Erfahrungsaustausch Tierschutzhund

  • Nun ist es bald soweit. Ende Mai soll unser Kleiner hier in Deutschland ankommen.


    Wie lange vorher habt ihr denn das genaue Ankunftsdatum bekommen? Wir können es kaum noch abwarten :)


    Wie verlief die Abholung bei euch?

    Hallo


    Schön, dass Du Dich für einen Tierschutzhund entschieden hast.


    Die Abholung und Übergabe sollte auf einem eingezäunten Grundstück passieren. Ich würde vorher ein Panikgeschirr besorgen, das sollte im Fahrzeug vor der Übergabe dem Hund incl. Leine angezogen werden.


    Zusätzlich auch noch ein gut sitzendes Halsband, dass auch mit Leine gesichert ist. Panikgeschirre gibt es bereits ab 25 Euro (Wolters zB), sind ihr Geld wert und selbst gebraucht bekommt man das später wieder los.


    Der Transport nach Hause sollte in einer Box erfolgen. Stops zum Lösen würde ich nicht einlegen, man weiss nie, wie der Hund reagiert. Ich kenne Fälle, da wollte der Hund nicht mehr ins Auto zurück, haben sich wie wild gebärdet und x Fälle, bei denen der Hund so Angst bekommen hat, dass er abgehauen ist. Und solche Fälle gehen meist tödlich aus. Das Internet ist voll mit Hunden, die bei Übergabe entlaufen sind. Das geht ganz schnell, wenn ein Hund vor Panik um sich schnappt.


    Je weniger der Hund mit neuen Reizen zugeflutet wird um so schonender ist der Transport. Also am besten raus aus dem Transporter und rein in die Box und ab nach Hause. Und gesichert mit einem Panikgeschirr ( normale Geschirre sind für den Anfang absolut ungeeignet, da Hund nur Rückwärtsgang einlegen muss). Zuhause nur kurz lösen nun dann den Hund zur Ruhe kommen lassen.


    Viel Freude mit dem Kleinen. Mein Hundekind ist auch 7 Monate alt und hat Power ohne Ende. Ich bin so froh, mir damals das Panikgeschirr geholt zu haben. Sie trägt es noch heute (Nr. größer). Bei Hundebegegnungen war sie anfangs unsicher und hat schon den ein oder anderen Rückwärtsgang eingelegt. Mit normalem Geschirr wäre sie da sicher auf und davon. Jetzt ist sie selbst ziemlich gross und selbstbewusst. Rückwärts geht sie nicht mehr. Weglaufen würde sie auch nicht.

  • Hi,


    mich würde von den "Direktübernehmern" von Hunden aus dem Ausland interessieren, wie bei euch die Wohnverhältnisse bzw. die Umgebung ist? Oder besser gesagt: ist das auch möglich, wenn man weder einen Garten hat, noch in der Pampa wohnt?


    Bei mir wird die Hundesuche so langsam ernst und bis jetzt ist in den TH im Umkreis noch kein Hund dabei gewesen, der gepasst hätte. Daher überlege ich auch immer mal wieder bzgl. einer Direktübernahme aus dem Ausland, lebe hier aber in einer Wohnung ohne Garten in der Stadt. Tolle Gassigehgebiete sind zwar in der Nähe, aber dazu muss Hund trotzdem ein paar Minuten an der Straße entlang laufen oder im Auto mitfahren und davor/danach auch Treppen steigen oder Fahrstuhl fahren.


    Ich hab schon verschiedene Berichte gehört, von alles gar kein Problem bis hin zur absoluten Katastrophe. Ein Hund, der schon mal in einer Familie gelebt hat oder sogar hier schon auf einer Pflegestelle ist, wäre natürlich besser. Aber meint ihr, es wäre überhaupt prinzipiell möglich (bei einem Hund, der zumindest im TH im Ausland einen aufgeschlossenen Eindruck macht), oder eher zu riskant?


    LG Maren

  • Ich halte es für riskant. Kann gut, aber halt leider auch total schief gehen.


    Du hast eine Menge Hindernisse, die gruselig sein können. Kein Auto-direkt Straße, kein Garten (finde ich meistens egal, aber wenn der Hund Direktimport ist, dann ist das teilweise sicherer), Treppen/Fahrstuhl kann beides gruselig sein.
    Wenn man halt den falschen erwischt habt ihr beide keinen Spaß daran.


    Es gibt doch einige Hunde auf Pflegestellen. Das würde ich wirklich eher in Betracht ziehen.

  • Für mich war es wichtig, den Hund vorher kennenzulernen. Mein Großer musste den Hund kennenlernen und ich wollte mir auch ein Bild machen. Dafür sind wir 600 km gefahren und wären auch ohne Hund nach Hause gefahren, wenn es nicht gepasst hätte. Andere hier im Dorf haben einen Welpen/ Junghund aus dem Ausland direkt adoptiert und die Kleine ist super....Hier im Dorf gibt es Jemand, der immer wieder ins Ausland pendelt und dort in einem Tierheim hilft. So eine Person kann bei der Suche hilfreich sein.

  • Ich würde jemanden bei der Suche ins Boot nehmen, der Erfahrung hat- und rufe daher mal @Fusselnase, die immer Direktimporte hat und in der Stadt wohnt.


    Ich persönlich würde gründlich suchen und einen Hund wählen, der auch im Ausland schon keine Ängste zeigt und eher neugierig auf alles Neue reagiert- und dann würde ich es wagen.

  • Ein Direktimport ist immer ein Risiko, ich würde es nur machen, wenn man auch bereit ist mit unerwarteten Überraschungen zu leben. Für mich persönlich käme es nicht in Frage. Aber hie rin Deutschland gibt es ja zum Glück bereits massig Auslandshunde auf Pflegestellen.

