Positive Verstärkung - ab wann klappt's auch ohne Leckerchen?
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Das mit dem Hähnchen-immer-dabei-haben fände ich für unsere Spaziergänge übrigens auch super, falls mich mal der Hunger überkommt
Ohne Witz: Deshalb kaufe ich nur noch eklige Bierwurst, ich hab vorher einfach zu oft dem Hund das Leckerchen weggefressen...

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Freilauf als Belihung für den Rückruf ist halt schwierig..
Hiermit meintest du mich, oder?
Das sieht bei uns in der Praxis wie folgt aus: Ich gebe das Rückruf-Signal, Hund kommt zu mir, sitzt neben mir ab. Anstelle einer Futterbelohnung gebe ich dann das erneute Freilauf-Signal (die variable Belohnung ist dieses Mal dann eben nicht haptisch, sondern emotional
).
Ich rufe meinen Hund aber auch nicht nur zu mir, wenn ich ihn wirklich anleinen oder zeitlich länger bei mir haben möchte, sondern variiere eben den Grund des Rückrufs um die Spannung und Motivation oben zu halten. -
Das Problem ist nicht die Anzahl, oder die Art des Leckerlies, das Problem ist, dass man diese eben als Bestechung einsetzt. In Kombination mit der fehlenden Konsequenz, wenn der Hund ein Signal nicht befolgt, wird es auch keinen zuverlässigen Gehorsam geben.
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Ich sehe das wie TaNoz.
Das Problem sind nicht die Art der Leckerchen bei euch, sondern das Henry gelernt hat etwas zu bekommen, DAMIT er tut was du möchtest, nicht WEIL er es tut.
Somit entscheidet er halt einfach situativ ob es sich gerade für ihn lohnt auf dich zu hören oder ob seine (selbstgewählte) Beschäftigung wichtiger ist als dein Kommando, bzw. die Belohnung.
Hinzu kommt fehlende Konsequenz in der Ausführung des Kommandos.
Wenn du auf Leckerchen gar nicht verzichten magst, solltest du auf jeden Fall variabler werden, ein Kommando notfalls bis zur Ausführung “aussitzen“ und erst dann Belohnen wenn er es gut gemacht hat. Wenn er entscheidet wann und wie er z.b. Sitz macht, gibt es nichts.
Reagiert er nicht auf den Rückruf ist ein Abbruch gar nicht schlimm, wenn es eine Konsequenz hat. Da reicht es, wenn du zu ihm gehst, ihn anleinst und dann euren Weg fortsetzt. Kommentarlos. Folgt er beim nächsten Versuch, wird wieder belohnt. -
Bei unserem Charly, jetzt knapp über zwei Jahre, funktionierten die wichtigsten Kommandos im Lauf der Zeit immer zuverlässiger - unabhängig von der Qualität der Leckerlis (wir belohnen auch oft damit und auch verbal, aber nicht immer). Also denke ich, dass es auch ein Zeitprozess ist. Alles unter zwei Jahre ist doch irgendwie auch noch "Junghund" - ein richtig erwachsener Hund sieht die Umwelt viel gelassener und ist auch bereit, eher zu folgen, als ein junger, für den eben vieles noch viel spannender ist, als sein Mensch.
Ich habe auch mal gelesen, dass ein Hund sich nicht auf so viele Sachen gleichzeitig konzentrieren KANN - wenn er also etwas gerade besonders Spannendes in der Nase/im Auge hat, blendet er alles andere aus und konzentriert sich voll darauf. Klingt logisch und geht uns ja oft auch nicht anders.
Das sind dann solche bestimmten Situationen (anderer Hund in Sicht oder heiße-Mädels-Spur z.B.), wo ich kommentarlos, also ohne Kommando, Charly anleine - ich weiß aus Erfahrung, dass er dann meist eh nicht kommt oder nur sehr zögerlich/zeitversetzt, wenn ich rufe. Also gehe ich auf ihn zu und mach mein Ding, also anleinen oder ihn in den Platz bringen. Was super sitzt, ist "SITZ CHARLY" auch aus der Entfernung - dann hab ich Zeit hin zu gehen und ihn anzuleinen. Funktioniert besser, als ein HIER - denn dann muss er sich umdrehen und etwas aus dem Auge lassen, was für ihn grad furchtbar wichtig ist. Ich mixe also HIER und SITZ je nach Situation. Je weiter ich weg bin, desto eher funktoniert HIER - also gehe ich irgendwie davon aus, dass Hund schon abwägt, in welcher Form er jetzt hört, kommt er zurück oder bleibt er einfach sitzen bis ich da bin. Beides ist in meinem Sinne.
