Hund geht draußen kaum, dreht aber zu Hause durch.

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    Wir haben seit 3 Wochen unseren ersten eigenen Hund. Davor gab es Erfahrungen mit Hunden aus dem Elternhaus, die aber in der derzeitigen Situation kaum weiterhelfen. Unser Hund, ein Rauhaardackel-Puli-Mix stammt aus einem ungarischen Tierheim. Geburtstermin wird auf Ende April geschätzt. Er wurde ausgesetzt und von der Straße aufgelesen. Der erste Vermittlungsversuch scheiterte, da der Kleine immer aus dem Garten ausgebrochen ist. Nun ist er bei uns und macht uns folgende Probleme:


    Kaum gehen wir raus, sitzt er vor der Haustüre. Seit er eine Katze erblickte "besserte" sich die Situation indem, dass er wenigstens im Hof ein paar Schritte geht, jedoch setzt er sich wieder hin und hält Ausschau nach der Katze. Er löst sich nur auf Gras und oft müssen wir ihn die 20 Meter auf die Wiese tragen. Fahren wir mit dem Auto weg, dann geht er soweit, wie das Auto in Sichtweite ist, aber auch da sitzt er nur herum und schaut. Angst dürfte er nicht haben, da er auch auf der Straße einfach den Autos zuschaut, oder wenn es viele Menschen gibt, dann sieht er denen zu. Das einzige mal, als wir in den angrenzenden Wald kamen war, als jemand mit einer Kettensäge geschnitten hat und unser Hund war neugierig. Also schätze ich die Zurückhaltung weniger als Angst ein.


    Wir leben in einer Wohnung, haben zwar einen Garten, der jedoch nicht eingezäunt ist. Aber wir haben noch einen eingezäunten Schrebergarten. Die Kommandos Komm, Sitz und Platz gehen schon. Komm geht für mich verwunderlich sehr gut zu Hause (Im Vergleich zu den früheren Hunden aus dem Elternhaus). Er geht auch gerne mit in den Keller, auf den Dachboden und kommt auf Kommando immer gleich. Also versuchte ich mit ihm im Schrebergarten das ganze draußen. Er kommt zwar, sitzt dann neben mir und das war es. Ich hatte mit dem Spielzeug mehr Spaß als er. Er saß nur da und schaute mir zu. Ich war 30 Sekunden unachtsam und er grub sich schon unter dem Zaun durch und war total aufgedreht. Dann half das Komm nichts mehr und er schaltete auf Durchzug und raste los Richtung Auto, da er noch wusste wo es stand. Aber auch sonst hat er ein Problem mit Zäunen. Überall wo ein Zaun ist sucht er Lücken und möchte durch, bzw. er versucht sich darunter durch zu graben.


    Nachdem wir draußen kaum etwas mit ihm anfangen können spielen wir zwar mit ihm in der Wohnung. Eigentlich würde ich lieber im Garten mit ihm spielen, da er dort herumtoben kann, da dort Platz ist und auch sonst nichts passieren kann. Auf jeden Fall kommen dann, gerade nachdem wir draußen wieder 30 Minuten oder länger für gerade einmal 100 Meter rund um das Haus gebraucht haben, weil er nur sitzt und schaut, die 5 Minuten. Dann dreht er so auf, dass er alles, was er nicht darf vergisst. Er beißt in Möbel (obwohl er zig Spielzeuge zum beißen hat), rast herum und schnappt auch nach uns. In dem Fall hilft kein Schimpfen, da er nur noch mehr aufdreht, sondern nur mehr einfangen. Er schnappt dann zwar immer noch, so dass ich ihn am Hals so halte, dass er nicht beißen kann. Ich streichle ihn dabei und ich muss ihn dabei beruhigen. Nach 30 Sekunden beißt er zwar nicht mehr, aber er regt sich immer noch auf. Nach 3 Minuten kommt er dann runter. Gehen wir in solch einer Situation raus, ist er wieder wie ausgetauscht, sitzt und schaut.


