Hündin während Gassirunde ständig abgelenkt

  • Ich lasse jetzt mal das Zitieren weg, sonst wird das glaub ich zu unübersichtlich. Ich gehe eure Antworten der Reihe nach durch.

    Das Anpirschen merke ich an ihrer Körpersprache ja. Sie duckt dann ihren Kopf, wird etwas langsamer, sieht für mich aus als ob sie vorsichtiger läuft. Ich finde sie sieht dann wie eine Katze auf Mäusejagd aus. Wir haben viele Freigänger hier in der Nähe. Die sehe ich sehr oft auf den Feldern genau so jagen. Die Pfote hebt sie nur manchmal und auch nur wenn sie wirklich direkt vor einem Bau steht.
    Wenn sie eben den Kopf duckt und sich anschleicht, habe ich immer NEIN / AUS gesagt. Weil sie in anderen Situationen weiß, dass sie mit dem Verhalten aufhören soll wenn ich das sage. Wenn sie Zuhause zum Beispiel etwas ins Maul nehmen möchte was sie nicht darf oder wenn sie in die Küche reinspazieren möchte, sage ich immer NEIN und sie wendet sich dann von den Gegenständen ab bzw. bleibt stehen. Deshalb war es für mich eher logisch, beim Anpirschen NEIN zu sagen als sie dafür zu loben.

    Ich möchte nochmal betonen, dass ich hier nichts Böse aufnehme. Ehrlich gesagt fühle ich mich mit Lucy ein wenig überfordert. Deshalb bin ich froh, dass ich hier jederzeit Fragen stellen kann, hilfreiche Ratschläge und konstruktive Kritik bekomme.

    Also ich werde ab morgen versuchen den Plan umzusetzen. Erst hole ich eine Schleppleine. Dann rufe ich sie und wenn sie nicht reagiert, ziehe ich an der Leine. Wenn sie dann immer noch nicht reagiert gehe ich mit ihr in eine andere Richtung.

    Nochmal zu dem Folgen in der Wohnung. Also wenn sie im Korb liegt und ich BLEIB sage, bleibt sie solange wir Blickkontakt haben im Korb liegen, bis ich es aufhebe. Auch wenn ich weit weg im Flur stehe. Das ist alles kein Problem. Gehe ich für ein paar Sekunden in einen anderen Raum und komme wieder, dann ist das auch ok. Schließe ich aber irgendwelche Türen hinter mir, steht sie direkt auf sobald die Tür zu ist. Ich habe also nicht die Gelegenheit sie dafür zu loben, dass sie 1 Sekunde gewartet hat obwohl die Tür zu war. Denn auch wenn ich unmittelbar die Tür wieder offne, ist sie nicht mehr da wo ich sie platziert hatte. Aber die Zeiträume bei offenen Türen werden immer länger. Sie folgt mir auch nicht mehr immer ins Bad oder ins Schlafzimmer. Nur wenn sie sieht dass ich in die Küche gehe, ist sie wirklich IMMER hinter mir her und legt sich vor die Küche. Aber generell ist das Folgen nicht mehr so intensiv wie zu Beginn. Hier sehe ich definitiv kleine Fortschritte. Wir üben jeden Tag ein bisschen daran. Ich muss aber auch dazu sagen, dass mir das nicht so wichtig war, wie alles andere was wir üben. Mir ist wichtiger gewesen, dass sie draußen zu mir kommt wenn ich sie rufe. Und das sie nichts vom Boden frisst. Aber das für mich eher Unwichtigere klappt in kleinen Schritten immer besser. Und das Andere klappt eben gar nicht :( :

    Ich werde mich definitiv mal zum Thema Zielobjektsuche belesen. Danke =)

    Ich möchte ihr Jagdverhalten gar nicht fördern. Mir ist durchaus bewusst dass das Verhalten zu extrem ist. Deshalb habe ich ja den Thread eröffnet und habe auf Hilfe gehofft damit ich das Verhalten eingrenzen kann. Mir ist aber natürlich ebenso klar, dass sie ein Hund ist und dass sie draußen immer am liebsten auf Jagd gehen würde.