Ich habe manchmal auch den Eindruck, dass manche Hundehalter die Übungen mit ihren Junghunden echt übertreiben. Da wird in einem einstündigen Spaziergang der Hund zig mal ohne Grund beigerufen, abgelegt usw. Noch schlimmer sind diese laienhaften und oft unsinnigen Übungen an der Schlepp - das hat oft was von Stress - Hallo? Gassigehen ob mit oder ohne Leine soll doch auch Entspannung und Freude sein für den Hund. Das ein intelligener Hund bei wenig Fingerspitzengefühl dann irgendwann keinen großen Bock mehr hat, scheint auch logisch. Das gleiche gilt für besonders spannende Situationen - wie z.B. die Sichtung eines anderen Hundes. Gerade ein wachsamer Hund lässt doch den eventuellen "Gegner" nicht gerne aus den Augen ... da muss man situationsbedingt eben mal aufs HIER verzichten und zügig hingehen und anleinen. Das kann Hund aushalten - sich umdrehen und auf Frauchen zulaufen, dagegen fällt schwer.
Ich weiß, es gibt Hunde, die hören wirklich aufs Wort und in jeder Situation. Mir scheint aber, diese wurden auch konsequent und zeitaufwendig und vor allem mit Sachverstand von Klein auf ausgebildet - ob das nun eine Schutzhundausbildung oder ein Agility-Sport mit Turnierambitionen ist, egal - der Hund hat dann eben gelernt, sich voll auf seinen Halter zu konzentrieren und alles andere auszublenden. Ihm macht die "Arbeit" ja auch Spaß und das Mitmachen und Folgen ist seine Belohnung für den Gehorsam. Bis alles sitzt, dauert es aber auch ein paar Jahre - so mit drei Jahren im Schnitt, ist solch ein Hund wirklich erst fertig ausgebildet. Kostet also neben Sachverstand auch viel Zeit.
Der Otto-Normal-Hund, der eben "mitläuft", wo die Halter eben nicht so streng und meist nicht wirklich konsequent handeln und die Anforderungen für den Hund ja auch relativ gering sind, hat eben auch noch andere Interessen, als sein Mensch oder das Leckerli in dessen Tasche ... das muss man dann eben auch akzeptieren und entsprechend umsichtig sein.
Aber ja, folgen Hunde vieeeeel freudiger, wenn ein besonderer Leckerbissen in Frauchens Tasche steckt - wenn ich gekochte Putenwürfel dabei habe, folgt mir so mancher Hund bereitwillig, den ich nicht mal kenne ... ;-) der macht sogar Sitz und guckt erwartungsvoll ... lach. Na so was?!
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hallo, hab mir jetzt nicht alles durchgelesen. Du könntest auch variabel belohnen mit anderen dingen, die dein Hund gerne hat/mag. Bei meinem wäre das zb ihn buddeln zu schicken. Du könntest eine Liste erstellen mit den Lieblingsbeschäftigungen deines Hundes, und das dann je nach Situation variabel einsetzen.
ansonsten hab ich ehrlich gesagt gar nicht vor, Leckerlis komplett abzubauen. Mein Hund hat Freude daran und ist motiviert und manchmal haben wir einfach Situationen, die er zb unerwartet klasse meistert und ich ihm das auch zeigen möchte, abgesehen vom verbalen lob natürlich. Rückruf zb belohne ich zur Zeit noch jedes Mal hochwertig, weil mir das am wichtigsten ist. Wichtig ist halt: Der Hund entscheidet, was für ihn eine Belohnung ist.
