Der "gefährliche" Hund

  • Ja, also davon würde ich es jetzt nicht abhängig machen. Ich kenne genug Hunde mit denen nicht mehr zu spaßen ist wenn der zugehörige Mensch ein Problem hat. Ist ja auch im Rettungsdienst oft genug ein großes Problem.

    Und diese Hunde sind meistens keine reißenden Bestien, und auch nicht für die Schädigung der Person verantwortlich.

  • Jetzt kann man den Geheimtext von Hasilein lesen

    Soll die Quelle für den "Geheimtext" das Video sein? Das mit dem Zeitpunkt des Jagdbeginns hab ich jetzt nicht mitgekriegt. Dass der Freund nur von der Gefährlichkeit des Hundes geredet habe und nicht von der Sorge um seine Frau, ja, das habe ich verstanden. Ob's stimmt, ist eine andere, unbeantwortete Frage. Und Menschen unter starkem Stress können mitunter seltsam reagieren...

    Fehlen tut die Kernaussage des Videos. Nachdem sich dieser Hundetrainer-Typ über das angebliche Beisstraining der Hunde ausgelassen hat (gezeigt wurde das Verbeissen in hochgehängte Boudins), was in F verboten sei (kenne mich da nicht aus, dann müsste auch zergeln verboten sein?), betont er minutenlang, dass man jetzt bitte aufhören solle, irgendwelche Spekulationen als Facts im Netz zu verbreiten, und die Behörden ihre Arbeit tun lassen solle.

    Ich empfinde diese Video als sehr bewusst tendenziös, aber diesem Aufruf kann ich mich nur anschliessen. Sollte der Typ gleich selber beherzigen.

  • Das Video habe ich nur geteilt, da ich ja kaum französisch spreche, kann ich mich zum Inhalt nicht äußern

    Denke, das macht im Moment keinen Sinn, nach etwas zu suchen. Denn aktuell brödelt die Gerüchteküche wie verrückt, man bekommt vieles geboten. Nahezu überall steht etwas anderes ... alle paar Stunden.

    Hier hat sich noch wer geäussert, dort hat wer gemeint jetzt was dazu sagen zu müssen. Mal steht der eigene Hund unter Verdacht, dann heisst es wieder, der sei von einem Mali böse angegriffen und schwer verletzt worden, das hätte sie noch in FB (oder wo auch immer gepostet) und ein Reiter soll auch von einem aggressiven Hund belästigt worden sein und dann liest man, die Jagdhunde können es nicht gewesen sein, keine Verletzungen sichtbar, der Jagdverband wertet das schon als Beweis bzw. wird es so aufgenommen, eine Äusserung der Staatsanwaltschaft dazu gibt es aber nach meiner Recherche nicht.

    Und irgendwo anders heisst es, der eigene kanns auch nicht gewesen sein, meint dieser oder jener. Und dann war da noch die zweite Jagdgesellschaft ... und in der nächsten Schlagzeile gerät wieder der eigene Hund unter Verdacht, nach Meinung von Fachmann X. Der konnte beim Angriff des anderen Hundes nicht weg, war angeleint, deswegen vll. gegens Frauchen gegangen. Dann hat der Ehemann andere vor seinem Hund gewarnt, jedoch nicht nach seiner Frau gefragt, ein anders Mal hat er nach seiner Frau, also nach Frau mit Hund gefragt ... es geht wirklich sehr wild um, mit den Informationen und Spekulationen.

    Aber die Auswertung der Gentests soll noch Wochen dauern, die Ermittlungen sind noch in vollem Gange. Denke, dass ist die einzige Information, auf die man sich z.Zt. verlassen kann.

  • Versuch irgendwie etwas holprig die Kurve zu kratzen um nen Kreis zu schließen.

    Etwa was "Aggressionszucht" oder ganze Rassen per se als gefährlich betrifft.

    Wirklich näher anschaun werden sich's ja hoffentlich nicht nur Internetmaulheldinnenpseudoexperten wie ich, sondern Leut mit mehr Fachkenntnis.

    Äh... wo war ich? Oder wollt ich hin?

    Bzgl. Aggression scheint es ja große Missverständnisse zu geben und verschiedene Ansätze. Spannend ist dabei, dass viel von dem, was aggressiv scheint, keine Aggression ist.

    Angstaggression zb. Weil Angst und Aggression per definitionem nicht gleichzeit auftreten können.

