Welpen-Austausch Teil 4

  • Wir sind grade sehr damit beschäftigt, dem Zwerg zu erklären, dass Fremde nicht einfach so begrüßt werden - wie handhabt ihr das so? Menschen begrüßen lassen oder unterbinden? Oder finden eure Hunde Fremde generell eh eher uninteressant?

    Naturgemäß ist Elna über jeden anderen Menschen absolut begeistert. Das war auch bei ihrer Vorgängerin schon so und ist zusätzlich allgemein ein Rasseding.
    Tatsächlich gehe ich aktuell konsequent und völlig unaufgeregt mit Kommando "Weiter" bewusst an allen Menschen vorbei. Auch bei Menschen, mit denen ich dann selber noch 1 - 2 Worte wechseln will. Hier dann allerdings nur ein paar Meter, damit der Grundimpuls "wir gehen an Menschen normal vorbei" erstmal gegeben ist. Dann wird gewartet (das Kommando kennt sie schon) und ich kann mit dem Menschen reden und je nach Mensch darf Elna dann auch bewussten Kontakt aufnehmen.

    Dabei immer wieder der Nerv: Völlig fremde Menschen, die im Zweifel sogar mein Kommando "weiter" hören, kommen dann gerne mit Schnalzgeräuschen, entzückten Ausrufen, wie süß der Hund doch sei oder direkt frech mit: Ja komm mal her, du bist ja ein ganz lieber-bla bla. Könnte ich mich jedes Mal sowas von drüber aufregen und bin aber ganz artig und übe mich in Impulskontrolle... :D

  • Dabei immer wieder der Nerv: Völlig fremde Menschen, die im Zweifel sogar mein Kommando "weiter" hören, kommen dann gerne mit Schnalzgeräuschen, entzückten Ausrufen, wie süß der Hund doch sei oder direkt frech mit:

    Daran sind wir jetzt auch einige Male gescheitert. Und ich bin wirklich aus allen Wolken gefallen, WIE häufig das vorkommt, uns wurde da teilweise der Weg abgeschnitten und in die Leine gegriffen :ugly: Also vor dem Welpen war ich ein sehr konfliktscheuer Mensch....aber da hab ich ganz neue Seiten an mir entdeckt.

    Ich habe auch von Anfang versucht weiterzugehen - "weiter" kennt er eigentlich, aber bei Menschen fällt ihm das noch extrem schwer. Absitzen lassen und belohnen, wenn er sich zu mir orientiert, klappt, aber an Vorbeigehen ist in vielen Fällen noch gar nicht zu denken und ich frage mich manchmal, ob ich da vielleicht irgendwas falsch mache. Beim Labbi spricht man ja sowieso oft von einer tendenziell "distanzlosen" Rasse und ich möchte natürlich nicht, dass der Zwerg, wenn er mal ein ausgewachsener Nicht-Zwerg ist, zu einem Ärgernis für Mensch und Hund im öffentlichen Raum wird...

  • Wenn Absitzen und umorientieren funktioniert, dann würde ich das ruhig erstmal so lösen. Es kann sein, dass ihm das aktive Wegbewegen vom Reiz noch zu schwer fällt. War bei Elna auch, bzw. ist auch jetzt noch oft so, dass ihr sitzen, schauen und dann zu mir orientieren leichter fällt. In dem Alter finde ich eigentlich alles gut, was in die Richtung, die ich gerne hätte geht. Bei Autos und Fahrrädern, die direkt an uns vorbeifahren (Sind oft auf Wegen ohne abgegrenztem Bürgersteig unterwegs) ist es für Elna auch leichter, zu sitzen, als zu laufen, da würde der Bewegungsreiz doch stärker auf sie wirken.

  • Vielen lieben Dank für die Antwort!

    Ich glaube, da hast Du total recht. Für Bewegungsreize ist er allgemein sehr empfänglich, auch Tauben, Amseln, fliegenden Blättern und anderen schnellen, kleinen Sachen würde er gerne nachgehen (darf er natürlich nicht, aber wenn es nach ihm ginge). Das löse ich bis jetzt auch vor allem über Sitzen (wobei ich da dann Sorge habe, dass er anfängt zu fixieren...er soll ja gucken und die Reize verarbeiten dürfen, aber ich hab Angst, dass ich als Anfängerin den Punkt irgendwann verpasse, ab dem es dann nicht mehr welpenhaftes "schauen/Neugier/verarbeiten von Reizen" ist, sondern Teil einer (jagdlichen) Verhaltenskette wird - Hat da jemand Erfahrung, wie man das gut auseinanderhalten kann?)

  • Das war auch eine meiner Sorgen. Elna ist ja nun auch rassebedingt jagdlich durchaus ambitioniert. Da mach ich mir derzeit die junghundtypisch geringe Aufmerksamkeitsspanne zu Nutze. Sobald sie beim Anschauen eines interessanten Reizes kurz abgelenkt wird, komm ich ins Spiel, spreche sie an und belohne sie entsprechend. Das hat nun schon oft dazu geführt, dass sie beim Erblicken eines Reizes automatisch zu mir schaut und ich entsprechend auf sie einwirken kann.

    "Zeigen und Benennen" würde das Ganze dann gezielt trainieren (google das mal, da gibt es sehr viel zu :) )

  • Ich trainiere mit meinen Welpen von Anfang an bewusstes Weggehen von Personen. Das baue ich über Belohnung auf.

    Interessieren sich die Personen gar nicht für meinen Hund, übe ich, dass mein Hund sie wahrnimmt, aber nicht darauf zuläuft.

  • Oh Mensch, auf die Idee, das Weggehen gezielt zu trainieren, bin ich leider gar nicht erst gekommen! Wurde die Übung dann mit "bekannten" Menschen aufgebaut oder mit welchen, die die Kleinen vorher noch gar nicht gesehen hatten?

  • Heute waren wir 15 Minuten draußen das war mehr als genug. Komischerweise hat er als welpe mehr ausgehalten

    Ist bei Spike gerade genauso, ein bisschen so als würde er zum ersten mal richtig anfangen die Augen (bzw. in seinem Fall die Nase) zu öffnen...als ganz kleiner Knirps ist er halt einfach mitgetingelt.

    Wir sind grade sehr damit beschäftigt, dem Zwerg zu erklären, dass Fremde nicht einfach so begrüßt werden - wie handhabt ihr das so? Menschen begrüßen lassen oder unterbinden? Oder finden eure Hunde Fremde generell eh eher uninteressant?

    Du hast wahrscheinlich recht, es ist halt irritierend weil man denkt der welpe wird immer souveräner.

    Ich lasse fremde ihn nicht begrüßen nur Freunde und Nachbarn. Möchte nicht dass er später immer hinzieht. Ruhiges anschauen von leute und umorientierung wird belohnt. Aber fremde sind sehr interessant, ist halt ein Golden.

    Heute sind wir 30 Minuten gemütlich mit der flexileine auf der wiese gegangen. Er vor ich hinterher. Er nimmt viel weniger zeug auf ganz anders wie letzte woche.

    Heute geht es ws mit der kurzen leine raus, oder sonst 15 minuten wiese. Je nachdem wie er drauf ist. Jetzt schläft er wieder seelenruhig. Das ist richtig schön.

    Kennt ihr ein tolles super leckerli den ich für die pfeife nehmen kann und das etwas magenfreundlich ist? Möchte bald wieder mit ihm freilaufen aber ohne pfeife traue ich mich nicht.

    Und alleine lassen muss ich weiter aufbauen. Dass er krank war hat das sehr verzögert.

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