Hund sieht Männer und Kinder als Konkurrenz

  • Hallo zusammen,


    mein zweijähriger Tierschutzmischling reagiert mit Schnappen oder Knurren, wenn ich mich anderen Personen widme.


    Mittlerweile gab es zwei ernstere Fälle: Der eine ist mein Freund. Wir sind gerade erst frisch zusammen und er hat letztens 3 Tage bei mir übernachtet. Erster Tag war noch in Ordnung, Hund wurde vom Freund gefüttert (die gute Wurst), sie haben gespielt, Spaziergang lief auch gut. Aber je länger mein Freund blieb, desto aggressiver reagierte der Hund auf ihn. Mittlerweile traut er sich, wenn er bei mir ist, gar nicht mehr zu bewegen, denn der Hund steht sofort zähnefletschend und mit aufgerichteten Fell vor ihm.


    Der andere Fall war der Besuch meiner Nichte. 2 Jahre alt und anfangs hat die auch ganz stolz den Hund gefüttert. Aber je häufiger die zu mir zu Besuch kommt, desto aggressiver wird auch hier der Hund. Wenn das Kind zu mir möchte, schmeisst er sich dazwischen. Anfangsstadium war nur warnendes Bellen, mittlerweile stürmt er auch quer durch den Raum auf das Kind zu, fletscht die Zähne und schnappt, sobald ich mich dem Kind nähere.


    Ich finde das sehr bedenklich und gerade beim Kind kommt der Hund nicht mehr ohne Maulkorb in dessen Nähe.


    Meinen Hundetrainer, der sich eigentlich mit aggressiven Tierschutzhunden auskennt, habe ich auch schon alles erzählt und um Hilfe gebeten. Er meinte, Hund kenne vielleicht nur keine Kinder und ich solle beim Maulkorb bleiben, bis er sich dran gewöhnt. Und wenn mein Freund da ist, den Hund wegsperren. (Dazu muss ich sagen, dass mein Freund sich auch rigeros weigert, Trainingsobjekt beim Hundetraining zu sein, noch nicht mal Videos durfte ich machen)

    Aber das kann doch nicht die Lösung sein! Bei Frauen übrigens ist der Hund übrigens zuckersüss, die kann ich knuddeln, wie ich will, er macht nichts.


    Ach ja, und wenn mein Freund da ist oder das Kind, wird er nicht anders behandelt, als er sonst behandelt wurde. Also keine veränderte Routine, der Hund schläft sowieso nicht im Schlafzimmer und weniger Beachtung hat er auch nicht gekriegt (eher mehr- gab ja die gute Wurst). Bin total ratlos und überfordert.


    Übertreibe ich hier vielleicht? Weil mein Hundetrainer (der den Hund ja auch fachlicher Sicht gut kennt und das seit Jahren), ist da total tiefenentspannt. Oder soll ich mir einen anderen Trainer holen?

    Was würdet ihr machen?

  • Wie lange ist der Hund denn schon bei Dir?


    Und schreibst nur Tierschutzhund. Weiß man genau, oder zumindest in etwa, welche Rassen sich darin befinden?





    Wieso "mußten" denn der Freund und die Nichte den Hund füttern, bzw. "bespaßen"?





    Ich denke da nicht an "Konkurrenz", sondern da liegt was anders im Argen, was nicht richtig gesehen, oder gar beachtet wurde.

  • Ich habe ihn schon seit 1,5 Jahren, ist ein Mudi/Schäferhundmix. Mein Freund hatte Lust drauf mit ihm zu spielen. Futter war nötig, da der Hund generell Männern ohne Futter gegenüber misstrauisch ist. Und die Kleine hatte einfach Lust, dem Hund Futter zu geben. Sah das nicht als schlimm an :person_shrugging: .

    Wie kriege ich raus, was das ist? Mein Hundetrainer ist ja noch nicht mal zu ner Einzelstunde bereit, weil er meint, das wäre nicht so schlimm. :loudly_crying_face:

  • Und wenn mein Freund da ist, den Hund wegsperren.

    Na, das ist ja mal eine produktive Lösung. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Problem gelöst durch Wegsperren vom Hund. Soll der Hund jetzt 3 Tage im Keller wohnen bis der Freund wieder weg ist?

    Wie Du richtig erkannt hast - das kann nicht die Lösung sein. Deshalb Maulkorb drauf und der Hund darf sich normal in der Wohnung bewegen, bzw, wird auf seinen Platz geschickt und darf von dort alles beobachten und beiwohnen.

    Dein Freund müsste halt doch schon irgendwie an dem Problem mitarbeiten. Keine Videos - das kann ich gut verstehen. Aber vielleicht mit dem Hund selbst ein bisschen trainieren wäre ja schon ein guter Ansatz!

