Bewachen des Grundstücks (Schäferhund und Co.)
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Hallo liebe Foris,
ich habe eine Frage, die den Wachtrieb des Hundes betrifft. Es gibt ja eine große Bandbreite wie intensiv ein Hund ein Grundstück bewachen kann/soll/darf.
Anlässlich einer Diskussion mit einem Hundebesitzer bzw. meiner Beobachtungen wollte ich dazu mal eure Meinung hören:Wenn ein Hund Wachtrieb hat und den auch ausleben darf, indem er ein Grundstück bewacht. Wie sieht das dann aus? Hund bellt, schießt an den Zaun und bellt bis unerwünschte Spaziergänger weg sind? Darf er das nur, wenn ihr als Menschen nicht auf dem Grundstück seid oder wie sieht das bei euch aus? Woran erkennt man, dass das für den Hund ok ist?
Zwei Beispiele: mein Hund ist ja ein Labrador-Dalmatiner-Mix (ev auch mit weiteren unbekannten Anteilen (Tierschutzhund)). Er wacht und meldet wenn jemand am Grundstück vorbei geht. Ich möchte nicht, dass mein Hund wie wild am Zaun entlang schießt und habe ihm daher beigebracht auf Kommando auf seinen Platz zu gehen. Das hat den Effekt, dass mein Hund meldet und sich dabei orientiert ob ich "übernehme".
Betritt jemand das Grundstück ohne dass ich da bin, stellt er und ich könnte nicht dafür garantieren, dass nichts passiert wenn derjenige sich dem nicht fügt (ich war bisher immer rechtzeitig da ;-)).
Für mich ist das so perfekt, ich denke für meinen Hund passt es auch.Wie ist das denn bei Rassen die explizit einen Wachtrieb haben (sollen) und von denen ich immer lese, dass sie am glücklichsten sind mit der Aufgabe Grundstück bewachen? Was heißt das am Ende? Was genau macht den Hund denn dabei "glücklich" (welche Sequenz des Bewachens)?
Warum ich frage: es gibt hier eine Schäferhündin, die wie verrückt am Zaun entlang schießt, alle zwei Meter durch die Hecke in den Zaun brettert und wie verrückt bellt. Sie wirkt dabei einfach nur außer sich und für mich nicht wirklich souverän. Die Besitzer möchten das so und sagen dass die Hündin glücklich ist, weil sie das Grundstück bewachen darf. (Diskussionen hatte ich, weil gelegentlich das Tor offen ist und sie die Woche mich und meinen Hund gestellt hat, was ich nicht so schick fand).
Jetzt kenne ich mich mit Schäfern nicht aus, lasse mich aber gerne belehren. Ist es tatsächlich das was einen Schäferhund glücklich macht oder kann/soll man ihm auch Grenzen setzen, wenn der Besitzer z.B. im Garten ist, dass er sich abrufen lässt und ruhig verhält?
LG Betty mit Ben
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Mich stört es auch eher wenn meine Hunde am Zaun kläffen. Sie machen das auch nicht weil sie bewachen möchten, sondern weil sie Schissbuxen sind. Stress für die Hunde und das brauche ich nicht. Alleine sind sie nicht im Garten und wenn ich da bin sollen/dürfen sie kurz anschlagen und sobald ich sie rufe sollten sie ruhig sein.
Meine frühere Schäferhündin hielt überhaupt nix vom bewachen, allerdings wirkt so ein Hund schon allein durch seine Präsenz. Diese ewigen Kläffer sind für mich keine guten Wachhunde, meistens steckt auch nichts dahinter. Ein souveräner Hund wird anders wirken, vielleicht drohen, knurren und dann gelassen, selbstbewußt stellen - das wäre meine Meinung.
Übrigens wenn jemand unbefugt Dein Grundstück betritt und Dein Hund angreift haftest Du als Besitzer.
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Im DF (und diversen Trainingsrichtungen...) existiert die Meinung, dass quasi jeder Hund der etwas anderes tut als das ganze Leben stoisch über sich ergehen zu lassen unsicher ist. Diese Meinung teile ich nicht

Es gibt Rassen, die aus unterschiedlichen Gründen einfach territorial sind, ihr Grundstück gegen Eindringlinge bewachen. Je nach Hundetyp "reicht" ihnen das auch, ein entsprechendes Areal im Blick zu haben, die Grenzen abzulaufen und ggF zu verteidigen.
In wie weit man das in der Ausprägung lenken kann ist sicher eine Sache der Erziehung (und schlussendlich dessen, in wie weit der Hund dafür veranlagt ist) - aber komplett raus bekommen wird man es nicht und für viele Rassen ist es auch einfach Lebensaufgabe.Fakt ist einfach, dass dieses am Zaun Gekläffe wahnsinnig selbstbestätigend ist. Man sieht was, macht Krach und der Eindringling geht. Gewonnen. Gibt Adrenalin, Man ist erfolgreich, toll, gibt man nächstes Mal gleich noch mehr Gas.
