Welpen-Austausch Teil 4

  • Ja, ich dachte bis jetzt (ein bisschen naiv wohl), dass sich Frustrationstoleranz ja von der einen auf die andere Sache übertragen müsste

    ich hab gelesen und gehört und es leuchtet mir auch ein, daß Impulskontrolle sich nicht übertragen läßt, also in der jeweiligen Situation neu geübt werden muß. Kommt ja auch noch darauf an, wie wichtig die Situation ist: im Auto möchte Megan, daß sich die Tür die Sekunde öffnet, damit sie lossprinten kann, hinter der Wohnungstür kann sie brav angeleint warten, bis sich die Tür öffnet, das ist einfach nicht so wichtig für sie im Alltag schnell rauszukommen, wie bei den tollen Spaziergängen mit Auto. Genauso kann das Futter jetzt schon ne Stunde auf der Arbeitsplatte warten..

    Das ergibt natürlich Sinn - dann müssen wir solche Situationen wohl gezielt üben, in denen er an der Leine zu etwas eben nicht hin darf :bindafür: Mal sehen wie man da klein anfangen könnte - ich fühl mich da immer als würd ich ihn quälen, macht natürlich wenig Sinn damit in solchen Extremsituationen anzufangen, müssen wir eben kleinere Frustrationssituationen gezielt schaffen :denker:

  • Eilinel Ich hatte es bis jetzt wohl wirklich fälschlicherweise so verstanden, dass Frust eben Frust ist, da hab ich gedanklich nicht wirklich differenziert - wobei ich da nicht die einzige sein dürfte, ich hab grad mal ganz banal Google gefragt, welche Übungen zur Erhöhung der Frustrationstoleranz es gibt und siehe da - aufs Futter warten, Leckerlis vor ihm ablegen, etc...

    Wobei es schon auch Situationen gab und gibt, an denen Gejammere gar nicht zum Ziel führt (zb unser Essen, Tür öffnet sich nicht, Welpenauslauf oder Box oder eben diverse Begegnungen) und bei den meisten ist auch eine merkbare Verbesserung zu spüren bzw wird gar nicht mehr gejammert/verlangt. Nur eben „Ich will dahin, da ist Mensch/Hund/keine Ahnung was“ - DAS ist Katastrophe. Aber gut - brauchen eh was zu üben :klugscheisser:

    Jetzt muss ich nur noch Menschen finden mit denen ich das üben kann, ohne dass sie auf ihn zurennen und „Wiiiieeee süüüüß“ schreien :mute:

  • Lucifer ist natürlich auch interessiert an Hunden und Menschen. Ziehen an der Leine, weil er da eben JETZT hin will, das ist hier auch so. Ich habe das geübt mit erst Leckerchen werfen, er zieht, weil er da hin will und ich halte nur und sage nichts. Wenn er auf die Idee kommt mich dann anzusehen lobe ich ihn und es gibt was besseres, als da auf der Erde liegt.

    Das wird bei deinem auch schnell klappen, wenn er im Alltag gut warten kann. Der Reiz, der da ist muss ja kein Leckerchen sein, kann auch der Haufen Pferdeäppel sein, der für Lucifer überhaupt meeeega ist. Dann waren es die Menschen, wo wir das mit abnehmendem Abstand genau so gemacht haben, dann die Hunde. Je weniger aufgedreht er vorher war, umso besser klappt das. Teilweise sitzt er da, andere Hunde gehen vorbei, er guckt mich an und macht nicht mal Anstalten auf zu stehen. Und dann wieder (heute) ist er absolut überzeugt davon, dass es ein super Plan ist, der vorbeigehenden Weimaranerin ins Gesicht zu springen. Konnte es gerade so verhindern, hatte da nicht wirklich mit gerechnet. Welpe halt.

    Aber im Allgemeinen macht er es schon ganz gut.

  • Hallo meine Lieben :winken: Ich wollt hier aus gegebenem Anlass mal eine Frage stellen, hoffe das ist ok, vielleicht kennt das ja hier noch jemand akut - tickt irgendeiner von euren Hunden auch so aus, wenn er an der Leine ist und irgendwo nicht hin kann/darf? :fear:

    Wir hatten heute morgen ein kurzes erstes Spieltreffen mit einem Labbi. Alles gut, haben sich beschnuppert, 15min gespielt, dann hat der Labbi signalisiert, dass er nicht mehr mag, den Schuss hat Cooper leider nicht gehört und weiter nachgesetzt, also haben wir‘s beendet und beide Hunde getrennt und an die Leine - was dazuführte, dass der andere Hund superduper brav ein paar Meter entfernt sich vor seiner Besitzerin hinlegte, während unserer schrie, kreischte, jaulte, sich in die Leine warf, Pirouetten drehte...als wär alles vorbei. Die anderen mussten dann auch gleich gehen und wir standen auf der Wiese geschlagene 5 !! Minuten, bis sich der Herr beruhigte und hingelegt hat. Erst dann ging‘s bei uns auch weiter.

