Nebenschilddrüsenunterfunktion/Hypoparathyreoidismus, keine Bildung von Parathormon mehr

  • Ich habe schon in meinem eigenen Thread darüber geschrieben, aber dort liest ja logischerweise nicht jeder. Daher wollte ich es in der Gesundheitsecke noch mal posten. Mein Border Collie Nian, der jetzt sechs Jahre alt ist, leidet unter einer Unterfunktion der Nebenschilddrüse. Das heißt, er bildet kein Parathormon mehr. Da diese Erkrankung äußerst selten ist (oder schlichtweg nicht erkannt wird?), habe ich unsere Odyssee mal in Kurzversion aufgeschrieben. Da ich es auch anderweitig im Web verlinkt habe, ist es ein PDF:


    Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) beimHund – Erfahrungen mit meinem Border Collie Nian

  • Was für ein Riesenmist. Vielen Dank. Ich erinnere mich noch, dass ich das mit Nian und dem "Tetanus"-Fall gelesen habe.
    Alles Gute weiterhin.
    -s-

  • Vielen Dank, Corinna, das du hier darüber berichtest!


    Ihr hattet einen langen, harten Weg hinter euch und ich weiß wie es ist gegen Windmühlen zu kämpfen, auch heute noch leider.


    Ich zitiere dich mal zu den Symptomen:


    Bei Recherchen im Internet wirdbeschrieben, dass der Hund Hecheln zeigt, Nervosität undMuskelzuckungen hat, steif läuft, sich das Gesicht reibt, Krampfanfällebekommt und Hypertermie zeigt, also der Körper überwärmt. Weiteremögliche Symptome können Haarausfall, trockene und spröde Haut,Verdauungsstörungen und grauer Star sein.


    Das kommt mir bekannt vor und ich rede mir bei TÄ und Neurologen den Mund fusselig. Diese Überhitzung und das irre hecheln hat Fussel auch zusätzlich zu der Nervosität und Krampfanfällen. Manchmal torkelt er dann leicht und setzt oder legt sich kurz hin und wenn wir endlich am Wasser sind, taucht er minutenlang durch (nicht saufen), als wenn er sich runterkühlen will. Gibt es kein Wasser in der Nähe, muss ich ihn aus der Flasche über den Kopf abkühlen.


    Was nicht passt sind die deine genanten Blutparameter, da ist das Kalzium und Phosphat am niedrigen Referenzbereich.


    Schön das du so hartnäckig warst und es deinem Hund nun mit der Behandlung gut geht, das freut mich wirklich!!!


    LG Sabine

  • Was nicht passt sind die deine genanten Blutparameter, da ist das Kalzium und Phosphat am niedrigen Referenzbereich.

    Wäre mir wurscht, ich würde es trotzdem nachschauen lassen, ehrlich gesagt ... als meine Tierärztin den Verdacht hatte, hat sie sich bei einem Prof an einer Uni-Klinik erkundigt. Der hat gesagt, dass die Symptome viel zu wenig wären und der Hund auch immer chronisch Magen-Darm-Geschichten haben müsste dafür. Es sei sehr, sehr unwahrscheinlich, dass er kein Parathormon bilden würde ... meine Hunde haben generell eine hohe Neigung dazu nicht alle typischen Symptome einer Erkrankung auszubilden und haben häufig eher milde Symptome, daher lasse ich mittlerweile grundsätzlich ALLES untersuchen, wo ich einen leisen Verdacht habe.


    Ich nehme an, den Gen-Test auf Maligne Hyperthermie hast Du schon gemacht? Das wäre das nächste, was mir dazu einfällt ...

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Gott sei Dank hast Du nicht locker gelassen und so Deinem Lian geholfen!! :bindafür:
    Ich ziehe vor jeder/m HundehalterIn den Hut, der/ die sich nicht nur auf die Meinung der Tierärzte verlässt, sondern selber aktiv ist!
    obwohl das irgendwo auch ein Armutszeugnis ist für studierte Mediziner, aber ist eben so.
    Gruß und Knuddel an Lian

