Brutale Beißereien

  • Hallo Zusammen,


    es geht um die beiden Hunde meiner Mutter. Beides Hündinnen, Molli: Labrador-Goldi-Mix 10 Jahre alt und Emmy: Australian Shepherd 12 Jahre alt. Sie sind nicht kastriert. Sie sind Beide sehr lieb, Emmy etwas schüchtern Fremden gegenüber und Molli mag Jeden.



    Sie leben Beide von von klein auf bei meiner Mutter und sind eigendlich ein Herz und eine Seele. Emmy hat Molli von Anfang an "gehütet", sprich, sie hat auf sie aufgepasst und sie gemaßregelt, wenn es sein musste. Viele Jahre ging es gut, bis Molli 6 Jahre alt wurde. Wenn Emmy sie zu sehr gemaßregelt hat, hat sie angefangen sich zu wehren und es kam zur Beißerei. Molli hat so sehr zugebissen, das Emmy ein kleines Loch am Hals hatte. War nicht weiter wild. Die folgenden Jahre gab es immer mal so kleine Reibereien, die man aber insgesamt an zehn Fingern abzählen kann. Ständig hatte Emmy dabei geblutet, Molli jedoch nicht. Das steigerte sich von Jahr zu Jahr und Molli wurde immer rabiater, sprich die Wunden bei Emmy wurden mehr und haben länger geblutet. Bisher musste sie jedoch nie zum Tierarzt gebracht werden, denn es hat immer von selbst nach ein paar Minuten aufgehört.
    Heute haben sie sich wieder gebissen. Das erschreckende daran ist, das Molli diesesmal so sehr zugebissen hat, das Emmy zum Tierarzt gebracht werden musste. Das Ohr ist durchlöchert und am Hals hat sie eine große Wunde. Ihr Kopf und das Ohr wurden behandelt und einbandagiert. Meine Mutter muss über Nacht beobachten, ob die Bandage am Hals durchblutet. Wenn dem so ist, muss sie in die Tierklinik, denn laut Tierärztin hat Molli dann wohl die Halsschlagader erwischt. Keine Ahnung warum unsere Tierärztin da nun nicht genauer nachgesehen hat, ich war leider nicht mit gewesen.
    Die Beißerei hat draußen, im abgetrennten Garten, stattgefunden. Dort hat es kurz zuvor Futter gegeben, was von Beiden aufgefuttert wurde. Also Futterneid kann es nicht sein, das Futter war schon weg. Warum sie sich nun gebissen haben, wissen wir nicht. Vielleicht haben sie sich aufgeregt, weil mal wieder eine fremde Katze durch den restlichen Teil des Gartens geflitzt ist, oder die Krähen sich die Nüsse vom Vorjahr aus der Nusstonne geklaut haben.
    Mich wundert es, das Molli so sehr zubeißt. Emmy hatte gejault und geschrien, doch Molli hat nicht losgelassen. Das es mal einen kleinen "Unfall" bei Raufereien gibt, kann passieren, aber das? Das ist mir unbegreiflich.
    Sie haben ihr Leben lang zusammen gelebt, gespielt, gefressen und geschlafen.
    Wäre es ein fremder Hund gewesen, hätte ich mir die Brutalität von Molli erklären können, aber nicht bei Emmy, ihrer "Schwester". Emmy war von Anfang an die Dominante der beiden, jetzt kann man dazu kaum noch etwas sagen, denn Emmy ist seit Jahren schon krank, was kein Wunder ist, denn sie ist ein klein wenig missgestalltet. Wir wissen, ehrlich gesagt, nicht mehr ob Emmy noch die Dominante von den Beiden ist. Sie maßregelt Molli immernoch und Molli zeigt keine Anzeichen davon, das sie Emmy dominieren würde.
    Wir haben immer Hunde gehabt, seit meiner Geburt, doch soetwas habe ich noch nie erlebt. Molli hat so brutal zugebissen, das Emmy dabei hätte sterben können.
    Kennt das Jemand vielleicht? Ist es unter Umständen normal und wir hatten bisher nur weichgespühlte Hunde?


    Liebe Grüße
    Mogli

    • Neu

    Hi


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    • Kennt das Jemand vielleicht?

