• Hallo ihr lieben :winken:

    Es geht um folgendes:

    Mein 10 Monate alter Australien shepherd darf bei mir im Garten natürlich frei rumlaufen. Er hat von Anfang an gelernt erst zu laufen wenn ich auch das Kommando "lauf" sage. Vorher muss er bei mir an der Tür sitzen bleiben. Das klappt auch alles super. Sobald ich das Kommando gebe, rennt er auch wie verrückt duch den Garten, springt rum, jagt Vögel und tut so alles was ein junger Hund so macht.
    Mein Problem liegt jetzt allerdings beim Spaziergang draußen. Dort habe ich ihm auch von Anfang an beigebracht bei mir zu bleiben,wenn ich keinen andern Befehl gebe. Er läuft auch ohne Leine super bei mir, ist aufmerksam usw. Jedoch entfernt er sich dann nicht weiter wie höchstens 2m von mir. Natürlich will ich auch, dass er im Wald und auf Wiesen mal richtig rennen kann. Wenn ich jetzt jedoch das Kommando "lauf" gebe rennt er im Sprint in den Wald und ist auch nicht abrufbar. ( was er ohne das Kommando immer ist )
    Er rennt zwar nicht weg, und kommt auch wieder zurück aber ist auch manchmal außer Sichtweite. Ich denke es liegt daran, dass die vögel dabei aufschrecken und er sie jagen kann :ka: so ist es mal im Garten.
    Sobald er wieder bei mir ist bleibt er auch bei mir und rennt nicht wieder weg. Es liegt also nur an dem "Lauf" :headbash:

    Meine Frage: Soll ich das Kommando komplett ersetzen bzw weglassen? Und wie bring ich ihm bei zwar zu laufen aber nicht zu weit und vorallem immer abrufbar zu sein.
    Hat jemand Tips wie ich ihm das "Vögeljagen" abgewöhnen kann?
    Soll ich einen keinen Befehl dafür verwenden? Und was soll ich anders machen?

    Ich hoffe mir kann jemand helfen :applaus:

  • Ich hab ihm von Anfang an beigebracht nicht weit von mir weg zu gehn sobald ich nichts anderes sage. Das macht er auch noch so. Bis vor nem Monat war er auch bei "lauf" immer noch abrufbar oder hat mit mir gespielt. Mitlerweile interessiert es ihn nicht mehr was ich dann tu. Selbst wenn noch ein anderer Hund dabei ist. Er läuft einfach grade in den Wald :ka:

  • Zu dem Verhalten nach dem "Lauf" kann ich weniger sagen, dafür aber zum Vogeljagen. Ich habe ja einen Shepherdmix und genau in dem Alter hat er viel in Frage gestellt, was gut gelernt war. Vogeljagen, sogar hinter Steinen herlaufen, die man beim Laufen kickt, war allerdings nie erlaubt um unkontrolliertes Jagen zu vermeiden. Dieses "da bewegt sich was -ich flitze" wollte ich unbedingt verhindern.
    Da das hier schon als Verhalten verfestigt ist, bleibt meiner Meinung nach nur das Jagen komplett zu verhindern. Gerade auch im Garten. Gleichzeitig ein Training, das Jagdverhalten beinhaltet, neu anfangen. Das kann Dummy- oder Nasenarbeit sein; irgendetwas das zum Hund passt.
    Das ist natürlich unbequem. Wir hatten auch mal 3 Wochen, in denen aus anderen Gründen, Freilauf im Garten gestrichen war. Ich wäre aber dabei superkonsequent und würde an das lange spätere Zusammenleben denken.
    Zwei mal hatte ich Befehle, die überhaupt nicht funktionierten bzw. bei denen es eine Fehlverknüpfung gab. Da blieb nur das Ganze neu aufzubauen - mit einem ganz anderen Wort.

  • Ich glaube gar nicht mal, dass nur das Kommando "Lauf" das Problem ist. Wenn dann nur, dass er gelernt hat, sich solange zu hemmen, bis du Feuer frei gibst und er dann dementsprechend auch frei dreht. Und das Sich-Hemmen an sich erfordert so viel Selbstbeherrschung, dass die Freigabe da richtig Energie freisetzt, die der Hund vorher quasi runter geschluckt hat.

    Arbeiten würde ich eher an dem Rückruf, denn dann wäre es ja egal, ob er frei dreht. Gerade in dem Alter sind viele Sachen einfach noch mal schwieriger, das bereits Gelernte muss weiter unter steigender Ablenkung trainiert werden.

    Ebenso kann es sein, dass das Jagdverhalten einfach auch gerade erwacht und durch das Vögel hoch jagen, erfährt er ja eine Selbstbelohnung und er will sich das Gefühl wieder beschaffen. Hier wären vielleicht einfach Übungen zur Impulskontrolle wichtig.

    Aussies reagieren stark auf Bewegungsreize, jetzt in dem Alter sind es vielleicht nur die Vögel, aber das kann sich ja noch steigern und auch auf andere Bewegungsreize übergreifen. Von daher ist bei einem Hütetypen eine gute Impulskontrolle sehr wichtig.

    Von daher würde ich auf jeden Fall schauen, dass er das Vögel hoch jagen schon nicht darf und sich an bewegten Reizen hemmen lernt, ein Abbruchsignal wäre grundsätzlich von Vorteil, um unerwünschtes Verhalten abbrechen zu können und letztendlich kannst du deinem Hund ja auch beibringen, auf Wegen zu bleiben und verbieten, den Wald zu betreten. Wenn Freilauf, dann halt auch nach bestimmten Regeln, ansonsten gibts keinen Freilauf. Du kannst ja bestimmen, wie weit dein Hund sich von dir weg bewegen darf und ob er auf Wegen bleiben und nicht in den Wald laufen soll.

