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Agro, Hautprobleme Hibbelig..Schilddrüse ?

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    Hallo Ihr Lieben


    ich habe mal eine Frage. Seit einem Jahr habe ich meine Hündin ,damals aus dem TH. Seit dem arbeite ich wirklich hart und mit Trainer an der Artgenossen-Agro. Aber es will einfach nicht wirklich besser werden. Zudem ist Bella mega hibbelig und eigentlich draussen fast immer unter Strom. Ich hab nun mal einen Bluttest machen lassen. Die Tierärztin meinte im Befund ist nichts auffälliges zu sehen. In welchem Bereich müsste den die Schilddrüsenwerte liegen um zu sagen , hier muss gehandelt werden ?
    Ich kopiere das Ergebnis hier einfach mal rein. Vielleicht gibt es ja einige unter Euch die daraus etwas erkennen können. Ich müsste mich auf die Aussage der TA verlassen was mir etwas schwer fällt. Das hab ich nämlcih letztes mal auch als ich Bella habe röntgen lassen weil sie dauernd humpelt. Die damalige TA meinte Athrose aber eine zweite Meinung eines anderen TA war, das überhaupt gar kein Hinweis auf Arthrose auf den Röntgenbildern zu sehen sind. Nun bin ich etwas hin und hergerissen. Bella hat so ein flatteriges Nervenkostüm das es echt schwer ist mir Ihr zu arbeiten. So nun aber hier die Ergebnisse. Hoffe man kann es auf den Bildern gut erkennen...



    Liebe Grüße
    Jezz mit Bella
    ----------------------------------
    Manchmal denkt man es ist stark festzuhalten,
    doch es ist das Loslassen, das wahre Stärke zeigt.

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  • Ich hab mir extra auch einige Deiner anderen Beiträge zu Bella durchgelesen, um einen groben Überblick über ihr Verhalten zu bekommen. Was Du schreibst, lässt mich nicht unbedingt an eine Schilddrüsenproblematik denken, auch die Werte im Blutbild deuten nicht wirklich darauf hin. Würde man eine subklinische SDU vermuten, ließe sich das oft nur über einen Therapieversuch bestätigen.


    Aggression bei einer Schilddrüsenproblematik ist oft unvorhersehbar und unberechenbar. Die Nervosität/ der Tunnelblick Deiner Bella ist offenbar sehr an die Spaziergänge gekoppelt, die Aggression eindeutig an die anderen Hunde - ein Hund mit SDU würde das Verhalten auch situationsunabhängig zeigen.


    Dass sie reizarm aufgewachsen ist, spricht zusätzlich für ein Verhaltensthema, das bedingt, dass sie draußen so schlecht ansprechbar ist.


    Was für Hautprobleme hat Bella?


    (Ist eigentlich jemals was wegen des Humpelns diagnostiziert und auch behandelt worden? Habt Ihr Anaplasmose und Borreliose in die Humpel-Überlegungen mit einbezogen?)