    Er zeigt dieses Verhalten jedes Mal wenn man ihn daran hindert wohinzugehen, während des Spaziergangs kriegen wir es recht gut in den Griff mit frühzeitig ablenken und einfach weitergehen, aber ich WILL ja nicht immer gehen oder mich überhaupt bewegen :tropf: Ihn per Leine an seinem Platz zu behalten (bzw an dem Platz, an dem er halt für 30sec stehen/sitzen/schnüffeln/keine Ahnung was sollte) endet immer mit oben genanntem Spektakel - normal ist die Dauer viel kürzer wie heute, dass hat mich echt bisschen schockiert.

    Übt ihr das konkret? Diesen Frust aushalten? Oder kennt ihr das gar nicht? :hust: Die Halterin des Labbis hat dann gemeint ihrer hatte das auch, sie hat ihn wo festgebunden und sich ein paar Meter entfernt und ging erst wieder zu ihm als er ruhig war, und das übte sie jeden Tag - ich weiß nicht, ob ich ein Fan davon wäre, aber wenn‘s auf Dauer hilft? :muede:

    Wichtig ist auch mal Spiel pausieren, anleinen, Spiel wieder starten.

    Sodass Pause nicht automatisch bedeutet ohje jetzt ist alles vorbei.

    Das gleiche macht man ja auch beim Leinentraining dass Leine != Freiheit beendet bedeutet.

    Rückruf während Spiel kann man dann auch noch üben.

  • Wie hübsch sie ist :herzen1:

  • ich hab gelesen und gehört und es leuchtet mir auch ein, daß Impulskontrolle sich nicht übertragen läßt,

    was sich aber übertragen lässt, ist ein Kommando zum zurück nehmen. Ich hab mit Enya vor ein paar Tagen erstmals Leinenführigkeit geübt (sie ist übrigens 12 Monate, nicht 12 Wochen alt |):ops:, aber passt halt grad zum Thema). Sie läuft fast nur frei, hat mich nie genug gestört. Bis sie letzten Sonntag dann doch mal länger angeleint laufen musste :pfeif:. Und ich habe sehr erstaunt festgestellt, dass ich uns das Leben monatelang etwas schwer gemacht habe :hust:. Unser allgemeines "nimm dich zurück, so nicht-Kommando" hat aus ihr binnen kürzester Zeit aus einem Zugochsen einen neben mir her latschenden Hund gemacht... (Momente, für die man sich selbst in den Hintern treten will :ugly:. Aber gut, mit 12 Monaten ist der Werkzeugkasten auch etwas größer als mit 12 Wochen). Dennoch: ich denke das sich-zurück-nehmen an sich ist schon übertragbar. Entweder aus einem Kommando heraus oder aus dem Erregungslevel heraus. Zum Zweiteren: ich hatte da bei Joey ein Schlüsselerlebnis, da war sie vielleicht so 5-6 Monate alt. Wir begegnen hier kaum wem auf Spaziergängen und ich arbeite über (automatische) Umorientierung bei Reizsichtung. Geübt hatten wir das an sich zu dem Zeitpunkt fast nur an Wild und mal einem Jogger vielleicht. Und dann war Joey schon halb um die Kurve, rannte zu mir zurück. Ich erst mal ziemlich verdutzt, da kam eine Frau mit angeleintem Hund am Rad auf uns zu. Das hat Joey selbst übertragen und in den Monaten drauf merkte man stark, es war ihr Erregungslevel als Auslöser. Also z.B. Spaziergänger Wumpe, aber was sie wirklich spannend fand, hat die Reaktion bei ihr ausgelöst (so ein wenig: ich muss!! darauf reagieren, na gut, dann so).

