Pudel oder doch nicht? Erster Hund und 1000 Fragen

  • Ich würde halt bei deinen Wünschen eher zu einem Zwerg tendieren als zu einem Kleinpudel. Oder ein KP aus Zwergenlinien.

    Würde ich jetzt so nicht sagen :ka: Elliot würde gut in die Beschreibung passen.



    Man muss halt die Art mögen und damit können. Wer das nicht tut/kann, findet Pudel anstrengend. Geht vielen Leuten in meinem Umfeld z.B. so, wenn die mal dabei sind, wenn meine zwei aufdrehen. Aber im Alltag sind beides eher unauffällige, nette, angenehme Hunde. Klar, mein KP-Jungspund ist natürlich in einer super lustigen Phase (knapp ein Jahr alt) und probiert vieles aus, nimmt einen oft nicht so ernst und findet sich dabei vor allem selbst total lustig. Aber Zuhause schläft der. Als ich im Dezember eine Woche krank war und gar nicht spazieren gehen konnte, haben beide auch geschlafen. Klar sind die dann mal kurz explodiert, als es wieder raus ging, aber das kann ihnen wohl auch keiner verdenken.


    Ja, Pudel sind sehr aktiv. Ich habe für mich persönlich jetzt eine ganz andere Definition von "aktiv". Meine Vorstellung von aktiv war vor dem Pudel definitiv eine andere. :ugly: Aber ich empfinde Pudel einfach als insgesamt sehr nette, freundliche Hunde, die aufblühen, wenn du sie toll findest. Die strahlen über´s ganze Gesicht wenn du sagst "ohhhh, das war guuuuut!!!". Und das mag ich einfach sehr. Ich mag es auch, wenn mir mein Hund beim Spaziergang entgegen gelaufen kommt und fragt "Wollen wir?". Aber wenn ich dann sage "nö, jetzt nicht", gehen beide auch wieder ihrer Wege. Sie sind allzeit bereit, schlafen aber auch mal einen ganzen Tag. Pudel sind für mich so die typischen "alles kann, nichts muss"-Hunde. Sie sind für jeden Spaß zu haben, halten es aber auch locker aus, wenn halt mal nichts passiert.


    Mit Freilauf würde ich an deiner Stelle halt schon schauen, dass der Hund mindestens einmal am Tag mal richtig Beine strecken kann. Oder 5mal die Woche, eben so oft wie es geht.


    Wenn ich deine Beschreibungen hier so lese, dann denke ich schon, dass ein Pudel gut zu dir/euch passen wird. Es sind wundervolle Hunde und ich bin unendlich froh darüber, die Rasse durch Zufall für mich entdeckt zu haben. =)

  • Na toll, dann bin ich verloren - wie soll man bei so einem schlauen Pudelchen ernst bleiben? :D Hach, ich könnte den ganzen Tage solche schönen Geschichten lesen und mich köstlich amüsieren. Da würde ich am liebsten gleich morgen so ein freches Lockentier adoptieren! :applaus:


    Ich würde halt bei deinen Wünschen eher zu einem Zwerg tendieren als zu einem Kleinpudel. Oder ein KP aus Zwergenlinien.

    Interessant, machst du das an irgendwas Bestimmtem fest? Sind die verschiedenen Größen charakterlich so unterschiedlich? Mein Mann und ich wollten halt gern etwas "mehr" Hund, nicht so zierlich, sondern etwas robuster. Aber das müssen wir uns auch erst mal in natura anschauen, um da einen Vergleich zu haben.


    Ein launischer Mensch, der seine Stimmungen nicht unter Kontrolle hat und die Launen an anderen auslässt geht aber gar nicht.
    Auch unfaire Behandlung, Druck und Zwang vertragen Pudel schlecht.

    Also, solche Menschen finde ich grundsätzlich nicht so toll, nicht nur in Bezug auf den Pudel. Ein respektvolles, freundliches Miteinander sollte ja immer das Ziel sein, ob mit dem Hund oder zwischenmenschlich.



    Mit Freilauf würde ich an deiner Stelle halt schon schauen, dass der Hund mindestens einmal am Tag mal richtig Beine strecken kann. Oder 5mal die Woche, eben so oft wie es geht.

    Wenn der Rückruf hundertprozentig klappt (und der Jagdtrieb händelbar ist), sollte Freilauf kein Problem sein. Wir wohnen ja etwas näher am Stadtrand und haben einige weitläufige Parks in der Nähe, sind aber mit dem Auto auch schnell mitten in der brandenburgischen Pampa. Neben dem Fahrrad her traben ist für Pudel sicher nicht so befriedigend wie ausgelassenes Galoppieren, oder?

  • Neben dem Fahrrad her traben ist für Pudel sicher nicht so befriedigend wie ausgelassenes Galoppieren, oder?