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Erstmal vorweg. Der Rückruf ist in meinen Augen eine der schwierigsten, aber auch wichtigsten Übungen für den Hund. Daher wird dieser hier immer mal wieder belohnt, auch hochwertig und das wird auch nicht ausgeschlichen. Betonung liegt auf "immer mal wieder" und nicht ständig und immer gleich. Und ja, wenn Hazel weiß (das riecht jeder Hund, egal wie gut ich das verpacke), dass ich Wienerle dabei hab statt Trofu, dann klappt alles nochmal ne Spur schneller und vor allem freudiger. Da strahlt der Hund richtig, egal welcher Rüde da gerade den interessanten Baum angepinkelt hat, der so toll riecht. :)
Ich finde aber hier treffen mehrere ungünstige Faktoren aufeinander.
1. Du rufst einen sehr jungen Hund, bei dem das Kommando anscheinend noch nicht ausreichend gefestigt ist (denn sonst würde er zu 99% kommen), in einer sehr schwierigen Situation ab. Er hat sich gerade irgendwo fest geschnüffelt und du gerätst in Stress, weil ein Radfahrer im Anmarsch ist. Besser wäre es gewesen, du hättest deinen Hund einfach gar nicht gerufen in der Situation, sondern wärst einfach hin und hättest ihn kurz angeleint.
Beim Rückruf musst du langsam die Ablenkungen steigern und schon gar nicht rufen, wenn du denkst, er kommt jetzt eh nicht oder weil du grad Stress bekommst, weil sich was nähert. So verbaust du dir alles vorher Gelernte wieder.2. Du sagst selber, dass Henry den Rückruf noch nicht immer beherrscht und du deswegen schon mehrmals mit dem Hühnchen in der Hand gelockt hast, damit er zügig kommt, wenn "Gefahr" droht. Auch da wieder die Frage: Warum rufst du dann überhaupt? Geh hin und sammel ihn ein. Üb den Rückruf, wenn du auch sicher bist, dass er kommt. Dann langsam die Anforderungen steigern. Niemals locken mit dem Leckerli. Variabel belohnen. Mal mit Stimme, mal mit Leckerli. Der Hund darf nicht wissen, wann das Leckerli kommt. Wenn er erst auf dritte Rufen kommt, muss ein ruhiges "Gut" reichen. Wenn du ihm da Hähnchen gibst, warum sollte er beim ersten Rufen kommen? Wenn er gerne zergelt oder spielt, auch lieber mal mit dem Spielzeug belohnen. Dein Hund hat bis jetzt gelernt: "Zeig mir erstmal wie hochwertig dein Leckerli ist, dann komm ich vllt." Dein Hund muss lernen: "Ich komme immer möglichst zügig, weil es KÖNNTE ja was Gutes geben."
3. Du weigerst dich Konsequenzen folgen zu lassen, wenn dein Hund nicht gehorcht, einfach weil er grad keine Lust hat. Jeder kennt diese Situation. 50 Mal hat es wunderbar funktioniert und beim 51. Mal probiert der Hund, was passiert eigentlich, wenn ich jetzt nicht komme.
Mit Konsequenz ist nicht gemeint, den Hund anschreien oder eine runter hauen. Eine Konsequenz kann z.B. einfach sein, ich leine dich an und du bleibst erstmal ein Stück an der Leine. Eine Konsequenz kann auch sein, ich drehe mich einfach um, gehe ein Stück vom Hund weg, vergrößere die Distanz. (Nur bei einem Hund zu empfehlen, der Bindung zum Frauchen hat, eine größere Distanz als unangenehm empfindet und deswegen dann kommt.) Konsequenz kann aber natürlich auch ein etwas lauteres "Hey!" sein, wenn der Hund das als Korrekturwort kennt und sich verbal beeinflussen lässt.
Das muss man auf den Hund abstimmen.
Ohne eine Konsequenz bei Nichtgehorchen, hat dein Hund immer die Wahl. Er kann sich entscheiden was hochwertiger für ihn ist, du oder die Stelle, die gerade so gut riecht. Du wirst meistens verlieren.
Wenn er weiß, es wird blöd, wenn ich nicht komme, dann wird er solche Situationen vermeiden.
Vorraussetzung ist natürlich, dass du ihm Situationen zumutest, die er vom Ausbildungsstand her bewältigen kann, siehe 1. und 2. -
Ich wage zu behaupten dass du falsch belohnst.
