Beiträge von SherlyH

    weil er in der wilden Raserei gerne Kreise um einen rennt

    Das hat Bobby heute tatsächlich auch gemacht, wie seit einem halben Jahr nicht mehr. :D Sonst schlendert und schnüffelt er eigentlich immer entspannt um mich rum, aber heute ging es zack über die Wiese und dann in Kreisen weiter. Ich kann das ja überhaupt nicht leiden, weil man dann nie weiß, ob noch Licht im Oberstübchen ist. :roll: Aber er hat trotzdem gut gehört, ließ sich ranrufen und alles. Wer weiß, irgendeine Anspannung der letzten Tage musste anscheinend raus.


    Bobby kann auf unserer Standardrunde inzwischen den größten Teil freilaufen. Seit zwei, drei Monaten sind die Murmeln meist ganz gut sortiert. :mrgreen-dance: Wenn ich mir nicht sicher bin oder zu viel los ist, kommt er an die Flexi. Schlepp gab es auch eine Zeitlang, aber er ist dann immer schief gelaufen (egal wie leicht und kurz). Den stört das irgendwie, wenn da was runterhängt. :ka:

    Hm, ich finde das zu individuell, um da eine allgemeine Aussage zu treffen. Kommt ja doch sehr auf Hund und Halter, Rasse und Rahmenbedingungen an.


    Wir sind mit unserem Kleinpudel im Verein, seitdem er so 4/5 Monate alt war. 1-2 pro Woche RO und Agi, am Anfang natürlich sehr spielerisch, klar. Zum einen konnte er so frühzeitig lernen, Ablenkungen beim Training auszublenden, zum anderen hatten wir dadurch regelmäßige, kontrollierte Hundebegegnungen. Es hat auch unsere Bindung gefördert, denke ich, aber dafür braucht man natürlich nicht zwingend einen Verein.

    Ich denke, dass der Thread wirklich interessant ist und gute Denkanstösse geben kann

    Finde ich auch! :bindafür:


    Was mich noch interessieren würde: Macht ihr das an bestimmten Kriterien fest, dass euer Hund gerade ein bestimmtes Level an Aufregung überschreitet, das euch zu viel ist? Klar, es gibt körperliche Anzeichen wie Körperspannung, Ohrenstellung, Rutenhaltung etc., das ist je nach Rasse halt sehr individuell. Aber merkt ihr auch typische Verhaltensweisen, die ihr als Alarmsignal wertet?


    Zum Beispiel mein Pudel kann schon ein bedenkliches Aufregungslevel erreicht haben und ist trotzdem noch ansprechbar. Beim Spaziergang merke ich es daran, dass er den "Heckantrieb" startet - dann ist der Hund hinten höher als vorne. :lol: Ihn drängt es beim Gehen richtig nach vorne, obwohl er im Radius bleibt, aber er reizt ihn halt aus. Wenn dann noch ein spannender Reiz dazukommen würde, kann die Dynamik bereits zu groß sein - also helfe ich ihm vorher schon, etwas runterzufahren.

    stimmlich loben

    Ja, der Pudel ist zum Glück mit recht viel WTP gesegnet, dass das verbale Lob oft schon ausreicht. :tropf:

    Von was für Strecken gehst du aus?

    Um kurz von A nach B zu kommen? Also die 5 Minuten?

    Oder halt in nem Park, wo nur kurze Leine erlaubt ist?

    Diese Frage bringt uns zum Kern des Problems, sehr gut! :D

    Ich nutze die kurze Leine nämlich aus dem Grund nur für kürzere Strecken, weil ich einerseits keinen Bock auf Stehenbleiben habe und anderseits dem Hund nicht ständig das Schnüffeln verbieten möchte, weil das wiederum zu Frust führt.


    Wie macht ihr das bei längeren Strecken an kurzer Leine?

    Danke für die Anregungen!

    Meist sind unsere Spaziergänge ja sehr entspannt und Bobby schießt sich beim Schnüffeln normalerweise nicht ab, bleibt in meiner Nähe und ansprechbar, ich kann ihn weiterschicken etc.


