Der "gefährliche" Hund

  • 20/40 ist da ja so ein System, das ich von allen bisherigen Hunderegelungen für am Vernünftigsten halte.

    Hunde ab 20 Kilo oder über 40cm Schulterhöhe als "riskanter" einzustufen, als kleinere Hunde und mehr Bedingungen an die Haltung zu knüpfen.

    Ganz ohne Rasse, einfach aufgrund Größe und Masse. Brauchst keine Gutachten und Phänotypeinschätzungen, nur Maßband und Waage.

  • In der Schweiz ist, soweit ich weiß, jeder Bissvorfall meldepflichtig, ob bei Tier oder Mensch. Die Meldepflicht betrifft auch behandelnde Ärzte. Da wäre also am Ehesten aussagekräftiges Datenmaterial zu erwarten.

    Wobei auch da eben nur die Bisse auffallen, die behandelt oder gemeldet werden. Also tendenziell auch weniger die kleiner Rassen. Und fraglich ist auch, ob der Gebissen immer korrekt angibt, welcher Hund ihn geschädigt hat (in Deutschland müssen unglaublich viele schwarze Mischlinge frei herumrennen :D).

    An wirklich gutes Datenmaterial ist in Europa nicht zu kommen, befürchte ich.

  • Die Zeitung hat den Artikel verbessert und schreibt, dass die Aussage mit dem zwicken ein Missverstaendnis war.

    :lachtot:, das heist es gibt also Menschen die völlig grundlos Beschwerde-mails an das Schulamt geschickt haben. Großes Kino. Hoffen wir das solche Mails gleich im Spam-Ordner landen und keine negativen Konsequenzen haben.

    Ich hoffe JEDER Fall wird geprüpft, egal um was es geht!

    Ganz ehrlich, mich hat man Anfang des Jahres angezeigt wegen der Wildtiere und angeblich Animal Hording.

    Gut ich weiß wer das war und das es nicht nur mich getroffen hat, aber ich war FROH über den Besuch unseres Amts Vet!

    Zum einen hatte ich nix zu verbergen, die Wildlinge sind gemeldet und ich führe offiziell Buch wie es gefordert wird. Das stimmte alles genau so wie sie es vorgefunden hat. Und Animal Horder mit 3 Hunden und einer Vogelspinne.. naja lassen wir das. Gab jedenfalls keine Beanstandung und unsere damals neue Amtsvet Dame unterstütz mich seitdem tatsächlich wenn sie mir was helfen kann. Von Kontrollen bin ich dennoch nicht befreit. Aber es stört mich nicht, soll sie doch die Bücher und alles prüfen, ich mach ihr solange einen Kaffee.

    Ich fände es schlimm wenn solche Anschuldigungen nicht geprüft werden würden! Lieber einmal zuviel gekuckt, und sei es weil jemand etwas falsch verstanden hat, als einmal zu wenig. Zu oft wird weggesehen und dann ist das geschrei groß warum niemand reagiert hat.

    Was ich bei dem Schulhund merkwürdig finde: Wenn das Verhalten doch so auffällig und grenzwertig gefährlich seien sollte, wie kommt es, dass sich kein Elternteil beschwert. Sind doch wahrscheinlich mehrere Klassen. Damit ziemlich viele Kinder und circa doppelt so viele Eltern.


    Und alle verkennen die "Gefahr"?

    Wenn der Hund nur leicht schnappt und die Hose erwischt erzählt das nicht unbedingt jeder. Dann müssten die Eltern auch noch Ahnung haben und dann auch noch reagieren!

    Das passiert tatsächlich viel zu selten.

    Sieht man übrigens auch bei viel schlimmeren Dingen. "oh ja der sah schon immer so böse aus, aber dass der Kinder in der Gefreirtruhe hat hätte ich nicht gedacht"., "ja der war immer seltsam, da waren paar komische sachen aber ich hab nie gedacht... aber man mag sich ja nicht unbeliebt machen!"

    In dem Fall stupst der Hund (bisher) ja nur.

    Hmm, im Grunde läuft es jetzt ja darauf hinaus, dass sich Leute hier auf etwas beziehen, was eine Zeitung in einem Artikel geschrieben hat. Ist erstmal doch klar, dass geglaubt wird, was eine Zeitung berichtet.

    Diese Zeitung berichtete, dass ein junger schulhund kinder maßregelt und zwickt. Es geht absolut gar nicht, dass ein Schulhund kinder maßregelt und zwickt. Es geht schlicht bei keinem Hund, dass der irgendwelche Menschen maßregelt und zwickt.

    Richtig, und wenn der HUnd auch noch wissentlich auf Kinder losgelassen wird gleich 5x nicht. Wenn mein Sohn heimkommt und sagt ihr Schulhund hat ein Kind geschubbst weil es aufgestanden ist haben die mich am nächsten tag aber da stehen.

