Hundehaltung mit täglicher Fremdbetreuung

  • Bis auf Schicksalsschläge (vor denen keiner gefeit ist) sind 15 Jahre relativ gut zu überblicken. Zudem ist man seinem Leben ja nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann gewisse Dinge planen. Und wenn dann ein Hund da ist, kann man den ja in seine Planung miteinbeziehen.

    Also wenn ich auf die letzten 5 Jahre meines Lebens zurück blicke, kann ich ziemlich genau sagen, dass vieles zumind. bei mir nicht planbar ist/war.
    Bzw. planen kann ich viel über so einen langen Zeitraum, hilft nur nichts.
    Vielleicht hat man da in Dland und in bestimmten Berufen mehr Planbarkeit. :ka:

    Aber nur weil man nicht auf 15 Jahre plant, heisst das ja nicht, dass man bei seiner Lebensgestaltung nicht Rücksicht auf den Hund und seine Bedürfnisse nimmt.
    Die Verantwortung sollte einem schon bewusst sein und die sollte man auch wahrnehmen.
    Für mich heisst aber Verantwortung für den Hund/Tier zu übernehmen nicht den Hund 24h bei mir zu haben, sondern seine Grundbedürfnisse zu erfüllen, ihn auszulasten und wenn benötigt ihn die entsprechende Betreuung in welcher Form auch immer zukommen zu lassen, ob ich die Betreuung selbst bin oder über 3te, Hauptsache der Hund kommt damit klar.

  • Sollte ich den Arbeitgeber wechseln und den Hund bei Vollzeit nicht mit ins Büro nehmen können, würde ich Luna sicherlich fremd betreuen lassen und nicht auf Plan B,C,D zurückgreifen was alles irgendwie Familienmitglieder oder Freunde beinhaltet.
    Wir haben eine HuTa bei uns ausprobiert (3x á 8h, zwischen 10 und 20 Hunde vor Ort) und ich war eigentlich zufrieden. Nur hatte ich am Ende des Tages trotzdem kein gutes Gefühl und die Möglichkeit den Hund via Webcam jederzeit im Außenbereich beobachten zu können hat da auch nicht sonderlich geholfen :fear:
    Betreuung nur durch andere Menschen an fremden Orten funktioniert hier nicht. Ich kenne nur 2 Menschen bei denen Luna wirklich gerne und entspannt ohne mich bleibt, da ist sie wirklich lieber alleine daheim.
    Betreuung bei einem anderen daheim, wo auch andere Hunde sind, klappt gut, wenn sich alle kennen.

    Ich würde im Falle eines Falles wohl einen Gassiservice in Anspruch nehmen, der den Hund mittags daheim zu ner großen Runde abholt und im Anschluss wieder nach Hause bringt. Beschäftigung und Sozialkontakte gibt es nach der Arbeit und am Wochenende genug. Außerdem will ich gar nicht das das von jemand anderem übernommen wird - sonst bräuchte ich persönlich gar keinen Hund dieser Art.

    Ich habe mich vor ~3 Jahren gegen einen konkreten Jobwechsel entschieden und für einen Hund. Luna kam dann 1 Jahr später.
    Ich bereue es nicht, auch wenn ich seitdem schon 2 andere Jobs abgelehnt habe weil Hund im Büro keine Option war.
    Aber in so einer Situation muss man auch erstmal sein um das alles so entspannt anzugehen. Oftmals hat man ja nur wenige Wochen Zeit sich den geänderten Arbeits- und Lebensumständen anzupassen.

  • Hunde neigen dazu auch alt und krank zu werden.

    An diesem Punkt könnte ich mir Fremdbetreuung noch weniger vorstellen.

    Wie kommt ihr damit klar, besonders diese Verantwortung mit abzugeben?

    Kommt auf die Betreuung an. Bei Zwingerhaltung, großen Gruppen oder so stimme ich dir zu.

    Wenn der Hund aber quasi eine Zweitfamilie hat, wo er ganz normal integriert ist, wo ist da das Problem?

    Bei mir z. B. ist völlig klar, dass meine Maja, wenn sie aufgrund ihres Alters nicht mehr mit dem Alleinebleiben klarkommt, bei meinen Eltern ist. Dort fühlt sie sich wie zuhause, hat Ansprache und Gartenzugang und wird gemocht.

  • Noch mal kurz zurück zu dem alten oder kranken Hund, eher eigentlich zum kranken Hund: Zumindest für unsere Betreuung kann ich sagen, dass ich Nemo in solchen Fällen dort eigentlich fast besser aufgehoben sehe als bei uns. |) Denn die Dame hat wesentlich mehr Ahnung und auch Erfahrung in solchen Dingen als ich, geht medizinisch ganz anders mit Tieren um als ich und hat auch zumindest die Grundversorgung vor Ort.

    Was die Planbarkeit angeht: Bei allen großen oder kleineren Entscheidungen des Lebens werden bei uns alle Familienmitglieder berücksichtigt. So gut es eben geht. Und der Rest ist Kompromiss. Man kann sich das Leben nicht immer 1a passend gestalten, aber man kann versuchen einen für alle tragfähigen Kompromiss zu finden. Und der sieht nun wahrscheinlich wiederum bei jedem von uns anders aus.

