Drehen und dabei die eigene Rute beißen?

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    Eben habe ich das hier gelesen:

    Sie hat in ihrem vorherigen Zuhause mit einem dominanten Rüden gelebt. Es war teilweise ziemlich stressig, so dass sie das Drehen angefangen hat und ihre Rute ein Stück amputiert werden musste.

    http://www.dsh-nothilfe.de/index.php?page=sharon&

    Habt ihr sowas schonmal gesehen oder gehört?

    Das mit dem Drehen kenne ich von einer Tierheimhündin, aber dass der Hund sich dabei so in den Schwanz beißt, dass er sich verletzt?!?

  • Ich hatte vor Jahren mal einen DSH mit diesem Problem kennen gelernt. Er war 1 Jahr alt, und kannte nur Zwinger + Hundeplatz. Zwingerkoller, Stereotypie, Selbstverletzung,... Wie man das auch alles nennt. Es entwickelt sich häufig bei Hunden die alleine im Zwinger leben, und ist auch ein Problem das man am Häufigsten bei Schäferhunden hat.

    Der Rüde hat sich bei der Kleinsten Form von Stress, Aufregung oder Langeweile in der eigenen Rute verbissen. War natürlich eine Wunde dran, und es stand im Raum einen Teil zu kupieren weil partiell schon gelähmt ( hing runter ).

    Dieser Hund war das reinste Nervenbündel, kam für seine Problematik aber noch echt gut weg, vermutlich weil er so jung war. Man hat intensiv mit ihm gearbeitet, die Ruhe wurde ihm aufgezwungen. Wenn man mit ihm außerhalb des Tierheimes war, ging es ihm besser. Noch entspannter war er als man auf die Idee kam mit ihm ins Haus zu gehen. Dieser Hund war soowas von erleichtert über jeglichen ruhigen Ort, oder Beschäftigung in Form von Nasenarbeit, und er hat sich echt Mühe gegeben zu lernen. Es gab auch Artgenossen die er mochte, nur mit Rüden seines Gleichen ( schwarz und Schäferhundähnlich ), hatte er ein Problem.

    Wie es ihm heute geht, oder ob es ihn noch gibt weiß ich nicht. Ich weiß nur dass man es mit harter, länger Arbeit irgendwie hinbekommen hat, und die Ruhe irgendwann so gut verheilt war, dass sogar der gelähmte Abteil sich wieder bewegen konnte.


    Wie gesagt- dieser Rüde war noch gut dran. Das im Kreis drehen und verbeißen ist eine Zwangsproblematik. Das fährt sich mit der Zeit so stark ein, dass der Hund nicht mehr anders kann, als dem Drang nachzugehen sich in sich selbst zu verbeißen. Ich denke man kann es ein Stück weit vergleichen mit depressiven Menschen - sie stehen nicht richtig im Leben, leben quasi im Tunnelblick, und verhalten sich so, weil sie sich aus ihrer Sicht nicht anders verhalten können. Das bekommt man sehr schwer in den Griff, ist mit ab und an mal kreiseln nicht zu vergleichen, bei manchen Hunden bekommt man das garnicht raus.

    Viele Hunde mit dieser Problematik haben ihre Defizite mit den ein oder anderen Außenreizen ( da es meist durch vor sich hin rotten im Zwinger entsteht, die kennen nix anderes, oder fast nix anderes ), und sind nervlich schlichtweg kaputt.

    So oder so : Damit das so in dieser Form entstehen kann, muss der Hund enormem Stress und Frust über einen längeren Zeitraum ausgesetzt sein.

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  • Meine erste Hündin (Jack Russel) hat das auch gemacht. Bei Aufregung/Stress fing sie das drehen an und hat sich dann in der Rute festgebissen. Teilweise dabei gejaulu, weil es wohl weh tat. Allerdings hatte sie auch ein paar schlimme Jahre beim Vor- Vorbesitzer. Wir haben sie mit 9 Jahren bekommen und bis das ganz aufgehört hat... da war sie glaube ich 18 Jahre.

    Trixie konnte keinerlei Streß haben. Am glücklichsten war sie zuhause auf dem Sofa. Sobald man mit der Leine kam, hat sie sich verkrochen. Sie hat dann die letzten Jahre hauptsächlich bei uns im Haus/ Garten gelebt. Gassi sind wir nur an ihr bekannten, ruhigen Stellen gegangen.

