Hündin schnappt nach Katzen

  • Hallo,
    Ich bin neu hier und habe mich wegen einem grossen Problem mit unserem Hund hier angemeldet.
    Wir haben eine 1 1/2 jährige unkastrierte Ridgeback Hündin, die in letzer Zeit mehr und mehr Probleme macht. Das Hauptproblem für mich ist, dass sie grundlos (bzw ohne provoziert worden zu sein) nach meinen Katzen (beide 4 und waren schon da, als die hündin als welpe hier ankam) schnappt.

    Ein wenig zur Vorgeschichte: Die Hündin ist unser 3. Hund und unser 2. Ridgeback, allerdings der erste Hund, der sich so schlimm daneben benimmt und die Katzen jagt und nach ihnen schnappt. Mein Vater, die Bezugsperson der Hündin, hat zu Beginn leider den Fehler gemacht, es ihr als Welpe nicht zu verbieten, die Katzen zu jagen. Früher war mein Vater Mr Konsequenz und Hundeerziehung in Person, heute ist davon leider nur noch wenig zu sehen, er verwöhnt den Hund und lässt sich von ihr manipulieren, d.h. reagiert sofort, wenn sie jammert, streichelt sie, wenn sie sich ihm aufdrängt, kuschelt mit ihr in ihrem bettchen und lässt sie sogar auf die teure couch. Er massregelt den hund nie, auch nicht wenn sie etwas verbotenes tut oder sogar wegrennt und nachbars garten tobt, oder Leute anspringt und eventuell sohar verletzt bzw kleidung zerstört (was ich schon an blauen flecken und tiefen, blutigen kratzern wegen dem hund am arm hatte, ist unglaublich). Das ist dann eben einfach nur süß, nicht weiter schlimm und ich rege mich zu sehr auf; in seinen Augen.
    Die Katzen sind sehr geduldig mit ihr, bleiben ruhig auch wenn sie zu- bzw aufdringlich wird und gehen weg, wenn es ihnen zu viel wird. Selten fauchen sie und noch seltener gibt es einen Tatzenhieb, nie mit Krallen.

    Nun ist es mir schon mehrmals aufgefallen, dass sie aus heiterem himmel heraus nach den katzen schnappt und heute hätte nicht mehr viel gefehlt und der nacken meines katers, der nur an ihr vorbei gegangen ist, wäre durch gewesen. Ich will ihr gar nicht unterstellen, dass sie sie den katzen böses will, aber sie hat eine grenze überschritten, die es mir sehr schwer macht, noch Sympathie für den hund zu empfinden. Wenn man dann mit dem hund meckert und sie weg schickt, reagiert sie da gar nicht drauf.

    Ich persönlich bin sehr konsequent im umgang mit dem hund, manche würden es auch als streng bezeichnen. Aber gerade so einen hund, mit solch einem gefahrenpotential für andere, sollte man m.M.nach nicht unterschätzen und an der langen leine lassen.
    Ich denke, dass meine Eltern den hund falsch erzogen haben. Immer, wenn sie die Katzen zu sehr bedrängt hat, wurde laut Nein gerufen und SOFORT belohnt und liebkost, als sie aufhörte. So hat sie gelernt, den katzen nur zu nahe kommen zu müssen, um dann nach dem Nein zu Mutter/Vater zu rennen und sich ein leckerchen abzuholen. Das hat sie dann mehrmals hintereinander gemacht, immer wieder. Aber das fanden sie dann nur süß, wie schlau der hund doch ist. Ich würde das eher als maipulativ bezeichnen.

    Ich bin der Meinung, man sollte, wenn der hund sich derart daneben benimmt, den hund mit einem lauten Nein masssregeln und dann als bestrafung komplett ignorieren, bis er von selbst zb in sein bettchen geht. Und erst dann belohnen. Mit der Meinung stehe ich zuhause nur leider allein da.

