Gewalt an Hunden in der Öffentlichkeit

  • Ich habe sowas auch schon erlebt.

    Ein unangeleinter Hund kam zu Luna gelaufen, die Halterin hinterher. Offenbar war sie sehr erbost, weil ihr Hund nicht auf den Rückruf gehört hatte, also fing sie an, ihn mit der Leine zu vermöbeln.

    Ich war kurz sprachlos, aber nur sehr kurz. Dann hab ich sie gefragt, was sie da bitte mit ihrem Hund macht. Die gute Frau wurde knallrot und stotterte irgendwas von wegen "Normalerweise mach ich sowas ja nicht, aber..." Ich hab dann nur gesagt, dass das dafür aber verdammt geübt aussah und dass sie sich was schämen soll. Die hat sich dann ziemlich beeilt, um von mir wegzukommen.

    Sorry, aber in solchen Situationen kann ich nicht den Mund halten und will es auch nicht. Auch wenn solche Menschen ihr Verhalten vermutlich nicht ändern werden, kann es nicht schaden, ihnen einen (verbalen) Denkzettel zu verpassen. Dann merken sie vielleicht, dass ihr Benehmen eben nicht von allen stillschweigend geduldet wird.

  • Ich greife auch meistens bei sowas ein .
    Vor paar Wochen war eine Frau ihren Garten am machen ,Der Hund von ihr lag ganz ruhig da bis wir dran vorbei gingen ,Er ging zu uns die Frau rufte aber er kam nicht, sie ist dann hingegangen hat ihn weggezogen und fing an ihn zu schlagen :( .
    Ich habe sie dann gefragt ,ob sie einen Knall hat und warum sie das jetzt macht ,sie hat mir dann nur geantwortet das ich mich da nicht einmischen soll.
    Ihr habe ihr dann geantwortet das ich nächste Mal die Polizei rufe.
    Sie ist dann sofort rein gegangen.
    Als ich sie letztes mal wieder gesehen habe ,ist ihr Hund wieder zu uns gelaufen diesmal hat sie ihn aber nur leicht weggezogen und hat sich entschuldigt.

  • Ich halte ehrlich gesagt nichts davon, sich in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen.

    Das sehe ich anders. Einen Hund öffentlich zu schlagen- und in der Eingangsfrage geht es um Gewalt- ist keine Privatangelegenheit, sondern je nach Art und Umfang eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat. Ganz davon abgesehen gibt es aber für mich aber auch noch einen moralischen Aspekt, der es mir verbietet, einfach wegzusehen wenn einem unterlegenen Lebewesen (gleich ob Mensch oder Tier) Gewalt angetan wird.

    Klar ist es blöd, wenn man völlig zu Unrecht verdächtigt wird, seinem Hund etwas angetan zu haben. Aber nach dem ersten Ärger wäre ich froh, dass es Menschen gibt, die nicht einfach wegsehen und helfen. Es gibt zig Beispiele dafür, dass Leid überhaupt ermöglicht wird, weil das komplette Umfeld wegsieht.

    Was die Situation mit dem Auto anbelangt: da halte ich eine diplomatische Reaktion für mehr als angemessen. Ich fände es fatal, wenn die Schüler beim nächsten Hund, der wirklich Hilfe braucht, wegsehen würden, weil sie von einer Lehrerin gelernt haben, dass Zivilcourage abgestraft wird.

  • Was die Situation mit dem Auto anbelangt: da halte ich eine diplomatische Reaktion für mehr als angemessen. Ich fände es fatal, wenn die Schüler beim nächsten Hund, der wirklich Hilfe braucht, wegsehen würden, weil sie von einer Lehrerin gelernt haben, dass Zivilcourage abgestraft wird.

    Es gab ja noch einen Hintergrund dazu... Und da wäre eine andere Reaktion auch absolut angemessen gewesen... Die Schülerin ist nämlich keine 16 mehr, sondern sage und schreibe schon 23 und wollte, wie sich später rausstellte, sich einfach mal wichtig machen.

    Aber natürlich hast du Recht. Ich bin froh darüber, wenn meine Schüler die Augen offen halten und mich alamieren, falls wirklich mal was ist mit Newton. Aber in diesem Fall ging es einfach ums Prinzip...

  • Ich halte ehrlich gesagt nichts davon, sich in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen.

    Ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen "sich Einmischen" und Zivilcourage. Wobei ich zugebe, dass der Übergang dazwischen natürlich fließend und von Außenstehenden auch nicht immer zu erkennen ist.
    Meine Meinung: lieber einmal zuviel den Mund aufgemacht und evtl nen blöden Kommentar kassiert, als Gewalt an Hunden (oder Kindern) stillschweigend akzeptiert.

    Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, gab es im Dorf eine Hundehalterin, die ihren offenbar leinenaggressiven Hund regelmäßig an einer Wäscheleine, die sie als Hundeleine verwendet hat, stranguliert hat, das arme Tier ständig auf's Kreuz geschmissen hat etc.
    Als sie eines Morgens ihren winselnden Hund in Anwesenheit ihres geschätzt vierjährigen Kindes vermöbelte, ist mir der Kragen geplatzt und ich hab sie gefragt, welche Reaktion sie durch ihr Verhalten erreichen möchte und ob das Ziel ihrer Handlungen ein völlig devoter Hund oder ein verstörtes Kind seien.
    Die Frau war sichtlich irritiert, hat sich leise entschuldigt, Kind und Hund geschnappt und ist davonmarschiert. Ein paar Wochen später hat sie sich offenbar dazu entschieden, den Hund abzugeben, er hat jetzt ein tolles Zuhause und die neuen Besitzer trainieren sehr erfolgreich mit dem Kerlchen.

    Seitdem ist mir mehrmals passiert, dass HH ihren Hund in meiner Anwesenheit geschlagen oder getreten haben, und ich habe immer was gesagt. Die Reaktionen reichten von betretenem Schweigen bis zu Beschimpfungen, ich kann mit letzerem gut leben, aber eben nicht mit Wegschauen und Nichtstun :ka:

  • Wenn immer es geht, sage ich etwas, wenn ich solche Szenen beobachte. Wo ich allerdings wirklich vorsichtig bin, sind Situationen, in denen man sich selbst nur (unnötig) in Gefahr bringt. "Schönstes" Beispiel: Wir hatten hier jahrelang einen Typen, der unregelmäßig mit seinem DSH am Fahrrad im Wald unterwegs war. In der einen Hand die Hundeleine, die andere Hand am Lenker und quer über den Lenker einen großen, dicken Stock gelegt. Wenn der Hund Spaziergänger oder andere Hunde angebellt hat, hat der Typ ihn damit regelrecht zusammengeschlagen.

    Der Hund tat mir unendlich Leid, aber der Kerl war jedes Mal komplett in Rage – das einzige Mal, dass ich meinen Mut zusammengekratzt und ihn gefragt habe, was das soll, kam der mit dem völlig ausgetickten Hund auf mich zu und hat angedroht, dass er seinen Hund auf meinen hetzt und ich gerne auch Prügel mit dem Stock beziehen könnte. Der sah aus, als ob das keine leere Drohung wäre. :fear:

    Bei solchen Dingen geht mir Eigenschutz vor Zivilcourage. Ansonsten, wenn z.B. genügend Leute als "Zeugen" dabei sind und man nicht allein mitten im Wald steht, sondern in einer 'belebteren' Ecke unterwegs ist, sage ich etwas.


  • Bei solchen Dingen geht mir Eigenschutz vor Zivilcourage. Ansonsten, wenn z.B. genügend Leute als "Zeugen" dabei sind und man nicht allein mitten im Wald steht, sondern in einer 'belebteren' Ecke unterwegs ist, sage ich etwas.

    Richtig. Ist bei mir auch so.
    Jetzt, mit einem Schäferhund an meiner Seite, bin ich etwas mutiger, aber nicht lebensmüde. :verzweifelt:
    Kommt auch darauf an ob Mann oder Frau handgreiflich gegen ihren Hund werden.
    Bei einem gestandenen Mann mach ich lieber das ich weg komme. Wenn so einer seinen Hund misshandelt hat er sicher auch keine Hemmungen einen Menschen zu verprügeln.
    Hier läuft so ein Psycho herum. Der tut zwar seinen Hunden nichts, hat mich aber schon bedroht weil ich seinen Hund geblockt habe. Angefasst habe ich den nicht und nur verhindert das er, bzw. die Hündin, meine beißt. Der Kerl ist total ausgerastet und ich möchte mir nicht ausmalen was passiert wäre wenn da nicht noch andere Personen gewesen wären.
    Letztendlich hat er sich dann am nächsten Tag entschuldigt, aber ich rechne nicht damit das es bei der nächsten Begegnung anders läuft.

    LG Terrortöle

  • Ich erinnere mich an folgende Situation:

    Laica war noch ein Welpe also war ich somit 14 Jahre alt.