    Ich habe beim Anpirschen immer NEIN gesagt, weil sie ihr sonstiges Verhalten dann eigentlich abbricht. Wie ich oben beschrieben habe. Ich hatte also die offensichtlich falsche Hoffnung gehabt, dass sie mit dem Anschleichen aufhört und somit auch das Tier nicht mehr verfolgt. Weil sie merkt, dass ich das nicht möchte. Jaja, klingt dumm und naiv. :roll:
    Natürlich möchte ich nicht, dass sie Wildtieren schadet. Das ist der zweite Grund warum sie eben immer noch an der Leine läuft. Es ist nicht nur die Angst, dass sie nicht mehr zurückkommt.
    Ich möchte gar nicht dass "wir" jagen. Ich möchte eigentlich nur, dass sie während ihrer täglichen Gassirunden genügend Bewegung bekommt. Dass sie abrufbar ist, wenn ich merke dass irgendeine Gefahr droht oder wenn sie sich zu weit von mir entfernt. Dass sie sich in einem bestimmten Radius frei bewegen kann. Und ja, am allerliebsten wäre mir auch noch, dass sie alle Wildtiere einfach in Ruhe lässt und unterwegs nichts frisst.

    Danke auch für den Link zum Anti Jagd Training. Ich hoffe, dass ich da gleich noch etwas stöbern kann =)

  • Wenn sie eben den Kopf duckt und sich anschleicht, habe ich immer NEIN / AUS gesagt. Weil sie in anderen Situationen weiß, dass sie mit dem Verhalten aufhören soll wenn ich das sage. Wenn sie Zuhause zum Beispiel etwas ins Maul nehmen möchte was sie nicht darf oder wenn sie in die Küche reinspazieren möchte, sage ich immer NEIN und sie wendet sich dann von den Gegenständen ab bzw. bleibt stehen.

    Erst mal sind das zwei verschiedene Wörter. Mit Aus wird normalerweise etwas auslassen/ausgeben benannt. Aber das kannst du natürlich halten, wie du willst. Wichtig ist nur, dass du ihr beibringst, was genau die Wörter bedeuten. Wenn sie nur wegen deinem Tonfall bei dem Wort in der Wohnung stehen bleibt (Verunsicherung) heißt das noch lange lange nicht, dass sie deshalb draußen irgendwie darauf reagiert. Draußen kann man auf einen Hund nicht so gut Druck ausüben, er hat viel mehr Freiraum, um dir aus dem Weg zu gehen, wenn dein Tonfall unfreundlicher wird. Außerdem ist die Situation eine komplett andere, Hunde können sehr schlecht generalisieren.

    Aber das für mich eher Unwichtigere klappt in kleinen Schritten immer besser. Und das Andere klappt eben gar nicht

    Das liegt daran, dass die beiden Sachen (Rückruf/Jagd sowie Futter) die beiden ganz großen Themen in der Hundehaltung sind. Rechne bitte eher in Monaten (mindestens) bis du da Erfolge hast. Und das auch nur, wenn du da mit einem Plan dran gehst.
    Bezüglich Rückruf kannst du vielleicht hier noch ein paar Anregungen mitnehmen Labradoodle-Welpe - Erziehungstipps
    Ich persönlich halte, wie gesagt, vom Ranangeln oder Zuppeln nichts, aber das ist halt Geschmackssache. Viele Wege führen nach Rom.

  • Du schreibst ja, dass Dein Hund verfressen ist. Das ist meiner Erfahrung nach für das Training super!

