Aggressives Verhalten abgewöhnen/Vertrauen wiederherstellen

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    Hallo, ich stehe hier etwas im Zwiespalt und benötige dringend einen Rat von außerhalb dog-face-w-monocle


    Es geht hier um "meinen" bzw. unseren Familienhund Barney. (Ich rede hier von "meinem" Hund, da primär ich mich um seine Erziehung und Pflege gekümmert habe). Er lebt im Haus meiner Eltern. Er wird in zwei Wochen zwei Jahre alt und ist ein Český strakatý pes Mischling (danke dafür Google Lense!). Wir haben ihn aus einem fragwürdigen Haushalt geholt als er gerade mal 8 Wochen alt war. Etwas verfrüht, ja, aber ich wollte ihn nicht länger unter diesen widerlichen Bedingungen leben lassen und wir haben ihn gleich mitgenommen. Er schnappte bis zu seinem 5. Lebensmonat nach Händen aber das legte sich mit dem Altern. Ansonsten gab es keine Auffälligkeiten, er war eben ein lieber Familienhund.

    - Ich zog für ein Jahr weg. Der Hund blieb bei meinen Eltern und verhielt sich augenscheinlich gut. -

    Als ich wieder einzog äußerten sich folgende Verhaltensweisen, welche ich nicht kannte:

    - Wenn beim Essen/Kochen/Putzen etwas auf den Boden fällt, springt er drauf los und verschlingt es. Gilt nicht nur für Essbares sondern auch Plastik, Papier, Kleinteile etc, was mir besonders zu schaffen macht, da gefährlich! Wegnehmen kann man hier vergessen, da er knurrt und schnappt.

    - Wenn er ein "besonderes" Leckerli so wie Pansen oder einen Knochen hat, knurrt er, wenn man ihm zu nahe kommt. Auch hier: Keine Chance beim Wegnehmen.

    - Wenn er auf meinem Bett liegt (ich erlaub's ihm) und ich will, dass er in sein Körbchen geht, knurrt er. Ich musste einmal wirklich schlafen gehen und ignorierte leider sein Warnsignal. Ich zupfte an der Decke und er sprang mit gefletschten Zähnen auf mich zu. (Als ich stumm den Raum verließ, ging er von alleine).

    - Das Verrückteste: Wenn er wirklich gar nichts hat - kein Leckerli/Gegenstand/Essen/Spielzeug was auch immer - knurrt er. Er sitzt in seinem Körbchen und fletscht die Zähne ohne ersichtlichen Grund. Ich habe so oft versucht einen Trigger zu finden bzw. ob das nur situationsbedingt passiert aber es geschieht völlig wahllos.

    - Er knurrt manchmal grundlos meine Familie an sobald sie nur den Raum betreten (mit mir und Bekannten macht er das nicht).


    Er hat nur einmal wirklich zugebissen, da war meine Mutter aber selbst schuld. Er saß völlig verängstigt und panisch aggressiv in seinem Körbchen (Grund unbekannt, ich kam gerade erst nachhause). Ich habe x mal wiederholt den Hund in Ruhe zu lassen und zu ignorieren. Meine Mutter nahm sich ein Leckerli in dem Glauben damit sein Vertrauen gewinnen zu können, reichte ihm die Hand und er biss rein (ziemlich tief und blutig). Aber wie gesagt, selbst Schuld.


    Ich vermute, dass er dieses aggressive Verhalten durch den groben Umgang erlernt hat. Mit grob meine ich: Beim Laufen wegstoßen (wenn er mitten im Flur steht, laufen sie volle Kanne in ihn rein), mit Wurst provokant vor seiner Schnauze rumwedeln, "spielerisch" piesacken (am Schwanz ziehen, rumschubsen), Klaps auf die Schnauze als Maßregelung, schreien, wenn er knurrt und ihm mit einem Besen/Stuhl drohen (?!) usw. Mir ist es schon peinlich, das hier so zu schildern. Sie gehen so mit ihm um, weil sie ja so aufgewachsen sind. Der Hund versteht das als "Spiel", man müsse ihm zeigen, wer der Alpha ist und ich bin ja viel zu nett. So ein Schwachsinn. Jedenfalls habe ich diesen Umgang komplett untersagt. Ich dulde sowas nicht. Das Problem ist: Barney vergisst das ja nicht. Womöglich hat sich das bei ihm eingebrannt und das Vertrauen ist verloren gegangen. Ich frage mich, wie ich nun dagegen vorgehen soll. Wenn die Situation zu eskalieren droht, ist er nicht mehr anzusprechen. Ich habe bereits sein Körbchen in eine andere Ecke gestellt und gebe ihm wahllos Leckerlis, damit er wieder etwas Positives damit verbindet. Wenn er mir sein Spielzeug freiwillig überlässt, lobe ich das ebenfalls. Ich denke, dass die Befürwortung von positivem Verhalten nützlicher ist als die Bestrafung vom Negativem. Das alles scheint aber nur semi zu helfen. Und vor allem: Wie sollte man sich verhalten, wenn er grundlos knurrt? Bislang ignoriere ich ihn und lasse ihn allein damit er runter kommt aber so behebt sich das Problem ja nicht.


    Übrigens ist er kerngesund und hat keine Schmerzen, die das Verhalten hervorrufen könnten. Er ist nicht kastriert.


    Über nette Ratschläge würde ich mich freuen. Vielen Dank im Voraus!

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  • Also der Hund wurde aus einer „widerlichen“ Lage befreit und jetzt wird er angebrüllt und am Schwanz gezogen? Möglicherweise muss diese Fellnase ein zweites Mal befreit werden. Da würde ich ansetzen.