    Es ist halt etwas ganz anderes. Meine Hündin läuft auch super am Fahrrad, dann ist sie auch ausgelastet, aber rennen ist halt anders. Da sind beide so richtig zufrieden mit sich, können die Beine strecken... also ja, das ist schon befriedigender. Gibt aber auch kaum Schöneres als so einem Pudel beim Rennen zuzusehen. :herzen1:

  • Ich würde eher auf den Zwergpudel tippen, weil diese nach meinem Geschmack noch mehr Begleithund sind, man tendenziell eher die Wahrscheinlichkeit erhöht was bisschen ruhigeres zu erwischen. Klein- und vor allem Großpudel können deutlich Jagdtrieb mitbringen. Pudel gibt es ja in den unterschiedlichen Größen, weil sie begonnen wurden mit Bichons zu kreuzen um sie so kleiner zu kriegen.
    Es gibt aber einige Kleinpudel, die aus Zwergenlinien kommen, also einfach zu groß geraten sind und mit denen dann weitergezüchtet wurde. Kleinpudel haben ja eine Spanne zwischen 35 und 45cm und wiegen irgendwas zwischen 6 und 12kg (also quasi doppelt so viel Hund). Wenn man sich nen Zwerg mit 33-35cm oder nen Kleinpudel mit 35-37cm holt, machen die paar cm eher nicht den großen Unterschied, oder?
    Aber wahrscheinlich lässt sich das auch über einen erfahrenen Züchter klären, dass man einen eher ruhigen Pudel aus einer passenden Verpaarung möchte. Das hast du ja in deinem Eingangspost betont.


    Der Zwerg meiner Freundin ist zB unter der Woche mit paar kleineren Runden um den Block zufrieden und eher Mitläufer. Meine Kleinpudelhündin braucht es definitiv auch ernsthafter zu arbeiten und muss regelmäßig richtig Strecke machen, um so richtig glücklich zu sein. Und das Handliche merkt man definitiv.

  • Eine geeignete Freilaufstrecke halte ich auch für wichtig. Die meisten Pudel, die ich kenne brauchen das einfach, mal wenigstens ein kurzes Stück Gas geben zu können, besonders die jüngeren Pudel. Aber auch meinen Jungs, die so langsam doch eher im gesetzten Alter sind (Sam wird bald 8, Paco im Mai 10) merke ich an, dass noch so lange Spaziergänge an der Leine nicht wenigstens kurzes Flitzen ersetzen können.

  • Ich würde eher auf den Zwergpudel tippen, weil diese nach meinem Geschmack noch mehr Begleithund sind, man tendenziell eher die Wahrscheinlichkeit erhöht was bisschen ruhigeres zu erwischen. Klein- und vor allem Großpudel können deutlich Jagdtrieb mitbringen.

    Ah okay, ich dachte immer, je kleiner, desto hibbeliger und vor allem auch kläffiger. :ka: Oder ist das eher Erziehungssache? Das würde natürlich unseren Suchradius enorm vergrößern, weil es anscheinend doch mehr Zwergpudel- als Kleinpudelzüchter gibt.


    Wenn man sich nen Zwerg mit 33-35cm oder nen Kleinpudel mit 35-37cm holt, machen die paar cm eher nicht den großen Unterschied, oder?

    Klar, also wir feilschen hier nicht um jeden Zentimeter. ;) Aber es müsste schon ein größerer bzw. kräftigerer Zwerg =) sein, den es nicht gleich bei der ersten Begegnung mit einem größeren Spielgefährten umhaut.





    @Lockenwolf: Deine Beschreibungen von deinen Pudeljungs sind ja der Hammer, klingt ein bisschen wie in einem Loriot-Sketch. :lol: Sehr sympathisch! Ihr seid bestimmt eine tolle WG. :bindafür:

  • Zitat von SherlyH

    Klar, also wir feilschen hier nicht um jeden Zentimeter. Aber es müsste schon ein größerer bzw. kräftigerer Zwerg sein, den es nicht gleich bei der ersten Begegnung mit einem größeren Spielgefährten umhaut.

    was dir bei kleinen Hunden klar sein muss und was mich persönlich definitiv auch in Zukunft davon abhalten wird, mir einen Hund unter 10kg zuzulegen ist, dass die meisten Halter mit großen Hunden absolut rücksichtslos sein können.
    Ihr Hund mit 20 kg und mehr "will ja nur spielen". Das eine Pfote eines 20 kg Hundes die bei einem Hund zwischen 2 und 7 kg auch spielerisch im Rücken landet aber ganz ganz böse Schäden anrichten kann, ist ihnen in den seltensten Fällen bewusst.