    Bei uns hat es mit dem Rückruf erst so richtig geklappt, als ich nicht mehr einzelne Leckerchen gegeben habe, sondern das Futter mit vollen Händen ausgeteilt habe. Es könnte für Euch ein guter Ansatz sein, wenn sie ihre komplette Futterration unterwegs von Dir bekommt. Ich habe mit der Methode gute Erfahrungen gemacht. Und dann nicht 500 gute Taten kleinklein belohnen, sondern 5 wichtige Sachen groß belohnen. Ein paar Dankeschön-Brocken für die kleinen Dinge natürlich auch nicht vergessen ;-)

    Mach zwischendurch auch was, was Dein Hund lustig finden könnte - kram im Laub, dreh einen Stein um, knibble an der Borke eines Baumes – und finde ein paar Leckerchen, die Du mit ihr teilst. Der Hund soll ja auch was erleben beim Spaziergang - wenn sie schon nichts scheuchen darf, kann sie trotzdem mit Dir zusammen auf Leckerchenjagd gehen!

  • Mein Hund kommt übrigens bei den Worten "Hey, Jil" noch begeisterter angeflitzt als bei unserem offiziellen Rückruf. Weil ich unbewusst scheinbar immer "Hey, Jil!" sage, wenn ich was Lustiges für Sie vorhabe.

    Es lohnt sich echt, MIT der Motivation des Hundes zu arbeiten - und nicht immer nur die doofe Trulla zu sein, die alles verbietet. Wenn man einen Hund hat, der draußen was erleben will, lässt sich das doch einrichten. Dafür muss man auch nicht den ganzen Spaziergang durch den Kasper machen – aber wenn man einmal raushat, was dem Hund Spaß macht, kann man zwischendurch immer mal wieder was Nettes und Überraschendes aus dem Hut zaubern.

  • DieKlenee1986,

    du schreibst dass du das Anzeigen von Wild/Wildspuren unterbindest. Genau das würde ich gerade nicht machen. Ich würde es sogar fördern und belohnen.
    Wenn dein Hund das Wild anzeigt und dabei noch lernt stehen zu bleiben, dann hast du ein super Mittel um deinen Hund dann anleinen oder umlenken zu können.

    Mal ein Beispiel aus unserem Alltag:

    Früher: Ashanti hat was Tolles am Waldrand gesehen oder gerochen, sie blieb Sekundenbruchteile ganz erstarrt stehen, reckte die Nase in den Wind um dann direkt Vollgas zu geben.
    Heute: Ashanti hat was Tolles am Waldrand gesehen oder gerochen, sie bleibt erstarrt stehen und zeigt ihr typisches Anzeigeverhalten. Ich lobe sie ganz ruhig mit Worten und gehen langsam zu ihr hin, hocke mich neben sie und gugge mit ihr in die Ferne (wo das Wild sein soll) und warte bis Ashanti ansprechbar ist und ihre Starre sich löst. Dann gibts je nach Erregungslevel entweder ein Sitzt, und wir guggen noch ein Weilchen den Rehen zu bis der Erregungszustand sich wieder komplett normalisiert hat. Oder wir spielen eine Leckerlie-hinterherjagen-Party in entgegengesetzte Richtung um noch den letzten Rest Anspannung los zu werden.


    Als Zweites will ich nochmal das hervorheben was Joco und Co gesagt hat.
    Das Kommando zum Rückruf sollte nur benutzt werden, wenn du dir wirklich sicher bist, dass der Hund auch tatsächlich dann kommen wird.
    Und ich würde den Rückruf anfangs auch nur in reizarmer Umgebung, also ohne Ablenkung üben. Wenn dein Hund zu aufgeregt ist und momentan gar nicht auf dich achten kann, weil zu viel Ablenkung da ist, dann versuche es auch gar nicht erst.
    Das Erregungslevel in solchen Momenten ist für den Hund zu hoch. Dann geh nochmal ein paar Schritte zurück, und übe da, wo nicht so viel Ablenkung herrscht. Erst wenn es da gut klappt, dann steiger die Situationen langsam. ;-)

  • Das Anpirschen merke ich an ihrer Körpersprache ja. Sie duckt dann ihren Kopf, wird etwas langsamer, sieht für mich aus als ob sie vorsichtiger läuft.

