Umgang mit Schutz- und Wachtrieb

  • Bo als DSH zeigt beides, allerdings in Maßen. Sam als Labbi-Schäfi-Mix ist nur Mitläufer. Wenn es klingelt, rennen beide zur Tür, bellen und kommen sofort wieder zurück ins Wohnzimmer. Jeder Besuch wird überschwenglich begrüßt und auch draußen sind fremde Menschen kein Problem. Im Garten wird nur gemeldet, wenn Mensch mit Hund vorbei geht. Nur Mensch ist den beiden egal. Wir hatten einmal eine Situation bei der letzten Runde, wo uns wohl jemand angreifen wollte, da sind beide nach vorne gegangen und haben den potentiellen Angreifer verbellt. Bo ganz klar, weil sie ihre Menschen beschützen wollte, Sam wohl eher, weil er selbst, diesen Menschen seltsam fand. Bo ist auch so ein bisschen ein "Kontrolletie". Beim Spaziergang läuft sie sehr häufig zwischen meinem Mann und mir und oftmals, dreht sie sich um, wenn sie mal vor läuft, um durch zu zählen, ob alle noch da sind.

  • Emma hat definitiv starken Wachtrieb, Schutztrieb bis jetzt noch nicht.
    Sie wacht und meldet, auch draußen, angefasst werden möchte sie nicht, das
    sie dunkelblond ist macht die Sache nicht leichter, gott sei Dank hat
    sie immer einen "lass-mich-in-ruhe" Blick drauf, der abhält, sie zu
    streicheln, die die es nicht glauben können, werden angeknurrt, was für
    mich absolut in Ordnung ist.


    Wie ich es handhabe? Sie darf bellen, hört nach einem "Is gut jetzt" aber auf.
    Schleicht jemand am Gartenzaun lang, meldet sie dies zuverlässig, lässt sich aber auch da abrufen.

  • Was sich bei Kalle aktuell aendert ist sein Verhalten bzgl. meiner Oma. Sie wird gerade immer tueddeliger und unsicherer in ihren Bewegungen. Sobald jemand um sie rum ist, der nicht zur Familie gehoert, ist Kalle in ihrer unmittelbaren Naehe (wenn man ihn laesst) und beobachtet alles ganz genau..
    Nicht hektisch oder so. Wenn sie stehen, dann sitzt/liegt er neben ihr und beobachtet voellig ruhig und wenn sie laufen, laeuft er neben ihr...

  • Charly bringt von seiner Mali und Boxer Seite einiges an Wachtrieb mit. Schutztrieb habe ich jetzt noch nicht so sehr bemerkt, das scheint sich aber jetzt derzeit etwas mehr ausbreiten.
    Mit dem Wachtrieb habe ich keine Probleme. Wenn er im Garten ist, meldet er alles was in der Nähe unseres Zauns stehenbleibt und eventuell sogar in Zaunrichtung schaut.
    Im Haus meldet er sobald sich jemand in der Nähe der Haustür oder im Garten aufhält. Finde ich eigentlich ganz praktisch da man sich automatisch sicherer fühlt. Wir werden erstmal abwarten wie sich das mit dem Schutztrieb noch entwickelt.
    Was fremde Besucher angeht ist er immer erst etwas skeptisch, ist aber immer freundlich, was er wohl von seiner Labbi Seite hat (fremde werden aber nun nicht überschwenglich begrüßt, aber eben auch nicht verknurrt/verbellt).
    Also insgesamt komme ich damit bis jetzt super zurecht und hoffe dass sein Wach und Schutztrieb so bleibt und besonders letzteres nicht noch viel intensiver wird.

  • Herdenschutzhunde ohne Schutztrieb wäre wie Duschen ohne Wasser. Und zu versuchen das zu unterbinden, endet i.d.R. dort wo es häufig endet. Im Tierheim.

    Diese Tiere sind seit Jahtausenden (unsere Komondorok seit geschätzten 4000 Jahren) ausschließlich zum Bewachen und Schützen gezüchtet und selektiert worden. Dieses Verhalten dann zu unterbinden, kann nur schief gehen. Extra darauf trainieren muss und sollte man nicht, was geht ist kanalisieren und Steuern. Aber auch das nur in gewissem Umfang.

    Man kann Abbruch-Kommandos etablieren, damit Bellen aufhört, aber das Melden selbst nicht unterbinden. Man kann dafür sorgen, das Gäste als solche akzeptiert und eingelassen werden, aber nicht verhindern, dass die Hunde den Gast kontrollieren ( jeder Gast muss das aushalten, kann sich aber danach vollständig frei bewegen) Ein auf den Platz oder die Decke schicken ist völliger Blödsinn, da diese Hunde dann kaum noch runter kommen. Sie müssen in der Lage sein, eine selbst initiierte Handlung aufzulösen.