    Wie können wir mit den zwei Problemen umgehen Hund soll auch gehen, wenn es nur 100 Meter bis zum Wald sind und dort ein paar Meter. Wie lösen wir das Zaun-Problem, ohne einen ins Erdreich reichenden Zaun errichten zu müssen, dass der Hund dort mal von der Leine kann.

  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Klingt für mich nach Überforderung.


    Ganz kurz, weil ich am Frühstücken bin und gleich zur Arbeit muss: reduziert euer Programm auf das nötigste. Futter hinstellen, mit dem Hund raus in den Garten, warten bis er pinkelt/Kot absetzt, wieder rein.

    Und das über Wochen hinweg, bis der Hund einigermaßen "angekommen" ist - das dauert bei Tierschutzhunden gerne mal mindestens ein Jahr...


    Holt euch eine Gitterbox fürs Haus und bringt dem Hund bei, dass das sein Ruheplatz ist. Da wird geschlafen, da wird der Hund in Ruhe gelassen und nicht beachtet. Er sollte natürlich freiwillig in die Box gehen!

    Sobald er da zur Ruhe kommt, könnt ihr ihn auch da hin schicken, sobald er aufdreht o. Ä. Dauert natürlich, bis das klappt, aber es wird euch und dem Hund helfen.

  • Herzlich willkommen erst einmal.


    Der Hund kennt euch also noch kaum, ist sehr jung und man weiß nix über seine Vergangenheit.


    1. Hund in Ruhe lassen.

    Der muss mit euch nicht spielen. Vielleicht kennt er das gar nicht, weil Menschen im Tierheim nicht so präsent waren. Lasst ihn doch erst mal ankommen. Ganz in Ruhe, nervt ihn nicht, haltet ihn nicht zwangsweise fest. Kommandos kann der auch noch nicht können, das hat alles Zeit!


    2. Immer die gleichen kleinen Löserunden - und wenn es nur im Garten ist - gehen.

    Euer Hund wirkt sehr wohl verängstigt oder zumindest überfordert. Und wenn er nur sitzen will: ist doch ok. Mit der Zeit wird er von alleine mutiger werden. Aber so lernt er nur, dass draußen alles stressig ist.


    3. Lange Leine dran und auch draußen nicht zwangsweise bespaßen. Und in ein paar Monaten weitersehen, wie er sich entwickelt hat.


    Vielleicht könnte euch ein guter Trainer helfen. Ansonsten kommen hier bestimmt noch Tipps und vielleicht auch der Link zum Tierschutzhunde-Thread?

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  • Danke für die schnellen Antworten.


    Der Hund hat Ruhe. Wir haben ihm ein Plätzchen eingerichtet, wo er völlig ungestört sein kann, was er jedoch nicht annimmt. Er liegt lieber unter meinem Schreibtisch, wo er zwar ungestört ist, aber dennoch einen Überblick über die Familie hat. Vom Tierheim wissen wir, dass es Leute gibt, die mit den Hunden regelmäßig Gassi gehen.


    Auf die immer gleiche Runde lief es eh schon raus. Er will nur keinen einzigen Meter weiter, auch nicht die 10 Meter, damit Herrchen den Müll in die Tonne werfen kann. Also sollen wir ihm die bekannte Runde lassen und nicht immer ein paar Meter mehr?


    Er lässt sich draußen nicht bespaßen, aber er nimmt dort auch kein Leckerli. Zu Hause braucht man nur das Spielzeug anzufassen, sei es um nur sich selbst Platz auf der Couch zu machen, und er kommt.

  • Er lässt sich draußen nicht bespaßen, aber er nimmt dort auch kein Leckerli.