    Da würde ich wohl auch ein Abbruchkommando benutzen, denn das Anpirschen ist kein Anzeigen oder Vorstehen.
    Vielleicht wäre es gut, das Abbruchkommando ganz neu zu konditionieren. Das habe ich bei Faro gemacht und zwar benutze ich ein langgezogenes STOOOOP. Dieses Stoppkommando lässt das Blut in den Adern gefrieren ;)


    du schreibst dass du das Anzeigen von Wild/Wildspuren unterbindest. Genau das würde ich gerade nicht machen. Ich würde es sogar fördern und belohnen.

    Das ist richtig Luna, allerdings bedarf es eines Vorstehens oder Anzeigens und das ist wohl bei Lucy selten oder gar nicht der Fall

    Heute: Ashanti hat was Tolles am Waldrand gesehen oder gerochen, sie bleibt erstarrt stehen und zeigt ihr typisches Anzeigeverhalten.

    Das ist richtig gut und so habe ich mit Atti auch gearbeitet, aber Du musst genau den Punkt erwischen, wo der Hund vorsteht.

  • Hallo ihr Lieben,
    heute ist ein seltsamer Tag. Keine Ahnung. Vielleicht liegt es auch nur am düsteren Wetter. Die letzten Wochen über war ich immer optimistisch dass Lucy und ich alles zusammen meistern können. Wenn wir nur genug arbeiten und Geduld haben. Heute morgen während der großen Gassirunde hatte ich dann tatsächlich zum ersten Mal das bedrückende Gefühl, dass sie bei Jemandem mit sehr gutem Know-How und einem bereits gut erzogenen Hund, an dem sie sich orientieren könnte, einfach besser aufgehoben wäre. Ich merke einfach dass sie zuviele Baustellen hat und mir dafür in vielen Bereichen Kenntnisse fehlen. Auch wenn ich immer versuche souverän vor ihr aufzutreten, glaube ich dass sie insgeheim mein Unwissen spürt und dass ihr das auf Dauer nicht gut tut. Mit meinem ersten Hund, einem liebevollen und treudoofen Labradormädchen war ich wohl zu verwöhnt was Erziehung angeht. Ich suche den Fehler nie bei Lucy, sondern immer bei mir. Aber grob gesagt, macht sie jedes zweite Mal wenn ich etwas von ihr will nie das was ich möchte. Also die Hälfte des Tages suche ich intensiv nach Fehlern bei mir. Dann ist der Tag auch schon so gut wie rum und Lucy wieder einen Tag älter. So langsam wird es Zeit dass sie lernt wo es lang geht. Ich weiß ja so gut wie gar nichts über ihre Vergangenheit. Ob sie jemals wirklich erzogen wurde steht in den Sternen. Es erscheint mir immer wahrscheinlicher, dass sie in Weißrussland auf einer Farm o.Ä. gehalten wurde, als Schutzhund für Schafe oder Ziegen oder so. Sie durfte nebenbei vielleicht soviel jagen wie sie wollte, wurde nie abgehalten und als es irgendwann zu extrem wurde, wurde sie wohl in die Tötungsstation gebracht. Das ist zumindest meine aktuelle Vorstellung. Denn ein Streuner soll sie wohl definitiv nicht gewesen sein. Laut den Aussagen der MA der TS zumindest.

    Bezüglich Rückruf kannst du vielleicht hier noch ein paar Anregungen mitnehmen Labradoodle-Welpe - Erziehungstipps

    Danke für den Link :)

    Du schreibst ja, dass Dein Hund verfressen ist. Das ist meiner Erfahrung nach für das Training super!

