Der "gefährliche" Hund

  • Genau das ist der Hintergrund.

    Ekelhaft ist gar kein Ausdruck dafür.

    Genetik ist definitiv nicht kleinzureden. Ich mein, bei Jagdhunden wird zB entsprechend selektiert und idR hat mein Hund ja dann Jagdtrieb egal, ob ich ihm das Jagen beibringe oder nicht. Der Trieb ist da. Und bei sog Kampfhunden kann man dann mMn nicht plötzlich die Genetik unterschlagen. Da hast du absolut recht.

    Dennoch sind ja nicht alle Pitbulls Kampfmaschinen oder Amstaffs, wenn die seriöse Zucht seit Jahrzehnten eben andere Sachen selektiert. Was aber nicht bedeutet, dass man zB auf das Beutefangverhalten besonders schauen sollte, weil eben Bull und Terrier.

  • @Blessvoss Ich denke, wir haben hier unterschiedliche Vorstellungen bei dem Wort "Kampfmaschine". Finde ich jetzt aber nicht schlimm, weil ich deine Ausführungen verstehe - und Terrier allgemein nicht als "Kampfmaschinen" in dem Sinne verstehe, wie ich diesen Ausdruck nutze.

    Phonhaus Epigenetik kann sowohl sehr kurzfristige als auch langfristige Merkmalsausprägungen hervorbringen.

    Für Mitleser:

    Sehr laienhaft beschrieben (und anders kann ich es auch nicht, weil ich da selber Laie bin) werden mit Epigenetik Erbvorgänge beschrieben, die nicht über die Genetik erklärbar sind.

    Ein sehr einleuchtendes Beispiel dafür ist der Schmetterling:

    Dieser entwickelt sich aus der Raupe, und sowohl im Stadium der Raupe als auch im Stadium des Schmetterling ist die DNA IDENTISCH.

    Die Gene werden während dieser Umwandlung aber anders "codiert" - und ergeben diese völlig unterschiedlichen Ergebnisse Raupe und Schmetterling.

    Der Schmetterling ist hier ein Beispiel für langfristig verankerte epigenetische Vorgänge.

    Kurzfristig wäre z. B.: Eine Zuchthündin und ein Zuchtrüde wurden verpaart, mit u. A. Augenmerk auf wenig Ängstlichkeit.

    Diese Zuchthündin erlebt während der Trächtigkeit ein traumatisches Ereignis, welches bei ihr Angstzustände bewirkte.

    Bei den Welpen stellt sich heraus, das diese sehr viel Ängstlichkeit zeigen - was bei der Verpaarung eigentlich hätte ausgeschlossen sein müssen.

    Die Möglichkeit der Zucht ist Segen und Fluch zugleich - weil sie dem Menschen die Möglichkeit gibt, Wesen nach seiner Vorstellung zu schaffen.

    Dass gerade der Haushund durch seine Nähe zum Menschen als Instrument zum Ausgleich "menschlicher Defizite" genutzt werden kann, ist ein Fluch des Haushundes.

    Wobei ich hier nicht über "menschliche Defizite" diskutieren möchte.

  • Ich habe mal geschaut was YT so hergibt. Anbei mal so zum Thema "Welpen, die sich schon zerbeissen". Hier zwei Welpen in der Wurfkiste eines Game Dogs Züchters (ich schätze sie auf...10/12 Wochen oder etwas jünger?), die sich einen gescheiten Kampf (wobei von einem dominiert) liefern....natürlich brav gefilmt vom Züchter. :muede: Das Video zeigt nix groß dramatisches, außer ein Knäul zweier Welpen, wo der eine den anderen nicht mehr losläßt. Kein Blut usw. Aber das ist kein normales Welpengerangel mehr.

    [media]https://www.youtube.com/watch?v=gou9U90s_1M[/media]

  • Find es, ohne Unterton, spannend, dass hier eigentlich hauptsächlich die Halter dieser Hunde, kein Problem haben mit den Begrifflichkeiten und das Problem wesentlich verbreiteter sehen, als andere.

    Und ja, game bred Pit Bulls sind weiterhin Kampflinien. Auch wenn nicht alle kämpfen. Und nein, die Selektion über Generationen,kriegt man nicht ganz so schnell in ne andere Rasse.

  • Hundundmehr


    Ich weiß durchaus sehr gut, was Epigenetik ist und wie man sie von Genetik unterscheidet ;) Und was daran diskutierenswert und wissenschaftlich belegt ist auch.


    Hier gehts mir darum, dass hier in unserer Umgebung bei den vielen kleinkriminellen „Gelegenheitskampfveranstaltern“ gar keine große Zucht ggf. mal über eine Generation hinaus stattfindet. Da kann an echt nicht von einer epigenetischen Auswirkung auf eine Rasse sprechen.

  • werden mit Epigenetik Erbvorgänge beschrieben, die nicht über die Genetik erklärbar sind.