  • Ich möchte hier noch etwas hinzufügen. Vor Kurzem hat Nian sich rechts eine Hornhautverletzung am Auge zugezogen, die gut heilt. Damit er optimal versorgt wird, suchte ich eine Augenspezialistin auf. Als zufälliger Nebenbefund kamen beidseits punktförmige Trübungen der Linsen heraus, für die es zunächst keine Erklärung gab. Nach Recherche der Spezialistin und Absprache mit den ebenfalls auf dieses Gebiet spezialisierten Kollegen steht fest: Es ist eine Folge seines Hypoparathyreoidismus (also seiner Nebenschilddrüsenunterfunktion). Nach dem ersten Schreck konnte mich die Tierärztin beruhigen: Der Zustand wird so bleiben, er wird seine Sehkraft nicht verlieren. (Ein Alptraum für einen Border Collie, denke ich.) Da diese Einlagerungen so weit hinten sind, beeinträchtigen sie ihn auch aktuell nicht. Warum ich das hier schreibe? Weil ich es wichtig finde bei einem solch zufälligen Befund auch den Umkehrschluss im Kopf zu haben, nämlich, dass er ein Hinweis auf dieser Erkrankung sein kann! Ich werde diese Erkenntnis in einer freien Minute in sein PDF einarbeiten.

  • Ich habe das PDF die Tage endlich mal wieder aktualisiert.


    http://www.working-squad.de/Nian_Nebenschilddruesenunterfunktion.pdf


    Ich vermute, dass die Dunkelziffer dieser Erkrankung ziemlich hoch ist. Vor allem, wenn ich Menschen mit Halsbändern an Hundehälsen herumrucken sehe und diese Hunde "Probleme mit dem Bewegungsapparat", Magen-Darm-Probleme oder gar Krampfanfälle bekommen, gehen bei mir die Lichter an. Leider untersucht ja so gut wie kein Tierarzt drauf ...

  • Da ich in den letzten Wochen immer mal wieder (glaube meistens von dir?) gelesen habe, dass es durch Leinenruck zu einer Verletzung der Schilddrüse und dadurch langfristig zu einem Hypoparathyreodismus kommen kann, wollte ich eh mal nachfragen, ob es dazu irgendwelche Studien gibt.
    Ich bin in einem Sport unterwegs, bei dem teilweise an der Leine geruckt wird, dass es ein Wunder ist, dass der Kopf danach überhaupt noch auf dem Hund zu finden ist.
    Die Symptome deines Hundes waren ja nicht ohne, also nichts, was so unauffällig ist, dass man nicht früher oder später den TA aufsuchen würde.
    Mir ist aber (und ich habe noch andere Leute dazu befragt) kein Hund bekannt, der mit diesen Symtomen zu tun gehabt hätte, egal, ob mit Diagnose oder ohne.

  • Als ich damals den Verdacht hatte, habe ich recherchiert. Zu Hunden gibt es im Grunde nichts, also musste ich mich im Humanbereich umschauen. Und da ist es anscheinend ein "bekanntes Geheimnis", dass die Nebenschilddrüse (ist ein anderes Organ als die Schilddrüse - sitzt außen drauf) extrem empfindlich auf mechanische Reize reagiert. Und zwar reagiert sie mit Vernarbungen. Da das Gewebe der Nebenschilddrüse sehr dünn ist, führen die Vernarbungen sehr schnell dazu, dass kein funktionstüchtiges Gewebe mehr vorhanden ist. In der Humanmedizin wird beschrieben, dass Operationen in der Nähe der Nebenschilddrüse schon zu diesem Effekt führen. Die scheint also ziemlich pienzig auf so was zu reagieren.


    Die Symptome meines Hundes waren im Übrigens für keinen Tierarzt mit dieser Erkrankung in Zusammenhang zu bringen. Mein Hund lebt letztendlich noch, weil ICH selber erkannt habe, dass diese Krampfanfälle anders aussehen als alles, was ich vorher gesehen habe. Und da hatte mein Hund wieder Glück, denn ich habe zufällig sehr viele Krampfanfälle aus unterschiedlichen (danach auch diagnostizierten) Gründen bei Hunden gesehen.


    Wenn es nach den Tierärzten gegangen wäre, dann wäre er Epileptiker gewesen. Die anfallsunterdrückenden Medikamente hätte ja auch erst Mal geholfen, denn, wenn man mit dieser Erkrankung gedämpft wird, dann kommen die Symptome erst Mal weniger. Irgendwann wäre er dann aber in einem Krampfanfall an Atemlähmung gestorben, denke ich.


    Mein Rüde hatte übrigens auch vorher nicht die klassischen Symptome. Selbst, als die Kacke richtig am Dampfen war, ich zwei Blutbilder hatte, wo man dann die Verschiebung von Kalzium - Phosphor sehen konnte, hat ein Spezialist an einer Uni-Klinik gesagt, dass kann kein Parathormonmangel sein, denn dann hätte er Magen-Darm-Probleme. Die hatte er ja im Grunde nicht.


    Also, die Symptome wie sie im Lehrbuch stehen, hatte mein Hund nicht und haben vermutlich viele andere Hunde auch nicht.

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