      Ich habe bei einem Bekannten erlebt, dass zwei Hündinnen, die bis ins höhere Alter zusammen gelebt haben, anfingen sich zu beißen, als die bisher dominantere aufgrund körperlicher Gebrechen diese Dominanz nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Zwischendurch vertrugen sich die Hunde wieder und dann kam es urplötzlich wieder zu Beißereien - und bei denen ging es schlussendlich nicht mehr um die Rangordnung allein. Irgendwie scheinen speziell Hündinnen da nicht nach den selben Regeln zu laufen wie Rüden. Bei einem Freund ergab sich zum Beispiel die exakt gleiche Situation nur mit Rüden: Der ältere, dominante Rüde war irgendwann nicht mehr fit genug. Das gab EINE handfeste Beißerei, aber dann war die Sache geklärt. Beide Hunde schliefen fortan wieder in einem Körbchen, nur dass jetzt der jüngere offiziell die Hosen an hatte. Mit den Hündinnen des Bekannten ging das leider nicht so gut aus. Irgendwann ist er mal nicht schnell geug gewesen und die eine hat die andere totgebissen. Ich hatte ihm vorher mehrfach geraten, die Hündinnen dauerhaft zu trennen, aber ihm war das irgendwie auch egal. Das waren für den mehr Arbeitsgeräte als Lebewesen.


      Auch bei meinen ersten beiden Hündinnen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Rüdenkämpfe sich deutlich mehr nach Verhaltensregeln richten - unterwirft sich einer, ist das Thema erledigt. Meine Hündinnen hatten dagegen einige wenige Erzfeindinnen, von denen ich mir sicher war: Würde man die zueinander lassen, würden sie von selber nicht aufhören, bevor eine tot ist.


      Außerdem kenne ich mindestens 10 Jäger, die Mehrhundehalter sind und grundsätzlich nur Rüden wollen, weil die im Streitfall "ihr Zeug regeln" und sich dann wieder grün sind. Hab da schon mehrfach gehört, Hündinnen würde man sich nicht mehr antun, weil die nicht mehr zu managen wären, wenn die einmal Stress miteinander kriegen.


      Rein aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass Hündinnen seltener Streit anfangen als Rüden, dafür aber in den seltenen Fällen, in denen sie es doch tun, oft zu erbitterten Feindinnen werden. Ob das nur mein Eindruck durch zufällige Häufungen und Erzählungen im Bekanntenkreis ist, oder ob es wirklich stimmt, kann ich allerdings echt nicht sagen.


      Wären es meine Hündinnen, würde ich die jedenfalls in meiner Abwesenheit, wenn nicht sogar dauerhaft, sicher voneinander trennen.

    • Ich denke, dass zwischen den Beiden seit Langem etwas vor sich hin brodelt. Das Maßregeln von Emmy an Molli hätte von Anfang an unterbunden werden müssen. Hütehunde neigen dazu, andere Hunde einzuschränken, zu kontrollieren, zu maßregeln. Meiner Vermutung nach hat das Molli schon lange gestunken und nun, da Emmy alt und gebrechlich wird, sieht sie ihre Chance, die Tyrannin loszuwerden. Wären es meine Hunde, kämen sie nicht mehr ohne Aufsicht zusammen und würden auch beide an einen Maulkorb gewöhnt. Ich müsst da aufpassen, sonst kann es passieren, dass am Ende wirklich eine der Hündinnen tot ist.

    • Emmy hat Molli von Anfang an "gehütet", sprich, sie hat auf sie aufgepasst und sie gemaßregelt, wenn es sein musste.

      Ich vermute, hier liegt euer Problem. Es musste nie (!) sein, dass Emmy Molli maßregelt, weil es schlicht und ergreifend nicht ihr Job sein dürfte. Wenn es einen Grund gibt einzugreifen, hättet ihr das machen müssen. Molli wurde offensichtlich ihr ganzes Leben lang von Emmy gedeckelt. Nun ändern sich alters- und krankheitsbedingt die Kräfteverhältnisse und sie nutzt ihre Chance.


      Ich würde beide Hunde wesentlich mehr wirklich beaufsichtigen, jedes Einschränken des anderen streng unterbinden und unbeaufsichtigt die Hunde immer trennen. Ich schließe mich nämlich Sunti an und vermute ebenfalls, dass es da schon sehr viel länger brodelt. Das könnte explodieren.

    • Ich hab hier eine gemischte Truppe (3 Rüden, 2 Hündinnen vorher war es Geschlechter technisch umgekehrt).
      Als meine Hündin (letztes Jahr gestorben) älter wurde und somit nicht mehr so konnte hat meine rote Aussie Hündin da sofort Versucht ihr den Chefposten abzunehmen. Was meine alte Dame nie zugelassen hätte. Von dem Tag an, waren sie nur noch unter Aufsicht zusammen und das war ok. Sie wussten sich zu benehmen aber ich bin mir sicher, hätte ich nicht gemanagt wäre das anders ausgegangen.


