Wer kann noch richtig loben?

  • Was ich noch vergessen habe: Ich denke, man kann das alles gar nichts pauschalisieren, sondern muss sich nach dem Hund richten. Was bringt es mir, wenn ICH mit Leckerlies belohnen/loben möchte, das aber mein Hund gar nicht annimmt. Genauso lässt sich meine Hündin beim Gassigehen als Belohnung nicht gerne anfassen.
    Unsere DSH haben es geliebt als Belohnung kurz am Hals durchgeknuddelt zu werden.

    Was ich allerdings auch festgestellt habe ist, dass "früher" nur sehr sparsam und auch anders gelobt wurde. Zu Beginn meiner Hundehaltung wurde lediglich dem Hund mal kurz über den Kopf gestreichelt, wenn er etwas gut gemacht hat, ansonsten wurde er öfter mal angeschrien, wenn er etwas falsch gemacht hatte. Da war man allgemein mit Loben um einiges sparsamer als in der heutigen Zeit.

  • Wenn Hundi sich gut benimmt, ist es jedesmal ein schöner Spaziergang, woran sie auch Freude hat.

    Tickt sie aus, was selten vorkommt, oder hört nicht, ist Frauchen schon mal genervt und das spürt sie.
    Dementsprechend ist es nicht so rosa, wie sonst.

    Also neben den üblichen Baumstammhopsern, kleinen Spieleinheiten usw. bei denen sie mit Leckerlies und lieben Worten belohnt wird, ist es genau so eine Belohnung (vermute ich), wenn sie "brav" ist und wir eine schöne, ausgeglichene Zeit haben.

    Meinst du sowas?

  • Also vorab: Ich habe nicht alle 8 Seiten durchgelesen^^

    Sepp kann ich super belohnen und motivieren, indem ich mehr Körpereinsatz zeige. Das heißt, dass ich ihn zum spielen aufordere.
    Bei ihm hat das einen größeren Stellenwert als Futter.
    Dies kann ich aber natürlich nicht zu jeder Situation anwenden und setzte Futter auf desöfteren ein, aber nicht immer.

    Ich finde es wichtig, dass man einen Weg findet, den Hund nicht NUR durch Leckerlis zu belohnen. Kommt aber auch auf den Hund an, viele springen leider auf nichts anderes an. Hier liegt es auch Rasse / Typ des Hundes, allerdings gibt es auch Fälle, bei denen dieses Muster unabsichtlich antrainiert wurde.

  • Ich hab nicht alle Seiten durchgelesen und möchte nur auf die Eingangsfrage antworten.

    Bei Leo ist es so, dass er Zergeln, Leckerli usw. toll findet, aber das ist für ihn nicht das Größte, darauf kann er auch verzichten. Was er wirklich richtig toll findet, ist, wenn ich mich zum Deppen mache. Wenn ich vor ihm rumhüpfe, wegrenne, wieder zu ihm hin, ihn anstupsen und verbal einfach alles mögliche lobende Geschwurbel von mir gebe.
    Ja hast du das toll gemacht! Bist du der Allerbeste?! So ein toller Bursche! usw. :D

    Das setze ich vor allem im Dummytraining ein, weil mir da wichtig ist er bringt den Dummy gern zu mir und bekommt keinen Konflikt "Die will mir den Dummy wegnehmen!".

    Jetzt ist er ein Retriever, bei meinem Terrier-Mix funktioniert das nicht so gut. Der geht vor allem über Objekte. Freut sich schon auch wenn ich mich freue und ihn lobe, aber er wartet dann auf die materielle Belohnung.

  • Das Loben ohne Belohnung.

    Ein eckiger Kreis? Ein toter Lebender?

    Mit Belohnung bezeichne ich Dinge, die außerhalb des Lobenden liegen... Dinge, die von ihm instrumentalisiert werden,um sein Lob auszudrücken.

    mit "richtig loben" meine ich wirklich nur mittels Persönlichkeit... mit Stimme, Berührungen etc.

    Belohnen kann man nur, wenn der Hund ein Bedürfnis nach etwas hat. Das kann man eigentlich ziemlich easy zuordnen. Es gibt Bedürfnisse danach instinktives Verhalten auszuleben, Bedürfnisse Verhaltensbereich auszuleben, die dem Sozialkontakt dienen, welche zur Körperpflege, energie- und stoffwechselbezogene Bedürfnisse und so weiter... was wann als Belohnung einsetzbar ist, hängt davon ab wie stark das Bedürfnis des Hundes danach ist. Nicht wie stark das Bedürfnis des Menschen ist, dass der Hund das Bedürfnis danach hat...

    Ich befürchte, es hat noch immer keiner so richtig verstanden, worauf ich gern den Fokus legen würde... das ist etwas frustrierend.

    Vielleicht, weil es das gar nicht gibt, was Du Dir konstruierst?

  • darum hatte ich ja gebeten sie möge mal beschreiben was sie unter sozialem Lob ohne Belohnung versteht. Toll wären eben auch Beispiele.

  • Ich hab das so verstanden, dass man als Belohnung nicht Leckerlies, Ball, Klicker oder sowas benutzt, sondern die Stimme oder Körperkontakt. :???:

    Wobei es diesen Ausdruck "Lob ohne Belohnung" rein logisch nicht geben kann, denn das Lob (egal was) IST die Belohnung. :pfeif:

  • genau so sehe ich das ja auch- habs ja bereits beschrieben.

    Wobei ich persönlich ganz klar differenziere was ich gerade mache. Im Alltag gibt es seltenst Leckerlie. Fürs Abrufen ab und an mal aber auch nur selten. Da reicht Stimme und mal eben durchknuddeln oder eben wieder losschicken. Im Sport ist das was anderes. Hier gibt es je nach Stand der Übung, Lecker, Beute, oder auch mal nur ein Brustklopfer. Aber das hängt eben vom Ausbildungsstand ab. Was bei der Arbeit gar nicht geht ist durchknuddeln. Die würden mich total angewidert angucken. Es bringt sie aus der nötigen Konzentration und ist da für sie einfach Fehl am Platz. Zum Schluss aber wenn alles vorbei ist liebt es mein Großer Butzibautzi zu machen um sich noch auf dem Platz den Bauch kraulen zu lassen. Bis der Richter zur Punktbesprechung kommt hat mein Andiamo schon sein Lob bekommen. aber auch das ist ritualisiert und geübt.


  • Vielleicht, weil es das gar nicht gibt, was Du Dir konstruierst?

    Klar gibts das und das funktioniert bei deinen Borders sicherlich sehr gut (wie du selbst schriebst im Zusammenhang mit Verhaltensketten) - Aufmerksamkeit. Das ist für Kinder verstärkend und für Hunde auch.
    Am Ende ist das auch das auf was Noctara mMn hinaus will: wer arbeitet viel mit diesem Verstärker?

    Wenn ich mir überlege dass mein Hund mich immer beim Fusslaufen an guckt und ich oft zurück gucke, er also den Blickkontakt kurz sucht dann würde ich schon sagen dass ich einen ziemlichen Teil damit arbeite.
    Ich habe z.B. stellen an denen ich bevorzugt das Spiele raus hole und dann wird wild gezockt. An genau diesen Stellen ist Angie mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit in Play-Stimmung. Wirkt also ziemlich gut. Auch ein Anfassen und Freuen nach dem Rückruf ist immer drin.
    Ich vermute mal die Response vom Bezugsmensch (ob nun positiv oder negativ) ist für die Hund-Mensch Beziehung der hauptsächliche Verstärker und den wenigsten wird das überhaupt bewusst.

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