    In unserer Nachbarschaft lebte eine ältere, etwas schrullige Frau mit einem JRT.
    Die Hündin wurde sehr geliebt, aber auf falsche Art und Weise, was sich vor allem am Gewicht des Hundes erkennen ließ (Meine Mutter kennt die Frau).

    Die Hündin steckte in einem dornigen Gebüsch, weil da wohl ein Kaninchen drin saß.
    Die Frau bekam die Hündin da kaum noch raus.

    Ich stand mit Klein-Laica daneben.

    Dann war der Hund endlich aus dem Gebüsch und die Frau gibt ihrem Hund einen Klaps (viel mehr war in meiner Erinnerung wirklich nicht, aber unangebracht fand ich es trotzdem).

    Aber selbst da sagte ich (mit gerade mal 14 und gerade seit maximal 2 Wochen Hundehalterin):

    "Ich würd da auch nicht freiwillig rauskommen, wenn man mich dann zum Lob auch noch haut..." :muede:

    Oder sowas in der Art... die Frau wurde gaaanz rot, hat sich bei ihrem Hund entschuldigt usw usw. Gegen diese Logik kam sie nicht an.

  • Ich finde es immer schwierig solche Situationen einzuschätzen, ich gebe ehrlich und offen zu das wenn Kiwi mal nicht direkt hört (an der Leine) das sie einen kleinen Knuff/Stups in die Seite kriegt. Definitiv kein Schlag oder sonstiges, und der Knuff wird auch nur mit der Hand gemacht nicht mit dem Fuß oder sonstiges bevor ich hier als sonst wer dargestellt werd. Kiwi ist ein mitteilungsbedürftiger Hund der bei allem bellt oder quiekt, das tut nicht mal zwangsläufig weh. So also auch als sie mal wieder ihr Gehirn vergessen hatte und absolut nicht leinenführig war (was sie sonst ist). Also bin ich schnellen Schrittes vor sie und habe sie wie oben beschrieben geknufft, darauf quietschte sie natürlich. Mir ist das selber unangenehm wenn dann Leute denken ich tue meinem Hund weh - aber in der Situation weiß ich am besten das diese Handlung meinem Hund definitiv nicht weh tat.
    Und genauso schwierig finde ich das bei anderen einzuschätzen. Wir haben hier in der Nachbarschaft einen Malteser Mix der ebenfalls sehr mitteilungsbedürftig ist, ein ganz junges Kerlchen. Der Besitzer hat ihn ein wenig in die Seite gestupst und der quietschte. Das habe ich mehrmals beobachtet und habe dann den Besitzer angesprochen, dieser erklärte mir direkt das ihm gar nicht bewusst war wie das rüberkommt, er würde seinem Hund nie weh tun. Glaube ich ihm direkt, er ist im TS & so weiter tätig.

    Natürlich würde ich einschreiten wenn ich sehe das jemand seinen Hund wirklich schlägt sodass er jammert, aber gerade für Leute ohne Hund ist schon das quietschen eines kleines Hundes Alarmstufe rot und man wird schräg angeschaut.

  • Mir ist das selber unangenehm wenn dann Leute denken ich tue meinem Hund weh - aber in der Situation weiß ich am besten das diese Handlung meinem Hund definitiv nicht weh tat.

    Du wirkst körperlich auf Deinen Hund ein- der Hund quiekt dabei auf (und zwar bestimmt nicht, weil er sich freut)- Dir ist es unangenehm, wenn Dich jemand beobachtet.
    Außerdem schaltet der Hund, wie Du schreibst, öfter sein Gehirn aus, womit der Erfolg auch fraglich ist. An dieser Stelle würde ich mich als Halter fragen, ob meine Methode für den Hund und mich richtig ist, aber darum geht es hier ja nicht.

    Mir wäre es übrigens wurscht, ob ich als Beobachter den Eindruck hätte, dass so eine Einwirkung dem Hund ein wenig weh, ein wenig mehr weh oder richtig weh tun würde. Für mich als Außenstehender ist in diesem Moment für die Frage, ob ich reagiere, nicht die Perspektive des Halters maßgeblich, sondern die Reaktion des Hundes und mein persönlicher Eindruck.

    Der Hund wird durch die Maßregelung einer Situation ausgesetzt, die ihm mindestens unangenehm ist. Im Unterschied zu Dir hat er aber nicht die Wahl, sich der unangenehmen Situation auszusetzen oder zu entziehen. Ich finde es also durchaus zumutbar, wenn ich Dich als Beobachter einer solchen Szene in die Verlegenheit bringe, dass Dir Dein Handeln durch meine Ansprache unangenehm ist.

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