Groß- und Kleinhund - Wie kommt es zu den Todesfällen?

  • Mangelnde Impulskontrolle kann durchaus eine Wesensschwäche sein. Ein schwaches Nervenkostüm kann genetischer Natur sein. Training in Sachen Impulskontrolle ist dann sehr schwer bis unmöglich. Das kommt in guten Zuchten aber sehr selten vor. In der Jagd ist ein solcher Hund unbrauchbar. Bei unseriösen Zuchten oder durch ungewollte verpaarungen wird es möglicherweise einige Hunde geben, die unter dem Begriff Wesensschwach laufen könnten.
    Aber ich denke die meisten Hunde sind in der Impulskontrolle einfach nur nicht trainiert. Sei es aus Unwissenheit (was ich nicht schlimm finde, nicht jeder ist ein Experte) oder Faulheit (was ich echt ätzend finde).

  • Für mich hat das aber schon etwas mit Wesensschwäche zu tun; wenn ein Hund sich so hochpushen läßt und nicht mehr runterfährt, ist er Wesens- oder Charakterschwach.
    Wenn es z.B. ein Rassehund wär, würde ein guter Züchter solche Hunde von der Zucht ausschließen.

    Man kann einen wirklich ausgezeichnet gezogenen Border Collie mit fantastischen Anlagen zu einem TRIEBIDIOTEN hochpushen und jeder denkt, der Hund ist volllkommen irre.

    Was man aus schlecht gezogenen Hunden machen kann, weiss jeder.

    Das "nicht mehr runterfahren können" kann hormonell und durch schlechte Haltung so extrem sein, dass man den Hund komplett versaut und ewig braucht um da wieder einen ruhigen normalen Hund draus macht.

    Ich habe einen Border Collie, der sehr schnell hochfährt und lange braucht zum runterkommen.
    Die Zucht ist "gut gemeint" gewesen.....

    Aber mit Wesensschwäche hat das nicht zu tun.

  • Das hat mit wesensschwach mal gar nix zu tun

    Und was glaubst du wo du mit einem Hund landen würdest, der einen Kleinhund im Jagdmodus tötet?
    Beim Wesenstest! Für mich hat so ein Verhalten etwas mit Wesensschwäche zu tun.

    Mein letzter Airedale war die "Jagdsau" schlechthin. So einen Hund hatte ich vorher noch nie und möchte so einen Hund auch nicht mehr haben.
    Aber er konnte sehr wohl Kleinhunde von jagdbarem Wild unterscheiden. Und er konnte genauso schnell wie er hochpushte auch wieder runterfahren.
    Der war in meinen Augen absolut wesens- und charakterfest. Er war in keiner Weise ängstlich und absolut schußfest ( als schöner Nebeneffekt). Und der Schutztrieb war bei ihm sehr ausgeprägt!

    Triebstärke hat also überhaupt nichts mit Bissigkeit oder unverträglichkeit Artgenossen gegenüber zu tun.

    Er war auch mit Artgenossen absolut verträglich.

  • Ich muss aber der Ehre halber dazu sagen, das die meisten dieser jiffenden Hunde nicht aus der JGHV Zucht stammten.

    Sundri

    Keine jiffenden Deutsch Kurzhaar aus dem JGHV??

    Keine jiffenden JGHV Stöberhunde/Bracken im Auto auf Drückjagden?

    Gerade zweiteres hab ich noch nie nie gesehen.

  • Mangelnde Impulskontrolle kann durchaus eine Wesensschwäche sein. Ein schwaches Nervenkostüm kann genetischer Natur sein. Training in Sachen Impulskontrolle ist dann sehr schwer bis unmöglich. Das kommt in guten Zuchten aber sehr selten vor. In der Jagd ist ein solcher Hund unbrauchbar. Bei unseriösen Zuchten oder durch ungewollte verpaarungen wird es möglicherweise einige Hunde geben, die unter dem Begriff Wesensschwach laufen könnten.
    Aber ich denke die meisten Hunde sind in der Impulskontrolle einfach nur nicht trainiert. Sei es aus Unwissenheit (was ich nicht schlimm finde, nicht jeder ist ein Experte) oder Faulheit (was ich echt ätzend finde).

    Naja.

    Von dem Großteil der hiesigen Jagdhunde wird gefordert, dass sie schnell und effizient Raubwild wie den Marder, Marderhund etc. töten können und auch einen Fuchs..Tier der Gattung Canidae...

