• Doch, auch!

    Es ist ein Unterschied, ob der Hund "sein Ding" macht und
    a) dabei auf den Menschen achtet und auf dessen Kommunikation gewünscht reagiert oder, ob der Hund "sein Ding" macht
    b) und dabei auf den Menschen achtet und auf dessen Kommunikation unerwünscht reagiert
    oder gar, ob der Hund "sein Ding" macht
    c) und dabei nicht auf den Menschen und dessen Kommunikation achtet

    Über a) muss man nicht reden - hier ist alles im Lot. Bei b) sitzt tatsächlich der Rückruf noch nicht richtig. Bei c) allerdings muss dem Hund erst deutlich gemacht werden, dass es sich lohnt auf den Menschen zu achten bevor man mit dem Hund kommunizieren (will heißen: Kommandos geben) kann.

    Damit der Hund lernt, dass es sich lohnt auf den Menschen zu achten, muss man den Hund u.U. auf dem Spaziergang "bespaßen".


    lg

  • Da unser Rückruf hier die absolute Katastrophe war und ich eigentlich das Ziel habe, meinem Hund Freilauf zu gönnen, baue ich aktuell den Rückruf mit der Pfeife und der Schleppleine auf. Das klappt mittlerweile sehr gut, bei wenig Ablenkung und auch wenn sich Theo mal festgeschnüffelt hat. Mit mehr Ablenkung haben wir noch nicht geübt.

    Ich finde es etwas problematisch, wenn die Schleppleine als Bestandteil des Rückrufs eingebaut wird - das ist dann extra Arbeit, die wieder rauszukriegen. Drum würde ich unbedingt parallel den Rückruf bei keiner/wenig Ablenkung OHNE Schleppleine üben, bevor sich das noch mehr verfestigt! Das macht man zu Beginn nicht unterwegs, sondern an einem Ort, an dem man stationär ist, und den der Hund schon erkundet hat.

    Wenn man die Schleppleine schon sehr stark konditioniert hat, muss man sich eventuell um Ausschleichprozedere Gedanken machen, ansonsten würde ich immer empfehlen, den Rückruf unabhängig davon, ob die SL dran ist oder nicht aufzubauen.

  • Hallo,

    ich würde die Schleppleine jetzt auch weglassen wenn du deinem Hund mehr vertraust als vorher.
    Zudem würde ich jeden Blickkontakt belohnen oder mal mit einem Markerwort arbeiten.
    Meine Hunde dürfen auch mal nur Gassi gehen, aber meistens baue ich kleine Übungen ein. Ich finde das fördert die Bindung und ist doch auch schön für beide Seiten. Genug Zeit zum Hundsein haben sie trotzdem. Ein Hund der zwischendurch mal aktiv bespaßt und/oder gefordert wird, der ist automatisch aufmerksamer als einer, der komplett abschaltet und sein Ding macht.
    Einen Hund der total in seiner eigenen Welt ist, würde ich erst recht zwischendurch mit kleinen Übungen konfrontieren. Man geht ja schon gemeinsam spazieren, da ist es doch wohl das Mindeste, dass man ab und zu mal aufeinander achtet. Meine Hunde bleiben auch stehen und warten auf mich und drehen sich vor allem öfter mal um.
    Ich würde mal einen Dummy oder Futterbeutel mit raus nehmen. Man kann auch einfach kleine Tricks draußen machen z.B. den Hund irgendwo rauf springen lassen. Die Umgebung einbeziehen kann auch richtig Spaß machen. Ich lasse meine öfter irgendwo absitzen und deponiere Leckerlis auf Baumstümpfen und im Laub, die sie auf Kommando suchen dürfen.

  • Könntest du mal ein Video machen, wie ihr draußen unterwegs seid?
    Denn dann könnte man sehen, ob er nicht generell sehr unaufmerksam ist.
    Ferner würde mich interessieren, ob er irgendetwas für Futter oder Aufmerksamkeit tun muss?
    Wenn er wirklich ein harter Fall ist, würde ich dann auch zu härteren Bandagen greifen. Ich habe am Anfang die Bracke nur draußen gefüttert. Das fand ich bald nicht mehr ideal, weil er ein Hund war, der mehr Sicherheit brauchte. Also habe ich ihm seine Kohlenhydrate und Gemüse daheim gegeben und das "coole" Futter, also Fleisch und auch mal Käse, ausschließlich draußen. In unserer härtesten Zeit habe ich ihn sogar in der Wohnung ignoriert. Draußen erwartete ich Kooperation. Ansonsten habe ich gleich die Schlepp durch die kurze Lederleine ersetzt und bin nach Haus gelaufen. Mittlerweile läuft er viel offline und ist sogar sehr brav geworden. Dabei kuscheln wir nun in der Wohnung viel und er bekommt seine kompletten Mahlzeiten aus dem Napf.