    Aber dann sind es manchmal Tage oder auch bestimmte Stellen, da steigt ihm irgendein extrem spannender Geruch in die Nase - er fängt das Wittern an und dann geht das Pudelhirn in Standby. :lol: Dann würde er halt loslatschen in Richtung Duftquelle (was in den meisten Fällen eine gut riechende Hündin ist), wenn ich ihn nicht stoppe. Wobei er auf ein lautes "Hey!" schon noch reagiert, aber es fällt ihm schwer.
    Womöglich hilft es schon, wenn ich durch solche "Duftfelder" an der kurzen Leine mit ihm gehe und ihn gar nicht erst schnüffeln lasse.

    Ein ganz konrektes Beispiel wäre das Belohnen der Leinenführigkeit. Ich belohne, wenn der Hund entspannt an der Leine läuft. Und nicht, wenn der Hund mich anschaut oder sich anderweitig anspannt und hochfährt

    Bisschen OT, aber: Darf ich fragen, wie ihr das an der kurzen Leine macht, bleibst du fürs Schnüffeln stehen oder darf sie dann gar nicht schnüffeln?


    Fürs entspannte Laufen an der kurzen Leine zu belohnen, ist hier eh mit Vorsicht zu genießen, weil der Pudel dann relativ schnell wieder in eine Erwartungshaltung kommt und mich ständig anglotzt (was ich natürlich in dem Fall gerade nicht will). :roll:

    Man kann Aufregung einfach verbieten

    Wobei ich das Prinzip irre spannend finde. Ich meine, würde das bei euch funktionieren? Weiß nicht, ob ich mich dann nicht NOCH mehr aufregen würde. xD


    Bei Bobby funktioniert das drinnen sehr gut, wenn er sich über ein Geräusch draußen aufregen möchte. Er springt auf und bläst empört die Backen, und ich breche ab, bevor er kläffig wird. Dann legt er sich auch tatsächlich hin, Kopf runter, durchschnaufen, alles gut.


    Draußen geht das allerdings nicht so einfach. Da regt er sich nicht auf, sondern betört sich an den tollen Gerüchen und hängt halt mit Heckantrieb in der Leine. :muede: Breche ich ab, zieht er zwar nicht mehr ganz so arg, ist aber immer noch aufgeregt. Wenn es ganz schlimm wird, hocke ich mich dann zu ihm runter und warte, bis er entspannt. Der reine Abbruch funktioniert in dem Fall also leider nicht so gut, dazu ist die Reizüberflutung in dem Moment wohl noch zu krass für das junge Pudelhirn. Ist auch immer eher am Anfang des Spaziergangs, auf dem Rückweg ist er viel entspannter.

    Also, ich finde deine Beiträge auch sehr informativ und spannend, auch wenn ich manchmal nicht gleich schnalle, worauf du hinaus willst. :rollsmile: Liegt aber halt daran, dass ich kein Profi bin und mich mit theoretischen Überlegungen beim Thema Hundeerziehung manchmal etwas schwer tue, weil ich vieles aus dem Bauch heraus mache.


    Und danke, dass du so ausführlich beschreibst, wie "streng" du das mit der Erregungskontrolle tatsächlich siehst! Ich bin nie davon ausgegangen, dass du Hunde als Roboter behandelst; ich war mir nur nicht sicher, ob du sinnlose Aufregung grundsätzlich regulierst oder eben nur in bestimmten Situationen, wenn es too much wird. Beides fände ich okay, mich hat's halt nur interessiert. =)


    Und ja, ich kann das zB verstehen, wenn für den Halter der Inbegriff von Gassi is, dass Hundi 2 Stunden durch die Gegend flitzt und ab und zu läuft man sich mal über den Weg und freut sich, dass Hundi so viel Spaß hat, dass dann entspanntes Schlendergassi irgendwie schräg wirkt

    Oh Gott, meine Albtraumvorstellung. :ugly: Beim Gassi bin ich im Gegensatz zu manchen anderen Situationen ziemlich streng in puncto Aufregung, einfach weil meine Nerven das sonst nicht mitmachen. |) Entspanntes Schlendergassi ist doch toll und toben kann er ja anderweitig genug.