    Und dass Beißvorfälle in ihrem Ergebnis zwar sozusagen aggressiv sind, aber zb lt. Gansloßer nicht dem aggressiven Repertoire von Hunden entspringen, sondern dem Funktionskreis Jagd und Beutegreifverhalten.

    Grob herunter gebrochen müsste das ansich ungefähr bedeuten, dass nicht etwa sehr aggressive Hunde potentiell gefährlicher sind, sondern sehr beuteorientierte.

    Und, da bin ich eher wieder bei den Diensthunden, wo etwa sehr betont wurde, es würde nicht in Richtung Aggression selektiert. Muss man dann ja theoretisch auch nicht unbedingt. (Ist auch verboten. Wobei der Gesetzestext da auch sehr schwammig bleibt, was er denn mit Aggression meint. Territorialaggression? Ressourcenaggression? Innerartliche oder zwischenartliche Aggression? Sonstwas? Alles zusammen? Oder meint er Beutegreifverhalten und sagt aber Aggression? )

    Übersteigertes Beutegreifverhalten ist keine Aggression. Im Prinzip also könnten manche Linien - da jetzt wieder Schwenk auf Kampfhunde bzw einen ganz speziellen Teil eines Hundeyps - gar nicht verboten sein, weil es theoretisch nicht Aggressionssteigerung sondern weitestgehend gesteigertes Beutegreifverhalten ist, das züchterisch angestrebt wird.

    Vermutlich kann beides zusammen auch vorkommen, nur ist der Fokus auf Aggression als das Übel womöglich der Falsche, wenn es darum geht, schwere Vorfälle zu vermeiden.

    Weil, jetzt wieder auf den französischen Fall bezogen, Flirt Pole und Springpole als "scharf machen" = aggressiv machen gesehen wurde. Nun, das ist ja auch nicht per se aggressionssteigernd oder so, sondern erst mal im Bereich des Beute greifens angesiedelt. Wie Zergeln. Dummy. Ball spielen Usw.

    Wobei man auch hier sicherlich einges verhauen und bewusst oder unbewusst falsch aufbauen kann. Bei Hunden mit ner ungünstigen Prädisposition (nicht automatisch immer Rasse, sondern hm... individuelle Reizverarbeitung, Beuteorientierung usw.) wohl ganz besonders.

  • Insgesamt finde ich dein Gedankenkarusell sehr interessant und auch erhellend. Tankeschöööön

    Und dass Beißvorfälle in ihrem Ergebnis zwar sozusagen aggressiv sind, aber zb lt. Gansloßer nicht dem aggressiven Repertoire von Hunden entspringen, sondern dem Funktionskreis Jagd und Beutegreifverhalten.

    Immer? Oder hauptsächlich? Oder zum Teil?

  • zum Teil. Es kommt darauf an welche Motivation der hund gerade hat. Ich finde da jagdverhalten am gefährlichsten, weil er dabei Beute machen will, also auch töten will. Wenn er dann noch fehlgeprägt ist...

    Im Vergleich wird ein hund im Abwehr und verteidigungsmodus sich einfach nur durch aggressives Verhalten schützen wollen. Kann natürlich auch sehr gefährlich sein, aber wird wieder beendet, sobald der hund sich nicht mehr bedroht fühlt.

  • Gansloßer ist in Deutschland einer der führendsten Kritiker privater Schutzhundeausbildung. Sein Ansatz dabei ist, dass es eben keinen Aggressions- oder Wehrtrieb gibt sondern dass Aggression immer eine Reaktion auf äußere Reize ist.

  • Gansloßer ist in Deutschland einer der führendsten Kritiker privater Schutzhundeausbildung. Sein Ansatz dabei ist, dass es eben keinen Aggressions- oder Wehrtrieb gibt sondern dass Aggression immer eine Reaktion auf äußere Reize ist.

    Dieser (von mir unterstrichene) Ansatz muss ja nicht unbedingt verkehrt sein -

    allerdings ist der SD ein sehr stark ritualisiertes Reiz-/Reaktionsspiel, welches, richtig aufgebaut, keine Auswirkungen auf das Alltagsleben hat (mal davon abgesehen, dass ein gut ausgebildeter Schutzhund grundsätzlich einen auch in hoher Trieblage - oder Reizlage - abrufbaren Gehorsam hat)

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