    Zudem haben die Vorstehhunde im Einsatz eine Impulskontrolle..antrainiert...die weit über den Anforderungen des Familienhundes liegen. Wenn also so ein "Unfall" mit Kleinhunden passiert und so ein Jaghund involvoiert ist, dann liegt es garantiert nicht an mangelnder Impulskontrolle.

  • ich habe bei den Gebrauchshunden (Schande über mein Haupt :headbash: ) eigentlich NICHT an die Jagdgebrauchshunde gedacht, sondern an DSH, Malinios, Rotti und Dobi - deren Ausbildung doch etwas anders aufgebaut ist als die eines Jagdhundes.
    Und ich finde, Liv hat das in ihrem Beispiel mit dem Border gut beschrieben, was ich meine :applaus:

    Oder, anderes Beispiel, meine beiden DSH reagieren auf jeden Bewegungsreiz in ihrem Sichtbereich, sie haben aber gelernt, dass sie nicht hinterher gehen dürfen. Mein Rüde zeigt mir einen flatternden Schmetterling noch in 50 m an, da muss ich mich anstengen, den überhaupt zu sehen. Es war viel Arbeit, den angeborenen "Trieb":" da bewegt sich was, ich will hinterher " zu bremsen.
    Sie würden auch jetzt immer noch gerne....

  • Das hat mit wesensschwach mal gar nix zu tun @harry97

    Eher schon mit mangelnder Impulskontrolle (= Erziehungssache) und grundsätzlicher Intensität des Jagdtriebs bzw. der Hetzleidenschaft

    Wesenschwächen zu diagnostizieren ist ja nun auch so ein Ding. Die Rassen sind ja zu unterschiedlichem gebrauch gezüchtet worden. Ein DSH der bei Bedrohung kuscht und sich verkriecht ist wesensschwach, ein Hund der FCI Klasse 9 sagen wir mal nen Bostonterrier ist aber wesensschwach wenn er genau wie der DSH auf eine solche Bedrohung eingeht.
    Der Wesenstest für auffällig gewordene Hunde hat nichts aber auch rein gar nichts mit dem Wesen zu tun dass der Rasse nun mal eigen ist. Es ist ein Test der erfunden wurde um das Zusammenleben von Hund und Mensch auf engstem Raum zu regeln. Über Sinn und Unsinn socher Tests läßt sich ewig streiten, letztendlich ist es das andere Ende der Leine das entscheidet ob der Hund gefährlich ist oder nicht.

    Impulskontrolle hat auch schon wieder etwas mit der Rasse zu tun. Ein Bernhardiner hat in der Regel weniger Probleme damit als ein Mali. Ist ja auch ganz logisch. Wer braucht schon nen Bernhardiner der den ganzen Tag wild durchs Gebirge hopst. Der soll ruhig und gelassen mitlaufen und Lasten ziehen. Mit wenig Impulskontrolle wäre das früher lustig geworden. Aber mit diesen Eigenschaften wäre der Mali eben kein Mali, kein Hund der wirklich in wenigen Sekunden von 0 auf 100 ist. Er wäre nicht einsetzbar. Von daher ist die grundsätzliche Impulsbereitschaft erst mal genetisch bedingt. Wie das einzelne Tier dann damit umgeht ist hier die Frage. Da kommen Training und Gehorsam ins Spiel aber man bekommt das Ganze lediglich in gewissem Masse reguliert und kontrolliert. Ganz kalt lassen wird einen Jäger eine flüchtende Beute niemals und einen Zughund wird man auch mit einer Reizangel nicht zum Jäger machen.

    Wenn ein Jagdhund ins Jagen kommt sieht und hört er nichts mehr, ausser seine Beute, wenn ein Schutzhund arbeitet merkt er nicht dass er vielleicht auch verletzt wird. Würden sie auf diese Reize reagieren wäre ihr Erfolg gefährdet und das hieß früher dann eben mit denen wird nicht weitergezüchtet.

    Mangelde Sozialisation hat in meinen Augen wenig mit der Jagd auf sich bewegende kleinere Tiere (auch Hunde) zu tun. Für mich ist das Jagen und fertig. Es muss unterbunden werden und auch hier gibt es eigentlich wenig zu diskutieren. Das es im Alltag immer wieder Hundehalter geben wird die ihre HUnde weder lesen noch erziehen können, kann hier keiner von uns ändern.

