Hund schnappt beim Streicheln

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    Hallo zusammen,


    wir haben seit einigen Wochen ein Problem mit unserem Hund Spike.


    Kurz zu seiner Vita ;)


    Spike
    geschätztes Alter: 4 Jahre
    bei uns seit drei Jahren
    wurde aus einer Wohnung geholt; Mieter hat sich aus dem Staub gemacht
    wurde damals auf 12-18 Monate geschätzt
    seit 2012 kastriert
    Spike wird tagsüber von meiner Mutter betreut während wir sein Futter verdienen gehen


    Die üblichen Verdächtigen bei ihm sind (seit wir ihn haben):


    - Leinepöbeln (Hunde, Fahrradfahrer, Jogger, Fußgänger, Kinder etc.)
    --> das Verhalten haben wir aber peu à peu in den Griff bekommen bzw. wir arbeiten stetig daran und konnten auch in den letzten drei Jahren sehr sehr große Fortschritte machen
    --> unangeleint begrüßt er hingegen sogar Fußgänger bzw. Halter anderer Hunde


    - nicht mit jedem Hund verträglich
    --> seit wir regelmäßig an social walks teilnehmen hat sich hier eine 100%ige Verbesserung ergeben und er ist lammfromm anderen Hunden gegenüber im Freilauf und - je nach Sympathie - spielt sogar mit ihnen


    Bis dahin erst einmal nichts Wildes und nichts was wir nicht weiter in den Griff bekommen könnten.


    Die größten Erfolge konnten wir erzielen seit wir sonntags halt zu diesen social walks mit ihm aufbrechen und er regelmäßig Kontakt zu Artgenossen hat. Heißt: Er hat seit ca. Mai einen riesigen Schritt nach vorne gemacht.


    Leider aber auch seit August einen riesigen Schritt zurück:


    In - mittlerweile von uns definierbaren - Situationen schnappt er nach Menschen die ihn streicheln. Er geht meist aktiv auf die Leute zu, diese streicheln ihn oder drücken ihn sanft an sich ran und er schnappt. Das hat er seit August so rund vier bis fünf Mal gemacht.


    Sein neuester Streich war die TA-Helferin bei unserem TA. Die hat ihn Richtung Kopf/Schnauze streicheln wollen und er hat geschnappt.


    Er schnappt auch wirklich nur. Kein festbeißen, zärgern oder sonst was. Nur schnappen. Wenn er das macht, stößt er einen Laut aus wie Hunde ihn ausstoßen wenn man ihnen bspw. auf den Fuß oder die Rute tritt oder wenn sie sich unterwerfen.


    Er schnappt ohne Vorankündigung. Kein Knurren oder Bellen. Die Leute bei denen er schnappt sind ihm - bis auf eine Ausnahme - immer bekannt gewesen und bis auf zwei Ausnahmen immer Männer.


    Da ich von einem ähnlichen Fall hörte in dem der Hund eine Schilddrüsenunterfunktion hatte, haben wir Montag bei ihm ein Blutbild machen lassen. Ein Schilddrüsenwert ist zu niedrig. Der TSH-Wert wohl normal (wenn ich es richtig in Erinnerung haben (bei Bedarf kann ich das Blutbild zur Verfügung stellen). Er zeigt sonst keine typischen Symptome einer SD-Unterfunktion.


    Unsere Tierärztin teilt die Meinung der in Verhaltenstherapie geschulten Tierärztin nicht und weigert sich bei ihm mit Forthyron zu arbeiten. Sie hat sich jetzt mit mehreren anderen TÄ besprochen und empfiehlt Zylkène.


    Habt Ihr Tipps oder Hinweise für mich?


    Für mich ist das im Moment alles zu viel. Ich weiß dass wir einen Hund mit Baustellen haben an denen wir auch permanent arbeiten. Aber das Schnappen belastet mich einfach. Auch diese Baustelle möchte ich beseitigen. Aber ich weiß einfach nicht welcher der richtige Weg ist. SD-Medikamente? Hundeschul-Training? Verhaltenstherapie? Zylkène?


