Für Jeden das Passende. :)

  • Du hast geschrieben, dass du den Impuls nutzt, um die Aufmerksamkeit deines Hundes zu bekommen, also quasi Zupfen = Umorientierung zu dir. Meine (vielleicht etwas doof formulierte) Frage ist also: Was machst du, wenn sich der gewünschte Erfolg nach dem Impuls nicht einstellt?

    Okay, wenn du die Situation mit der läufigen Hündin unpassend findest, dann nehmen wir diese. :smile: Auch hier wieder meine Frage: Was machst du, wenn der Hund den Leinenimpuls ignoriert? Die Situation zu wiederholen mag ja am Anfang helfen, aber wie oft würdest du das tun? Was machst du, wenn er sich konsequent weigert (und Schmerzen/Angst augeschlossen sind)?

    Wie ich geschrieben habe, solange bis er drinnen ist. Ich habe da einen ziemlich langen Atem. Außerdem muss man erstmal einen Labrador finden, der sich so konsequent weigert. Die mögen ja gerne mitarbeiten im Normalfall.

  • @RafiLe1985

    Wieso kommt der Schüler denn überhaupt erst zu spät in deinen Unterricht? Und wo liegt die Grenze, wo du sagst: jetzt muss er aber mal nachmittags bleiben. Und gleich zwei weitere Fragen: 1. Darf man das überhaupt? 2. Muss er bleiben oder darf er?

    Ich sehe das Schülerbeispiel auch echt nur als Beispiel dafür, dass man voll oft sagt: "Ist doch keine Strafe!" Ist es eben meistens doch, mit all den Nebenwirkungen.

  • Sehe ich in Sachen Tricks oder Hundesport auch so, da bringt auch alles andere nichts oder nicht viel. Aber im Alltag überlege ich nicht erst, ob das jetzt dem armen kleinen Hundi missfallen könnte, benimmt der sich wie offene Hose dann korrigiere ich das (und ich rede da von einem erwachsenen, gefestigten Nicht-Angsthund mit gesunder Aufzucht und Prägung und genügend anders verlaufenen Situationen).
    Und solange ich dabei deutlichst netter bin als z.B. mein anderer Rüde, der dem Täter wenns nach ihm ginge mal locker das Fell über die Ohren ziehen würde, wenn er dürfte bleibe ich dabei auch. Situation ist innerhalb von 10 Sekunden geregelt, keiner trägt ein Trauma davon, danach kuschelt man sich gemeinsam aufs Sofa und fertig.
    Aber beim nächsten Mal läuft dieselbe Situation dann anders.
    Die paar Sekunden sich unwohl fühlen nehme ich in Kauf, ich fühle mich nämlich den gesamten restlichen Tag unwohl, wenn der Hund meint, er kann versuchen an der Leine zu ziehen.

  • @Nightstalcer

    Ich für meinen Teil kritisiere überhaupt nicht das (oft unumgängliche) Prinzip der Strafe, sondern den inflationären Umgang damit und dass es oft einfach am Bewusstsein dafür mangelt, was bereits Strafe ist und was man wiederum auch "alternativ" anbieten sollte. Damit meine ich, dass der Lernende immer die Option haben sollte, einen belohnungsbasierten Weg wählen zu dürfen, ob Mensch oder Tier. Diese Tür sollte immer offen sein!

    Sorry, aber wer schreibt denn hier, dass er inflationär damit umgeht? Keiner! Wieder etwas, das man meint, einfach mal so zwischen den Zeilen rauslesen zu können und dann als "Wahrheit" präsentiert wird.

    Klar hat der Lernende immer die Wahl, den belohnungsbasierten Weg zu wählen. Bevor ein Leinenimpuls kommt, hat Newton zweimal die Gelegenheit gehabt, den Befehl "Hopp!" zu befolgen. Genauso hat der Schüler die Gelegenheit freiwillig seiner Schulpflicht nachzukommen. Tut er es nicht, aus von ihm zu vertretenden Gründen, gibt es den Paragraph 90.

  • Inflationär ist vielleicht nicht das richtige Wort, stimmt. Undurchdacht trifft es schon eher. Und ich fühle mich darin mehr als bestätigt, wenn du ernsthaft sagst, dass es straffrei ist, den Schüler nachmittags da zu behalten. Es geht mir gar nicht um das Vorgehen an sich, sondern um die "Verharmlosung" des Prinzips.

    Beherrscht Newton das Kommsndo HOPP denn so zuverlässig, dass es einen "Leinenimpuls" bei der dritten Aufforderung rechtfertigt?