    Möglicherweise fehlt dir gerade einfach so ein Mittelding, also ein gewisser Radius, in dem der Hund sich zwar frei bewegen darf, aber noch ansprechbar und kontrollierbar ist. Er kennt momentan nur sich extrem zu hemmen oder richtig los zu machen.

    Wenn es bisher immer so war, dass er entweder ganz nah bei dir bleiben soll oder halt auf Kommando "Lauf" richtig Gummi gibt, dann würde ich sehr wahrscheinlich noch mal mit einer Schleppleine innerhalb eines festen Radius Rückruf, Abbruch und Kontrollierbarkeit weiter trainieren.

    Bei einigen Hunden und bei sehr vielen Hütetypen ist es so, dass sich sich zwar hemmen können, aber bei Freigabe dann auch sofort richtig durchdrehen. Ein bisschen so wie die kleinen Spielzeugautos, die man erst aufzieht, indem man die ein paar Mal vor und zurück über den Boden schiebt und wenn man dann los lässt, zischen die ab.

  • Das was du da beschreibst sollte ja eigentlich ein Freigabekommando sein, oder?
    Es ist sehr sinnvoll, wenn man zwei Freigabekommandos hat, nämlich eines wie dein aktuelles "lauf", wo er richtig los fetzen kann. Das kannst du dann ruhig auffordernd sagen und auch als Belohnung einsetzen, das funktioniert sehr gut. Wie du aber gemerkt hast, eignet es sich auf diese Weise nicht für alles. Deshalb würde ich einfach ein zweites, ruhigeres Freigabekommando aufbauen, das wirklich nur heißt: du darfst jetzt gehen, es gibt nichts mehr zu tun.

    Ich hab bei meinen Hunden "lauf!" als aufputschendes, und "okay..." als ruhiges Freigabekommando. "Lauf!" kommt wie gesagt zur Belohnung zum Einsatz, aber auch wenn ich meine beiden zum Spielen anheizen will, bzw generell, wenn sie einfach richtig Gas geben können. "Okay.." ist viel ruhiger gesprochen, und das muss man auch gründlicher aufbauen. Erst sollte man es nur in sehr entspannten Situationen benutzen, also nicht, wenn man eh schon weiß, dass der Hund jetzt durchstartet, wenn man ihn frei gibt. Wichtig ist auch, dass Wenn man das gründlich aufbaut, sodass der Hund bei dem Kommando automatisch eher entspannt ist und dann zb ruhig schnuppern geht oder sich hinlegt o.ä., dann ist es ein wirklich nützliches Kommando, das ich zum Beispiel benutze, wenn sie zu anderen Hunden hin dürfen.

    Ich finde das verhält sich ganz ähnlich wie mit einem Markerwort. Da kann es auch sinnvoll sein ein ruhiges und ein aufputschenderes zu haben. Dazu gibts ein Video von Kikopup :)

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  • Wir haben eigentlich 3 Freigabekommandos. "Frei" für Gelegenheiten wie Garten, Hundewiese, tatsächliches Freilaufgelände, "geh" bedeutet in etwa "geh schnüffeln, aber bleib in der Nähe" und "dableiben" ist ohne Leine, aber mit nur kleinem Radius. War so nicht beabsichtigt, sondern hat sich einfach eingebürgert.

    Bei "frei" gibt sie übrigens ähnlich Gas wie deiner, @Anna92, deshalb wird es nur verwendet, wenn sie NICHT davon flitzen kann.

  • Sehe ich ganz ähnlich:


    Wenn es bisher immer so war, dass er entweder ganz nah bei dir bleiben soll oder halt auf Kommando "Lauf" richtig Gummi gibt, dann würde ich sehr wahrscheinlich noch mal mit einer Schleppleine innerhalb eines festen Radius Rückruf, Abbruch und Kontrollierbarkeit weiter trainieren.

    Bei einigen Hunden und bei sehr vielen Hütetypen ist es so, dass sich sich zwar hemmen können, aber bei Freigabe dann auch sofort richtig durchdrehen. Ein bisschen so wie die kleinen Spielzeugautos, die man erst aufzieht, indem man die ein paar Mal vor und zurück über den Boden schiebt und wenn man dann los lässt, zischen die ab.

    Ich gehe gerade bei den Hütis hier nur ungerne über tu-das-Kommandos im Freilauf, vor allem in Zusammenhang mit dem Aufbau einer Erwartungshaltung. Das verlangt ihnen weitaus mehr ab, als es in dem Moment den Anschein hat, hält sie in Arbeitsmodus und wenn der beendet ist, muss die ganze Energie erst mal raus... Ich würde dir raten, Schleppleine dran, das konzentrierte bei dir bleiben in engem Radius erst mal ganz wenig verlangen (also dieses im 2-Meter-Radius blieben), dafür Abbruch bzw. Grenzen trainieren ohne mehr als verbales, ruhiges Lob (also "weiter", "warte", "raus da"). Und ihn in dem Schlepp-Radius wirklich in seinem Tempo laufen und einfach schnüffeln lassen. Entspannen, fernab von Arbeitsmodus, aber eben mit festen Grenzen.

  • Schnuppert der gar nicht mal länger rum?

    Beschäftigst Du ihn beim Spazierengehen?

    Schnuppern macht er recht wenig. Da muss schon grade ein interessanter Geruch da sein.

    Ich mach mit ihm öfter Hindernissspiele. Mal wo drauf springen mal um was rum laufen. Das macht er auch gerne. Aber da gilt ja auch wieder dieses "bei mir bleiben"

    Ballspiele oder Wurfspiele findet er mal toll und mal total langweilig.
    Im Moment ist er wirklich sehr phasenweis :???:


    Und vielen Dank für die ganzen antworten :gut:

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