    Update: In einer vorherigen Version war zu lesen, Jumy würde die Kinder bisweilen vorsichtig in die Waden zwicken. Diese Aussage beruht auf einem Missverständnis. Jumy stupst, würde aber niemals zwicken.


    https://www.swp.de/suedwesten/sta…t-40383811.html


    Ob man das jetzt so viel besser findet, überlass ich jedem selbst. Der Hund hütet meiner Meinung nach noch immer, anscheinend wird aber wenigsten daran gearbeitet.


    Denn das steht auch dabei:

    Nun sind Schulhunde nicht dazu da, Kinder im Pferch zu halten. J

    Blöderweise ist stupsen auch nur eine Art zusammenhalten. Mich würde es nicht wundern wenn der Hund irgendwann doch zuschnappt...

    Man würde auch keinem Retriever erlauben, den Arm eines Kindes in die Schnauze zu nehmen und es zurück an seinen Platz zu "apportieren"

  • Haylee


    Ich kann an dieser Stelle nur empfehlen, den leider kostenpflichtigen anderen Artikel über die Metzinger Schulhündin zu lesen. Da wird dann auch klarer, welchen Unterschied die Art des Textes in der Wirkung und bei der Aussage macht. Ich mags hier jetzt nicht hermeneutisch im Einzelnen auseinanderpflückren (falls gewünscht gerne per PN) - aber der erste Text erzeugt mMn einfach nur Missverständnisse. Auch nach der „Korrektur“.


    Und ich glaube nicht, dass man sich um die Metzinger schulhundbesuchten Kinder Sorgen machen muss. :smile:

  • Ich kann an dieser Stelle nur empfehlen, den leider kostenpflichtigen anderen Artikel über die Metzinger Schulhündin zu lesen. Da wird dann auch klarer, welchen Unterschied die Art des Textes in der Wirkung und bei der Aussage macht. Ich mags hier jetzt nicht hermeneutisch im Einzelnen auseinanderpflückren (falls gewünscht gerne per PN) - aber der erste Text erzeugt mMn einfach nur Missverständnisse. Auch nach der „Korrektur“.

    Und die Missverständnisse (bei einer breiteren Öffentlichkeit, wir sind ja nicht die einzigen) werden weniger, wenn man einen solchen Artikel unkommentiert lässt? Was und wem nutzt es, wenn man als Individuum einfach weiter blättert, weil man für sich persönlich geurteilt hat, kann eh nicht richtig sein?

    Finde es nicht gut, dass so etwas als positiv bzw. als normal akzeptiertes Beispiel über die Arbeit von Schulhunden in der Öffentlichkeit dargestellt, suggeriert und verbreitet wird. Denn so, wie es nun einmal in dem einen Artikel beschrieben stand, sollten Schulhundeprojekte nicht laufen und man sollte sich das auch nicht vorstellen, dass es auf eine solche Art richtig wäre. Fakt oder Fiktion spielt eigentlich gar keine Rolle, es wird als Fakt (und als korrekt) verkauft.

    Und ich für meinen Teil bin froh darüber, dass zumindest das mit dem Zwicken korrigiert wurde. Der Rest wird leider immer noch so verbreitet und es werden mehr Menschen wohl kostenfreie Artikel lesen, als denn kostenpflichtige.

  • Interessante auszüge aus einem Gutachten

    Dazu zählt auch die idiopathische Aggression, bei der das aggressive Verhalten eines Hundes
    unvorhersehbar, unkontrollierbar und gewaltsam ist. Der Hund kann in diesem Zustand
    Menschen, Tiere, oder Objekte attackieren (OVERALL, 1993). Hunde mit gesteigerter
    Aggressivität oder die sogenannten Kampfhunde verfügen häufig nicht mehr über eine
    natürliche Beißhemmung gegenüber Artgenossen und Menschen. Hinzu kommt, dass
    Drohgebärden durch das reduzierte Ausdrucksverhalten kaum noch zur Geltung kommen.
    (FEDDERSEN-PETERSEN, 1991b).

    Trotzdem existieren Individuen von bestimmten Rassen, die über
    unkontrollierbare Eigenschaften für das Kämpfen und Töten verfügen (CLIFFORD et al.,
    1983). Bei einer Studie von CLIFFORD et al. (1983) über 32 Kampfhunde wurde festgestellt,
    dass diese Hunde, verglichen mit anderen Hunden, auf Injektionen weniger
    schmerzempfindlich und seltener mit Schmerzäußerungen reagierten.
    Durch sogenannte Qualzuchten entstehen Hunde, die sich durch ein abnormes, nicht
    artgemäßes Verhalten auszeichnen, keine Demutsgeste akzeptieren und über eine niedrige
    Reizschwelle bei gleichzeitig erhöhter Aggressivität verfügen (WEGNER, 1990;
    GOLDHORN, 1991; WEGNER, 1994; PEYER und STEIGER, 1998).

    http://www.hunde.com/img/img107128.jpg

    Diese Statistik zum Beispiel ignoriert völlig die Populationsdichte und auch die beim Mischling beteiligten Rassen...... ich finde sowas völlig unseriös

  • @Das Rosilein


    Ich hätte Dir zugestimmt - wenn denn die Information als solche kommentiert und durchdiskutiert worden wäre. Kritische und analytische Rezeption von Informationen :herzen1: - aus meiner Sicht in dieser Zeit unverzichtbar. Ja, bitte: Diskutieren auf fairer Ebene, immer gerne.