  • Unser Mudi hat als Welpe die Rute gejagt. Hatte direkt schiss, das es eine Zwangsstörung werden könnte und bin zum TA. Er hat es gesehen und meinte bei ihr wäre alles ok, sie entdeckt ihren Körper gerade, sie jagt die Rute weil sie es jetzt kann. Ich solle es ihr aber verbieten, damit sich kein Zwang draus entwickelt.

    Danach war es zum Glück nie wieder Thema hier.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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  • Danke für den ausführlichen Bericht @Terri-Lis-07 !

    @Sharima003 Wieschön, dass Trixie bei euch noch so alt werden durfte und das bekommen hat, was sie brauchte.

    Er hat es gesehen und meinte bei ihr wäre alles ok, sie entdeckt ihren Körper gerade, sie jagt die Rute weil sie es jetzt kann.

    Das ist ja wie bei kleinen Kindern, Süßkirsche ! :lol:

    @ShaCo Den Zusammenhang mit Kaukram sehe ich nicht so ganz?

  • Wir ham das im TH mal bei nem Pitti erlebt, der beschlagnahmt wurde, weil der Besitzer sich zu schad war die Auflagen zu erfüllen. Der kam mit der Trennung von der Familie, der Einsamkeit, dem Krach und dem Anblick der anderen Hunden überhaupt nicht zurecht und fing nach wenigen Tagen an sich den Schwanz zu zerbeißen. Er hat in seiner Zerstörungswut auch einige Trichter verbraten.

    Der Besitzer hat sich dann doch entschieden den Auflagen nachzukommen, sodass der Hund nach 2, oder 3 Wochen wieder heim durfte.

  • Danke für den ausführlichen Bericht @Terri-Lis-07 !

    @Sharima003 Wieschön, dass Trixie bei euch noch so alt werden durfte und das bekommen hat, was sie brauchte.

    Er hat es gesehen und meinte bei ihr wäre alles ok, sie entdeckt ihren Körper gerade, sie jagt die Rute weil sie es jetzt kann.

    Das ist ja wie bei kleinen Kindern, Süßkirsche ! :lol:

    @ShaCo Den Zusammenhang mit Kaukram sehe ich nicht so ganz?

    Unsere Idee bei dem auslösen durch Kaukrams war Stress oder Frust.


    Als Plattschnute mit Überbiss ging das wohl nicht so gut mit dem knabbern.

    Als meine Freundin das Kauzeugs weg gelassen hat war der Spuk vorbei.


    Und nur ganz selten war Alltagsstress nochmal Auslöser.

  • ShaCo Den Zusammenhang mit Kaukram sehe ich nicht so ganz?

    Wollt's grad schreiben, ist halt auch Stress, Stress kann ja positiv oder negativ sein.


    Kami neigt in Extremsituationen auch zu leichtem autoaggressivem Verhalten. Wir haben das jetzt, wenn ich so überlege sicher schon 2 Jahre nicht mehr gehabt.

    Anfangs ist sie bei massivem Stress erst ins Fiddeln und daraus ins Kreiseln gerutscht und hat sich dabei kräftig in die Rute gebissen. Kam insgesamt aber nur so 3-4mal vor, weil man einfach weiß wie es endet und inzwischen kann man sie besser einschätzen und auch rausholen, das war hauptsächlich im 1. Jahr wo sie zu uns gekommen ist. Und einmal noch im 2. Schön ist das nicht mitanzusehen, der Stress wird sozusagen am eigenen Körper entladen.


    Pfotenbeknabbern hier ebenso ein Stressindikator.


    Und Anfangs recht häufig und wir haben es erst gar nicht in Zusammenhang gebracht, das beknabbern von Teppichen. So, wie wenn Hunde sich mit den Zähnen durchs Fell fahren, beim putzen, hat sie das mit Teppichen gemacht. Ihre Zähne deuten darauf hin, das sie früher anscheinend auf einer Kette,... rumgeknabbert hat, das scheint für sie ein Ventil geworden zu sein.


    Haben wir aber in den letzten beiden Jahren alles nicht mehr gehabt, es verschwand quasi durch Bindung, Vertrauen, unseren ruhigen Alltag und managen in entsprechenden Situationen von allein.

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