Neue Folgen der Hundeprofi M.R. Teil II

  • Hallo,

    Bellen, Knurren, "Zwicken" ---> gehört alles zum Aggressionsverhalten.

    Warum tut man sich so schwer, ein Verhalten auch beim Namen zu nennen? Der kleine Kerl war völlig verzweifelt und in seiner Unsicherheit allein gelassen, da sind wir uns sicher einig. Aber sein Verhalten ist aggressiv. Ich finde es nicht schlimm, das auch so zu benennen.

    Ich auch nicht .... nur ich (für mich persönlich) fand das eben nicht aggressiv, natürlich kann das jeder anders empfinden.

    Sonst wäre ja jeder Hund der zu einem läuft und bellt aggressiv.

  • Naja, der wollte schon beissen. Das sah man ja deutlich.
    Und "beissen wollen" ist aggressiv und nicht "Der will nur spielen"

    Mich hat die Rüttersche "Ursachenerklärung" interessiert.

    Und gehe nicht konform mit: der hat Angst und ist unsicher.

    Ich sah keinen grundsätzlich unsicheren Hund. (aber das sagt sich als TV Zuschauer nun wirklich einfach)

    "VER"unsichert durch Strafe ja, da war der Dackel unsicher, gehemmt, ging ins Meideverhalten. So wie gewünscht bei dieser Art der Strafe. 'Ähhh "Massregelung".

  • Ja, ein Hund, der bellend auf einem zu läuft zeigt ein aggressives Verhalten. Das ist nicht immer problematisch, weil Aggression nicht perse etwas schlimmes ist. Die URSACHE der Aggression ist das wichtige!

    Oft ist bei bellend auf einem zukommende Hunde der Auslöser für die Aggression Stress - sowohl positiver Stress (juhu! andere Hunde zum Spielen!), also überscheumende Freude, als auch negativer Stress (oh! andere Hunde, erstmal zeigen, wer hier die Hosen an hat!) letzteres ist oft auch Unsicherheitsbedingt.


    Edit: das der Dackel unsicher war, das denke ich schon: ich kenne das Verhalten von Puck. Die Unsicherheit zeigt sich darin, dass der Hund abstand hält beim Verbellen und dass er immer wieder zurückweicht. Der Dackel hat gelernt "Angriff ist die beste Verteidigung" und wenn man Pech hat, kippt das Verhalten irgendwann sosehr, dass er tatsächlich beißt (und nicht nur zwickt).

  • Was ich blöd fand, war, dass man da einen echten Postboten genommen hat und niemand der sich mit Hunden auskennt und den dann in die Uniform steckt.
    Ebenso gab es scheinbar davor keine klare Anweisung für den Postboten.

    Der Rütter musste dem ja ewig nachbrüllen als er umdrehen und zum "Gegenangriff" setzen sollte.
    Da hätte ich es besser gefunden, dass wenn man schon mit dem Mittel arbeiten will, man eine Person nimmt, die weiß was man von ihr will und auch das entsprechende Timing hat.

  • Für mich war der Dackel jetzt nicht als aggressiv zu werten, sondern ich sehe eher darin ein Ersatzverhalten, weil er führungslos und kein anderes Verhalten aufbauen konnte, als diesen (Jagd-)Ersatz.

    Wäre der wirklich aggressiv hätte der sich vom Postboten nicht einschüchtern lassen, sondern wäre nach vorne gegangen. Er ist ausgewichen - vielleicht aus Unsicherheit -, aber wohl eher, weil ihm so eine Situation eher befremdlich erschienen ist.

  • Hallo,

    scheinbar gibt es für Aggression verschiedene Sichtweisen. Finde ich etwas traurig, weil es Verhalten verharmlost.

    Aggression ist es nicht nur dann, wenn der Hund eine Beschädigungsabsicht hat. Aggression ist auch Verbellen, Knurren und Abschnappen. Was ist es denn sonst? Nettes Verhalten ist es sicher nicht.

    Wenn ich mit meinem Partner streite und lauter werde, bin ich auch aggressiv. Das ist per Definition einfach so. Das heißt ja nicht, daß ich ihn verletzen oder gar umbringen will.

    Meine Ronja ist ebenso unsicher fremden Menschen gegenüber und wenn ich ihr nicht rechtzeitig Anleitung und Sicherheit gebe, verbellt sie. Dann ist sie aggressiv. Ich habe kein Problem damit, ihr Verhalten als das einzustufen, was es ist. Auch wenn es angstmotiviert ist, egal.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Oft ist bei bellend auf einem zukommende Hunde der Auslöser für die Aggression Stress - sowohl positiver Stress (juhu! andere Hunde zum Spielen!), also überscheumende Freude, als auch negativer Stress (oh! andere Hunde, erstmal zeigen, wer hier die Hosen an hat!) letzteres ist oft auch Unsicherheitsbedingt.

    Auch ersteres ist oft Unsicherheit, aber erlernt als vermeindlich hilfreiche Konfliktlösung. Wird dann aber selten erkannt. Das überschäumende Fiddeln ist auch ein Zeichen für Konflikt. Da trennt sich halt die Spreu vom Weizen, wer da den Unterschied gut erkennen kann.

  • @Hummel: Ja, das ist mir bewusst. Mir fällt kein perfektes Beispiel ein, bei dem man nicht auch eine andere Motivation vermuten kann ;)

    Aber solange bei kleinen Hunden ein Verhalten als mehr oder minder "süß"/"frech" betrachtet wird, was bei großen Hunden plötzlich als untolerierbar wahrgenommen wird, ist es eh müßig über Motivation, Ursache, Wirkung etc. zu diskutieren...

    So oder so hat man ja gesehen, dass Strafen das Verhalten nicht gemindert, eher sogar verstärkt, hat..

  • Ehrlich gesagt habe ich das jetzt nicht gesehen. Ich fand es nur trotzdem nicht sinnvoll und hätte - auch ohne "positive Verstärkung" ganz woanders angesetzt und sicherlich nicht in der Postbotensituation. Das kann nur entweder unfair werden oder nichts bringen mit Strafe in meinen Augen.

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