Yorki, 8 Monate, komisches Verhalten

  • Eine schwere OP ist wohl das letzte, was dieser Hund gerade braucht.

    Die Milchzähne müssen aber raus - und das sollte keine schwere OP sein. Eine Kastration würde ich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht empfehlen, der Hund ist ja noch nicht erwachsen.

  • Also. Kastriert hätte ich sie sowieso erst mit 1-1,5 Jahren (wenn überhaupt). Eine Hundetrainerin, die sehr auf' solches Verhalten spezialisiert ist, habe ich an der Hand, kann ich mir aber auf Dauer nicht leisten. Am Sonntag bin ich da mit meiner Großen und werde sie mal zwecks Maja befragen. Evtl. bekomme ich ja einen Freundschaftspreis...

    Dass ihr Leben in dem Zustand nicht lebenswert ist... ehm.. sorry aber da kann ich getrost und ziemlich sicher widersprechen. Sie ist Zuhause Terrier durch und durch, frech wie Oskar, verspielt, balgt und tobt mit der Großen. Trotzdem kann sie auch sehr gemütlich sein und schnell runter fahren, liegt mal hier, mal da voll ausgerbeitet rum und pennt. Wenn wir gassi gehen, gehen wir halt nicht lang, was ihr ja auch sehr entegegen kommt. Wenn wir keine Kinder treffen und das Wetter passend ist, rennt sie auch beim Gassi mit der Großen fröhlich durch die Gegend und fängt immerhin auch langsam an, allein Dinge zu erkunden.

    Ist ja nicht so, dass sie jeden Tag panischer Angst ausgesetzt ist, weil wir zig Kinder, fremde Männer und co. treffen ;)

  • Manchmal ist es auch einfach genetisch bedingt.

    Meine beiden Kater liegen vom Alter her 2 Tage auseinander. Sie stammen von derselben Züchterin und sind bis auf die 2 Tage die ersten 14 Wochen zusammen aufgewachsen.

    Osiris ist der größten Spacken wo gibt. Selbstbewusst bis zum geht nicht mehr. Der lässt sich absaugen, springt jedem Kunden oder Besucher auf den Schoß und wo ein (am liebsten möglichst lauter) Handwerker da ist weicht er diesem nicht mehr von der Seite. Bohren, hämmern, vor dem Handwerker die Leiter rauf klettern..... er ist immer dabei. Man muss ihn wegnehmen. Der ist hier mit 14 Wochen reinmarschiert wie der King persönlich. Aus der Box raus, Schwänzchen hoch und alle Räume erkundet.

    Samuel ist das genaue Gegenteil. Mit viel Liebe und Geduld haben wir ihn "alltagstauglich" bekommen. Am Anfang bestand der Kater nur aus Angst. Die ersten beiden Wochen hat er mehr oder weniger unter dem Schreibtisch verbracht. Er ließ sich anfangs kaum anfassen, überhaupt nicht bürsten und verkroch sich stundenlang im Keller, wenn Fremde kamen. Inzwischen lässt er sich auch von Fremden das Bäuchlein kraulen. Bürsten sowieso und ist weitgehend angstfrei. Das hat aber ein paar Jahre gedauert.

    Ich kann völlig ausschließen, dass ihm bei der Züchterin irgendwas passiert ist. Der komplette Wurf war so ängstlich. Es war eine unerprobte Verpaarung. Die Kätzin hatte zwar schon geworfen. Der Kater war aber ein junger frischer GB-Import.

    Osiris kompletter Wurf bestand hingegen aus selbstbewussten kleinen Kittentierchen.

    Dass der zweite Hund ängstlicher ist, kann ich hier nicht bestätigen. Gino hat das Wort Selbstbewusstsein erfunden. Im Gegenteil gibt er dem vorsichtigeren Tim (der 2 Jahre älter ist) Sicherheit.

  • Ich habe bisher nur 3 Biewer Yorkies unter meinen "Fittichen" gehabt, und alle entsprachen in etwa deiner Beschreibung. Im Einzelnen

    Zitat

    die sind zu lang, da Frau Hund was das Gassi gehen betrifft echt speziell ist und somit eigentlich mehr oder weniger nur im Garten rum flitzt. Das reicht ihr 3 mal am Tag, den Rest verschläft sie. Sie hat panische Angst vor Kindern, anfangs auch vor sämtlichen fremden Personen, grade Männern. Mittlerweile geht's mit Erwachsenen, aber bei Kindern geht sie durch die Hölle. Es ist wirklich noch NIE etwas passiert. Wir packen sie auch weder in Watte, noch liefern wir sie einfach solchen Situationen aus. Sie ist allgemein sehr schreckhaft und ängstlich, hält sich immer an meine große Hündin und ist die nicht dabei, läuft sie draußen nur sehr mühsam mit. Wenn es jetzt so frisch und windig ist, geht erst recht nichs, auch mit Mantel ist ihr dann schrecklich kalt. Sie macht dann einen Buckeln, Rute unten, bibbert und läuft nur im Hoppeltackt. Dann bleibt sie wieder stehen und 'bettelt' drum. hoch genommen zu werden. Sind Kinder dabei, geht sie gar nicht mehr mit. Man muss dazu sagen, dass ich selber 2 kleine Schwestern habe, die nicht gerade die ruhigsten Vertreter sind. Aber da ist es absolut kein Problem, die ältere von beiden ist auch ihre 'Bezugsperson'.


    Das ist Angst Angst Angst... Da müsste professionell dran gearbeitet werden, sonst hat der Hund auf lange Sicht eine enorm reduzierte Lebensqualität.
    Die mir bekannten Biewer konnten z.B. in der Grunderziehung etc. nicht mit Futter belohnt werden, da jedes Runterbeugen und Intentionsbewegung in ihre Richtung wenn auch nur dezent an der Körpersprache sichtbar für sie eine Bedrohung darstellten. Nix mit Belohnung also...