Gerade wenn das das einzige Highlight des Tages ist, lohnt sich das natürlich noch mehr.Ich persönlich mag es nicht, weil mich kläffende Hunde nerven. 2-3 Mal anschlagen (und das bekommt man auch nicht raus) wenn jemand wirklich etwas will ist okay, mehr nicht. Wenn ich irgendwo einsam wohnen würde, wo eh nur ein mal am Tag jemand vorbei kommt, dann würde ich das vielleicht anders sehen.
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Meine melden, aber werfen sich nicht in den Zaun.
Meine sollen das tun und wollen das tun.Da ich hier schonmal einen jungen Mutprobler hatte weiß ich wie sie reagieren.
Sie stellen und bellen bis ich komme. -
Hi,
ich kann nur von meinen beiden DSH berichten, und diese durften nur sehr moderat wachen. Erst recht da (insbesondere die Hündin) ein ausgeprägtes territoriales Verhalten an den Tag gelegt haben. Dies galt es eher zu mäßigen als ausarten zu lassen, durch z.B. Selbstbelohnung.
Heißt, Passanten und andere Hunde durften am Zaun nicht verbellt werden wenn sie am Garten entlang gegangen sind. Mir ist da das Risiko zu groß, dass sich ein Passant arg erschreckt und stürzt, oder vom Gehweg auf die Strasse vor ein Auto hüpft, etc.
Gebellt - und auch gestellt - wurde und durfte nur, wenn ein Fremder das Grundstück betreten hat. Dazu gehört aber auch schon eine gewisse kriminelle Energie, da der Gartenzaun, 1,80m hoch, mit einer recht dicht gewachsenenen 2,00m hohen und 0,5m breiten Hecke drum rum - und die Gartentür immer(!) abgeschlossen.
Ich finde unkontrolliertes Wachen stresst einen Hund. Meine beiden hätte es auf jeden Fall gestresst. Sie mochten gerne geführt werden, auch gerne enger. Klare Regeln und Strukturen, damit konnte sie gut leben und arbeiten.
Ich finde die Aussage eurer Nachbarn zeugt eher von fehlenden Hundesachverstand und auch Ahnungslosigkeit der Rasseeigenschaften ihres Hundes - oder schlicht und einfach Faulzeit zum erziehen
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Hab zwar keinen Schäferhund aber doch auch eine Wach- und Hofhundrasse - daher geb ich mal meinen Senf dazu.
Mein Hund soll bewachen und er soll bellen...aber nicht weil ein Spaziergänger vorbei läuft und schon gar nicht bis dieser vorbei ist. Das ist kein Bewachen. Er soll mich ja aufmerksam machen auf eine relevante Situation, also wenn jemand kommt oder was seltsames vor sich geht. In der Regel bellt Janosch wenn jemand das Grundstück betritt oder mal etwas ungewöhnliches auf der Straße ist, z.B. wenn da ein Heizöllieferant steht und die Pumpe laufen lässt, ist ja kein Geräusch was er täglich hört. Aber auch bei letzterem bellt er halt mal, aber nicht solange bis der LKW wieder gefahren ist.
Die von Dir beschriebene Hündin klingt für mich auch nicht souverän sondern gestresst. Wachen an und für sich bedeutet ja nicht zwangsläufig bellen, sondern einfach da liegen, dösen, ein bisschen aufpassen und dann abdüsen, wenn es wirklich einen Grund gibt. Und ja, ich finde auch dass mein Hund das braucht. Er liegt auch im Haus immer gern am Fenster wo er sieht was so passiert und wer kommt, sprich er beobachtet.
Ich denke immer dass ein ausgeglichener Wachhund sich auch nicht so reinsteigert - egal ob nun Schäferhund oder Berner Sennenhund. Wenn der Hund aber natürlich (soll jetzt keine Unterstellung sein aber das erlebe ich halt sehr oft) den ganzen Tag nichts anderes macht als draußen herum zu liegen und auf jedes Geräusch zu achten, dann steigert er sich vermutlich da auch wesentlich schneller rein.
Als Halter würde mich das tierisch nerven und ich würde da auch keinerlei Nutzen für mich sehen.
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Naja im Prinzip machen meine nach Tagesform wirklich mal nichts anderes als Bewachen.
Heißt sie teilen sich auf und beobachten die Welt. -
Meine melden, aber werfen sich nicht in den Zaun.
Meine sollen das tun und wollen das tun.Da ich hier schonmal einen jungen Mutprobler hatte weiß ich wie sie reagieren.
