und unsere Hände ein kleines bisschen fest gehalten. Dann ist er eingeschlafen. Es war traurig und schwer für uns aber auch sehr friedlich. Das wünsche ich Tomi auch wenn es soweit ist. 😔

  • Ich glaube, nach allem was ich über das Sterben gelesen habe, das schlimmste was man machen kann, ist sich in diesem Moment des Abschieds in den Vordergrund zu schieben. Wichtig ist dann nur noch eins, das würdige, stille loslassen und dem sterbenden Hund nicht den Raum zu nehmen.

    Wie meinst du das?

    Was ist für dich "in den Vordergrund schieben", und was ist "stilles, würdiges Loslassen", und womit nimmt man dem Hund den Raum?

    Ich habe echt keine Vorstellung, was du damit meinst :???:

  • Glaubst du denn, dass eine Hund kognitiv dazu in der Lage ist, seinen eigenen Tod zu planen? Dass ein Hund also weiß, dass er sterben wird? Wie soll ein Hudn sich auf etwas vorbereiten, was er nicht kennen kann?

    man braucht keine Worte, um zu wissen, daß man stirbt, der Körper bereitet sich darauf vor. Essen und Trinken wird reduziert und eingestellt, weil der Körper es nicht mehr braucht, mehr Schlaf wird benötigt. Auch ein Mensch plant sein Sterben nicht, es ist ein natürlicher Prozess.

    Ja ich denke schon, Tiere wissen, daß sie sterben werden. So wie Menschen es auch einfach wissen, wann ihre Zeit gekommen ist (wenn es kein Unfall ist, sondern Alter oder Krankheit).


    Hundundmehr, ich antworte Dir morgen, ich muß jetzt leider ins Bett

  • Hundundmehr

    Ich bin zwar nicht Limetti aber ich habe es so verstanden, dass man am besten einfach da ist. Ohne Stress, leise aber Präsent. Da sein ohne viel Raum einzunehmen. So habe ich es zumindest bei meinem Vater empfunden. Meine Mama und ich waren an seiner Seite. Mama war sehr aufgelöst und aufgeregt. Ich irgendwie nicht. Ich war da. Ich habe seine Hand gehalten, ihm gesagt dass wir da sind. Mama gesagt: wir machen erstmal gar nichts außer hier sein. Wir haben ihm Dinge erzählt, ich habe ihm gesagt dass Mama nicht so Recht weiß was sie sagen soll. Hab ihm gesagt dass er sich keine Sorgen um uns machen muss und ich auf Mama aufpasse. Meine letzen Worte an ihn waren dass er los lassen kann wenn er müde ist. Kurz danach ist er gegangen.

    So habe ich es bei Tomi auch gemacht. Als ich gemerkt habe dass er nicht mehr aufstehen mag habe ich mich zu ihm gelegt. Leise geweint aber ihn ruhig gestreichelt und ihm gesagt dass ich verstehen kann wenn er müde ist und er einschlafen kann. Auch wenn er nicht versteht das gesagt wird, auch unsere Hunde spüren ja unsere Gefühlslage. Ich wollte in diesem Moment keine Unruhe oder Panik ausstrahlen um ihn nicht aufzuregen sondern ihm irgendwie zu zeigen dass alles gut ist und er gehen darf wenn er nicht mehr kann.

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