    Bei uns hat es mit dem Rückruf erst so richtig geklappt, als ich nicht mehr einzelne Leckerchen gegeben habe, sondern das Futter mit vollen Händen ausgeteilt habe. Es könnte für Euch ein guter Ansatz sein, wenn sie ihre komplette Futterration unterwegs von Dir bekommt. Ich habe mit der Methode gute Erfahrungen gemacht. Und dann nicht 500 gute Taten kleinklein belohnen, sondern 5 wichtige Sachen groß belohnen. Ein paar Dankeschön-Brocken für die kleinen Dinge natürlich auch nicht vergessen ;-)

    Mach zwischendurch auch was, was Dein Hund lustig finden könnte - kram im Laub, dreh einen Stein um, knibble an der Borke eines Baumes – und finde ein paar Leckerchen, die Du mit ihr teilst. Der Hund soll ja auch was erleben beim Spaziergang - wenn sie schon nichts scheuchen darf, kann sie trotzdem mit Dir zusammen auf Leckerchenjagd gehen!

    Ich stelle mir das Füttern unterwegs schwierig vor. Aber die Idee finde ich gut. Ich bräuchte dafür eine dritte Hand. Wenn ich sie zu mir rufen würde um sie aus der Hand zu füttern, muss ich ja mit einer Hand die Leine festhalten, mit der anderen das Futtergefäß halten und mit der dritten Hand füttern. Wenn ich mich nur auf die Schleppleine stellen würde um sie so zu sichern, hätte ich zuviel Angst dass ich nicht schnell genug reagieren würde wenn irgendwas ist und ich eben noch Futter in der Hand habe. Außerdem dachte ich, dass Hunde aufgrund des Risikos einer Magendrehung erst nach dem Gassi gefüttert werden sollen. Dadurch dass Lucy auch mal Vollgas Richtung Wildtier gibt, wäre ein voller Magen vielleicht nicht so gut, oder?

    Wenn ich draußen an irgendwas rumspiele, dann juckt sie das nicht wirklich. Habe ich heute merhmals ausprobiert. Steine, Sträucher, Blätter, Zäune,Zweige. Sie kommt dann ein Stück an mich ran, riecht wohl von Weitem dass da nichts Spannendes ist und läuft von sich aus wieder weg :( Ohne wirklich zu gucken. Fand ich sehr schade :( Ich habe auch wirklich immer erst angefangen etwas zu entdecken, wenn sie selbst nicht abgelenkt war.

    Mein Hund kommt übrigens bei den Worten "Hey, Jil" noch begeisterter angeflitzt als bei unserem offiziellen Rückruf. Weil ich unbewusst scheinbar immer "Hey, Jil!" sage, wenn ich was Lustiges für Sie vorhabe.

    Es lohnt sich echt, MIT der Motivation des Hundes zu arbeiten - und nicht immer nur die doofe Trulla zu sein, die alles verbietet. Wenn man einen Hund hat, der draußen was erleben will, lässt sich das doch einrichten. Dafür muss man auch nicht den ganzen Spaziergang durch den Kasper machen – aber wenn man einmal raushat, was dem Hund Spaß macht, kann man zwischendurch immer mal wieder was Nettes und Überraschendes aus dem Hut zaubern.

    Also "Hey" habe ich noch nie zu Lucy gesagt. Sie könnte damit leider nichts anfangen :( Ich werde versuchen es Zuhause einzuführen, bevor wir Spielen. Vielleicht prägt sich das dann nach einer Zeit ein. Da ich sie aber immer so ewig lange zum Spielen animieren muss, wird sie aber wahrscheinlich keinen Zusammenhang merken.

