Blutspenden- schlechtes Gewissen!

  • An die, die es schonmal gemacht haben: wie seid ihr das angegangen? Habt ihr einfach in der Klinik angerufen und gefragt ob sie gerade wen zum spenden brauchen?

    Unsere Tierklinik hat ein Plakat an der Wand. Grosse Hunde mit Hinweis "wir sind Blutspender".

    Das soll wohl zum Nachdenken anregen und zum Fragen. :/

  • wir wollten letztens einer freundin von mir mit einer blutspende für ihren rottweiler helfen. von unseren vieren kam vom gewicht her nur der spanische bardino-mischling infrage... leider dürfen auslandshunde nicht spenden.

    weiß jemand, warum das so ist? wegen schlummernden MMK?

    leider hat der rotti es nicht geschafft :(

  • Wenn der Hund beim TA Panik hat, braucht man kein schlechtes Gewissen haben - kein TA will einem Tier unnötig Stress bereiten und lieber zapft er ein Tier an, das damit gut klar kommt, als das er einen Paniker sediert. Sedation ist natürlich auch möglich (und wird bei Wackelkandidaten auch schonmal gemacht, um zu vermeiden, dass mittendrin Panik ausbricht), aber die muss ein Hund ruhig hinnehmen können. Sonst nehmen TÄ von solchen Hunden auch eher Abstand, weil es eigentlich keinem etwas bringt.
    Im E-Fall fragen Tierärzte und Kliniken auch beim jeweils nächsten Tierheim an (ich kenn in Tierheimen etliche Blutspender) - dort gibt es fast immer einen Kandidaten, der gesund und geimpft ist, genug Masse hat und ruhig genug bleibt. Vielleicht nimmt das den Panikern ein bisschen den Stein vom Herzen. Natürlich hilft jeder blutspendende Privathund Hunden in Not - aber im Notfall springen auch die Nothunde gern ein, ehe ein Paniker seine größte Angst überwinden muss =)
    Ein Not-Doggerich hat diesen Monat erst einen Hund "gerettet", der einen Giftköder gefressen hat. Der Doggerich hat bis auf ein bisschen Fell und Blut nichts verloren dabei - der wurd danach extra verwöhnt.
    (Keiner meiner Hunde konnte je spenden - wäre nur unter Narkose gegangen, weil der TA sonst gefressen worden wäre. Und Naga schrappt gerade so an der Gewichtsgrenze vorbei.)

  • Wenn es bei Auslandshunden wg der MMK ist, dass sie nicht spenden dürfen, dann müssten doch auch Hunde, die in den entsprechenden Ländern im Urlaub waren als Spender ausscheiden, oder? :???:

    Ist ja theoretisch egal wie der Hund sich mutmaßlich angesteckt hat.

    Mia darf nicht spenden. Zu leicht und kommt aus dem Ausland. Ansonsten würde ich sie spenden lassen.
    Ich selber würde auch gerne spenden, darf aber ebenfalls nicht.

  • Wie unterschiedlich die Meinungen sind.
    Mein Hund hat nur stress, der andere Hund würde sterben.
    Der Stress vergeht und der andere Hund überlebt.
    Wenn Paula zu diesen benötigten Zeitpunkt fit ist, sofort.
    Es könnte auch euer Hund sein, den Paula mit ihrem Blut das Leben rettet. Ihr könntet euren Hund für immer verlieren, nur weil ich Paula nicht zur Ader lasse, da Madame zu gestresst ist. Nein, das könnte ich nicht. Überleben ist wichtiger als Stress.

  • @RedPaula
    Eine lobenswerte Einstellung. Aber Stress!=Stress. Es gibt Hunde, die man leicht sedieren oder vielleicht nur zu viert festhalten muss, um ein bisschen Blut zu bekommen und es gibt Hunde, die panisch kreischend um sich beißen und sich in Lebensgefahr wähnen. Beides Stress. Eines davon möchte ich einem Hund nicht "einfach so" zumuten.
    Da muss jeder seinen Hund selber einschätzen können. Und wenn ein Hund panische Angst hat (und das ist weit mehr als ein bisschen Stress), ist das wirklich eine Zumutung.
    Es sind schon Hunde im Stress kollabiert und mussten aufwändig wieder stabilisiert werden. Ich würd einen Paniker nicht für einen (ich weiss, das klingt blöd) "wildfremden opfern". Im Normalfall gibt es aber Alternativen als den Paniker. Und dem würde ich eben keine Vorwürfe machen, wenn es nicht geht. Das ist nicht fair.

    Ich muss aber auch sagen, ich hab meine eigenen "Rücklagen". Wenn gar nichts mehr geht, auch nicht über TH und Co., hab ich einen Rotti und einen Staff in der Hinterhand. Fallen die beiden aus, folgt ein "rühr mich an und du bist tot"-Akita, der narkotisiert werden müsste, aber derart schon einmal spenden musste. Und wenn all das versagt, bleibt noch die Öffentlichkeit, die man über Social Media gut erreicht und die schon oft weitergeholfen hat. Vielleicht müssen DANN ein paar Paniker aktiviert werden - aber nicht vorsorglich.

  • ich lese auf Facebook bei uns im Ort in letzter Zeit sehr oft, dass Hunde in der Klinik liegen und um eine Blutspende gebeten wird.

    Da liest man vieles.
    Interessant wäre, wer da bittet.
    Blutspenden sind ein dickes Geschäft. Der Spender (oder der HH) wird über die Mitleidsschiene angelockt und findet sich barmherzig.
    Das wird oft ausgenutzt. Kasse gemacht wird dann beim Kunden (transfusionsbedürftigem Hund).

    Als Spender hat man nur den Stress für den Hund (muss länger ruhig liegen, Angst, Schmerz usw.).

    Ich würde sehr genau schauen, wer da um eine Spende bittet, wie gut die Aufklärung ist bezüglich Blutgruppenverträglichkeit usw.

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