    Nicht ganz, die DNA ist dieselbe, nur bestimmte Gene sind inaktiviert. Epigenetik wirkt sich insbesondere auf diese Inhibition aus . Der Mensch hat ja auch etliche Gene noch, die er einfach nicht nutzt, bzw. nicht nutzen kann aufgrund der Inhibition.

  • Ein Werbevideo, wie vielversprechend dieser Nachwuchs des Vermehrers sich jetzt schon präsentiert.

    Natürlich vielversprechend in der Hinsicht, die entsprechende Käufer bei der Wunschvorstellung eines Hundes und seines Zweckes haben ...

    Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich :kotz:könnte...

    Ich habe mal das Werbevideo eines holländischen Schäferhundezüchters gesehen, wo die ca. 6 Wochen alten Welpen mittels einer an einer Reizangel befestigten Beute aufgeheizt wurden, um diese zu "kämpfen" ... Die so erzeugte Prägung beim Welpen hat lebenslange Auswirkungen auf dessen Verhalten - und es gibt Menschen, die GENAU DAS auch wollen.

    Der Hund selber ist egal, Hauptsache, mit ihm lässt sich das verkümmerte Ego aufpolieren...

    Auch das ist übrigens Epigenetik - weil Codierungen der Gene nicht mit der Geburt abgeschlossen sind. Auch das Gehirn ist bei der Geburt nicht vollständig entwickelt; Es bedarf bestimmter Umweltreize und -erfahrungen, um die von der Natur vorgesehenen Entwicklungen im Gehirn abzuschließen.

    Deprivatisierung durch Reizentzug/Reizarmut ist EIN Ergebnis fehlgeleiteter Gehirnentwicklung.

    Frühzeitige Prägung zur Zementierung bestimmter Merkmalsausprägungen eine andere...

  • Find es, ohne Unterton, spannend, dass hier eigentlich hauptsächlich die Halter dieser Hunde, kein Problem haben mit den Begrifflichkeiten und das Problem wesentlich verbreiteter sehen, als andere.

    Im Real life auch nicht..... (Arschlöcher ausgenommen, mit denen wir ja auch schon Erfahrungen hatten)

    Gestern parkt neben mir am Gassisee eine junge frau mit sehr hübschem Staff im Kofferraum (sah aus, wie hecci) Mein Gassitreffen stand schon da und wartete auf mich

    Ich entwickelte spontane Schweißausbrüche..... dann hab ich die Dame gefragt, ob sie kurz warten würde, ich wäre sofort weg, ich hätte schlechte Erfahrungen und das hätte nix mit ihr zu tun....

    Freundliches Lächeln und "na klar" ich warte bis ihr um die Ecke seid..... Ich hätte ihr um den Hals fallen können..... hab mich bedankt und ihr ein wunderschönes gassi gewünscht....

    Die war nicht angeknipst oder sauer oder so..... weil ich hier im Forum ja immer etwas kritisiert werde von einigen

  • Das hängt wahrscheinlich damit zusammen dass man als Halter mehrere Hunde dieses Typus kennt. Die Hunde die man auf den üblichen Gassiwiesen trifft haben ja auch keine Probleme.

    Mein Hecci ist - nach anfänglicher Probleme die aber meine Schuld waren - ja auch ein recht sozialer Hund. In seiner Gruppe eher deeskalierend, reagiert da eher mit rumfiddeln auf Konflikte oder mit weg gehen. Jeden Gasthund kann man ihn vor die Nase setzen und der gehört zur Familie. Gemeinsame Gassigänge sind in 90% der Fälle kein Problem. Mit passenden Hunden auch gemeinsam Freilauf. Wie gesagt, er fiddelt da eher weil er nicht weiss wie er Kontakt aufnehmen soll. Wird er aber von einem Fremdhund angegriffen wie vor kurzem beim Gassi, beisst er zurück. In seiner Gruppe aber nicht. (ausser als wir noch die Hündin hatten, die hat ihn immer "mitgezogen"). Bis darauf dass man bei Geflügel, Schafen und Co ein Auge drauf haben muss und strikt trennen muss (wir leben auf einer Farm) ist er ein sehr netter Hund. Das musste mein Mann aber auch bei seinem verstorbenen DSH und finde ich jetzt nicht sooo ungewöhnlich.

    Durch meine Trainerin und unsere Gruppe kenne ich aber eine Vielzahl an Staffs und Pits (mit und ohne Papieren). Und die Probleme sind fast immer dieselben. Und wenn dann wieder 3 Wurfgeschwister mit grad mal nem Jahr neu dazu kommen mit immer denselben Problemen kann man einfach nicht leugnen dass die Rassen bzw einige Vertreter und Verpaarungen diese Probleme mitbringen. Unsere Hündin war ja auch ein ganz anderes Kaliber.

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