    Ich weiss einfach nicht was ich dagegen machen kann. Theoretisch könnte man Katzen und Hund räumlich trennen, aber ich will die Katzen nicht für das schlechte benehmen des hundes bestrafen, zumal das den ausschluss aus dem familiären alltag, der den katzen sehr wichtig ist, bedeuten würde. Und der hund muss doch auch lernen, sich zu benehmen und zu gehorchen. Eine umgehung der situation wäre keine permanente lösung.
    Ein weiteres problem ist, dass ich meinem Vater mit Hundeerziehungstipps bzw -hinweisen gar nicht zu kommen brauche, weil ich angeblich gar nicht mitreden könne und gar keine ahnung davon hätte, weim ich ja die katzen verwöhnen würde (dass das aber gerade u.a. den reiz an der katzenhaltung ausmacht und hunde- und katzenerziehung zwei vollkommen verschiedene paar schuhe sind, vergisst er ständig. Wobei meine Katzen weitaus besser hören als sein Hund).

    So, ich glaube da ist jetzt alles an wichtigen Informationen zu der Situation drin. Ich bräuchte dringend hilfe und anregungen zu Änderung der situation. Es muss sich schleunigst etwas tun, denn ich will den hund ja auch gern haben können, aber solange sie sich meinen katzen gegenüber so benimmt, ist das nur schlecht möglich. Und um himmels willen will ich verhindern, dass sie den katzen im eifer des Gefechts etwas antut.
    Woran kann das liegen? Alter? Dass sie nicht kastriert ist? Die eventuell falsche Erziehung?
    Und was kann ich tun?
    Jede Form von Hilfe würde ich sehr zu schätzen wissen. :hilfe:

  • Falsche bzw. keine Erziehung ist sicherlich einer der Hauptgründe dafür. Aber das würde heißen, dass man konsequenter in der Erziehung sein müsste, teilweise wahrscheinlich auch bei Null anfangen müsste (was nicht unbedingt heisst mehr maßregeln, sondern durch Training und Aufbau) und das wiederum setzt natürlich voraus, dass alle Familienmitglieder da mitmachen, v.a. dein Vater, der scheinbar die Hauptbezugsperson der Hündin ist.

  • Hallo, ich finde genau richtig, wie du schreibst. Leider wird sich da wohl nicht viel ändern, wenn dein Vater deine Standpunkte nicht mitmacht.
    Ob der Hund nun wirklich wegen der Erziehung so drauf ist, sollte man eigentlich merken können. ZB ob der Hund anders auf dich und deine Kommandos hört als auf deinen Vater. Hunde merken ja schnell, mit wem sie es machen können ;) Wenn du Nein sagst, hört euer Hund dann auch auf? Du schreibst ja von dir selbst, du seiest streng und konsequent.

    Versuche deinen Eltern und insbesondere deinem Vater nochmal ins Gewissen zu reden. Sonst passiert ein Unglück, denn eine Katze kann ja nichts ausrichten gegen einen so großen Hundebiss.

  • Ich stimme da den anderen leider absolut zu...

    Ich denke, du hast das Problem längst erkannt, nämlich die sehr unterschiedlichen Vorstellungen der Hundeerziehung bei euch zu Haus!

    Ich finde, man kann dir da auch leider keine Tipps geben, da du für die Hundeerziehung nunmal nicht hauptsächlich zuständig bist! Ich weiß nicht, wie eure Ridgeback Hündin so vom Wesen her ist, allerdings hab ich im Bekanntenkreis nun schon mehrfach mitbekommen, dass gerade diese Rasse auf unterschiedliche Erziehungsmethoden innerhalb der Familie sehr schwierig reagieren! Es sind halt sehr selbstständig denkende Hunde, die auch schonmal gegen die (in ihren Augen) schwachen Familienmitglieder ziemlich heftig reagieren können!
    Gerade deshalb fände ich ein einheitliches Vorgehen innerhalb der Familie sehr wichtig!

    Wie lange lebst du denn noch zu Hause? Bzw. wie alt bist du? Sind die Katzen tatsächlich offiziell nur deine Tiere und der Hund gehört deinen Eltern?

  • Das Problem wird sich wohl über ein Hundeforum nicht lösen lassen, da es in erster Linie ein zwischenmenschliches ist. Du weißt ja selbst, was zu tun wäre, du kannst dich nur nicht mit deinem Vater darüber einigen.

    Die Hündin ist allerdings nicht manipulativ, wenn sie die Abfolge: Katzen bedrängen - 'Nein' hören - Leckerchen abholen - verinnerlicht hat. Das ist dann schlicht eine vom Menschen antrainierte Verhaltenskette. Die Hündin hat nicht gelernt, was sie nicht tun soll, sondern was sie tun kann, um eine Belohnung zu bekommen.