  • Danke fürs Herbeirufen, Stachelschnecke! :smile:

    Ich hab schon verschiedene Berichte gehört, von alles gar kein Problem bis hin zur absoluten Katastrophe.

    Genau, das alles gibt es. Man kann halt nicht davon ausgehen, dass alles problemlos klappt, muss aber auch nicht befürchten, dass es bestimmt eine Katastrophe wird.
    Stachelschnecke hat es schon gut geschrieben, ein Hund, der sich im Tierheim neugierig zeigt, bietet schon mal eine gute Grundlage. Ich finde Videos immer (oder meist) etwas aussagekräftiger als Fotos.


    Ein Direktimport ist immer ein Risiko, ich würde es nur machen, wenn man auch bereit ist mit unerwarteten Überraschungen zu leben.

    Das bringt es eigentlich auf den Punkt. Es hängt meiner Meinung nach maßgeblich davon ab, wie offen man für verschiedene Entwicklungen ist. Ich z. B. habe keine Kinder, keine anderen Tiere, die Hunde müssen nur kurz alleine bleiben usw. Wenn ein Hund Jagdtrieb hat, dann habe ich eben Pech, dann muss ich damit leben bzw. dran arbeiten.


    Je mehr Kriterien ein Hund unbedingt erfüllen muss, umso eher sollte man einen Hund aus einer Pflegestelle wählen. Ob man ihn dann unbedingt kennenlernen will oder ob man der Pflegestelle vertraut, ist vielleicht auch noch typabhängig. Die Menschen haben eben ein unterschiedliches Sicherheitsbedürfnis.
    Ich selbst will die gar nicht vorher kennenlernen, ich bin anfangs zu unsicher, wenn ich den Hund noch nicht kenne. Man setze mir die Hunde vor, dann nehm ich sie, wie sie sind.
    (Wobei das mit jedem Hund besser wird, mein Zutrauen in diese Hunde wächst stetig).


    Für mich muss ein Hund eher ruhig, allen Menschen und Hunden gegenüber freundlich und nicht zu ängstlich sein. Ein bisschen ängstlich ist Ok, habe ich ja auch hier.
    Das war´s eigentlich schon, und das sind Dinge, die man auch schon im Tierheim einschätzen kann.


    Überflüssig zu erwähnen, dass ich aber bisher nur Hunde hatte, die meine zurückgeschraubten Erwartungen tausendmal übertroffen haben.
    :herzen1:


    Bei manchen Vereinen gibt es auch die Möglichkeit, einen Hund mit Übernahmeoption in Pflege zu nehmen, aber das würde ich nur tun, wenn es bestimmte Unsicherheitsfaktoren gibt (versteht er sich mit der Katze o.Ä.).


    Aber: Es spricht ja auch nichts dagegen, sich nach einem Hund auf einer Pflegestelle umzusehen.
    :winken:

  • Huhu,


    Danke für eure Antworten, wenn es einen passenden Hund auf einer Pflegestelle in Deutschland gibt, wäre das natürlich am besten. Bis jetzt hab ich da noch nichts wirklich passendes gefunden, aber ich schau eigentlich regelmäßig auf verschiedene Seiten, um nichts zu verpassen.


    Aber scheint es prinzipiell auch nicht ausgeschlossen zu sein, dass es auch mit einem Hund direkt aus dem Ausland klappt... Ich habe jetzt eigentlich auch keine sooo speziellen Ansprüche, ich habe keine Kinder und zu Hause nur noch ein paar Mäuschen, die aber hundesicher untergebracht sind (ich gehe bei einem Hund jetzt grundsätzlich eher nicht davon aus, dass der Kleintiere ohne Training in Ruhe lässt). Allein bleiben muss der Hund irgendwann halbtags, ich kann mir aber ein paar Wochen frei nehmen und das eventuell durch Home Office auch noch etwas ziehen, (wobei das meiner Meinung nach immer ein Unsicherheitsfaktor ist, unabhängig von der Herkunft des Hundes). Verträglich mit anderen Hunden sollte der Hund möglichst sein, das wäre mir wichtig.


    Meine größte Sorge ist eigentlich, dass ich den Hund die Treppen nicht hoch und runter bekomme. Und ich nicht weiß, inwieweit sich der Hund dann von einem Wildfremden tragen lassen würde.


    Von den Orgas her habe ich jetzt v.a. bei Santorini und Streunerherzen geschaut. Da gibt es von den meisten Hunden kurze Videoclips, was ich ganz hilfreich finde, weil man viel besser als nur vom Foto her beurteilen kann, ob die Hund schon dort im TH einen unsicheren Eindruck machen oder nicht.


    LG Maren

  • Hast du ein eigenes Mäusezimmer? Da gab es gerade letztens hier einen Thread wo das aufgrund einer Einraumwohnung nicht gut ging mit den Nagern und dem neuen Hund.
    Von der Treppenproblematik habe ich auch ein paar mal hier gelesen leider.

  • Moin,


    ich unterstütze ja auch ein spanisches Tierheim und hab schon mehrere Hunde begleitet. Meine beiden hab ich direkt herfliegen lassen, so etwas kann ganz gut klappen, voraus gesetzt, die Tiere werden gut beschrieben und gekannt.


    Mit Treppen und ähnlichem haben wir bislang keine großen Probleme gehabt, vor allem wohl auch, weil die Hunde einfach so gern mit dem Menschen mit wollten.


    Anfassen lassen sie sich alle.... der Umgang bei uns ist ein sehr netter und zugewandter. Meine TA meinte damals, so gepflegte Hunde aus dem Tierschutz habe sie noch nicht gesehen.


    Oder anders, die schweren Fälle behalten wir meist, man tut nicht jedem Hund in der Vermittlung einen Gefallen.


    Sundri

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