Hauswolf?
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Die Domestizierung des Wolfes durch den Menschen begann vor mind. 12.000 Jahren, hab auch schon von 30.000 Jahren gehört. Spielt für mich aber keine Rolle.
Ein langer Prozess der Domestikation durch den Menschen, bis die Hunderassen in ihrer heutigen Vielfalt entstanden sind. Von Anfang an bestanden die Zuchtziele in der Zähmung der Wildheit des Wolfes, der Erlangung der Kontrolle über die natürlichen Triebe der Tiere sowie der Bändigung ihrer Sinne. Dass all diese Zuchtziele in den letzten Jahrhunderten nicht immer zum Vorteil des Hundes ausgefallen sind, wissen wir zur Genüge.
Aber warum jetzt wieder den Wolf einkreuzen? Über Jahrtausende mühte sich der Mensch, aus Canis Lupus einen familientauglichen Gefährten zu machen, bestens angepasst an das Leben in Haus und Hof.
Selbst Günther Bloch schreibt:
"Möglichst viel Wolf im Hund finden einige Leute schick. Ein Wolf ist ein mystisches Wesen. Mit einem Mischling wollen manche der Domestikation ein Schnippchen schlagen und ein ursprüngliches, einzigartiges Tier besitzen“.
Warum nun wieder zurückrudern, den Wolf mit einkreuzen? Für mich ergibt das keinen Sinn.
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Ich kenne viele Berichte und einige Bücher über Wölfe in Menschenhand. Immer wieder gab es Menschen, die fasziniert vom Wolf waren und sich einen zulegten, darunter auch sehr erfahrene Hundehalter oder Verhaltensforscher, die den Versuch wagten, einen Wolf aufzuziehen und zu halten wie einen Hund. Mit Einfühlungsvermögen und mit gewissen Einschränkungen ging das oft auch eine Weile gut, solange der Wolf jung war.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Hund und Wolf ist aber, daß Hunde sich lebenslang vom Menschen führen lassen, ähnlich wie junge Wölfe von ihren Eltern. Deshalb können sie uns in unserem Leben, in unserem Haus und bei unseren Unternehmungen begleiten.
Wölfe bleiben aber nicht lebenslang bei ihrer Ursprungsfamilie, sondern machen sich irgendwann selbstständig, um eine eigene zu gründen. Das heißt, wenn der zahme Wolf geistig erwachsen wird, mit anderthalb bis drei Jahren, nimmt er keinerlei Weisungen vom Menschen mehr entgegen, sondern handelt ausschließlich nach eigenem Gutdünken. Versuche, ihn von unerwünschtem Tun abzuhalten, sind zum Scheitern verurteilt. Auf Druck und Einschränkung reagiert er dann massiv. In den zahlreichen mißlungenen Versuchen der Hauswolfhaltung kam es zu diesem Zeitpunkt regelmäßig zu Angriffen auf den Besitzer und anschließend zur Tötung des Wolfes.
In den gelungeneren dieser Wolfsaufzuchtexperimente bezieht der Wolf nach dem Erwachsenwerden ein weitläufiges Gehege und lebt dann wie ein Zootier neben dem Menschen, nicht mehr wie ein Hund mit ihm zusammen.
Eberhard Trumler, der große Kenner von Hunden und Wildcaniden, sagte sinngemäß, das typische Wesen des scheuen Wildtieres Wolf würde man beim Hund als wesensschwachen Angstbeißer beschreiben, also als denkbar größten Wesensmangel.
Das ist auch der Grund, warum alle bisherigen Versuche, aus Schäferhunden und Wölfen mutige, scharfe Supergebrauchshunde für Militär und Polizei zu züchten, gescheitert sind.Dagmar & Cara
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Ein Mensch, in die Wildnis verpflanzt wird auch nicht wieder zum Steinzeitmenschen.So sehr ich beim Wolf zustimme, den Vergleich mit dem Menschen würde ich hier nicht machen.
Am Ende der Steinzeit lebte Homo Sapiens, der moderne Mensch. Man kann es - anders als beim Wolf - nicht ausprobieren, aber ein Steinzeit-Baby das in die Neuzeit verpflanzt würde könnte wohl ganz normal aufwachsen und umgekehrt. -
Zitat
Das ist auch der Grund, warum alle bisherigen Versuche, aus Schäferhunden und Wölfen mutige, scharfe Supergebrauchshunde für Militär und Polizei zu züchten, gescheitert sind.
dachte der Hauptgrund des Scheiterns war, dass sie Einmannhunde waren, also sich zu stark an einen Hundeführer gebunden haben. Was eben schlecht ist bei Militär und Polizei, wenn ein Hundeführer ausfällt und der Hund dadurch unbrauchbar wird und die ganze zeitintensive und teure Ausbildung umsonst war
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Diese Pferde sind aus Züchtung hervorgegangen und haben nur noch wenig mit dem Wikdtier gemein.
Seit ihrer Geburt kennen sie (meist) nichts anderes als Stall. Von daher würden die sicherlich die "Ecken" vermissen.
Was für ein Schwachsinn. Das Pferd bleibt (faszinierenderweise) auch in Domestikation Fluchttier und hat rein theoretisch alle Instikte, die ein Wildpferd auch noch hat. Pferd& Wildpferd haben erstaunlicherweise sehr viel gemein und neugeborene Fohlen sind ein sehr schönes Beispiel dafür.
Der Hund ist aber ganz einfach kein domestizierter Wolf und wird "ausgewildert" höchstens Straßenhund.