    Dagmar & Cara

  • Hallo Koshka,
    so wie ich das sehe, gibt es in deiner Familie ein ganz anderes Problem als die Katzen und der Hund. Mir sieht das eher nach einer Art Kampf zwischen dir und deinem Vater aus, aber statt es selber auszutragen, laßt ihr das über die Tiere laufen. Du schreibst ja, daß du den Hund deines Vaters nicht besonders magst, vielleicht geht es ihm mit den Katzen genauso? Ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber könnte es eventuell sein, daß dein Vater denkt, es wäre an der Zeit, daß du dir eine eigene Wohnung nimmst? Eventuell will dann auch noch deine Mutter genau dies nicht, daß dein Vater sein Vorhaben "hintenrum" durchzusetzen?
    All das ist jetzt aber reine Spekulation meinerseits, nur solltest du dich mit deinem Vater dringend mal zusammensetzen und den/die/das vielzitierte Tacheles reden. So wie es jetzt läuft ist jedenfalls kein akzeptabler Zustand, besonders nicht für den Wauzi.

    Gruß,
    Manu

  • Vielen Dank für eure Antworten,

    Ihr habt schon recht, das Problem sind im Grunde die verschiedenen Vorstellungen über Hundeerziehung. Das ist auch etwas, das wir unter uns klären müssen, da kann keiner helfen ;)
    Ich bin 27 und lebe im Haus meiner Eltern, habe dort eine kleine Wohnung. Durch das studium bin ich unter der woche nicht da. Die Katzen bewegen sich im gesamten Haus, ich will sie auch nicht auf die paar zimmerchen begrenzen, die mir gehören und die für die katzen ihr rückzugsort sind. Die Bezugsperson der Katzen bin auch ich, sie würden jedoch dort bleiben, wenn ich umziehen sollte, da ich sie nicht aus ihrem umfeld reissen will. Mein Vater mag die Katzen auch, er will es mir gegenüber nur nicht zugeben, um mich zu ärgen. Das macht er gerne ;)

    Mir ging es eigentlich nur darum, dass ich mir unsicher bin, inwiefern man den hund am besten erzieht, dass sie lernt, die katzen nicht zu jagen bzw nach ihnen zu schnappen. Insbesondere, ob ich sie SOFORT loben soll, wenn sie die katzen in ruhe lässt, oder erst durch ignorieren bestrafen soll und dann loben, wenn sie sich beruhigt hat.
    Es gibt ja auch Hilfsmittel wie eine Wasser spritzpistole oder so eine klapperdose, ich bin aber nicht sicher, inwiefern das hilfreich ist.

    Nun ist sie auch wieder läufig, da ist sie sowieso besonders seltsam drauf und ich will bei dem hund auch keinen schaden anrichten.

  • Hm - also, das mit dem Ignorieren vergiß mal ganz schnell. Ignoieren kann man ausschließlich aufmerksamkeitsheischendes Verhalten - wenn z.B. der Hund sich bei Dir "anwanzt", um gestreichelt zu werden, oder so. Wenn der kommt und legt Dir den Kopf auf den Schoß, um gestreichelt zu werden - wenn Du das dann einfach nicht machst, hat er keinen Erfolg mit dem Kopfauflegen, und wird es auf Dauer nicht mehr machen. Da hilft Ignorieren.

    Alles Andere ist ein Fehlverhalten, und das hört nicht auf, wenn Du nicht reagierst. Hier gilt der vielzitierte Spruch "wer schweigt, stimmt zu". Woher soll der Hund wissen, daß das Verhalten nicht gewünscht ist, wenn Du es ihm nicht sagst, sondern ihn gewähren läßt.

    Die Idee, das Verhalten mit Schimpfen abzubrechen, und dann erst zu belohnen, wenn er was Gutes macht, ist schonmal gut. Aber ich würde noch ein Stückweit eher ansetzen: sobald Du siehst, der Hund geht auch nur Richtung Katze, schickst Du ihn einfach ins Körbchen. Bei mir ist das dann ein "hm-hm (für nein-nein) - ins Körbchen!" Und dort würde ich den Hund belohnen. So baust Du nicht die Verhaltenskette auf "Katze nerven - ins Körbchen gehen - Leckerli kriegen", sondern ein "(statt Katze ärgern) ins Körbchen gehen - Leckerli kriegen". Also gar nicht erst zulassen, daß der Hund die Katze ärgert.