    Darf ich fragen, warum Du Leckerlis gegenüber so abgeneigt bist?
    Ich erkläre Dir den Hintergrund meiner Frage:
    Du willst Deiner Hündin ja etwas beibringen, in dem Fall eben gelassen mit Artgenossen umzugehen. Was passiert im Gehirn während des Lernens: die einzelnen Nervenzellen sind über sog. Synapsen verbunden. Will eine Nervenzelle einen Impuls an die nächste weitergeben, funktioniert das (u.a.) über einen chemischen Prozess, also vereinfacht formuliert Nervenzelle A schmeißt eine Flaschenpost ins Wasser und Nervenzelle B fischt diese Flaschenpost raus und liest sie.
    Wenn der Körper Stress hat, muss er blitzschnell reagieren können, um z.B. vor einer plötzlichen Gefahr fliehen zu können, um einen Angriff abzuwehren, usw. Sobald ein Körper Stress hat, schüttet er darum bestimmte Hormone aus, die das Hirn in ebendiese Reaktionsbereitschaft versetzen. Diese Hormone bauen sich genau an den Synapsen auf und regulieren dort, welche Flaschenpost noch weitergeschickt wird - alles, was nicht dem unmittelbaren Überleben dient, wird nicht mehr durchgelassen. Wenn ich in diesem Moment dem Hirn etwas beibringen will, ist das vergebene Liebesmüh - die Hormone sorgen dafür, dass diese Impulse gerade gar nicht durchkommen können.
    Also muss ich erstmal schauen, wie ich dafür sorge, dass das Hirn nicht im Stress ist. Das funktioniert über mehrere Wege:
    1. angenehmer Grundzustand: ich kann an die Synapsen auch ein Hormon schicken, das dem Hirn klarmacht, das gerade alles in bester Ordnung ist, rosarote Wölkchenwelt. Oxytocin! Das Problem bei Oxy ist, dass es eine lahme Ente vor dem Herrn ist. Es dauert. Es wird ausgeschüttet z.B. bei angenehmen, ruhigen Berührungen, in tiefenentspannter Grundsituation. Das wäre meine tägliche Basis vor jedem einzelnen Gassigang: solange ruhigstes Kuscheln, bis der Hund zufrieden entspannt. Dann ist der Platz zwischen den Nervenzellen schonmal beansprucht von einem Hormon, das jede Flaschenpost von mir bereitwilligst durchlässt.
    2. das Finden des passenden Reizlevels: Ihr braucht andere Hunde, um an der Aggression zu arbeiten. Ist der Abstand zu den Hunden allerdings zu gering, überschwemmen die Stresshormone wieder die Synapsen - jegliches Lernen abgehakt. Das hieße für mich, dass ich dafür sorgen muss, dass mein Hund eben ausreichend Abstand halten kann - ist ein Weg zu eng, gehe ich den nicht entlang.
    3. Das Hirn lernt am effektivsten über positive Bestätigung. Was jeweils als positive Bestätigung empfunden wird, liegt am Individuum, Leckerlis könnten eine Form der Bestätigung sein. (Hat überhaupt nichts mit Ablenkung zu tun!)



    Es gibt auch noch einiges zu schreiben zum Thema Training mit reizarm aufgewachsenen Hunden, allerdings muss ich jetzt erstmal los. Wenn Du willst, kan ich später dazu nochwas sagen.

    Viele Grüße
    von der Rotbuche


    Die Welt ist hier und jetzt.

  • Rotbuche - einfach nur TOLL geschrieben und erklärt :gut: :gut:



    Jezzmen, vielleicht rufst du mal hier an: http://www.christiane-wergowski.de/ - sie kennt sich nicht nur mit der SD-Problematik sondern eben auch mit verhaltensauffälligen Hunden aus und kann das Blutbild am besten interpretieren. Und es sollten noch mehr SD-Werte genommen werden (T3, ft3) - so alleine sagt das eher nicht viel aus.....

    Es grüßen: Birge & der Hüterich

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  • Nur kurz als Info: Um relevante SD-Werte zu kriegen darf der Hund nicht anderweitig krank sein, eine Ohrentzündung könnte z.B. auch niedrigere SD-Werte verursachen, darauf also beim Werte nehmen achten.
    Ansonsten könntest du mal in Absprache mit der TA Ventroquil geben, das ist ein Beruhigungsmittel, wenn man das niedrig dosiert kriegt man auch viel Stress, der durch Überforderung kommt weg. Das Thundershirt und Calming Cap helfen auch super wenn der Hund es annimmt.