    In meinen Augen ist ihre einzige Motivation beim Gassigehen wirklich das Jagen. Seit ein paar Tagen versuche ich sie nicht mehr so nah an die Wildtiere zu lassen. Ich habe dann eben immer NEIN gesagt und habe sie dann leider oft wegziehen müssen und wir sind immer mit etwas Abstand weitergelaufen.
    Seit diesem Zeitpunkt will sie gar nicht mehr Gassi gehen. Sie läuft Zuhause ohne Geschirr rum. Mein Lebensgefährte geht zum Rauchen vor die Tür. Wenn sie sich auf der Wiese lösen möchte, kommt sie ihm hinterher sobald er die Tür öffnet. Sie geht sich dann eben ohne Geschirr lösen. Wenn ich ihr also das Geschirr anlegen möchte, weiß sie dass es nicht nur auf die Wiese geht und dann geht sie bewusst von mir weg und wenn ich ihr das dann gegen ihren Willen anlegen möchte, versucht sie sich immer wegzudrehen. Mit Leckerlie locken bringt dann auch nichts. Es liegt definitiv nicht an dem Geschirr selbst, denn der Wechsel vom Halsband zum Geschirr war problemlos.
    Da sie schon Zuhause selten Interesse an ihrem Spielzeug zeigt, kann ich sie damit draußen nicht locken. Wenn ich sie mit Sachen aus der Natur begeistern möchte, zeigt sie kein Interesse. Mittlerweile möchte sie auch gar nicht mehr wirklich mit anderen Hunden spielen, sondern läuft eher desinteressiert weiter und sucht die nächste Fährte. Auf dem Weg Leckerlies verstecken würde nicht funktionieren, weil hier alle paar Minuten etliche Hunde Gassi geführt werden. Die wären bereits gefunden und weggefuttert, ehe ich mit Lucy überhaupt von Zuhause losgegangen wäre.

    Sich zu ihr hocken und aus Lucys Perspektive zusammen das Tier anschauen klingt gut. Das probiere ich auf jeden Fall aus :) Vielleicht wird sie dadurch ruhiger. Sonst stehe ich immer mit Abstand hinter ihr.


    Also eine Schleppleine habe ich noch nicht geholt. Das wird wohl leider auch noch ziemlich dauern. Ich habe nämlich festgestellt das die meisten ziemlich teuer sind. Lucy ist erst seit 6 Wochen bei uns und ihre TA-Kosten belaufen sich schon auf knapp 300 Euro. Die werden diesen Monat auch noch stark steigen, wenn die Hyposensibilisierung aufgrund ihrer Allergien beginnt. Wir haben natürlich mit Ausgaben gerechnet, aber innerhalb des kurzen Zeitraumes ist es dann doch sehr viel auf einmal.