Sie stellen und bellen bis ich komme.Und - hast den Mutprobler dann selbst vermöbelt? *gggg
Unser Schäfi-Mix (also der meiner Schwester) hat auch mal bei meinen Eltern gewacht - obwohl er gar so der Zaunkläffer war, weil das bei uns einfach net geht: die Nachbarn beschweren sich schon, wenn ein Vogelzwitschern die nachmittägliche Scheintotenstille der 80jährigen unterbricht.
Meine Eltern bekamen nämlich Besuch - allerdings ungebetenen, durch die Terrassentüre (Gartentor war verschlossen!), während sie sich alle irgendwo im Haus verstreut aufhielten. Ne ältere Frau mit Rock und Kopftuch, gebrochen Deutsch sprechend, fand meine Mom dann (etwas blaß angelaufen) vor, als sie dem Kläffen des Hundes ins Wohnzimmer folgte..... :-) Eine Ausrede fiel ihr nicht ein, sie machte lieber auf dem nicht vorhandenen Absatz kehrt..... *gg
Insofern: Bewachen dürfen (besonders nach dieser Erfahrung) auch meine - und darunter verstehe ich, mal kurz zu wuffen, damit ich höre, wenn was ist. Aber mehr nicht. Den Rest entscheide ich. Ich geb dann Rückmeldung, und es ist Ruhe (inzwischen zumindest....... Wenns nach Biene ginge, würde jeder Einbrecher (und dazu zählen auch Passanten, Besucher, Mücken und Elefanten oder hustende Flöhe) gestellt, bis Fraule ihn eigenhändig rausgetragen hätte..... *gg Daher hab ich da hart dran gearbeitet. Inzwischen dürfen sogar Fremde auf der Straße vor unserem Grundstück gehen, ohne vor nem keifenden Kleinhund flüchten zu müssen...... :-) :-) *wienett......
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...noch ein Punkt: die Bewacherei kann den Hund auch stressen, und er sich entsprechend reinsteigern. Und ich neige dazu, den Hund lieber anderweitig zu beschäftigen, als daß er sich das Wachen als Beschäftigung sucht. Ich habe nämlich den Eindruck, daß ein (nicht unbedingt zum Wachen gezüchteter!) Hund umso eher wacht, je weniger er allgemein ausgelastet ist.
Und wenn er den ganzen Tag wacht, kommt er ja auch nicht so wirklich zur Ruhe...
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Wenn ein Hund Wachtrieb hat und den auch ausleben darf, indem er ein Grundstück bewacht. Wie sieht das dann aus? Hund bellt, schießt an den Zaun und bellt bis unerwünschte Spaziergänger weg sind? Darf er das nur, wenn ihr als Menschen nicht auf dem Grundstück seid oder wie sieht das bei euch aus? Woran erkennt man, dass das für den Hund ok ist?
Meine beiden dürfen/sollen bei meinen Eltern Haus und Garten "bewachen", d.h. melden, wenn jemand das Grundstück betritt. Am Zaun kläffen, Leute stellen, o.ä. würden sie vermutlich tun, wenn ich sie lassen würde, ist mir aber für alle Beteiligten zu stressig und vor allem gefährlich – deshalb ist der Garten sicher eingezäunt und die Hunde sind nicht alleine draußen. Mir geht's wirklich nur darum, dass sie kurz Laut geben, wenn jemand auf's Haus zukommt, den Rest "übernehme" ich dann. Ist bei uns also eher "Bewachen light".
Bei mir (Mietwohnung) sollen und dürfen sie das übrigens nicht – und das können sie auch gut unterscheiden.Wie ist das denn bei Rassen die explizit einen Wachtrieb haben (sollen) und von denen ich immer lese, dass sie am glücklichsten sind mit der Aufgabe Grundstück bewachen? Was heißt das am Ende? Was genau macht den Hund denn dabei "glücklich" (welche Sequenz des Bewachens)?
Meine beiden Hunde bringen rassetypischen Schutz- und Wachtrieb mit und am "glücklichsten", wenn ich das so einschätzen kann, sind sie, wenn sie den Überblick haben. Die Umgebung scannen, irgendwo einen Platz zum Liegen haben, von dem man möglichst viel mitbekommt, zwischendurch mal kurz 'ne Runde durch's Revier drehen – das finden sie klasse. Man muss dabei natürlich aufpassen, dass sie sich selbst nicht unnötig stressen: Wann ein entspanntes "Ich pass' hier mal auf!" in Kontrollzwang umschlägt, ist sicher von Hund zu Hund verschieden und da muss man als Besitzer ein Auge drauf haben und notfalls rechtzeitig eingreifen.
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