    Grüße mit ebenfalls stressgeplagtem Hund

  • Hallo und vielen Vielen Dank für die tolle Erklärung. Ich sitze grad im Büro und kann nicht so ausführlich schreiben daher jetzt nur mal ganz kurz ein dickes Danke. Nur kurz zu Deiner Frage wegen den Leckerchen...
    ich lehne Kekse nicht ganz ab , nutze sie beim tricksen und anderen Spielchen ja auch. Aber in normalen Lebenslagen möchte ich nicht abhänging davon sein ob mein Hund hört oder nicht wenn ich keine Kekse dabei habe.
    Ich habe es zwar auch mal mit Leckerchen probiert bei Hundebegegnungen aber sie ist dann so gestresst das sie diese nicht nimmt. Wie gesagt bin ich nun auch schon fast ein Jahr beim training und mal klappen Hundebegegnungen bzw an anderen vorbei gehen, aber halt nur manchmal eher sehr sehr selten. Am schlimmsten ist es bei uns im Ort. Und ich dachte halt ich schau mal ob wir Bluttechnisch irgendwas auffälliges finden was erklären könnte warum Bella solch ein hohes Agro Level hat bei anderen Hunden. Aber scheinbar muss ich es so aktzeptieren und mich über die Jahre halt weiter im Training bemühen das wir wenigstens irgendwann mal normal an anderen Hunden vorbei kommen.


    Gern würd ich noch mehr zum Thema reizarm aufgewachsene Hunde von Dir lesen Rotbuche. Ich schau dann heut abend nochmal vorbei und kann Dir dann sicher auch die ein oder andere Frage die Du an mich hast, beantworten.


    Ach so wegen dem Humpeln...habe bisher nur Schulter bzw Ellenbogen röntgen lassen da sie immer nur starken Belastungen humpelt. Also Stop and Gos beim Spielen z.b.
    Der erste TA meinte Arthrose...zweite Meinung eines anderen TA....da wäre nichts zu sehen auf den Röntgenbildern :muede2:



    Liebe Grüße
    Jezz

    Liebe Grüße
    Jezz mit Bella
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    doch es ist das Loslassen, das wahre Stärke zeigt.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • So grad wieder ne Minute Zeit zum schreiben...
    Hautprobleme hat sie folgende....wenn wir im Wald oder auf der Wiese waren hat sie danach Ausschlag hinter den Ohren, unter den Achseln und unter der Schnauze und vorne am Brustkorb und Bauch. Das sind alles Stellen an denen Bella wenig sehr wenig Haare hat. Diese werden dann rot und jucken und Bella kratzt sich dann auch vermehrt an diesen Stellen bis sie etwas bluten. Habe das bisher gut mit Calendula Tinktur und Fenistil Gel in den Griff bekommen.


    LG
    Jezz

    Liebe Grüße
    Jezz mit Bella
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  • Wenn sie in den Situationen keine leckerchen mehr nimmt kann sie auch nicht lernen.
    Denn dann ist sie schon in dem Level das Rotbuche so toll beschrieben hat.
    Heißt Wedel ich mit Wurst vor der Nase meines Hundes und er kann diese nicht mehr nehmen ist die reizlage schon viel zu hoch. Das ist immer ein guter Richtwert um schnell zu erkennen ob man schon zu weit am anderen Hund dran ist.
    Vorausgesetzt natürlich der Hund ist generell bei dem lecker nicht abgeneigt!


    Das Hauptproblem hört sich für mich nach grasmilbenallergie an.

    Liebe Grüße von Kati mit Lennox,Heaven und den Samtpfoten Flocki & Tigger

  • Zitat von "Jezzmen"

    So grad wieder ne Minute Zeit zum schreiben...
    Hautprobleme hat sie folgende....wenn wir im Wald oder auf der Wiese waren hat sie danach Ausschlag hinter den Ohren, unter den Achseln und unter der Schnauze und vorne am Brustkorb und Bauch. Das sind alles Stellen an denen Bella wenig sehr wenig Haare hat. Diese werden dann rot und jucken und Bella kratzt sich dann auch vermehrt an diesen Stellen bis sie etwas bluten. Habe das bisher gut mit Calendula Tinktur und Fenistil Gel in den Griff bekommen.


    LG
    Jezz


    Das hat Mira auch nach Besuch von hohen Wiesen an den nackten Stellen. Sicher dass es auch nach Waldspaziergängen ohne Wiesenkontakt auftritt? Bei uns ist es relativ sicher ne Grasmilbenallergie.