    In den vorausgegangenen Seiten wurde aber größtenteils der (vermeintliche) Inhalt der Information als bare Münze diskutiert und hochgepusht mit einer (zumindest für mein Empfinden) unschönen Prangerwirkung für die Betroffene. Und so Relativierungen wie „wenn das dem RL entsprechen sollte“ ändern leider nichts an der Bilderwirkung, die im Hirn entsteht.


    Nochmal: Ich diskutiere gerne mit Jedem per PN weiter. Öffentlich mag ich den Artikel nicht so zerpflücken wie ich es privat gerne täte, denn auch der Autor dieses Artikels ist ein Mensch und hat aus meiner Sicht alleine schon deswegen höfliche Behandlung verdient. M Mir tut ehrlich gesagt schon meine öffentliche Wortwahl „schlampig zusammengestoppelt“ etwas leid.


    In Gedanken wiederum an die Lehrerin, die (ob nun wissentlich oder nicht) schon genug hat einstecken müssen an Spekulationen fände ich es nur fair, das Thema hier an dieser Stelle jetzt auch ruhen zu lassen. Oder sich z. B. bei weiteren Fragen auch einfach mal direkt an Sie zu wenden.


    Von daher möchte ich Dich herzlich bitten (aber ist natürlich Deine Entscheidung :smile:), mich zu dem Thema hier nicht mehr zu zitieren. Ich fühle mich nicht gut dabei. Soll die Diskussion nicht abwürgen - nur bitte per PN. Okay?

  • hasilein75

    Was für ein Gutachten ist das?

    Die erwähnte "Kampfhundstudie" ist insofern spannend, als es den Begriff 1983 so noch nicht gab, also in der heutzutage aufgefassten Bedeutung.

    Was für Hunde zb waren das?

    Dass es bei game bred Pit Bulls Linien gibt, die reine Aggressionszucht und eventuell ziemlich gaga waren, keine Frage.

    Rottweiler zb können damals noch nicht unter dem Begriff subsummiert worden sein. Das sind Treibhunde, keine Hunde für die Pit.

    Tosa Inu, als andere Hundekampfrasse, eher auch nicht, die funktionieren im Tierkampf anders.

    American Staffordshire Terrier? Keine Selektion auf die Pit mehr.

    Yorkshire Terrier, Patterdale Terrier- keine Selektion auf die Pit mehr.

    Wenn 1983 von Kampfhunden gesprochen wurde, kann es sich aus meinem Verständnis raus nur um American Pit Bull Terrier handeln, liniengezogen ev. Also explizite Aggressionszucht bzw natürlich ein Fokus auf "Härte".

    Oder was sonst sollen "Kampfhunde" sein?

    Der englische Dangerous Dog Act, als eine der ersten Regulierungen, ist von 1991 und da ging es noch ziemlich ab in Sachen Hundekampf in UK oder den USA, und da waren vorrangig Pits und Staffs gelistet bzw verboten (m. M. nach schlichtweg auch deshalb, weil man sie optisch kaum auseinander halten kann und zumindest in den USA Pits auch doppelt eingetragen werden können oder konnten, als AmStaff, glaub ich)

  • Was für ein Gutachten ist das?

    Eine Dissertation über die Durchführung von Wesenstests mit fast 2000 Rottis. Die kamen da auch ganz gut bei weg.

    Das stand in der Einführung.

    Muss ich mal suchen, falls mal Zeit und Lust bleibt.

    So aus dem Zusammenhang gerissen liest es sich schwammig und nach da hat sich jemand nicht sehr intensiv mit der Geschichte von Kampfhunden auseinander gesetzt bzw zieht ev. Schlüsse, die so nicht zulässig sind.

    Dass es beim Pit Linien gab und wahrscheinlich noch gibt, die in Richtung Aggressionszucht/Qualzucht gehen, ja!

    Beim Rottweiler wird es das vielleicht auch geben. Aber wieder mit anderem Hintergrund/Ziel.

    Grad aktuell mit der Debatte um die 1 1/2 Diensthunde, die den Hundeführer mutmaßlich getötet haben, bemüht man sich sehr, ständig zu betonen, dass es keine Aggressionszucht gibt. Nunja, ich wage zu behaupten, dass viel von dem, was im Dienst gebraucht wird, durchaus in die Richtung gehen KANN.

    Und im illegalen Bereich bzw in Ländern mit weniger Regelmentierung gibt es sicherlich so den einen oder anderen Kennel, die eine oder andere Linie bei etlichen Gebrauchshunden oder "krassen" Hunden, wo die Grenzen auch verschwimmen.

    Plus bei schlechter Wald- und Wiesen Zucht.

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