    Also was ich eigentlich sagen wollte: doch, ich hab hier sehr den Eindruck, Impulskontrolle (bzw. diese umlenken oder alternativ ein allgemeines Wort zum runterfahren etablieren) ist auf jeden Fall übertragbar auf unterschiedliche Situationen

  • Geübt hatten wir das an sich zu dem Zeitpunkt fast nur an Wild und mal einem Jogger vielleicht. Und dann war Joey schon halb um die Kurve, rannte zu mir zurück. Ich erst mal ziemlich verdutzt, da kam eine Frau mit angeleintem Hund am Rad auf uns zu. Das hat Joey selbst übertragen und in den Monaten drauf merkte man stark, es war ihr Erregungslevel als Auslöser. Also z.B. Spaziergänger Wumpe, aber was sie wirklich spannend fand, hat die Reaktion bei ihr ausgelöst (so ein wenig: ich muss!! darauf reagieren, na gut, dann so).

    Das hab ich auch schon erlebt - das Megan das Muster 'spannendes/gruseliges Objekt, ich muß so darauf reagieren' - von Reizen, bei denen sie es gelernt hat, auf andere übertragen hat. Sie muß also verstanden haben, worum es geht, eine Kategorie gebildet haben. Es hilft ihr aber nicht in Situationen, wo es um keine Objektsichtungen geht, wie z.B. Aussteigen aus dem Auto, ihre Impulse da zu kontrollieren, weil das nichts vergleichbares ist.

    Auch die Tatsache, daß die Fähigkeit zur Impulskontrolle irgendwann erstmal aufgebraucht ist, hab ich bei ihr schon oft erlebt, daß dann wieder Situationen ein Problem wurden, die sonst keins sind

  • Also was ich eigentlich sagen wollte: doch, ich hab hier sehr den Eindruck, Impulskontrolle (bzw. diese umlenken oder alternativ ein allgemeines Wort zum runterfahren etablieren) ist auf jeden Fall übertragbar auf unterschiedliche Situationen

    Wie baust Du das auf? Find ich sehr spannend =).

    Bei Emil erwarte ich das Runterfahren recht uncharmant über einen Abbruch. Was anderes hab ich nicht hinbekommen.

    Ich habe versucht ein Wort zu etablieren, was ich lange in seeehr entspannten Situationen eingeführt habe, ließ sich nicht übertragen. Habe einen Duft konditioniert, funktionierte auch nicht, habe den Relaxopet gekauft, nix.

    Ich denke aber bei Hunden, wie Fiete, oder ich hoffe auch Lucifer, die keine Hibbel sind, aber eben auch mal aufdrehen können würde ich es evtl eher hinbekommen das über ein Kommando zu regulieren. Aber mir fehlt die Idee für den Aufbau.

  • Also was ich eigentlich sagen wollte: doch, ich hab hier sehr den Eindruck, Impulskontrolle (bzw. diese umlenken oder alternativ ein allgemeines Wort zum runterfahren etablieren) ist auf jeden Fall übertragbar auf unterschiedliche Situationen

    Wie baust Du das auf? Find ich sehr spannend =).

    Bei Emil erwarte ich das Runterfahren recht uncharmant über einen Abbruch. Was anderes hab ich nicht hinbekommen.

    Ich habe versucht ein Wort zu etablieren, was ich lange in seeehr entspannten Situationen eingeführt habe, ließ sich nicht übertragen. Habe einen Duft konditioniert, funktionierte auch nicht, habe den Relaxopet gekauft, nix.

    Ich denke aber bei Hunden, wie Fiete, oder ich hoffe auch Lucifer, die keine Hibbel sind, aber eben auch mal aufdrehen können würde ich es evtl eher hinbekommen das über ein Kommando zu regulieren. Aber mir fehlt die Idee für den Aufbau.

    Ich hatte dieses Buch mal gekauft, da arbeiten sie mit konditionierten Wörtern ("Easy") und Gesten auch Entspannungsübungen

    https://www.hundwerkszeug.de/mediathek/weit…-rehberger.html

  • Da stimme ich dir zu und Lernen ist schon spannend!

    Bei Joey war es das gleiche Erregungslevel in ähnlicher Situation

    Bei Enya aber war es ein "nimm dich zurück, so nicht-Kommando", also ein Kommando, das sie gut kennt in völlig anderer Situation, in der sie immer anders agieren durfte. Das funktioniert auch.

    Wohingegen "ich lege Futter aus und mach Topfschlagen, wie Hund ran darf" und letztlich begreift er, es geht nur über Zurückhaltung vermutlich nicht auf "ich mach Kofferraum-Klappe auf und erwarte, der Hund weiß dann sofort auch, er muss sich zurück nehmen" übertragbar ist. Das würd ich als Mensch wohl auch nicht so schnell in Zusammenhang bringen :lol:

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