Hund bellt mich neuerdings an/fordert zum Spiel auf

  • Hallo zusammen, ich melde mich gerade aus dem Badezimmer. Aber fangen wir mal von vorne an:


    Seit 2 Wochen fängt meine Hündin (Mischling aus dem Tierschutz, irgendwas zwischen 1,5 und 2 Jahre alt) regelmäßig an, mich anzubellen und zum Spiel aufzufordern. Das passiert ausschließlich im Wohnzimmer und in 9 von 10 Fällen wenn ich auf dem Sofa sitze. Meistens 3-4x pro Abend. Aber auch tagsüber, wenn ich am Wochenende mal hier rumsitze.


    Wir haben sie jetzt ein halbes Jahr und das Verhalten hat sie bisher nie gezeigt. Es kommt auch total oft richtig unerwartet. Sie wacht zB gerade auf, setzt sich dann vor mich auf den Boden und beginnt schwanzwedelnd zu bellen. Sie hat gerade etwas fertig gekaut und es geht los. Wir kommen aus der Küche und bewegen uns in Richtung Sofa und wuff wuff. Sobald ich aufstehe rennt sie freudig um den Couchtisch herum und will sich von mir jagen lassen. Sie versteckt sich dann auch gelegentlich unterm Sofa, wartet ab, kommt wieder raus und bellt weiter.


    Zu Beginn habe ich versucht sie einfach zu ignorieren bis es ihr zu blöd wird. Als sie mich dann aber beim 3./4. Mal irgendwann 20 Minuten lang ununterbrochen angebellt hat und auch die Nachbarn per Whatsapp vorsichtig nachgefragt haben, ob alles in Ordnung sei, hab ich angefangen den Raum zu wechseln. Das ist auch der Grund warum ich jetzt im Badezimmer hocke. Wenn ich den Beitrag abgeschickt habe und zurück ins Wohnzimmer gehe, ist die Welt wieder in Ordnung, sie hat sich beruhigt und schaut mich wahrscheinlich schlaftrunken von ihrem Platz aus an.


    Was kann ich hier tun?


    Weitere Anmerkungen:

    * Sie ist gut ausgelastet (2x 30-45 Minuten, 1x 15 Minuten Gassi, täglich 1-2x 10 Minuten spielen oder Tricks üben (jeweils von mir initiiert), Schnüffelmatte oder Kong) und bekommt genug Schlaf. Ich verstehe also nicht, warum sie Langeweile haben sollte. Vor allem jetzt auf einmal, nachdem ein halbes Jahr nichts dergleichen war.

    * Ich dachte kurzzeitig sie verteidigt vielleicht das Sofa, aber es ist nicht so als würde sie knurren, sie bellt lediglich freudig und hell, geht in Spielposition (Oberkörper auf den Boden, Popo hoch und wackeln, Schwanzwedeln). Glaubt mir, ich habe mitbekommen, wie sie sich verhält wenn sie eine Ressource verteidigt. Das ist einfach ganz anders.

    * Sie bellt sonst nie. Sie bellt nicht, wenn die Klingel läutet, sie bellt nicht, wenn im Hausflur jemand laut ist, sie bellt nicht, wenn sie von der Wohnung aus andere Hunde draußen auf der Straße sieht. Sie bellt höchstens mal im Spiel mit anderen Hunden oder eben um andere Hunde aufzufordern.


    Ich bin dankbar für jeden Tipp. Ich weiß ja, dass sie es nicht böse meint, aber ihr freudiges Bellen wird leider im Haus nicht sehr willkommen geheißen und es ist (egoistisch betrachtet) auch für mich anstrengend, wenn ich das jeden Abend 3-4x mitmachen muss und in ein anderes Zimmer flüchten muss, damit sie sich beruhigt. Ich sehe es auch nicht als richtig, auf ihren Spielwunsch einzugehen. Dann würde sie ja womöglich verstehen, dass es okay ist, Spielen auf diese Art und Weise einzufordern. Oder sehe ich das falsch?

  • Bei uns kam das zwischenzeitlich auch mal vor. Wenn ein Abbruch nicht funktionierte, kam hier einfach die Leine dran und dann kommentarlos auf seinen Platz. Das musste ich anfangs ein paar Mal wiederholen, aber funktioniert hier eigentlich ganz gut. Mittlerweile kommt das nur noch nach totaler Überforderung vor, wenn einfach alles zu viel war.


    Achja Theo ist ja auch aus dem Tierschutz und ein knappes Jahr bei mir :nicken:

  • Warum ist es denn so "schlimm" wenn Dein Hund Dich zum spielen auffordert? Das ist doch ein wunderbarer Vertrauensbeweis. Ich gehe da eigentlich ganz relaxed mit um. Wenn es grad passt, gehe ich drauf ein und wenn nicht, sage ich ganz ruhig "nö, jetzt nicht, ein andermal" und mache weiter mein Ding.