  • :bindafür: :bindafür: :bindafür: :bindafür: :bindafür:

    Auf den Punkt gebracht!


    Ich habe schon viele male gesehen, wie ein Hund aus dem "Spiel" in den Jagdmodus kippt und dann im harmlosen Fall mobbt, jagd, evt beissst.

    Ich habe aber auch schon einige male live geseehen, wie ein Hund dann in den "töten" Modus verfiehl.

    Einmal stand ich daneben wie ein Afghane aus dem nichts heraus einen Sheltie packte und den schüttelt wie ein Spielzeug. Der Hund war nicht "böse", der ist dennoch gefährlich für kleine Hunde, weil er schnell von jetzt auf gleich in den Jagdmosus glitscht.

    Ich DENKE MIR (ob das so ist, das weiss ich nicht, vielleicht gibts ander Erklärungen), ich denke mir, dass es oft an fehlender Impulskontrolle liegt und dass die Halter sich eben nicht im klaren sind, was ihr Hund da treibt.

    Ich kenne auch einige Border Collie A...lö....

    Weil die nicht richtig gelenkt und erzogen sind. Weil das macht ja auch arbeit...

    Meine Border Hündin ist als Rennsemmel. DIe löst den Jagdtrieb oft aus, Bei Schäferhunden ebendso wie bei Retrievern, und so weiter.

    SIe hat gelernt, stehenzubleiben, das habe ich ihr beigebracht, dennoch sind ihr ein paar mal Hunde hinterher GEHETZT! Eindeutig im Jagen. Und die wollten NICHT spielen! Und die Gefahr dabei ist "das festhalten".

    Ich passe IMMER Verdammt aufm, dass meinem braven Semmelchen keiner beim Festhalten Löcher in den Pelz beisst.

    Bis auf einmal hat es 10 Jahre bisher gut funktioniert.

    Ein hoher Prozentsatz der Jagdspiele, auch mit etwas ernsterem Hintergrund, gehen ganz gut aus....Auf Deutschland Hundewisen.

    Aber X Prozent endet mit einem Bis oder dem Tod des "gejagten HUNDES"

    Der DSH einer Freunding.

    Der Hund ein wahnsinns Tier....Der Hammer...toll toll toll..

    Ist mit ihrem Mann als Junghund am Rad einfach auf einen Kleinsthund, und hat den gebissen
    Lunge durch....

    Und nochmal eine schei...Situation.

    Der Mann setzt den JUNGEN DSH vor der Haustür ab...ein Hund kommt vorbei: ZACK...

    Ich bei beiden Fällen eine leider tragische Verknüpfung von "ich habe keine Ahnung was ich da an der Leine habe" mit einem sehr direktem noch nicht ganz in der Spur erzogenen Hund.

    Davon abgesehen, das der Hund 2 Tiere schwer verletzt hat, hat der wirklich tolle DSH lebenslang Maulkorbpflicht. Und das nur, weil er in den ersten 2 Jahren vom Ehemann zweiml sehr schlecht gemanages wurde.

    Wäre die Frau mit dem Hund Rad gefahren, hätte sie vorausschauend gehandelt.

    Ihr einziger Fehler war, den Hund dem Mann mitzugeben....tja...so passieren Unfälle und immer leiden die Tiere drunter.

    ALLE beteiligten.

    Ich gehe einfach immer davon aus, dass Halter ihre Hunde falsch einschätzen und mache mir IMMER selbst ein Bild. Und das unterscheidet sich oft DEUTLICH von dem , wie der Halter sein Tier empfindet.

  • ich frage mich öfter wie es dazu kommt, dass Hunde die erfolgreich im Sport geführt werden, wo sie - also zumindest im SD - schon über eine gute Impulskontrolle/ einen gefestigten Abbruch verfügen sollten - ausserhalb des Platzes so starke Probleme haben mit Jagen/Kleinsthunden, usw?

    hab zwar nicht viel Ahnung vom SD - also nur zugucken und die Arbeit toll finden - aber sollte wenn der Abbruch am Helfer so toll funktioniert, er nicht auch "draußen" funktionieren?

    kenne jetzt aus zwei Vereinen einiges an Hunden die am Platz eine super Arbeit leisten aber sonst immer maximal an der Flexi sein können weil sie Jagen/Hetzen/Agressionsprobleme haben/was auch immer.

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