  • Wenn ein Hund alt und/oder krank ist, hat man aber doch auch dann ein Problem, wenn der Hund tagsüber allein bleiben muss. Da ist dann nämlich überhaupt niemand da, der sich um den Hund kümmert. Im Grunde wäre es da sogar von Vorteil, wenn der Hund regelmäßige Betreuung gewöhnt ist und man jemanden hat, den der Hund kennt und wo er sich wohlfühlt...

  • Mal eine Frage an diejenigen, die eine feste Grenze für Alleinbleiben oder Fremdbetreuung haben. Seien es jetzt 6, 7 oder 8 Stunden. Manche sagten ja, wären sie täglich so lange weg oder der Hund täglich solange woanders, dann hätten sie keinen Hund.

    Warum ist das für euch die Grenze? Wie seid ihr zu dieser Dauer gekommen?

  • @straalster Bei der Fremdbetreuung habe ich solche Grenzen nicht. Da geht Nemo mal einen Tag hin, zum Beispiel, wenn ich ein Seminar gebe, oder ein Wochenende oder auch länger, falls wir mal ohne ihn in Urlaub fahren.

    Diese Grenze habe ich für mich eher fürs Alleinsein definiert. Das ist so eine Art Wohlfühl-Grenze und die liegt bei roundabout sechs bis sieben Stunden. Wir versuchen dann unseren Alltagso zu organisieren, dass spätestens nach Ablauf dieser Wohlfühl-Grenze jemand nach Hause kommt. Warum ist das für mich eine Grenze? Vielleicht tatsächlich, weil es die Grenze ist, bis zu der wir momentan das Hundekind an mindestens zwei Tagen in der Woche allein lassen müssen.

    Müsste Nemo sehr viel länger allein sein an den entsprechenden Tagen, würde ich ihn dann eher in unsere Betreuung bringen. Das ist also insgesamt ein Ausbalancieren, etwas, was ich aus dem Bauch heraus entschieden habe.

  • Warum ist das für euch die Grenze? Wie seid ihr zu dieser Dauer gekommen?

    Für mich sind diese 6-7h die Grenze, weil der Hund dann vielleicht auch mal sich versäubern muss.

    Alleinbleiben tut sie bei uns sogar 10h, aber eben mit der Mittagspause wo ich zurück komme um dann eine grosse Runde zu laufen.
    Aber im Grunde ist sie 2x 5h allein.

  • Mal eine Frage an diejenigen, die eine feste Grenze für Alleinbleiben oder Fremdbetreuung haben. Seien es jetzt 6, 7 oder 8 Stunden. Manche sagten ja, wären sie täglich so lange weg oder der Hund täglich solange woanders, dann hätten sie keinen Hund.

    Warum ist das für euch die Grenze? Wie seid ihr zu dieser Dauer gekommen?

    Meine persönliche Grenze liegt bei 4-5 Stunden. Aber meine sind Gott sei dank eh (fast) nie alleine. Ich genieß meine Zeit mit den Hunden und möchte es Ihnen einfach nicht zumuten, dass sie den ganzen Tag alleine verbringen müssen.

    Denn ich bin ihre wichtigste Bezugsperson, mit der sie am liebsten und meisten Zeit verbringen. Deswegen verstehe ich auch nicht, wieso es für viele selbstverständlich ist, dass sie ihren Hund einfach mal den ganzen Tag alleine Zuhause parken.

    Kann mir keiner erzählen, dass es für einen Hund schön ist, wenn er den ganzen Tag auf seine wichtigste Person warten muss! Auch wenn der Hund vielleicht schläft, aber es ist nie der Schlaf den er sonst bekommt, weil er trotzdem immer mit einem Ohr bei der Türe ist. Auch wenn meine Hunde in den 4-5 Stunden bei meinen Leuten zuhause sind, schauen sie immer wieder ob ich komme. Obwohl sie den Himmel auf Erden haben und meine Großeltern/Eltern über alles lieben.

  • Mal eine Frage an diejenigen, die eine feste Grenze für Alleinbleiben oder Fremdbetreuung haben. Seien es jetzt 6, 7 oder 8 Stunden. Manche sagten ja, wären sie täglich so lange weg oder der Hund täglich solange woanders, dann hätten sie keinen Hund.

    Warum ist das für euch die Grenze? Wie seid ihr zu dieser Dauer gekommen?

    Bei mir ist das einfach die allgemeine Zeit, die dann vom Tag fehlt. So doof das klingt, ich hätte zum Beispiel bei 6-14uhr deutlich weniger Unbehagen, den Wuffel alleine zu lassen, als bei 10-18uhr. Da ist einfach irgendwie noch mehr "Tag" übrig.
    Um das Einhalten mache ich mir bei Benni (noch) keine Sorgen. Am Wochenende können es hin und wieder auch mal 14h sein. Interessiert Herrn Hund nicht. Er pennt einfach.

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