    Ich könnte mir vorstellen, wenn Du nicht allzu verkopft an die Sache rangehst, versteht sie auch recht fix, das es eben mal auskommt und mal nicht.

    Wenn sie so gar nicht aufhört in Momenten wo es nicht passt, würde aber nicht ICH den Raum verlassen, sondern den Hund weg / raus schicken. Entweder auf ihre Decke, wenn sie das schon gelernt hat, oder eben in einen anderen Raum. Aber auch das vollkommen ohne Thermik.

    Bei uns ist es allgemein Alltag, dass es Zeiten gibt, wo Wünsche der Hunde (sei es spielen, streicheln, fressen, auf der Couch liegen, was auch immer) zu unseren passen und Zeiten, wo es halt grad ungünstig ist. Und das haben sie ohne großes Training ganz gut verstanden. Man muss halt nur bei seiner Meinung bleiben und nicht doch noch einknicken. ;-)

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • * Sie ist gut ausgelastet (2x 30-45 Minuten, 1x 15 Minuten Gassi, täglich 1-2x 10 Minuten spielen oder Tricks üben (jeweils von mir initiiert), Schnüffelmatte oder Kong) und bekommt genug Schlaf. Ich verstehe also nicht, warum sie Langeweile haben sollte. Vor allem jetzt auf einmal, nachdem ein halbes Jahr nichts dergleichen war.

    Ich finde das nicht viel. Ist sie draussen zu aufgeregt? Sonst würde mir da eine richtig "große Runde" fehlen. Vielleicht auch ein bisschen mehr Bewegung, bisschen Radeln oder Joggen.

    Hat sie Freilauf? Hundekontakt?


    Drinnen würde ich erst mal nicht spielen oder üben. Das erzeugt eine Erwartungshaltung. Action draussen - Ruhe drinnen. Macht die Sache klarer für den Hund.


    Dass das jetzt kommt - sie hat sich eingelebt. Das erste halbe Jahr war halt erst mal beobachten angesagt, verarbeiten. Jetzt ist sie angekommen, entspannt sich und da geht halt auch mehr.

  • Danke euch allen für die Rückmeldung!


    Ich versuche mal auf die Rückfragen und einige Kommentare einzugehen:


    Habt ihr ein Abbruchkommando?

    Ja haben wir und funktioniert sonst eigentlich auch (fast) immer. Da ist es ihr aber komplett egal. Da ist ihr aber irgendwie alles komplett egal.

    Wie lange ziehst du das Aufstehen und gehen schon durch?

    Erst seit es richtig schlimm geworden ist, also dass eben die Nachbarn mal nachgefragt haben. Ist jetzt knapp eine Woche her.

    Bei uns kam das zwischenzeitlich auch mal vor. Wenn ein Abbruch nicht funktionierte, kam hier einfach die Leine dran und dann kommentarlos auf seinen Platz. Das musste ich anfangs ein paar Mal wiederholen, aber funktioniert hier eigentlich ganz gut. Mittlerweile kommt das nur noch nach totaler Überforderung vor, wenn einfach alles zu viel war.

    Okay, danke, die Strategie kann ich mal noch versuchen!


    Warum ist es denn so "schlimm" wenn Dein Hund Dich zum spielen auffordert? Das ist doch ein wunderbarer Vertrauensbeweis. Ich gehe da eigentlich ganz relaxed mit um. Wenn es grad passt, gehe ich drauf ein und wenn nicht, sage ich ganz ruhig "nö, jetzt nicht, ein andermal" und mache weiter mein Ding.

    Ich könnte mir vorstellen, wenn Du nicht allzu verkopft an die Sache rangehst, versteht sie auch recht fix, das es eben mal auskommt und mal nicht.

    Wenn sie so gar nicht aufhört in Momenten wo es nicht passt, würde aber nicht ICH den Raum verlassen, sondern den Hund weg / raus schicken. Entweder auf ihre Decke, wenn sie das schon gelernt hat, oder eben in einen anderen Raum. Aber auch das vollkommen ohne Thermik.

    Bei uns ist es allgemein Alltag, dass es Zeiten gibt, wo Wünsche der Hunde (sei es spielen, streicheln, fressen, auf der Couch liegen, was auch immer) zu unseren passen und Zeiten, wo es halt grad ungünstig ist. Und das haben sie ohne großes Training ganz gut verstanden. Man muss halt nur bei seiner Meinung bleiben und nicht doch noch einknicken. ;-)

    Danke dir. Naja, ich finde es prinzipiell nicht schlimm, wenn sie mich zum Spielen auffordert. Man liest überall, dass der Halter bestimmen soll, was wann gemacht wird, daher habe ich mir das wahrscheinlich zu sehr zu Herzen genommen. So gesehen ist am meisten problematisch eigentlich nur, dass sie ununterbrochen bellt (sehr laut und hoch) und damit einfach nicht aufhört. Und sie eben irgendwie nicht versteht, wenn es mal nicht passt. Weder ignorieren, noch Abbruchsignal hilft da, sie macht einfach freudig weiter. So wie du es bei dir beschreibst, wäre es auch für mich vollkommen in Ordnung, jedoch müssten wir da einfach hinkommen ;)


    Ich finde das nicht viel. Ist sie draussen zu aufgeregt? Sonst würde mir da eine richtig "große Runde" fehlen. Vielleicht auch ein bisschen mehr Bewegung, bisschen Radeln oder Joggen.