    Zitat

    Außerdem hat sie in letzter Zeit ganz komische Dinge gemacht wie auf die Eckbank pieseln und gestern hat sie tatsächlich mitten auf den Esstisch gekotet


    Jo, auch alles Folgen der Angst/Stressproblematik


    :verzweifelt:

    Da du das mit dem Geschirr erwähnt hast..alle drei Biewers hassten Geschirre und brachen dann direkt ein, wenn sie damit konfrontiert worden sind. Bei allen konnten aber auch Schmerzen im Rücken nachgewiesen werden. Bucklig herumlaufen und Zittern bei Angst sorgt für starke Rückenverspannungen

  • Jupp. Genau wie du sagst. Sich groß über was freuen, Party machen oder selbst runter in die Hocke und ein Leckerli geben sind fast unvorstellbare Dinge. Von oben zu ihr runter ist unmöglich, sie legt sich dannn flach auf den Boden oder wirft sich gleich auf den Rücken. Wenn man Glück hat macht sie 'nur' einen Buckel und der Kopf geht runter :tropf:

    Das gleiche Szenario bei HB und Geschirr, mittlerweile kommt sie noch so ein wenig schwanzwedeln und schmeißt sich dann vor einem hin. Ganz am Anfang war sie sofort verschwunden, wenn sie wusste es geht los. Sobald man aber draußen ist und sie Nicki hinterher rennen kann, hat sie es wieder vergessen.. immerhin..

    Mir wär's im Moment echt recht, wenn ich nur die Kleine hätte. Aber so komm ich abends um 18 Uhr heim und dann will Nicki ihre große Runde gehen. Ist ja auch 'mein' Hund. Und mit Maja kann ich nicht üben wenn die Große dabei ist. Dann regnets noch, windet, ist kalt.. da geht sie eh nicht mit.. An den Wochenenden klemm ich mich grade wirklich dran. Und wenn's im Sommer wieder länger hell ist, hab ich auch mehr Möglichkeiten.

  • Dann ist in meiner wohl doch auch Biewer mit drin, sie hat und hatte in etwa die gleichen Probleme. Mir hat mal eine Trainerin gesagt, das solle man bei Yorkies und ihren Mixen nicht so ernst nehmen, die würden in ihrer Körpersprache gerne mal übertreiben und ihren Menschen damit manipulieren wollen. Sogar das Zittern könne erlernte Manipulation sein. Freut mich, dass es hier anscheinend andere nicht so sehen.

  • die würden in ihrer Körpersprache gerne mal übertreiben und ihren Menschen damit manipulieren wollen. Sogar das Zittern könne erlernte Manipulation sein. Freut mich, dass es hier anscheinend andere nicht so sehen.

    :mute: :mute: :mute:

  • Wurde die Schilddrüse untersucht?
    (freies T4(fT4),T4,freies T3(fT3),T3,TSH,TAK,Cortisol)

    Genau das wäre auch meine Frage gewesen; diese Angst und Schreckhaftigkeit spricht sehr für Schilddrüsenprobleme.

  • Hallo,

    ich erkenne da auch in einigen Dingen meinen Fred wieder, der allerdings bis zum 6. Monat nichts erlebt hat und ein kleiner Kasper Hauser ist. Zum Beispiel:

    Wir gehen oft in Restaurants, wo sie bisher in ihrer Tasche gesessen ist und alles in Ruhe beobachten konnte. Das geht mittlerweile ohne Angst, deshalb würden wir die Tasche ab sofort gerne weg lassen, da sie wohl vor allem dann sehr ängstlich ist, wenn sie auf ihren Pfoten stehen muss.

    Wie läuft sie sonst auf glatten Untergründen? Fred hat damit z.B. ganz große Probleme.
    Ich würde allerdings die Tasche nicht weglassen, sondern offen lassen und die Leine festhalten, sodass sie rauskommen kann, wenn sie will. Wenn ihr unbedingt die Steigerung wollt, dann nimm ihr eine Decke mit, sodass sie wenigstens darauf sitzen kann, dann hat sie allerdings nicht mehr den Rundherumschutz der Tasche. Bei Fred war das am Anfang auch ein Drama und er konnte stundenlang in der Tasche ausharren. Allerdings kann er jetzt nach Jahren auch aus der Tasche rauskommen und daneben sitzen. Er braucht aber diesen Rückzugsort ganz dringend als "Anker". Dorthin kann er zurück schlüpfen wenn jemand gruseliges vorbei läuft, danach kommt er auch wieder von allein raus. Ich sehe sowas als großen Erfolg und würde meinen Hund nicht so ins "kalte Wasser werfen" und die Tasche ganz weg lassen.

    Zudem hat uns das Clickern sehr geholfen. Der Clicker macht einfach ein Geräusch, welches auch unter großem Stress wahrgenommen wird. Mein Gebrabbel dagegen geht schnell unter. Der Clicker verspricht aber etwas Positives, auch wenn das Futter in dem Moment vor Aufregung und Stress gar nicht verspeist werden kann. Ich würde bei so ängstlichen Hunden immer ausprobieren ob sie auf den Clicker anspringen.

    Was spricht eigentlich dagegen die Tasche auf die großen Runden mitzunehmen? Wir haben dieses Stehen-bleib-Problem auch oft. Manchmal packe ich Fred dann in die Tasche, laufe los und auf dem Rückweg lasse ich ihn raus, weil er dann in jedem Fall heim läuft (zurück in den sicheren Bau). Das klappt auch bei Mistwetter und wenigstens hat er sich dann bewegt.

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