    LG
    Tanja

    Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen."
    Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer

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  • Deine Geschichte hat sehr viel gemeinsam mit der meines Hundes. Er stammt auch aus einer Beschlagnahmung, ist allerdings schon ein Senior und erst seit einem Jahr bei mir. Anfangs lies er sich von den Leuten streicheln. Ab und zu hat er jedoch zuhause auch aufgeschriehen und rumgeschnappt. Damals wussten wir nicht, ob er evtl Schmerzen hat. Inzwischen vermuten wir, dass es eine Masche von ihm ist (vermutet auch die Tierärztin)... er fühlt sich unwohl und schnappt rum (mit anschliessendem empörtem Gebell) weil er gelernt hat, dass die Leute am schnellsten von ihm ablassen, wenn er dramtisch wird. Und dabei kann er den Leuten dermassen einen Einlauf verpassen, dass manche schon kreidebleich waren im Gesicht ;)


    Er wurde in der Anfangszeit von zwei grossen Hunden überfallen. Ein paar Tage danach hat ihn ein Nachbar trotz meiner Vorwarnung am Kopf gestreichelt. Das tat ihm sicherlich weh, weil er verletzt war. Und seither ist seine Toleranz gegenüber fremden Händen sehr gesunken.


    Ich denke, bei deinem Hund könnte es ähnlich sein wie bei meinem. Vermutlich fand er das Streicheln von Fremden noch nie toll. Doch mit wachsendem Selbstvertrauen und stetigen Lernerfahrungen ("Als Dramaqueen habe ich Erfolg"), lassen sie es sich nicht mehr gefallen. Und das ist wirklich schwierig zu managen, weil es immer Leute gibt, die die Warnung missachten. Erschwerend kommt hinzu, dass mein Charly auch neugierig auf die Leute zugeht. Das wird dann als Streichelaufforderung interpretiert, dabei reicht ihm das Schnüffeln am Hosenbein.


    Zylkene bekam er auch die ersten paar Monate. Gerade wegen dem Beissvorfall mit den beiden Hunden und gleichzeitig unterstützend zum Anti-Leinen-Pöbelei-Training bei den Social Walks. Ob Zylkene gewirkt hat kann ich wirklich überhaupt nicht einschätzen. Als ich es zwischendurch mal ein paar Wochen abgesetzt habe, konnte ich kein anderes Verhalten beobachten. Es gibt Hunde, denen es hilft. Ich denke, wichtig ist vor allem, dass der Hundebesitzer davon überzeugt ist, dass es hilft. :smile:


    Und nochmal wegen dem Schnappen: da mein Charly schon alt ist, akkzeptiere ich nun einfach, dass er Fremdstreicheln total schlimm findet. Also bekommen alle (Besuch und Passanten) ein Streichelverbot. Leider halten sich ja nicht alle dran. Ich versuche dran zu denken, dass ich Charly bei nahender Streichelgefahr anspreche und zu mir locke (eine Hundebesitzerin aus der Hundeschule hat ihrem Hund ein Signal zum Weggehen beigebracht). Und sollte alles nichts helfen - dazwischenstellen, abblocken, Leute warnen, Hund weglocken - dann darf Charly es den Leuten halt ausnahmsweise mal selber sagen, dass er es blöd findet. Diese Ansage sitzt dann auch. ;)

    Jedes Töpfchen find' sein "Teckelchen"

  • Tanja, es gibt andere Möglichkeiten als nur diese Tierärztin. Wenn ein SD-Wert zu niedrig ist dann verlangt das einen genaueren Blick - und eben auch wahrscheinlich Substitution.


    Laß dir die genommenen Blutwerte aushändigen, wende dich an diese Gruppe bei Facebook klick und im Zweifelsfalle auch an Frau Wergowski klick - sie ist eine Spezialistin in Sachen SD.
    Bei FB kannst du die Blutwerte einstellen und bekommst sicher Hilfe - vor allem kann man sich dort über die TÄ austauschen die uns Haltern von SD-Hunden das Leben sooooo schwer machen.


    Es hat immer einen Grund, wenn ein Hund auf einmal schnappt - ich finde es gut, daß du auch die gesundheitliche Seite hast abklären lassen !!!

