kostbare Zeit

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 831 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Sockensucher.

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    Ich finde diese Gruppe sehr, sehr hilfreich und die Antworten auf meine Fragen (fast) alle empathisch und herzlich empfinde; und weil hier auch viele vierbeinige Oldies vertreten sind, möchte ich hier meine Gedanken zum Altern formulieren. Ich hoffe. Ihr helft mir ein bissl beim Sortieren 🙈


    Unser Cookie fand 2012 als 2jähriges Notfellchen zu uns. Er ist mein erster Hund und mein Seelenverwandter.


    Er musste gesundheitlich viel durchstehen...Gaumensegel OP, Cauda Equina OP, Fistel OP, ED und HD, Arthrose, Chronische Speiseröhrenentzündung und viele Allergien.


    Ich tue alles für ihn. Zur Zeit sind es monatlich Physiotherapie und Osteopathie, die Cookie auch sehr genießt. Eine THP hat die Ernährung super angepasst, Collergile, Laser und Massagen täglich...naja, ihr wisst, was ich meine.


    Nun bin ich an einem Punkt, wo ich mich mit dem langsames Abschied auseinandersetzen muss. Cookie ist nie Schmerzfrei, oder aber seine Verdauung macht Probleme bei den stärkeren Schmerzmitteln.


    Er schnuffelt gern im Garten oder sonstwo, weigert sich jedoch, an der Leine Gassi zu gehen. Also hab ich ihm einen Buggy gekauft, damit er bei uns sein kann, wenn es zum Wandern geht.


    Er läuft also durch seine Schmerzen deutlich weniger, und dann hinten wackelig. Dadurch baut Muskulatur ab.


    Wann kommt der Punkt, das Laufpensum auf ein für ihn erträgliches Maß zu reduzieren, wohl wissend, dass Cookie dadurch schwächer wird.


    Ich fühle, dass Cookie noch gern bei uns ist - er will noch nicht gehen. Aber alles ist so verdammt mühsam geworden.


    Wie habt Ihr es mit euren sehr alten Hundies gehalten? Wo weiter fördern, wo locker lassen? Es ist so schwer, das richtige Maß zu finden.

  • Hallo,

    ein sehr emotionales Thema und eventuell die Entscheidung über Leben und Tod treffen zu müssen, ist das Schlimmste,was einem Hundehalter passieren kann.

    Du wirst merken, wenn Cookie nicht mehr kann


    Atti, Border Collie ist im November 20 kurz vor seinem 16. Geburtstag gestorben.

    Sein Leidensweg war kurz, auch wenn er altesbedingt schon mal Gelenkprobleme hatte, die aber immer wieder durch die Osteopathin behoben werden konnten. Aufgrund dieser Probleme hätte ich ihn nicht gehen lassen müssen und ist noch 2 Tage vor seinem Tod über den Cavalettiparcours gegangen. Bei Atti war es ein akutes Leberversagen und ich wollte ihn nicht auf Raten sterben lassen, heißt, man hätte vielleicht noch 14 Tage herausholen können, unter entsprechender Medikation, aber was wäre das für den Hund für ein Leben gewesen und man merkte ihm an, er wollte auch nicht mehr :(

    Dein Cookie wird es Dir zeigen, wenn der Tag x gekommen ist. Solange Du noch seine Lebensfreude spürst, ist es noch nicht so weit

  • Hallo :)


    Kennst du schon den Altenpfleger-Thread?


    Und durch welche Schmerzmittel habt ihr euch bisher durchprobiert?


    Ich kann dir nicht sagen, wie man das Laufpensum sinnvoll reduziert, weil das von so vielen Faktoren abhängt.


    Meine Hündin (15, auch Arthrose, eh schon immer gemütlicherer Natur) darf selber entscheiden, wie schnell sie wann unterwegs ist. Sie hat uns bspw. irgendwann signalisiert, dass sie nicht mehr am Fahrrad laufen kann / möchte und muss das seitdem auch nicht mehr.

    Aber: sie muss natürlich jeden Tag mehrmals raus, auch wenn sie manchmal keine Lust hat. Sie muss auch die Treppen selber laufen und auch mal unwegsames Gelände erklimmen. Aber ich sicher sie dann ab, damit sie nicht fällt und wie gesagt alles in ihrem Tempo.

    Und wir merken, dass sie nach 2, 3 Stunden (je nach Umgebung, Wetter und Tagesform) nicht mehr kann und mag und berücksichtigen das, machen mehr Pausen, planen generell anders,...


    Wir haben in Zeiten, in denen wir mal nicht so aktiv sein konnten, definitiv gemerkt, wie meine Hündin regelrecht anfängt, auf dem Sofa festzukleben und abzustumpfen. Deshalb achten wir schon darauf, ihr Abwechslung und Input zu geben. Geist und Körper hängen da bei ihr sehr zusammen.


    Mit meiner TÄ bin ich so verblieben, dass Schmerzfreiheit vor Lebenszeit geht.

    Ich fände es sinnvoll, dass ihr an dieser Schraube vllt. auch nochmal versucht, zu drehen (je nachdem, wie viel ihr schon probiert habt), denn mit Schmerzen wöllte ich mich auch nicht bewegen :(

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  • :streichel: Ihr hattet schon einen harten Weg

    Es gibt ein neues Schmerzmittel, das gespritzt wird Librela * klick* , vielleicht hilft euch das noch ein wenig schmerzfreie Zeit zu bekommen.

    Und besprech mal Anabolika mit deinem Tierarzt, dass hat meiner alten Hündin nochmal Muskulatur beschert, die sie noch zwei Jahre gut getragen haben. Die nächste Kur, schlug dann nicht mehr an, der Körper war verbraucht.


    Und wenn alles ausgeschöpft ist, dann ... wird eines Tages der Punkt kommen, wo man sich erwischt, das man dran denkt, das es jetzt Zeit ist und dann ist es das auch. Ich hoffe immer den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, wo die Tage dem Leben nicht mehr genug gutes hinzufügen und das immer weniger werden wird. Zu wenig. Ich wünsche mir immer nicht zu warten, bis das Leben nur noch Qual ist. Das der Letzte Tag, der schlimmste des Lebens sein muss. Ich denke nicht, dass Hunde ihre Tage zählen und noch 15 werden wollen.

    Gelungen ist mir das nicht immer und ich habe beeut ihnen diese Tage nicht erspart zu haben.

    Das ist das schlimmste am Leben als Hundemensch, das wir diese Entscheidung treffen müssen und keiner einem helfen kann, den Punkt zu treffen. Meine Hunde haben auch nie aufgegeben und diesen Blick gezeigt. Der Körper hat vor dem Geist aufgegeben.


    Ich wünsch dir ganz viel Kraft dich noch auf die guten Momente zu konzentrieren und die kostbare Zeit mit guten Gefühlen zu füllen und vielleicht noch das Glück, das du das noch herauszögern kannst und um Qualität kämpfen kannst.

    Und dann einen einfühlsamen Tierarzt, der zu euch nach Hause kommt.

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