  • So. Ich habe gestern Abend bei der großen Runde versucht eure Tipps
    direkt umzusetzen. Ohne Schleppleine. Der Kanalweg und die Feldwege sind
    kaum beleuchtet, somit fiel es mir sehr schwer auf Lucys Zeichen zu
    reagieren. Ein paar Mal konnte ich das Anpirschen aber ganz deutlich
    erkennen. Wenn ich sie sofort stark gelobt habe, kam absolut keinerlei
    Reaktion von ihr. Ob sie mein Loben überhaupt wahrgenommen hat, kannn
    ich also nicht sagen. Sie hat für mich keine sichtbaren Anzeichen dafür
    gemacht. Sie hat sich weiter angepirscht und ein paar Sekunden später
    war sie zum Sprung bereit. Ein paar Mal hatte ich auch tatsächlich das
    Gefühl, dass sie mein Loben als Erlaubnis sah. Unmittelbar nach dem Lob
    sprang sie los.
    Immer wenn sie lossprinten wollte, habe ich sie in
    die Leine laufen lassen. Wirklich jedes Mal habe ich die Leine davor
    schon so kurz gezogen, dass sie beim Angriff reinlief.
    Das war leider ein paar Mal so. Immer wieder keine Reaktion auf mein Loben und meine ganze Party wenn sie sich zuvor anpirschte.
    Kurz
    vor einer Laterne habe ich dann gesehen, dass sie etwas fixiert. Sofort
    habe ich sie gelobt. Auch da wieder null Reaktion. Nicht mal ein Zucken
    der Ohren. Wir blieben stehen. Denn ich sah einfach kein Tier auf dem
    Boden. Dafür setzte sie sich kurz darauf schnell auf den Allerwertesten
    und hatte einen riesen Falter im Maul. Sie wollte ihn scheinbar direkt
    runterschlucken. Weil der aber in ihrem Maul wohl rumflog, spuckte sie
    ihn wieder aus und ich zog sie weg.
    Nach diesem Desaster-Gassi war
    ich also nicht sehr positiv für den heutigen Spaziergang gestimmt. Aber
    es gab deutliche Unterschiede zu gestern. Wenn sie die Fährte von einem
    Tier aufnahm oder ganz plötzlich vor einem Bau oder einem Gang stand,
    habe ich sie gelobt und sie schaute mich 1 Sekunde lang an. Dann schaute
    sie wieder direkt zum Bau oder nahm weiter die Fährte auf. Ich habe sie
    nochmal gelobt, sie schaute meistens wieder kurz zu mir. Dann habe ich
    sofort KOMMHIER gesagt, als sie mich eben beachtet hat. Sie kam wirklich
    jedes Mal zu mir, es gab ein Leckerlie und danach hat sie die Fährte
    nicht nochmal aufgenommen bzw. ist nicht nochmal zum Bau gegangen. Wir
    konnten fast entstpannt weiter gehen.
    Das alles sah aber ganz anders
    aus, als sich plötzlich ein Vogel auf den Weg vor uns gesetzt hat oder
    ein Hase um die Ecke angerannt kam. Ich habe sie immer direkt schon beim
    fixieren gelobt. Es kam keine Reaktion, wie gestern Abend. Sie fing
    dann sofort mit dem Anpirschen an. Ich wusste mir auch diesmal nicht
    anders zu helfen, als die Flexileine anzuziehen, und sie beim
    Lossprinten in die Leine laufen zu lassen. Aber heute wollte sie dann
    direkt wieder hin. Rannte also wieder und wieder in die Leine. Ich
    musste sie letztendlich am Geschirr packen. Festhalten. Ein paar
    Sekunden warten bis sie sich beruhigt und wir mussten in eine andere
    Richtung weiter gehen. Denn der Hase wollte nicht weichen.
    Also
    keine Frage. Es klappt definitiv schon jetzt besser, wenn ich sie beim
    Verfolgen von Fährten lobe und sie dann zu mir rufe wenn ich durch das
    Loben ihre Aufmerksamkeit habe, sie für das Kommen auch belohne.
    Scheinbar ist die Fährte oder der Gang dann uninteressant geworden.
    Aber
    in meinen Augen verschlimmert sich durch das Loben ihr Verhalten wenn
    sie die Tiere vor sich sieht, die sie jagen will. Denn wenn ich
    normaleweise beim Anpirschen NEIN gesagt habe und sie dann weggezogen
    habe wenn sie dem Tier zu Nahe kam, hat sie es nicht nochmal probiert.
    Vielleicht einmal. Und dann hat sie nur noch schmachtend hinterher
    geguckt. Aber sie hat nicht immer und immer wieder versucht auf das Tier
    zu springen. Durch das Lob beim Fixieren habe ich sie irgendwie dazu
    animiert. Zumindest hat das alles so den Anschein gemacht.

  • Da würde ich wohl auch ein Abbruchkommando benutzen, denn das Anpirschen ist kein Anzeigen oder Vorstehen.Vielleicht wäre es gut, das Abbruchkommando ganz neu zu konditionieren. Das habe ich bei Faro gemacht und zwar benutze ich ein langgezogenes STOOOOP. Dieses Stoppkommando lässt das Blut in den Adern gefrieren ;)

    Wahrscheinlich ist es wirklich das Beste, wenn ich ein komplett neues Abbruchkommando ganz speziell für diese Situationen einführe. Jedoch ist es ja so, dass Lucy beim Anpirschen an das Wildtier nicht wissen wird was ich mit STOOOOOP meine. Wie soll ich das denn erfolgreich trainieren? :( Wenn sie die Tiere vor sich sieht, hört sie mit dem Anpirschen nie auf. Egal was ich bisher gesagt habe, egal was ich bisher gemacht habe.

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