    Sie sichern immer und überall, was in Kombination mit ihrer sehr hohen Eigenständigkeit bedeutet, dass wir als HH nur mäßig bis gar nicht interessant sind wenn wir unterwegs sind (man, bzw Hund meldet sich durch kurzes Anstupsen oder Handknabbern ab und an und geht dann wieder eigenständig Patrouille. Natürlich immer in "Eingreifreichweite". Sagen wir mal so: Ich habe mich, bzw. meine Familie nie sicherer gefühlt, als mit diesen Hunden, man muss aber mit den Eigenarten umgehen können. Wenn das nicht so ist oder man versucht das "umzubiegen" wird es evtl. unangenehm.

  • Hi,

    Sino kann mit allem aufwarten: Schutztrieb ( nachts)
    Wachtrieb ( jeder wird einmal kurz gemeldet) und Territorialverhalten, vor allem gegenüber Rüden, die ihn nicht akzeptieren.

    Nachts ist uns mal eine komische Type entgegen gekommen. Natürlich war ich angespannt, und Sino ist direkt nach vorne gegangen. Ich will nicht ausschließen, dass das gut war. Ich hätte keine Lust gehabt,dass der Type noch näher kommt.
    Ansonsten lasse ich nachts keine Kontakte zu Menschen zu. Das reicht. Tagsüber ist er immer der liebste Hund allen Menschen gegenüber. Das kann zwar nachts auch so sein, aber ich fühle mich dabei einfach wohler. Nachts begegnen wir ohnehin kaum jemandem.

    Wachambitionen zu Hause: Waren sehr stark als wir ihn aus dem Tierheim holten.
    Am liebsten hätte er vor der Haustür geschlafen um aufzupassen. Das haben wir konsequent unterbunden und ihn auf seine Decke geschickt. Für Besuch sind wir alleine zuständig, da darf er erst nach ca. 2-3 Minuten hin. Ein Dazwischendrängen beim Begrüßen würde ich nicht wollen.
    Im Garten oder auf der Terrasse ist er niemals alleine. dann käme er auf die Idee sich aufzuplustern wenn er was hört. Auch das wird sofort unterbunden wenn er Anstalten macht.

    Er hat begriffen, dass wir für Sicherheit und soziale Kontakte zuständig sind und das Thema auch beherrschen. Er ist seit dem Tierheim deshalb richtig tiefenentspannt geworden, er ist einfach dafür nicht mehr zuständig und kann sich fallen lassen. Gegenüber der ersten Zeit schläft er bestimmt 4-5 Stunden mehr pro Tag. Nachts schläft er mittlerweile durch.


    Das waren eigentlich relativ einfach zu händelnde Dinge, Territorialverhalten ist was anderes. Wenn ich sehe, das ein fremder Rüde sich steif macht oder ne Bürste zeigt, weiss ich schon genau,dass Sino da wenig kopromissbereit ist.
    Ich muss ihn dann an die kurze Leine nehmen, sonst nimmt er richtig Schwung.
    Da hilft dann auch kein Schau.

    Alles in allem ist er mittlerweile ein einfach zu händelnder Hund geworden, man kennt und vertraut sich.

    LG

    Mikkki

  • Unsere Bullmastiffs haben den rassetypischen und von uns auch gewünschten Wach- und Schutztrieb, aber auf sehr angenehme Weise. Gemeldet wird alles außerhalb des Gartens, beim Türklingeln jedoch nicht. Sie stellen sich vor die Tür, überlassen es aber uns wer rein darf. Wen wir reinlassen wird freundlich, fast aufdringlich begrüßt.

    Draußen darf niemand hinter uns laufen, sie setzen sich dann hin bis derjenige vorbei ist. Kommt wer entgegen, wird beobachtet.
    Wenn ich mit demjenigen rede, wird der mit auf den Fuß stellen genötigt zu streicheln.
    Blöde Situationen mit komischen Leuten hatten wir bisher nicht, ist bei 2 Hunden mit je 50 und 70 Kilo auf dem Dorf aber auch nicht sehr wahrscheinlich.


  • Draußen darf niemand hinter uns laufen, sie setzen sich dann hin bis derjenige vorbei ist. Kommt wer entgegen, wird beobachtet.


    das mag loki auch so gar überhaupt nicht. ist das einzige, was mich ziemlich nervt. bleibt nur vorbei lassen, oder relativ viel abstand lassen. sonst wird er sehr unentspannt und ich muss ihn teils mitschleifen. wenn generell viele menschen unterwegs sind und er sich nicht so fokussieren kann, ist aber kein thema.

  • Da bei uns kaum jemand ist, ist es nicht so schlimm. Ich muss halt nur aufpassen dass die Schulkinder nicht gerade vom Bus kommen, wenn das der Fall ist, setzen wir uns einfach an den Straßenrand. In der Stadt stell ich mir das aber nervig vor.

  • Ich muss aber dazu sagen dass sie wirklich jedem gegenüber sehr freundlich sind, sie gehen auch eher zurück als nach vorne wenn ihnen etwas gruselig erscheint. Ich möchte auch nicht das meine Hunde mich beschützen, ich bin jenige die das regelt.

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