  • Inflationär ist vielleicht nicht das richtige Wort, stimmt. Undurchdacht trifft es schon eher. Und ich fühle mich darin mehr als bestätigt, wenn du ernsthaft sagst, dass es straffrei ist, den Schüler nachmittags da zu behalten. Es geht mir gar nicht um das Vorgehen an sich, sondern um die "Verharmlosung" des Prinzips.

    Beherrscht Newton das Kommsndo HOPP denn so zuverlässig, dass es einen "Leinenimpuls" bei der dritten Aufforderung rechtfertigt?

    Nachholen von verpasstem Unterricht ist, wenn du es so willst, eine "Strafe", die der Gesetzgeber im Paragraph 90 des Schulgesetzes für Versäumnisse seitens des Schülers vorsieht. In diesem rechtlichen Rahmen bewege ich mich. Wenn du das als Strafe ansiehst, ok. Für den Gesetzgeber anscheinend in Ordnung.

    Ja, er beherrscht das Kommando zuverlässig und führt es sagen wir mal in 98% der Fälle beim ersten Mal aus.

  • Das Problem beim Leineninmpuls/Ruck/Wasauchimmer ist das selbe, wie mit allen "Hilfestellungen" wie etwa dem Hintern Runterdrücken, wenn der Hund nicht "Sitz" macht. Irgendwann gehört der Druck für den Hund nämlich unmittelbar zum Kommando und wird es auf das Hörzeichen allein nicht mehr ausführen...

    Es ist ein Trugschluss, zu warten und dann doch mit dem "Leinenimpuls" nachzuhelfen. So verbaut man sich auch Lernerfolge. Hunde und Kinder zu vergleichen finde ich übrigens nicht angebracht. Dem Schüler kann man erklären, was das Lernziel ist, warum man etwas wie tut, warum man straft. Der Hund hat davon leider keinen Schimmer. Wenn Hunde etwas nicht kapieren, dann liegt es daran, dass man es ihnen nicht geduldig und gut genug vermittelt...

  • Ein Schüler, der laufend zu spät kommt, kommt eben dann mal zum Nachholen des verpassten Stoffes am Nachmittag. Das kann man jetzt als Strafe sehen oder auch nicht. Der Schüler sieht es vermutlich als Strafe. Trotzdem ist es meines Erachtens keine.

    Der Schüler wird das als Strafe sehen, egal wie pädagogisch wertvoll du es ihm verkaufst.
    Ich würde nie Menschen als Beispiele für Hundethemen nehmen, aber bitte, du hast damit angefangen: Denkst du, ein Hund kann verstehen, dass etwas nicht als Strafe gedacht ist, wenn es schon ein Mensch (Schüler) nicht versteht?

    Ich glaube, da sind wir nun am Kernthema dieses Threads angelangt. Der endgültige Auslöser dafür, diesen Thread zu eröffnen, war die Treppe des Grauens, oder?

    Daraus möchte ich den Beitrag von @Getier zitieren:

    Wir einigen uns einfach darauf, dass ich diese Art von Training mit DRUCK in Verbindung bringe und du nicht - wir aber beide der Meinung sind, dass das Training so gestaltet was bringen kann, ja?

    Das ist der Knackpunkt, denke ich.
    Ich kann mangels Erfahrung nicht beurteilen, wie man Hunde erziehen kann. Aber, falls man meint, so ein kleiner Ruck an der Leine, den man als Leinenimpuls bezeichnen möchte, wäre ein gutes Hilfsmittel zur Hundeerziehung, dann kann man doch einfach dazu stehen, dass das für den Hund unangenehm ist, aber nötig :???:

  • @Hektorine

    Nimm es mir jetzt bitte nicht übel, aber wie genau hast du diesen Thread gelesen?

    Nicht ich habe angefangen mit der Vergleicherei zwischen Hund und Schüler, sondern @Winkehund. Zeige mir den Thread, wo ich jemals Hunde mit Kindern verglichen hätte...

    Auch bei dem Auslöser hast du dich vertan. Der Thread hieß irgendetwas mit "Hinten laufen, was ich gestern sah" oder so ähnlich. Das hat mich nämlich wirklich geschockt, dass man jetzt schon in Teufelsküche kommt, weil man seinen Hund blockt...

    Vermutlich hast du leider auch die Stellen überlesen, an denen ich schrieb, dass ich mich nicht scheue, Leinenruck zu sagen, wenn ich Leinenruck meine und für mich ein Leinenimpuls eben etwas gänzlich Anderes ist, das meiner Meinung dem Hund und der Beziehung zum Hund nicht schadet.

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