    Hat sie Freilauf? Hundekontakt?


    Drinnen würde ich erst mal nicht spielen oder üben. Das erzeugt eine Erwartungshaltung. Action draussen - Ruhe drinnen. Macht die Sache klarer für den Hund.


    Dass das jetzt kommt - sie hat sich eingelebt. Das erste halbe Jahr war halt erst mal beobachten angesagt, verarbeiten. Jetzt ist sie angekommen, entspannt sich und da geht halt auch mehr.

    Zum Thema "nicht viel": Wir haben leider sehr lange Probleme beim Spazierengehen gehabt. Sie hat viel gepöbelt und in die Leine gebissen. Da wurde dann unter anderem hier im Forum als auch von einer Bekannten von mir empfohlen, das draußen Programm deutlich runterzuschrauben (kürzer, immer die gleiche Route, anderen Hunden aus dem Weg gehen). Das hat auch deutlich geholfen. Sie hat Freilauf und darf fetzen (halt nur morgens, wenn kaum eine Menschen/Hundeseele da ist). Hundekontakt ist allerdings sehr begrenzt, eben aufgrund der Probleme, die wir da immer hatten/haben. Es hat sich bisher auch als echt schwer erwiesen, einen Hundekumpel für sie zu finden, mit dem sie öfter mal spielen kann. Leider haben durch ihre ruppige Art viele schnell keine Lust mehr. Und wir haben gemerkt, dass sie den ganzen Tag über deutlich entspannter ist, wenn möglichst wenig Hundekontakt vorkommt.


    Eine deutliche Grenze zwischen drinnen und draußen klingt sinnvoll, danke dir, das werde ich mir zu Herzen nehmen!

  • Mir kommt das so vor, als ob der Hund nicht ausgelastet ist.


    Bei uns mit ähnlich altem Hund läuft das so, dass 2x täglich große Gassi Runden gemacht werden. (je 4 bis 8 km je) und je einmal die Woche eine kurze (14 km) und eine lange (knapp 30 km) Radtour.

    Das Quantum ist je nach Rasse unterschiedlich!

    Zuhause wird nur mal kurz im Garten mit den Kausachen gespielt, im Haus überhaupt nicht.


    Diese Trennung zwischen Action und Ruhe draußen und drinnen solltest Du vielleicht mal angehen.


    Welche Rassen stecken den in Deinem Mischling?

  • Ich bin kein Freund von ignorieren.

    Das ist, aus meiner Sicht, eine sehr sehr blöde Reaktion auf unerwünschtes Verhalten. Der Hund hängt in der Luft, weiss nicht was er sonst machen soll, also nervt er weiter. Es bleibt also ihm überlassen was er stattdessen tun soll um Aufmerksamkeit zu bekommen - das frustriert zusätzlich.


    Hier würde ein klares "Nein" folgen. Den Hund würde ich dann aus der Situation befördern, sollte er mich weiter nerven. Dann schmeiss ich ihn eben aus dem Zimmer raus und mach die Tür vor die Nase zu. Falls es diese Option nicht gibt, wird der Hund hier (der macht das zwischendurch auch) auf seinen Platz geschickt. Dort fährt er sehr gut runter und kapiert, dass jetzt gerade nicht Spielzeit ist.


    Ich würde mal überlegen ob es eventuell draussen nicht die Möglichkeit gibt mit dem Hund länger zu spielen als nur ein paar Minütchen am Tag. Bei uns kommt es doch vor, das wir eine halbe Stunde oder länger - mit Pausen - spielen.


    Drinnen Action würde ich erst "einführen" wenn der Hund sich auch regulieren lässt falls es mal nicht geht.

  • Ich will noch was aus eigener Erfahrung zum Thema grob usw. schreiben...


    Unser Tierschutz Hund wurde in der setcard unter anderem wie folgt beschrieben:


    "... Zu beachten ist bloß, dass er beim Spielen eher der grobe Typ ist, der auch mal aufdringlich wird. Spielkameraden sollten daher standfester und nicht zart sein...."


    Das wurde durch konsequentes Training innerhalb von zwei Monaten behandelt. Ich kann ja nicht verlangen, dass ein zweijähriges Nachbarskind standfester ist als ein 14 kg Hund.


    Ach ja, in die Leine beißt er nur noch ganz kurz beim Anleinen, nach einem " Aus! " ist dann Ruhe. Ob ich das ganz weg bekomme, glaube ich nicht. :rolling_on_the_floor_laughing:

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