    Ja, und? Wenn ihm das in der aktuellen Form langt, ist's doch in Ordnung. Ich fand am Anfang mit unserem Welpen die Spaziergänge immer viel zu kurz (doofe 5-Minuten-Regel und so). Aber ich war wegen des Hundes unterwegs, nicht meinetwegen. Wurde besser :)

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Dein Hund ist im Kulturschock. Stell dir vor, du wirst auf einmal ganz allein nach China entführt. Verstehst weder Worte, noch deren Rituale oder wie der Alltag läuft. Du wirst allerdings nicht so behandelt sondern alle sprechen zu dir, als könntest du sie verstehen. Siehst Dinge, die du nie zuvor gesehen hast. Die Eindrücke erschlagen dich förmlich. Du bist zwar neugierig und willst lernen, aber wo fängt man da nur an? In 3 Wochen hast du das niemals alles rausgefiltert, es erklärt dir ja niemand. Du kannst also nur beobachten, beobachten, beobachten. Das bringt Höhen und Tiefen, du denkst, du hast etwas verstanden und dann läuft es doch wieder anders (z. B. neue Routen oder Trainingsansätze).


    Naja, so in etwa fühlen sich Hunde aus dem Ausland, nur dass sie nicht wirklich verstehen, was hier passiert ist. Sie arrangieren sich einfach. Und wenn man dann zu viel und zu lange das kleine Hundehirn anstrengt, knallt es eben durch. Schön dass ihr ihn beobachten lasst, allerdings scheint ihm trotzdem alles zu viel zu sein. Das zeigt er euch recht deutlich. Macht die Ausflüge kürzer, stellt unnötiges Training wie "Platz und Sitz" ein, wer braucht das gerade? Sein Hirn braucht gerade alle Kraft für den Kulturschock. Das dauert noch. Kennt ihr vielleicht andere Hundebesitzer mit gelassenen Hunden? Sowas hilft oft, damit Hund jemanden hat, an dem er sich orientieren kann. Zur Not sucht euch einen Trainer, der seine Hunde mitbringt.

  • Es hört sich danach an als wäre der Hund völlig überfordert mit seinem neuen Leben. Durch das Aufdrehen im Haus baut er den Stress ab den er durch die Umwelt hat.


    Ich würde mit dem Hund erst mal gar nicht Gassi gehen sondern nur in den Garten. Dort ist der Hund an einer Schleppleine, damit er sich nicht wieder unter dem Zaun durchgräbt.

    Der Hund hat Ruhe. Wir haben ihm ein Plätzchen eingerichtet, wo er völlig ungestört sein kann, was er jedoch nicht annimmt. Er liegt lieber unter meinem Schreibtisch, wo er zwar ungestört ist, aber dennoch einen Überblick über die Familie hat.

    Dann versuch es doch mal mit einer Höhle, also einer Box, die du natürlich nicht zumachst. Richte die Box gemütlich ein, mach vielleicht noch eine Decke darüber für den „Höhlencharakter“ und stell die Box an einen Ort von dem aus der Hund euch beobachten kann. In der Box hat der Hund seine Ruhe aber sie wird nicht geschlossen.

    Liebe Grüße von meiner "Männer-WG"
    - Balou (Dackel-Mix) * 08.03.2011
    - Mogli (JRT), * 21.10.2012
    - Hermann (Podengo-Mix) * 16.06.2014
    und von Selina


    Wenn wir behaupten, der beste Freund unseres Hundes zu sein,müssen wir die Art von Freund sein, den wir selbst gerne hätten.(SuzanneClothier)

  • Hi,


    ist jetzt nicht böse gemeint (geht ganz vielen so mit einem Auslandshund), aber es hört sich so an, als fehlt Euch grundlegende Erfahrung für einen vorbelasteten Hund aus dem Ausland - dann ist es natürlich so, als hättet Ihr ein kleines Alien da sitzen. Geht dem Hund übrigens genau so, nur dass Ihr groß seid :smile:


    An Eurer Stelle würde ich erstmal daher einen Trainer mit Erfahrung mit Auslandshunden suchen, der zu Euch kommt, sich das Ganze mal anschaut, Euch das Verhalten des Hunds vorort erklärt und Euch berät.


