Verfeindete Hunde

  • Und was passiert nach dem "Hey"? Also das Verhalten wird ja kurzzeitig unterbrochen und belohnt, aber der Hund kann ja im nächsten Moment seine Aufmerksamkeit wieder dem Feind widmen. Dauert ja eine Weile, bis man an dem Hund vorbei ist, und ich will nur verstehen, wie man da richtig ran geht.

  • Wenn Du seine Aufmerksamkeit hast, machst Du mit ihm super tolle Sachen, die nur passieren,nachdem er seinen Erzfeind erblickt hat!
    Bei meinem, komplett unverträglichem Hund, hat es bewirkt, das er sich bei jeder Hundesichtung zu mir orientierte und erwartete, was nun Tolles passiert.

  • Und was passiert nach dem "Hey"? Also das Verhalten wird ja kurzzeitig unterbrochen und belohnt, aber der Hund kann ja im nächsten Moment seine Aufmerksamkeit wieder dem Feind widmen. Dauert ja eine Weile, bis man an dem Hund vorbei ist, und ich will nur verstehen, wie man da richtig ran geht.


    Du hast die Aufmerksamkeit und nutzt das schamlos aus ;) mache ein Spielchen mit Deinem Hund oder gib ihm ein paar superduper Leckerchen....... und der Feind ist weg.
    Wichtig ist, der Hund bleibt auf Dich konzentriert

  • Und was passiert nach dem "Hey"? Also das Verhalten wird ja kurzzeitig unterbrochen und belohnt, aber der Hund kann ja im nächsten Moment seine Aufmerksamkeit wieder dem Feind widmen. Dauert ja eine Weile, bis man an dem Hund vorbei ist, und ich will nur verstehen, wie man da richtig ran geht.

    Bei mir gibt´s nach dem Abbruch dann ganz freundlich die Alternative genannt, sprich, ich sage dem Hund, was er tun soll: Fußgehen (also dabei mich angucken) oder Dableiben ("zu mir" --> will heißen, bleib neben mir oder direkt um mich rum) oder so. Sollte er wieder hochspulen, wird wieder abgebrochen, aber meist reicht dann ein genervtes "Eeeey!" von mir, daß er sich beherrscht. Er kann´s nämlich, wenn er muß *gg

  • Gestern hatten wir eine Begegnung mit einem der drei Hunde aus der Nachbarschaft, die mein Hund nicht abkann (das beruht auch auf Gegenseitigkeit). Der andere kam mit Herrchen aus einem schmalen Weg, sein Hund war angeleint und meiner auch. Da gleich 3 "Feinde" in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnen, führe ich meinen Hund nur an der Leine um ihn abzusichern. Der Hund unseres Nachbarn rastete völlig aus, steigerte sich in seine Aggressionen so sehr hinein, dass er fast kollabiert wäre.
    Nun hatten wir auch keinen großen Abstand zueinander. Ich teilte dem Dicken mit, ruhig zu sein und schirmte ihn mit meinen Körper ab vor den anderen Hund. Das gibt ihm bei solchen Begegnungen Sicherheit. Ram knurrte zwar, wobei ich das verständlich finde, wenn man massiv angepöbelt wird, auf so geringer Distanz. Noch während wir weiter gingen und die kritische Zone verließen, lobte ich ihn dafür, dass er ruhig blieb und er bekam im Anschluss die Möglichkeit, in einen Ball zu beißen. Da staut sich auch bei ihm etwas an, was er loswerden muß und ein Spiel nach schwierigen Begegnungen entspannt ihn. Wichtig ist in seinem Fall, wirklich ruhig und gelassen zu bleiben und vor allem nicht gegen ihn zu arbeiten.

  • Moin,

    bei Malik ging das mit absolutemGehorsam, den nahm ich dann ins Fuß und gut war`s - angeleint, damit ich ihn notfalls bremsen konnte, aber das "traute" er sich nicht. Bei ihm hab ich da mehr verlangt als von meinen anderen Hunden, klar, er wurde jagdlich geführt und im Wald begegnet man auf allerlei Jagden vielen Hunden - da wird gearbeitet und nicht gehasst - das muss einfach sitzen. Erfordert eine lange konsequente Ausbildung, am Ende konnten unsere Hunde sogar Wild durch abliegende andere (auch mal Fremde) Hunde apportieren. Das ist allerhöchste Schule mit Beute durch feindliches Gebiet, allerhöchste Schule auch für die Hunde, die abliegen.