      Meine beiden Aussie Hündinnen (6 und 9)waren mal super toll mit einander. Sie haben gespielt, gekuschelt, jeder den anderen geputzt und dabei wurde die jüngere immer wieder gedeckelt, was ich schlicht weg hab laufen lassen weil ich es nicht gerallt habe. Tja dann wurde die jüngere 3 und seid dem ist der Spaß vorbei. Die beiden mögen sich nicht mehr. Es wird nicht mehr gespielt und alleine können sie zusammen schon lange nicht mehr sein. Treffen sie sich durch Zufall auf dem Flur oder ähnliches fliegen die Fetzen. Bis man trennt...
      Beide sind an das tragen eines Maulkorbes gewohnt damit können sie ich zusammen in einem Raum mal liegen. Gemeinsames spazieren gehen ist auch ok. Sie ignorieren sich dann, weil sie wissen das ich da bin und keinen Zoff dulde.


      Wären die oben genannten meine, würde ich die beiden IMMER trennen, wenn niemand dabei ist. Und unter Aufsicht hätt ich sie mit Maulkorb.
      Übrigens auch wenn dort kein Futter mehr lag, kann es trotzdem noch darum gegangen sein. Es kann ja sein, dass es dort noch gerochen hat. Ist aber im Prinzip egal meine Vorgehensweise würde die gleiche bleiben.


      Wie geht es der Verletzten Hündin?

    • Ich finde es unbegreiflich, dass man da jahrelang zuschaut, nichts unternimmt und das fast als „normal“ betrachtet, dass sich die Hunde laufend in die Haare kriegen... Wollt ihr wirklich zuschauen bis eure Untätigkeit einer Hündin das Leben kostet?! Unglaublich...


      Ich würde die Hunde entweder in Zukunft trennen bzw. der Hündin, die zubeißt, einen Maulkorb draufmachen, für die Zeit in der sie nicht getrennt sind...


      Ob man nach so einer langen Zeit in der sich das einspielen konnte erzieherisch noch was hinbekommt... Keine Ahnung...


      Aber SO kann das auf keinen Fall weitergehen!

    • Auweia, da ist aber wirklich jahrelang gepennt worden. Dem Hütitüti hätte man gleich von Anfang an verbieten müssen die andere Hündin zu hüten. Dass der jetzt erst der Kragen geplatzt ist wundert mich. Das wird nichts mehr, die müsst ihr jetzt mit Sicherheit für den Rest des Lebens trennen.

    • Ich sehe es leider wie meine Vorschreiberinnen:


      Hatten sich 2 Hündinnen einmal ernsthaft am Wickel, wird das nichts mehr. Das ist dann eine lebenslange Feindschaft. Da Hündinnen dazu neigen, die andere dann tatsächlich töten zu wollen, müsst ihr konsequent trennen oder an das dauerhafte Tragen eines Maulkorbes gewöhnen.


      Ich halte ja seit jeher auch Hündinnen zusammen - bei den kleinsten ersten Anzeichen (in jungen Jahren!) muss man da konsequent managen, das habt ihr leider verpasst.

    • Das tut mir sehr leid für Emmy und ich verstehe nicht, wie man diese Beissereien zulassen konnte. Ich habe 2 Rüden, die sich angehen würden - wenn ich es zuliesse.
      Auch meine Sternenjungs gingen immer mal aufeinander los. Ich bin jedes Mal sofort eingeschritten und da ich eine gute Beobachterin bin, erkenne ich mittlerweile, wann es brenzlig wird und rufe meine Rüden zur Ordnung. Wenn sie doch mal alleine bleiben müssen, werden sie getrennt. Der Chi bleibt mit der Hündin im WZ und der Papillon hat Korridor und Küche für sich.
      Bei den Hündinnen sehe ich dringenden Handlungsbedarf bis dahin, für eine ein neues Zuhause zu suchen, diesen Zustand haben sie in ihrem Alter nicht verdient.

    • mich würde es nicht wundern wenn das demnächst mit einem toten Hund enden würde.
      Ich bin relativ fassungslos wie das herunter gespielt wird und das sämtliche Warnsignale so konsequent ignoriert wurden und werden.

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