    Es grüßen: Birge & der Hüterich


    Dachs - AHH - 4/2009

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  • Wenn ein SD-Wert schon zu niedrig ist, also außerhalb der Referenzwerte liegt, dann dürfte er bei einem Hund in dem Alter viel zu niedrig sein. Der THS sagt nur dann wirklich etwas aus, wenn er zu hoch ist. Ein niedriger oder normaler TSH lässt keinen Rückschluss darauf zu, dass keine SDU vorliegt, denn es könnte schon so viel Schilddrüsengewebe zerstört sein, dass eben kein erhöhter Wert mehr zustandekommt.
    Bitte bleib' dran, ich schließe mich den Tipps von Dächsin an, und lass' nicht locker, bis Du Thyroxin bekommst, wenn keine andere Ursache für den niedrigen Wert vorhanden ist. Auch wenn das schwer ist, Nerven kostet, ich kenne ebenfalls den Kampf mit Tierärzten, die sich nicht gut genug mit der SD auskennen.
    Eine unbehandelte SDU sorgt nicht nur für Verhaltensprobleme, sondern auch für Organschäden (u.a. Herz).
    LG Petra

  • Zitat von "Tanja79"

    ein neuester Streich war die TA-Helferin bei unserem TA. Die hat ihn Richtung Kopf/Schnauze streicheln wollen und er hat geschnappt.


    Er schnappt auch wirklich nur. Kein festbeißen, zärgern oder sonst was. Nur schnappen. Wenn er das macht, stößt er einen Laut aus wie Hunde ihn ausstoßen wenn man ihnen bspw. auf den Fuß oder die Rute tritt


    Abgesehen von der Schilddrüsengeschichte.....kann es sein, dass Dein Hund Schmerzen hat und deshalb schnappt?

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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  • Subklinische SDU reicht schon aus und muss unbedingt subsituiert werden. Leider sind viele TÄ echt inkompetent, was das Thema angeht und weigern sich. Wechsle den TA! Lass dich von der anderen TÄ beraten!

  • Genau in dem Alter fing das bei meinem letzten Rüden auch so an: er drängte sich anderen Menschen auf und wenn sie ihn streicheln wollten, schnappte er. Ganz gefährlich war es, ihn zu umarmen, von mir hat er es geduldet.
    Woran das lag, habe ich niemals herausgefunden, er war von Welpenbeinen an bei uns, kam vom Züchter. Es gibt einfach Hunde, die es nicht mögen, von Fremden gestreichelt zu werden.
    Wenn er schon so oft geschnappt hat, würde ich nicht mehr zulassen, daß er angefaßt wird. Mit Training wirste da nichts erreichen.

  • Doch, denn der Hund kann durchaus lernen, dass er anzeigt, das er es nicht will.
    Mich erinnert das an Hunde, die zu anderen Hunden laufen und so herumalbern, obwohl sie eigentlich keinen Kontakt wollen. Das ist eine Strategie, quasi den ersten Schritt zu machen, bevor einem was passiert. Symptomatisch auch für Hunde, die oft "irgendwo durch müssen" und sich nicht mehr sagen trauen, dass sie etwas nicht wollen.


    1. Schritt wäre dem Hund zu zeigen, das er diese Situationen, die er nicht bewältigen kann, auch nicht mehr durchleben muss
    2. Schritt wäre zu üben, wie man den Situationen entkommen, sie vermeiden kann, auf Hundeart mit Unterstützung der Bezugsperson.

  • Zitat von "Joco und Co"

    Abgesehen von der Schilddrüsengeschichte.....kann es sein, dass Dein Hund Schmerzen hat und deshalb schnappt?


    Ich würde es eigentlich ausschließen, da er das bei uns gar nicht macht. Er zuckt da nicht, lässt alles mit sich machen. Völlig unauffällig.

    Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen."
    Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer

  • Zitat von "harry97"

    Genau in dem Alter fing das bei meinem letzten Rüden auch so an: er drängte sich anderen Menschen auf und wenn sie ihn streicheln wollten, schnappte er. Ganz gefährlich war es, ihn zu umarmen, von mir hat er es geduldet.
    Woran das lag, habe ich niemals herausgefunden, er war von Welpenbeinen an bei uns, kam vom Züchter. Es gibt einfach Hunde, die es nicht mögen, von Fremden gestreichelt zu werden.
    Wenn er schon so oft geschnappt hat, würde ich nicht mehr zulassen, daß er angefaßt wird. Mit Training wirste da nichts erreichen.


    Ich unterbinde das Streicheln durch andere ja bereits.


    Und doch, ich bin mir sicher dass man das durch Training oder wodurch auch immer wieder hinbekommt. Wir haben bislang alles bei ihm hinbekommen.

    Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen."
    Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer

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