    Dieses Bild, was man so kennt von den kläffenden kleinen Hunden kommt daher, dass die Besitzer ihre Hunde nicht richtig lesen können. In der Regel versuchen Welpen erstmal, bei ihren Besitzern Schutz zu suchen, wenn unbekannte große Hunde auf sie zu laufen. Meistens werden sie dann weggeschickt, weil der kleine Hund ja Sozialkontakte lernen muss und spielen soll. Meistens ist es so, dass es dann so aussieht, als würde der Hund tatsächlich spielen. Was er in der Regel aber wirklich macht ist eine konfliktbewältigungsstrategie, die sich fiddle about oder fiddle around nennt.
    In aller Regel hat auch das keinen Erfolg, weil die großen Hunde die kleinen weiter bedrängen und auch die Besitzer nicht einschreiten, weil die Hunde ja "so schön miteinander spielen". Meistens kommt es dann dazu, dass die kleinen Hunde die konfliktbewältigungsstrategue "fight" auspacken. Also kläffen, Zähne zeigen, schnappen und so weiter. Da wird dann meistens von den Besitzern eingegriffen und der Hund lernt, dass er nur laut genug sein muss und seine Zähne deutlich genug zeigen muss, damit er seine Ruhe hat...


    Über sowas muss man sich vorher informieren und am besten ganz ganz ganz ganz ganz viel Hundesprache lernen, damit man seinem Hund in solchen Situationen adäquat zur Seite stehen kann.

  • Kann da @Millemaus nur zustimmen.

    Klar, also wir feilschen hier nicht um jeden Zentimeter. Aber es müsste schon ein größerer bzw. kräftigerer Zwerg sein, den es nicht gleich bei der ersten Begegnung mit einem größeren Spielgefährten umhaut.

    Ehrlich gesagt macht es jetzt auch nicht den allergrößten Unterschied, ob der (ich bin jetzt mal stereotyp) ungeschickte, deutlich zu runde 35kg-Freulabbi einen 8 oder 6kg-Hund umwalzt. Kann beides voll schief gehen. Die kleinen sind in der Regel wendiger |)



    Zu je kleiner, desto hibbeliger und kläffiger: es ist einerseits ganz stark das, was Millemaus beschreibt. Andererseits neigen wirklich viele Kleinhundehalter (zumindest hier in der Stadt) den Hund nicht ernst zu nehmen und ihn nicht wie einen Hund zu behandeln. Halbe Stunde Gassi, statt Leinentraining Hund wegziehen, der kann doch gar nicht richtig beißen etc. Dann wird noch über den Hund gelacht, wenn er zB bewacht oder droht. Der süße kleine!
    Aber das muss nicht sein. Es liegt in deiner Hand.

  • Ah okay, ich dachte immer, je kleiner, desto hibbeliger und vor allem auch kläffiger.

    Also ehrlich gesagt, habe ich genau diese Erfahrung gemacht. Kenne aber natürlich nur eine sehr eingeschränkte Anzahl an Pudeln und meine Erfahrung ist da überhaupt nicht repräsentativ.


    Bei den Exemplaren, die ich kennengelernt habe, galt tatsächlich zumindest in vielen Fällen: umso kleiner, umso zappeliger und lauter.


    Die Großen haben kein bisschen weniger Energie. Aber die Art von Energie ist anders. (Und liegt mir persönlich mehr so rein subjektiv). Mein Tim ist vom Maß her zwar ein Kleinpudel, kommt aber aus Zwergenverpaarung und ist halt größer geworden. Inzwischen geht das mit ihm. Der war aber das absolute Zappeltier. Und vergleichsweise laut ist er immer noch. Und das bekomme ich auch über Erziehung nur bedingt raus. Bellen ist sein Ventil.


    Mir persönlich wäre bei einem Zwergpudel das Gewicht zu gering. Aber auch das ist natürlich absolut rein subjektiv. Die Zwerge wiegen oft nur 3 oder 4 kg. Da muss man sowas von aufpassen, mit wem die spielen dürfen, damit sie nicht kaputtgehen.


    Mein Tim wiegt 6,5kg. Sogar das finde ich grenzwertig. Hier bei uns gibt es überwiegend große Hunde im Umfeld. Und bevor wir unseren Großen hatten, hat kein Mensch seinen großen Hund angeleint. Mit den heranrasenden Hunden durften wir uns dann jeweils auseinandersetzen. Seit mein Großer da ist (63cm schwarz) sind nur noch genau 2 Hunde nicht angeleint worden.


    Bei mir wird - solange mir das gesundheitlich möglich ist - immer wieder ein Pudel wohnen. Ich bin der Rasse absolut verfallen und möchte nach 2 DSH keine andere Rasse mehr. Es wird aber nie wieder ein Pudel einziehen, dessen voraussichtliches Endgewicht unter 10 kg liegt. Und wenn möglich immer ein Großpudel.

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