  • orientierung zu einem hat man wenn man zb mit positiver verstärkung arbeitet schneller als es einem lieb ist ;)

    klickt man das anschauen, umdrehen, usw hat man den hund schnell fast nur noch neben sich :)
    mehr als man vielleicht möchte ;)

  • das kommt sicherlich auch auf den Hund drauf an ;)
    Ich hatte jedenfalls noch keinen Hund, der an mir klebte, nur weil ich die Orientierung an mir (also Umdrehen/Anschauen/usw.) bestätigt habe, dafür wohl Hunde, die sich an mir orientiert haben und insgesamt besser auf Kommandos gehört haben.

    Bei einem Hund, der schon länger nicht (mehr) auf seinen Menschen achtet und der dazu evtl. gar nicht über Futter oder Spielzeug belohnbar ist, wird das alles auch etwas länger dauern.

    lg

  • Kam mir grad auf der Nachtrunde, deshalb (leider) Doppelpost:

    Das Bestätigen der Kontaktaufnahme ist doch im Grunde auch "bespaßen" - klar, wenn nur ein Leckerchen fliegt, fällt das vielleicht nicht so auf, aber wenn man zur Bestätigung (hin und wieder) ein Spielzeug nutzt, dann läuft das eindeutig unter "Bespaßung".

    Würde ich das Ganze exzessiv machen, könnte ich sicher einen Hund bekommen, der bei geringer bis mäßiger Ablenkung an mir klebt (was so oder so mMn nicht das Ziel sein kann), aber bei größerer bis großer Ablenkung doch "sein Ding" macht.

    Für diese Momente muss man - bei manchen Hundetypen - draußen mehr machen.

    Und auch, weil für manche Hunde "sich an Frauchen/Herrchen orientieren = Bestätigung" ganz nett ist, aber auf Dauer doch etwas eintönig.


    lg

  • spazieren gehen soll ja entspannung für den hund sein, training ist ja in der HS

    Es fordert ja niemand, dass man sämtliche Spaziergänge mit Training und Spielen auffüllt.
    Ich gehe mit dem Terrier auch in die HS, aber dort herrscht eine Ausnahmesituation. Da schaltet der Terrier auf "hoch konzentriert", und es gibt die Außenreize ja nicht.

    Wir - und die meisten hier sicher auch - gehen oft dieselben Wege. Da gibt es für die Hunde wenig Abwechslung. Zu schnüffeln sind ja nur die Veränderungen zwischen "gestern" und "heute".
    Wir laufen auch die meiste Zeit einfach so vor uns hin, nutzen aber sich bietende Gelegenheiten, um etwas Spannung in den altbekannten Weg zu bringen. Mal gibts ein "hopp", wenn ein Stapel Holz am Weg liegt; mal nehme ich Käse mit und klebe den an Bäume und lasse die Hunde suchen; mal werfe ich einfach eine Handvoll Futter in den Gründünger auf dem Feld ...
    Und der Terrier signalisiert mittlerweile von sich aus, wann es ihm zu langweilig wird: Dann läuft er an mich ran, grinst und möchte, dass ich ihm die Domina mache. :D Dann bekommt er halt auch mal auf dem Feldweg ein "Sitz und bleib!"

    Und er klebt durchaus nicht die ganze Zeit an mir.
    Aber er achtet mehr auf mich und sucht sich spannende Aufgaben nicht mehr selbst.
    Hat hier gut so funktioniert. Seitdem klappt der Rückruf in 99% der Fälle. (Bei dem 1% spurtet er noch los und kommt erst auf den 2. Ruf, ohne allerdings das Ziel erreicht zu haben.)

  • Würde ich das Ganze exzessiv machen, könnte ich sicher einen Hund bekommen, der bei geringer bis mäßiger Ablenkung an mir klebt (was so oder so mMn nicht das Ziel sein kann), aber bei größerer bis großer Ablenkung doch "sein Ding" macht.

    für viele ist es das ziel das der hund nah bei ihnen ist.
    siehe hier extrem viele hund die dauerhaft neben dem besitzer laufen, nicht markieren, schnüffeln, .... und das im freilauf.

    für mich wäre das auch nichts, meiner markiert und schnüffeln im freilauf recht viel aber ist ja auch ok solange er ansprechbar ist.
    ist einfach sein ding zu schnüffeln, auch bei uns im garten wird täglich alles abgeschnüffelt :)

  • siehe hier extrem viele hund die dauerhaft neben dem besitzer laufen, nicht markieren, schnüffeln, .... und das im freilauf.

    das ist mMn dann aber kein Freilauf. Wie das Wort schon sagt, heißt "Freilauf", dass der Hund sich frei bewegt, klebt er nur am Besitzer, bewegt er sich nicht frei - egal, ob da jetzt eine Leine dran ist oder nicht.

    Ich glaube auch nicht, dass ich ein solches Verhalten bei meinem Typ Hund ohne negative Einwirkung erreichen könnte.
    Allerhöchstens, indem ich den Hund zum extremen Bällchen-/Spielzeugjunkie machen würde und das Objekt seiner Begierde in der Hand halten würde. Das könnte dann evtl. klappen...

    lg

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