Gewalt an Hunden in der Öffentlichkeit

  • Ja, erst letzte Woche hat der Herr Stadtverordnetenvorsteher und Hegemeister seinen BGS beim Tierarzt im Wartezimmer mehrmals stranguliert und geschlagen, damit er doch Platz macht bzw. im Platz bleibt... ich habe ehrlicherweise geschwiegen... das ist einer von denen, bei denen man letztlich nur hoffen kann, dass sie bald das Zeitliche segnen. Schliesslich sind sie ja wer und haben Erfahrung und sowieso immer Recht.

  • Wir hatten einmal so eine Situation an unserer Gassistrecke. Man wollte uns vorbei lassen und eine Hündin hat nicht gehört. Ist ne ganz liebe. Bin dann mit unserem Sam hin gegangen und habe sie zu den Besitzern gebracht. Die haben sie dann geschlagen, weil sie nicht gehört hat. Wir haben unsere dann schnell zum Auto gebracht und dann bin ich zurück gegangen und habe den Leuten gesagt, das ich beim nächsten Mal, wenn ich das sehen sollte, die Polizei rufen würde und dafür sorgen würde, das sie die Hunde abgeben müssen. die haben sich entschuldigt. Aber ob das Eindruck hinterlassen hat, kann man natürlich nicht sagen :ka:

  • Ich habe solche Situationen bisher Gott sei Dank nur 2x erlebt, aber konnte meinen Mund nicht halten.
    Auch wenn ich nicht denke, dass es beim jeweiligen Halter eine Veränderung bewirkt, setze ich darauf, dass er zumindest merkt, dass er beobachtet wird, dass sein Verhalten nicht toleriert wird und dass er sich zukünftig bremst.

    Beim ersten Mal bin ich mit dem Auto an einer Hauptstraße entlang gefahren und habe eine Frau gesehen, die ihren jungen Labrador auf offener Straße mit der Leine vermöbelt hat. Ich habe bei der nächsten Möglichkeit umgedreht, rechts ran gefahren, bin ausgestiegen, zu ihr gegangen und habe zugegeben reichlich erbost gefragt, warum sie ihren Hund verdroschen hat. Die Frau war völlig überfordert mit dem Hund, reagierte aber nicht aggressiv auf mich, sondern peinlich berührt. Wirklich tun konnte ich also nichts, aber ich hatte das Gefühl, dass doch ein wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden ist.

    Beim zweiten Mal war ich mit Mann und Hund unterwegs und habe beobachtet, wie ein Mann seinen Schäferhund verdroschen hat, weil er nicht sofort auf den Rückruf reagierte. Ich habe meinem Mann die Leine in die Hand gedrückt und bin unter den "Lass es!"- Rufen meiner besseren Hälfte zu dem Halter, um ebenfalls ziemlich ungehalten zu fragen, ob er freudig zu mir laufen würde, wenn ich "Komm her, ich haut Dir eine rein!" brüllen und die Fäuste schwingen würde. Der Typ wirkte ziemlich überrascht. Ob mein Eingreifen etwas bewirkt hat, ist zwar mehr als fraglich, aber ich kann mich in solchen Situationen nicht zurückhalten.

  • Ich halte ehrlich gesagt nichts davon, sich in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen. Wenn ich mich schon eingemischt habe, erhielt ich ausnahmslos eine dieser zwei möglichen Reaktionen: Ich wurde beschimpft, ich solle mich nicht einmischen, ob ich keine eigenen Probleme hätte, etc. pp. Oder man/frau ging einfach kommentarlos weg ohne was zu sagen. Das zeigt für mich, dass die Leute genau wissen, dass sie sich falsch verhalten und es trotzdem tun oder dass ich die Situation falsch eingeschätzt habe. Wirklich "gebracht" hat es noch nie was. Natürlich muss man handeln, wenn Schwächere in Gefahr sind, aber dann rede ich nicht groß, dann handle ich.

    Newton ist zum Beispiel eine Memme vor dem Herrn. Mit seiner Freundin kann er sich fetzen und am Ohr, an den Lefzen, etc. ziehen lassen als gäbe es keinen Morgen aber WEHE ich möchte ihm eine Zecke entfernen. Da wird gequiekt wie am Spieß... Ich saß mit ihm an der Dreisam auf der Wiese, um mich rum lauter Leute auf Picknickdecken. Ich streichelte ihm durch's Fell und ertastete eine Zecke. Beim Versuch, sie richtig zu greifen, wurde Newton unruhig und wollte weg... Klar, ist nicht angenehm, aber sie muss halt raus. Und mag auch sein, dass ich mich damals ungeschickt angestellt habe. Heute klappt das besser. Ich ihn also unter quieken festgehalten und die Zecke rausgezogen. Ich hatte sie kaum im Taschentuch erdrückt, kam ein Mann auf mich zu, was mir denn einfiele und was ich mit meinem Hund hier anstellen würde, dass er so quietscht... Ich habe ihn dann nur gefragt, was er denn denkt, beobachtet zu haben und er solle mir doch erklären, inwiefern ich mich seiner Meinung nach falsch verhalten habe... Nun, da kam nicht viel... Aber Hauptsache mal aus Prinzip Drama gemacht...

    Vor ein paar Wochen hatte ich noch so eine Situation wo ich Newton im Vollschatten bei 19 Grad Lufttemperatur 90 Minuten im Auto gelassen hatte und dann eine Mail von einer "Tierschützerin" bekommen habe, was mir denn einfiele, etc... Da es sich um eine Schülerin unserer Schule handelte, habe ich das diplomatisch geregelt, aber wenn das jemand Fremdes gewesen wäre, hätte ich definitiv anders reagiert...

  • Zitat von RafiLe1985

    Ich halte ehrlich gesagt nichts davon, sich in anderer Leute Angelegenheiten einzumischen. Wenn ich mich schon eingemischt habe, erhielt ich ausnahmslos eine dieser zwei möglichen Reaktionen: Ich wurde beschimpft, ich solle mich nicht einmischen, ob ich keine eigenen Probleme hätte, etc. pp. Oder man/frau ging einfach kommentarlos weg ohne was zu sagen. Das zeigt für mich, dass die Leute genau wissen, dass sie sich falsch verhalten und es trotzdem tun oder dass ich die Situation falsch eingeschätzt habe. Wirklich "gebracht" hat es noch nie was. Natürlich muss man handeln, wenn Schwächere in Gefahr sind, aber dann rede ich nicht groß, dann handle ich.

    Die Frage ist halt " warum" mische ich mich ein.
    Wenn ich das Ziel habe, das Gegenüber nachhaltig zu erziehen, dann kann ichs gleich lassen.
    Aber vielleicht gibt es auch andere Beweggründe was zu sagen. Diese können vielfältig sein, denke ich.

  • Ich habe solche Situationen zum Glück noch nie erlebt. Aber ich würde definitiv etwas sagen oder eingreifen, wenn ich es täte.
    Nicht um zu erziehen, sondern weil ich es erschreckend finde weg zu gucken anstatt zu helfen. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen (und meiner Erziehung) vereinbaren, einfach nichts zu tun. Ob ich eine solchen Situation richtig oder falsch eingeschätzt habe, weiss ich sowieso erst danach und darum wäre mir das erstmal egal. Nichts kann schlimmer sein, wie nichts zu tun. Ich handel lieber zweimal zu viel, als einmal zu wenig. Und das wünsche ich mir auch von anderen.

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