    Übrigens: Mit Eurem Mix habt ihr vermutlich auch gleich einen guten Teil Meinungsbeharrungsvermögen dabei, das machts nicht einfacher.


    Juliaundbalou


    Meinst Du diesen?

    Schönes und Schweres - zeigt Eure Rumänen


    Da seid Ihr für Austausch über Freud und Leid auch mit einem kleinen Ungarn herzlich willkommen.

  • Es gibt einen ruhigen Hund bei uns in der Siedlung. Eine 13-jährige Golden Retriver Dame und die zwei haben sich schon kennengelernt, aber da gibt es zwischen Springen und Ruhe haben wollen einen Generationskonflikt.


    2 Yorkshire-Terrier gibt es dann noch in der Familie. Den Junior mit 2 von meiner Schwester und den Senior mit 12 von meinem Vater. Beide aber absolut durchgeknallt und nicht kaputt zu bekommen. Der 12-jährige rennt auf Berge wie ein junger Hund und selbst auf felsigem Gelände ist er beleidigt, wenn man ihn trägt. Der 2-jährige ist so und so total durchgeknallt und hüpft hin- und her. Beide waren übrigens Problemhunde. Der Yorki meines Vaters wurde viel zu groß, trotz kleiner (anerkannt nach FCI-Standard) Eltern. Der Züchter wurde ihn nicht los und so verbrachte er die ersten 8 Lebensmonate beim Züchter. Der Yorki meiner Schwester war die ersten 9 Monate in Quarantäne und hatte kaum Kontakt zu Hunden bzw. Menschen. Der meiner Schwester zeigt noch immer Angst vor unbekanntem. Der meines Vaters ist ganz ok, auch wenn er wie @Phonhaus geschrieben hat ein sehr sehr gutes Meinungsbeharrungsvermögen hat.


    Damals der Hund der Eltern, gerade 8 Monate alt, also kaum älterer als unserer heute, ging schon kurze Zeit nachdem er kam mit mir in die Berge. Von Heimgehen wollen keine Spur, sondern immer weiter und weiter. Auch heute als Senior ist das noch so. Dieser Hund ist 4 bis 5 Stunden täglich draußen und er liebt es von Anfang an. Auch der Yorki davor aus dem Elternhaus war so. Vielleicht kommt deswegen meine Erwartungshaltung bzw. Verunsicherung, dass mit unserem kleinen Ungarn etwas nicht stimmt. Auch der erste Yorki, der kam, als ich noch daheim wohnte, wollte nichts von einer 5-Minuten-Regel wissen.


    Aber wir lassen es jetzt mal gut sein und sind eher vorsichtig. Wobei heute haben wir nicht nur ein paar Meter mehr geschafft, sondern sind von der Siedlung raus bis auf die Straße, wo wir unsere betagte Golden Retriver Dame getroffen haben. Ich bin richtig stolz auf ihn, dass er sich selbst so weit getraut hat, außerhalb der Sichtweite des Hauses. Zu Hause hat er zwar getobt, aber spielerisch und nicht wie sonst immer, dass er alles beißen möchte, auch uns.


    Von wirklichem Training sind wir meilenweit entfernt. Komm, Sitz und Platz wissen wir schon, weil wir das täglich einmal bis zweimal für wenige Minuten ins Spielen einbauen. Habe da im Vergleich wieder nur den dickköpfigen Yorki. Wenn der nicht kommen mag macht es eher Sinn dem Esel das Stöckchen holen beizubringen. Vielleicht bin ich deswegen überrascht, dass es schon sehr oft funktioniert.


    Das Plätzchen unter dem Tisch soll er haben, wenn er sich wohl fühlt. Herrchen sollte so und so weniger Zeit am PC verbringen ;-).

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