  • In dem Haushalt mit den Personen, die bisher den Hund so gequält haben, wird das niemals etwas werden.


    Ich weiss nicht, wie alt du bist, aber falls alt genug, zieh aus und nimm den Hund mit oder der Hund braucht ein neues Zuhause. Der bisherige Umgang deiner Familie mit ihm geht mal überhaupt nicht.

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  • Das Ding ist, ich werde bald wieder verreisen und kann den Hund nicht mitnehmen. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, ihn wegzugeben, weil ER sowas nicht verdient. Er ist ein herzensguter Hund, der verzogen wurde. Ich habe den Umgang, wie bereits schon gestoppt aber weiß nur nicht, wie ich die Vertrauensbasis wieder aufbauen kann. Ist das wirklich nicht mehr möglich?

  • aber weiß nur nicht, wie ich die Vertrauensbasis wieder aufbauen kann. Ist das wirklich nicht mehr möglich?

    In diesem beschriebenen Umfeld? Nein!

    Smilla, KH Chihuahua, geb. ca. 2009, seit Weihnachten 2017 bei mir

    Bongo, LH Chihuahua, geb. 18.4.2011, am 12.5.2020 eingezogen


    Und im Herzen... Morelka, KH Chihuahua, geb. ca. 2006, gest. 19.6.2018

    Vicky, "katalanisches Windspiel", geb. ca. 2010, gest. 17.4.2020

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    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Wenn Du demnächst wieder wegreist und die Situation sich für den Hund dann wieder ändern könnte in Richtung umschubbsen, piesacken etc., dann würde ich ihn echt abgeben- er fühlt sich (zu Recht, wie es klingt) wohl zuhause nicht sicher und reagiert inzwischen abwehrend, das wird ja bei gleicher Behandlung nicht besser. Ansonsten fand ich die Idee, mit dem Hund woanders hinzuziehen, gut- da Hunde kontextbezogen lernen könnte ich mir gut vorstellen, dass er sich in einem neuen Umfeld wohler und sicherer fühlt und dann auch wieder entspannen könnte (geht sicher alles nicht von heute auf morgen)- und Du scheinst empathisch mit ihm umzugehen und eher ein Händchen für ihn zu haben.

    Viele Grüße
    Silke
    Emma (ESS), Sam (ESS) & Don (KlM)

  • Sorry, aber wenn ich sowas lese, könnte ich ja platzen vor Wut! Wer geht denn so mit seinem Hund um? :rotekarte:


    Wäre ggf. ein Umzug für dich eine Möglichkeit? Ich glaube, wenn es keinen Neustart in neutraler Umgebung gibt, wird er in dem Umfeld immer wieder getriggert werden - zumindest, wenn deine Familie nicht gewillt ist, massiv an ihrem Verhalten zu arbeiten.


    Würde da definitiv einen Hundetrainer draufschauen lassen, wenn du nicht möchtest, dass es irgendwann komplett aus dem Ruder läuft. Es klingt nämlich wirklich kritisch.


    Edit: wenn du wirklich wieder verreist, wäre ein neues Zuhause das Fairste für den Hund.

  • An einen Hundetrainer hab ich auch schon gedacht aber wo wäre der Zweck, wenn der Auslöser/Trigger (meine Familie) sich nicht ändert? Ich schäme mich in Grund und Boden und war auch extrem wütend als ich gesehen habe, wie sie mit ihm umgehen. Das man sich derartig als "Alpha" vor einem kleinen Hund profilieren muss. Lächerlich! Da ich nach meiner Reise auswandern werde, gibt es keine Möglichkeit ihn zu mir zu holen. Mir bricht es das Herz aber wie es aussieht, ist die Abgabe wohl die beste Lösung. Es geht schließlich um sein Wohl und er verdient besseres.

  • Mir bricht es das Herz aber wie es aussieht, ist die Abgabe wohl die beste Lösung. Es geht schließlich um sein Wohl und er verdient besseres.

    Ja, bitte sorge so rasch wie möglich dafür, dass er ein neues Zuhause kriegt. Das bist Du ihm schuldig!

    Smilla, KH Chihuahua, geb. ca. 2009, seit Weihnachten 2017 bei mir

    Bongo, LH Chihuahua, geb. 18.4.2011, am 12.5.2020 eingezogen


    Und im Herzen... Morelka, KH Chihuahua, geb. ca. 2006, gest. 19.6.2018

    Vicky, "katalanisches Windspiel", geb. ca. 2010, gest. 17.4.2020

  • Ich finde es super, wie du dich engagierst und das Verhalten deiner Familie Barney gegenüber ablehnst. Sie sind es, die sich in der Hinsicht schämen müssten, nicht du.


    Ich denke leider auch, dass es keine andere Möglichkeit geben wird, als Barney abzugeben. Vor allem, wenn du öfters weg bist, kannst du ja nicht beeinflussen, wie Barney behandelt wird. Und er ist aufgeschmissen in so einem groben Umfeld...


    Da würde ich jetzt rasch ein neues Zuhause suchen, bevor sein Verhalten sich noch verschlimmert. Am besten mit seriösen Orgas/Vereinen kooperieren, damit Barney wirklich einen passenden Platz bekommt. Zu Hundeanfängern kann er ja nun nicht gerade vermittelt werden.

    "and into the forest I go, to lose my mind and find my SOUL" (John Muir)

    Liebe Grüße von Lina &

    dem kleinen "Tyrannosaurus" Rex *29.10.2014, Langhaar-Chihuahua sowie Yorkie-Maus Jasmin, *03.12.2014

    Teilzeit-Fellnasen: Juli, *2010, Deutsch-Kurzhaar-Ballkönigin & Luna, *ca 2013, bulgarische Straßenhundprinzessin

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