    Allerdings weichte das in späteren Jahren schon ein wenig auf, und das lustige bei uns, alle Erzfeinde hießen George - derer gab es 3 - die konnten sich gegenseitig einfach nicht riechen. No way - also gingen wir uns gemeinsam schlicht aus dem Weg und flachsten darüber, weil, wir Menschen fanden uns nett. Das ging soweit, wir gehen spazieren, kommt uns ein Mensch mit Hund entgegen, Malik geht tobend nach vorn (die letzen jahre musste er ja an der Leine laufen), ich frag "wie heißt ihr Hund?" "George, warum?" "Alles klar......" hätte ich mir denken können.

    Diego hatte keine Feinde, er mochte jeden und Lou schreit nur rum, weil er nicht hin kann, reiner Frust - in manchen Situationen machen wir das aber gemeinsam, ableinen, bereit sein und ich muss Lou exakt im Auge haben..... weil er die kleinste Möglichkeit ergreift abzuhauen und eigene Wege zu gehen "ich weiß doch woh ich wohn, mach Dir keine sorgen, ich geh nur mal ein bisschen mäuseln...." dann gibt`s ein abtasten, ein beschnuppern und vielleicht, sehr selten, mal ein prolliges Pinkeln - höher, weiter, schneller - und dann ist`s gut. Das zweimal hintereinander und der andere Hund ist fortan uninterssant.

    Nur einen kann er nicht leiden, einen jungen Elo - keine Ahnung warum, er kennt ihn seit Welpen an, das begann als der so etwa ein halbes Jahr alt war.... und einen kleinen Pinschermix - der schreit aber auch immer gleich garstiges Zeug in Richtung meines Hundes und hängt kreischend in der Leine und gut - Möpse mag er nicht, er glaubt einfach das röchelnde Atmen sei ein Angriff - er kann auch ihre Körpersprache einfach nicht lesen und ist sofort auf 180 - aber wir gehen den Mopszwillingen einfach aus dem Weg und alle sind zufrieden.

    Meine Bekannte hat einen kleinen Hund, der sollte in die Tötung, weil er Artaggressiv ist - der hat tatsächlich Tötungsabsichten, wenn der tobend vor Lucas steht, auf der anderen Seite des Weges etwa- zwei handbreit groß und völlig duchgeknallt - dann steht Lou da, hält den Kopf schief und man sieht es ihm förmlich an "was willst Du Zwerg, werd erst mal groß" und er reagiert kein bisschen..... immerhin, der Tobsuchtsgrüffel lernt dazu, mittlerweile kann er absitzen und knurrt nur noch, während wir plauschen.

    Mein Hund muss nicht jeden Hund mögen..... so what. Aber da ich keinen Ärger will, sorge ich dafür, das es zu keinem kommt. Manchmal wüsst ich allerdings gern, was die Jungs sich so an den Kopf schmeißen, vielleicht würd ich ja dann auch kreischen? Wer weiß das schon.

    Sundri

  • So albern es auch klingt: ich clicker in solchen Fällen.
    Meine Hündin hatte früher als junge Huendin zwei andere Huendinnen, mit denen es sofort gut gekracht hat.
    Haben uns dann alle mal abgesprochen und angefangen, d.h. die Distanz vergrößert bis unsere Hunde ihre Konzentration problemlos auf uns lenken konnten, haben das geclickert und die Distanz dann verkleinert. Am Ende ging problemlos nebeneinander an der Leine laufen und unter besonderer Aufsicht auch ohne Leine, solang die Gruppe in Bewegung war. Dann bin ich leider weggezogen.


    Das Ganze war mehr oder weniger anstrengend, man konnte aber super schnell Erfolge sehen.

  • Hallo,

    ich finde das arg schwierig. Wir haben hier auch 3 Feindhunde, alle Hunde 50+kg. Ein schwarzer Schnauzer, ca. 80 kg, eine Kangalhündin über 80 kg und ein Bernhardiner.