Und zwar zu langweilig.Hund kommt langsam, weil du nur Trofu dabei hast, aber schnell, wenn Huhn da is.
Er entscheidet also schon quasi was ihm die Übung grad Wert is und wie viel er dafür tut.
Wenn er langsam kommt wartest du idR auf ihn und dann gibts halt Trofu?
Warum sollte er sich denn beeilen?Mach was spannendes.
Bei mir als bekennender Lind-Artler gibts da ein 'Juuuh', und ich renn weg, eventuell hab ich dabei sogar den Ball draußen.
Kommt der Hund schnell genug kann er mitspielen, is er zu langsam bin ich entweder komplett weg (versteckt) oder er versäumt mein Spiel knapp. Muss er sich das nächste Mal mehr anstrengen.
Sei spannend. -
Ich laß die Hunde grundsätzlich nicht merken, daß ich Leckerli dabei habe. Packe diese also vorher ein, wenn ich mal (ganz selten) welche mitnehme.
Wenn dann ein Hund irgendetwas genau so schnell ausführt, wie ich es wünsche, kommt auf einmal vollkommen unvorhergesehen der Leckerlisegen (Fleischstückchen, Joghurt, Wurststückchen, Käsestückchen, Leberwurst, was auch immer). So lernt der Hund, daß sich Gehorchen lohnt, auch wenn er nicht gesehen hat, daß ich was einstecke.
Klar, evtl. riecht er auch, daß ich was dabei habe - egal. Denn dann nehm ich halt paarmal was mit, OHNE ihm davon zu geben. Und schon ist es egal, ob ich nach Leckerli rieche oder nicht - denn egal, wie ich gut rieche, das muß nicht heißen, daß er davon was kriegt. Dann hören sie auf, zu scannen, ob ich was dabei habe, oder zu überlegen, ob es sich gerade heute lohnt, zu gehorchen.
Man kann auch so verpackte Leberwurst-Portionspäckchen nehmen und in die Tasche stecken, ich denk nicht, daß die das riechen.... Dann ist es auch wieder unerwartet.
Und wie gesagt, eben mal was gut Riechendes mitnehmen, ohne es zu geben. Dann hören die Hunde auf damit, nur dann zu gehorchen, wenn Du riechst, als hättest was Gutes dabei.
Ansonsten bestätige ich meist ohne Leckerli, mit Rennspielen, Streicheln, verbal, Zerrspiel mit der Leine (die ist doch meist greifbar, und der Hund sieht nicht "Spielzeug ist dabei"), oder dem OK zum freien Rumrennen (so kann ich z.B. ein schönes Fußgehen bestätigen: Freigabe zum Laufen, dann rasen beide los wie aus der Pistole geschossen). Hier kann der Hund noch weniger abschätzen, ob heute was rausspringt oder nicht, und lernt, daß immer mal wieder unvorhergesehen eine Belohnung kommt - und dann funktionieren auch die Kommandos: weil es sich heute wieder mal lohnen KÖNNTE. Und bei Bossi, dem alten Jäger, wird der Rückruf IMMER belohnt - dann halt mit unterschiedlichen Belohnungen, mit Rennspiel, freudigem Quietschen, Leckerli, Spieliwerfen o.ä., weil mir das bei ihm einfach mega-wichtig ist. Und zwischendurch gibts dann für einen Rückruf auf Pfeife oder von spielenden Hunden den Mega-Jackpot: ein ganzes Leckerlidöschen voller Wurststückchen oder Katzenfutter oder so, verbunden mit anschließender Freigabe, weiterzurennen, und weiter Spaß zu haben.
PS: was ne tolle Belohnung ist, entscheidet hier der Hund. Offenbar ist Dein Trockenfutter in dem entscheidenden Moment eher langweilig, sodaß er Hund entscheidet, daß das, was er eben tut, interessanter ist. Dann variier doch einfach mal: mal gibt´s Hühnchen, mal Käse, mal nur troFu ---> dann kommt rüber beim Hund, daß es sich richtig lohnen KÖNNTE, Dir zu gehorchen. Und dann klappts auch eher. :-)
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Danke @Jessica83, dass du diese Frage gestellt hast.
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