    Ansonsten: wie gut ist der Hund ausgelastet? Der Ridgeback ist ein Arbeitshund, und wenn der nicht richtig ausgelastet ist, läßt er sich halt u.U. Sachen einfallen, die den Besitzer nicht so wirklich erheitern können. Dann kann man an der Erziehung arbeiten bis zum Schwarzwerden, solange keine Beschäftigung den Hund entsprechend vom Kopf her auslastet und beschäftigt. Könnte mir auch vorstellen, wenn der Jagdtrieb des Hundes nicht adäquat (also mit Fährten oder Objektsuche oder Geruchsunterscheidungsspielchen o.ä.) ausgelastet ist, daß dann auf Dauer am Ende ein anderes Haustier dran glauben könnte - egal, wie lange er dieses schon kennt! Denn der Jagdtrieb ist kein Kinderspielzeug, der ist halt nunmal vorhanden bei auf Jagdtrieb gezüchteten Rassen, und mit Dauerprovokation durch die Anwesenheit von Jagdbarem (nämlich den Katzen) könnte der irgendwann durchbrechen. könnte - muß nicht, ich mag da jetzt keine Horrorszenarien hinstellen - aber Ihr müßt auch wissen, daß das Risiko beim Jagdhund halt immer besteht...... :-)

    Ob das bei Euch alles so umsetzbar ist im Haus, wenn Ihr Euch über die Erziehung nicht einig seid, das kann ich nicht beurteilen. Aber Du kennst den Hund und Eure näheren Umstände, und kannst dann das Risiko selbst einschätzen - ich selbst würde, wenn ich nicht da bin, die Katzen in meiner Wohnung einsperren. Allerdings führte das wahrscheinlich spätestens, wenn Du die Katzis beim Auszug da läßt, zu Problemen.... Blöde Situation..... :-(

  • Eine Spritzpistole, die "Rütterdose" oder Wurfkette sind sehr starke Druckmittel. Auch wenn euer Hund sehr rabiat daherkommt, sollte man nicht per se sofort mit solchen Mittelchen ankommen. Nicht für jeden Hund sind diese Methoden geeignet.
    Euer Hund kennt die Katzen ja. Wieso er die nun jagt (ob nun Spiel oder Jagen oder Grenzen austesten), kann man nun von weitem auch nicht sagen. Anderthalb ist ja nun auch ein Alter, in dem die Großen erstmal erwachsen werden und gern rebellieren. Ich hab eigentlich herausgelesen, dass du da ein ganz gutes Gefühl für hast und euren Hund gut einschätzt.

    Wenn dein Vater die Katzen gern hat, muss er seine Beweggründe ja eigentlich verstehen. Ich habe das so gelesen, dass das auch eher sein Hund ist und er für die Erziehung verantwortlich ist. Nur wenn er es nicht versteht, dann habt ihr eben ein Problem. Denn der Hund erzieht sich selbst meistens nicht zum Positiven hin und mit der Zeit wird es ja nicht besser. So weit würde ich an deiner Stelle aber noch nicht denken. Ein Gespräch mit Papa bei einem Bierchen sollte eigentlich schon viel regeln :)

  • Also ausgelastet ist sie hervorragend, sie geht jeden Tag mit meinem Vater, der dann Fahrrad fährt, in den Wald. Immer bis zu 3 stunden. Falls das mal nicht geht, wird sie im Garten ausgepowert.

    Wir haben uns kurz besprochen und sind uns mittlerweile insofern einig, dass sie zum einen gerade im rebellischen teenager alter ist und ihre grenzen austestet (da sie ja auch ansonsten dummheiten anstellt) und zum anderen durch ihre momentane läufigkeit sowieso noch schwieriger zu händeln ist. Dann ist wohl ganz viel geduld gefragt. Und leider ist es ja gerade bei Ridgebacks bekannt, dass sie als junghunde oft und gerne bereits gelernte kommandos etc 'vergessen'. Definitiv kein Anfänger Hund.
    Aber Gut. Vielen Dank für eure Antworten und Hinweise. Dann muss ich mir meinen Vater, den alten Sturkopf, noch mal zur Brust nehmen.
    Es wird schon werden, schliesslich sind probleme mit Haustieren nie die Schuld der Tiere, sondern der Halter. So, und jetzt geh ich mal die ungezogene Hundetöle knuddeln ;)

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