    Bei dem Schnauzer gabs nie einen Vorfall, aber wenn meiner den schon riecht flippt er aus. Ich versuche denen aus dem Weg zu gehen, gestern hätte ich toll üben können, sie waren gerade am Ende einer Straße und ich habe mit meinem Hund gewartet. Er hat nur bischen geknurrt, die Distanz war wohl weit genug (bei nähereren Begegnungen dreht meiner völlig am Kabel). Da läuft die dumme Trulla auf mich zu, da wars dann aus. Konnte meinen nur noch am Brustgurt nehmen und einen anderen Weg laufen, ich mußte ihn mehr ziehen, er hat immer wieder nach hinten geschaut. Da könnte ich dann glaub mit einem Würstchen vor seiner Nase wedeln, da geht bisher noch nix. Dabei weiß die Besitzerin, daß meiner ihn nicht leiden kann. Sie meint aber immer, laß ihn los, ihrer tute ja nix.

    Die Kangalhündin darf keinerlei Kontakt haben. Als mein Hund erst ein paar Wochen bei mir war, lief er ohne Leine mit mir an die Garage und dort kam grad um die Ecke der Kangal. Mein Hund ist langsam auf ihn zu und der Besitzer hatte einen Stock dabei und auf meinen eingeschlagen, seitdem geht nix mehr. Ich schaue aber auch, das ich denen aus dem Weg gehe. Es gibt keinen Hund in der Ecke, der auch nur in die Nähe der Hündin darf. Der Besitzer brüllt sofort rum und haut mit seinem Stock.

    Der Bernhardiner ist 2 x mal an deren Grundstück auf meinen los, als wir mit Rad und zu Fuß vorbeigingen. Es ist nix passiert, aber er hat ihn gestellt.

    Seit diesen Vorfällen ist das hier rausgehen nicht super toll. Der Schnauzer pisst ganz häufig direkt bei uns vors Gartentörchen.

    Bisher schaue ich, daß die Distanz groß genug ist, in eine andere Richtung laufen geht ganz schlecht, da bockt mein Hund total. Die gute Lösung hab ich also noch nicht gefunden.

    LG Sabine

  • Danke für Eure Erfahrungen - den ultimativen Tip dafür gibt es wohl nicht. Es gibt Tage, da klappt es mit Abstand halten sehr gut (wie heute), es gibt aber auch Tage, an denen wir beide unserer bellenden und agressiven Hunde auf unterschiedlichen Strassenseiten hinter uns herziehen.

    Schwierig finde ich es immer , wenn der Feindhund (meistens noch in Begleitung von einem kleineren Hund, der für Leila aber vollkommen uninteressant ist) von der Teenie-Tochter ausgeführt wird - bei der Mutter besteht mit Abstand immerhin eine 50%ige Chance, dass wir uns ausweichen können ohne, dass die Hunde sich in ihre Feindschaft hereinsteigern können.

    Interessanterweise stört Leila sich aber überhaupt nicht daran, wenn die Feindhündin an unserem Garten vorbei geht - dort wird sie einfach ignoriert (selbst wenn die Feindhündin bellend an der Leine steht) - obwohl Leila theoretisch über den Zaun springen könnte.

    Irgendjemand fragte, warum ich mir sich bin, dass die Hündinnen sich nicht ohne Leine begegnen können: Ich habe den Feindhund seit ca 4 Jahren nie ohne Leine gesehen, und Leila darf wegen Jagdtrieb nicht überall von der Leine - und da, wo wir uns meist sehen, ist entweder Strass oder Felder mit vielen Kaninchen, da traue ich mich einfach nicht Leila frei laufen zu lassen - auch wenn sie schon lange nicht mehr bei Kaninchensichtung losgepest ist, man merkt schon dass sie an den Ninis interessiert ist und ich gehe da auf Nummer Sicher - es gibt für Leila trotzdem ausserhalb unseres Garten geng Ecken, an denen sie offline laufen darf.

    Bei einem schwereren Hund stelle ich mir dass echt kompliziert vor - Leila wiegt 19 kg (der Feindhund schätzungsweise ähnlich) , aber wenn wir uns unerwartet bei geringen Abstand gegenüberstehen, finde ich es schon schwierig sie anfangs zu halten - bis sie halt ansprechbar ist

    LG Dorilys

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