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"Der Wolf lernt die Taktiken umzusetzen, der Hund nicht" Wölfe lernen im Spiel "anzugreifen und zu jagen". Später setzen sie es bei der Jagd oder im Kampf um. Hunde lernen dieses Verhalten nur im Spiel... Und wenn wir z.B. Kämpfe und das Jagen unterbinden, festigt sich das Verhalten nicht. Natürlich können Hund lernen "Taktiken umzusetzen", aber im Idealfall lernen sie es nicht, weil wir es nicht so weit kommen lassen.
"Der Wolf wird zum "Hund", wenn man diese Phase nicht eintreten lässt": Das war eine Frage, ob der Wolf sozusagen in der Entwicklung "stehen bleibt" oder es ihm angeboren ist, dass er weiß, wie man jagt...
Es gibt nämlich viele Menschen, die meinen, dass Hund sich wie junge Wölfe verhalten und sich in der Wildnis weiterentwickeln müssten, aber bei uns Menschen ist es für ihr Überleben nicht notwenig.Du hast ganz offensichtlich nicht viel Ahnung vom Wesen Hund.
Der Hund weiß wie man jagt. Und er weiß auch wie man kämpft. Das lernen sie schon in der Wurfbox. Das bringen nicht wir ihnen bei, das ist ihr Instinkt.
Selbst wenn du einen Welpen von Geburt an von Hand aufziehst wird der mit dir rangeln, der wird an Dingen rumzerren und draufspringen. Weil es sein Wesen ist.Jagen ist für Hunde nicht notwendig. Dennoch tun es fast alle, wenn sie die Chance dazu bekommen. Völlig ohne das man es ihnen gezeigt hat.
Könnte man einem Wolf z.B. mithilfe von Impulskontrolle und Co. abtrainieren zu jagen? Also klar würde es allerhöchstens mit Wölfen, die Menschen kennen, funktionieren, wie z.B. aus Forschungszentren.
Das kann man nichtmal jedem Hund abtrainieren!
Der Wolf ist kein "großer Bruder" des Hundes!
Der Wolf ist ein wildlebendes Raubtier das in einem sozialen Gefüge lebt. Es ähnelt unseren Hunden nur, weil es der Urahn ist!
Da liegen Jahrtausende an Selektion dazwischen. Jahrtausende!
Wie um Gottes willen kommt man denn bloß auf so Ideen? Wir sind doch auch nicht so wie unsere Urahnen die Steinzeitmenschen.
Homo sapiens sapiens ist nicht Homo erectus auch wenn sie beide das Wort "Homo" haben. Und Canis lupus familiaris ist nicht Canis lupus, aus demselben Grund.Edit: Das sich Links hier nicht mehr richtig einfügen lassen ist ziemlich lästig.
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dachte der Hauptgrund des Scheiterns war, dass sie Einmannhunde waren, also sich zu stark an einen Hundeführer gebunden haben. Was eben schlecht ist bei Militär und Polizei, wenn ein Hundeführer ausfällt und der Hund dadurch unbrauchbar wird und die ganze zeitintensive und teure Ausbildung umsonst war
Nein, die Tiere waren zu scheu, zu wenig hart und zu schlecht ausbildbar. -
hab ich andere Informationen, nämlich dass alles was nicht gepasst hat aussortiert wurde und getötet wurde. Also alles was sich zu wölfisch verhalten hab, zu scheu war. Es wurde rein nach Leistung selektiert..
Ich hab auch noch mal mit einer erfahrenen Züchterin gerade Rücksprache gehalten, sie hat mir das noch mal bestätigt. Es wurden Leistungslinieschäferhunde mit Wölfen verpaart und es wurde regelmäßig aussortiert und Welpen getötet, die unbrauchbar waren. Die die brauchbar waren wurden weiter verpaart. Auch bei den Welpen wurde extrem selektiert.
Der Grund weshalb das Experiment missglückte, war in erster Linie der Ein-Mann-Hund und an zweiter Stelle, dass die Ausbildung der Hunde nicht so einfach ist wie bei DSH. Also alles war zu kompliziert und zu aufwändig
Aber gerade beim TWH sind scheue Hunde auch heute noch eine Ausnahme. Ich kenn nur offene, teils zu offene Tiere..
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Könnte man einem Wolf z.B. mithilfe von Impulskontrolle und Co. abtrainieren zu jagen? Also klar würde es allerhöchstens mit Wölfen, die Menschen kennen, funktionieren, wie z.B. aus Forschungszentren.
Da musste ich jetzt schon ein bisschen lachen. Das kann ich nicht mal meiner Hündin "abtrainieren".
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@Junie
Das Welpen aussortiert wurden die sich von Anfang an schlecht gezeigt haben dürfte jedem klar sein und in vielen Ländern ist es auch heute noch Standard das verschwindet, was nicht passt. Blöd wird's halt nur, wenn dann nicht mehr viel übrig ist.Wer sich etwas mit dem Bereich auskennt, der weiss auch das die allermeisten Gebrauchshunde Ein - Mann Hunde sind, die man nicht einfach "durchreichen" kann und sollte.
Die Aussage, dass die Hunde teils "zu offen" sind, widerspricht sich ja auch ganz klar damit, dass die Hunde sich zu sehr auf einen Menschen fixieren und deswegen nicht brauchbar sind (wie auch immer das gehen soll). Entweder ein Hund ist aufgeschlossen andern Menschen gegenüber oder er ist es nicht. Allerdings bringt ein grundsätzlich aufgeschlossener Hund nunmal noch lange nicht den Mut, die Härte, Führigkeit und fehlende Scheu mit, die ein Diensthund haben sollte und erst Recht nicht ist es der gewünschte Supergebrauchshund.
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