    Weil mein Hundetrainer (der den Hund ja auch fachlicher Sicht gut kennt und das seit Jahren), ist da total tiefenentspannt. Oder soll ich mir einen anderen Trainer holen?

    Ja, der Trainer muss ja auch nicht mit Dir in der Wohnung zusammen leben und stellt für den Hund deshalb keine Konkurrenz dar. Ehrlich gesagt finde ich die Einstellung vom Trainer sehr salopp.


    Such Dir mal einen anderen kompetenten Trainer und bitte da um Einschätzung.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • 1) Hund und Kind nicht mehr zusammenlassen, auch nicht mit Maulkorb

    2)Neuen, guten Trainer suchen. Einer der sowas laufen lässt ohne es überhaupt gesehen zu haben? No-Go.

  • Hallo Kiras Mutter,


    Da fehlen tatsächlich wichtige Informationen, die Größe, die Rasse und wie lange der Hund bei dir ist.


    Die Situation kann ich gut nachvollziehen, mein Puli aus Tierschutz ist nun gut 4 Monate bei uns. Der war anfangs ebenfalls sehr aggressiv und hat sogar einmal gebissen. Grund war eine tiefgreifende Verunsicherung aufgrund der vorhergehenden Erlebnisse und mit Sicherheit auch durch den Transport und die fremde Umgebung.


    Abhilfe schaffst du durch eine konsequente Erziehung indem du dem Hund bereits beim geringsten Anzeichen von Fehlverhalten liebevoll (!) seine Grenzen aufzeigt.


    Den Maulkorb haben wir in den ersten 4 Wochen anlegen müssen, egal wer zu Besuch kam. Der Hund musste immer bei Besuch zuerst in sein Körbchen. Nach ein paar Minuten, wenn der Hund die neue Situation mit den fremden Menschen realisiert hat, kam der Maulkorb ab und er durfte sich langsam nähern.


    Kinder waren anfangs sehr schwer, eigentlich nicht zu verantworten, das haben wir einzeln (!) mit dem jeweiligen Kind geübt. Das Kind wurde angewiesen, sich bei Fehlverhalten des Hundes sofort abzuwenden. Zu wildes "Spielen" wurde jeweils von mir unterbunden.

    Seit der Hund sich hier komplett wohlfühlt, ist das alles gar kein Thema mehr.


    Tipps kamen aus dem Buch "Hundeerziehung mit Spaß", von der Hundeschule und auch einige hier aus dem Forum.


    Schaust du:



    Fazit: Konsequenz, Geduld, Liebe und Leckerli...


    Edit: Mudi-Schäferhund ist schwieriger als Puli, aber das schaffst du. Noch ein Tipp: den Mudi musst du auslasten! Körperlich und geistig! (bellt der viel?)

  • Mein Freund hatte Lust drauf mit ihm zu spielen.

    Ähm,

    keine besonders gute Idee, wenn das

    da der Hund generell Männern ohne Futter gegenüber misstrauisch ist.

    schon bekannt war!


    Ich hätte den Freund erst einmal den Hund ignorieren lassen. Keine Interaktionen mit dem Hund! :ka:



    Wie kriege ich raus, was das ist?

    Was?

    Die Rassen im Hund?

    Oder meinst Du das Verhalten vom Hund?



    Zum Verhalten: Nun ja, einmal der Hund wird langsam erwachsen.

    Da kommen so "manche Eigenheiten" zu Tage, die sich vorher schon angedeutet haben müssen. Entweder hat man die nicht richtig gesehen, oder doch, aber dann nicht richtig erkannt und entsprechend gegengesteuert.

    Und manche Rassen bringen einfach so ihr Päckchen mit, welches auch noch mal ab einem bestimmten Zeitpunkt ausgepackt wird.




    Da hilft nur ein wirklich guter Trainer vor Ort!

  • Wie ist dein Hund denn sonst so ressourcenmäßig drauf? Mir fiel nur auf, dass es beide Mal mit Futter anfing.


    Und bytheway... meine Hunde sind null futteraggressiv, nicht untereinander, nicht bei anderen Hunden, nicht bei Menschen - und trotzdem bin ICH bei Futter eigen. Das bekommen sie nur von mir, da kann Lust haben wer will, meine Hunde zu füttern, irgendwie gibt's das einfach nicht. Dazu ist mir das dann doch zu wichtig.


    Wie sieht es denn sonst so aus? Kann sich dein Hund denn in allen anderen Bereichen auf dich verlassen? Vertraut er dir?


    Kommt ja vermutlich noch dazu, dass er als Tierschutzhund bestimmt eine Vorgeschichte hat, die keiner so richtig kennt. Da wäre ich im Zusammenhang mit Kindern noch dreimal vorsichtiger.

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