    Grüße von Nicole und Mira


    Wenn man denkt es geht nicht mehr,
    kommt von irgendwo ein Hundi her! :-)


    Danke an meinen Engel auf vier Pfoten! Ohne Dich wär alles doof!

  • Zitat von "Dächsin"

    Rotbuche - einfach nur TOLL geschrieben und erklärt :gut: :gut:



    Und es sollten noch mehr SD-Werte genommen werden (T3, ft3) - so alleine sagt das eher nicht viel aus.....


    Ok also ist dieser Wert nicht mit in der übersicht aufgeführt ? Ich hatte zwar T4 und freies gelesen aber Du hast Recht von T3 etc steht da nichts.
    Das ist recht ärgerlich weil ich der TA extra gesagt hatte, das ich genau diese Werte brauche und haben möchte. Ich habe dieses sogar mehrmals betont ( hab ja immer schön bei SD Themen hier mitgelesen und es wurde ja oft genug erwähnt das genau diese Werte auch wichtig sind.
    und ichhabe auch der Sprechstundenhilfe am Telefon bei der Terminvereinbarung extra gefragt was kostet großes Blutbild mit allen Schilddrüsenwerten inkl. oben genannter.


    was macht man da am besten ? TA nochmal anrufen und drauf hinweisen das ich genau wegen diesen Werten ja den Test gemacht habe ? Immerhin bin ich 110 Euro losgeworden und das wichtigste scheint ja zu fehlen . Egal wie man es macht irgendwas ist immer nicht richtig und scheitert an irgendwas :muede:


    LG Jezz

    Liebe Grüße
    Jezz mit Bella
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    doch es ist das Loslassen, das wahre Stärke zeigt.

  • Zitat von "Jezzmen"

    Aber in normalen Lebenslagen möchte ich nicht abhänging davon sein ob mein Hund hört oder nicht wenn ich keine Kekse dabei habe.


    Das kann ich völlig verstehen! Und Dich beruhigen. ;)
    Dein Ziel beim Training mit Leckerlis ist nicht, dem Hund die Wahl zu lassen, was er gerade besser findet, Hunde anmachen oder Leberwurst inhalieren. Es geht insgesamt nicht darum, dem Hund beizubringen, was er nicht tun soll, sondern um das Lernen eines Alternativverhaltens. Der Hund soll irgendwas tun, was halt nicht kompatibel ist mit in der Leine hängen und anderen Hund zerfleischen wollen. Das kann alles mögliche sein, Bögen laufen, Dich anschauen, Fuß laufen, etwas tragen, usw., der Kreativität (auch des Hundes!) sind da kaum Grenzen gesetzt.


    Um so ein Alternativverhalten aufzubauen und zu etablieren muss eine Bestätigung her, die für den Hund wirklich toll ist, das heißt aber überhaupt nicht, dass das Verhalten für immer abhängig ist von der folgenden Bestätigung! Ich könnte wetten, dass die besten Deiner Tricks mit dem Hund auch locker ohne Keks in der Hand funktionieren, oder? ;) Du brauchst Kekse im Training lediglich, um dem Hund zu sagen "ja, das ist der richtige Weg, den gehen wir weiter!" Die Kekse sind nicht die Alternative zum Ausflippen, sondern eine Unterstützung auf dem Weg zum Alternativverhalten (wenn der Hund prinzipiell Kekse gut findet).


    Welches Alternativverhalten für Deinen Hund passt, hat auch was damit zu tun, was ich zum Training mit reizarm aufgewachsenen Hunden schreiben wollte, darum schiebe ich das jetzt dazwischen.



    Und schon landen wir wieder im Hirn - wie entwickelt sich ein Hirn überhaupt? Ein Miniexkurs in die menschliche Hirnentwicklung, weil ichs so unglaublich spannend finde: zum Zeitpunkt der Geburt hat das Gehirn eines Babys genauso viele Neuronen, also Nervenzellen, wie das Gehirn eines Erwachsenen. Mit drei Jahren verfügt das Gehirn des Menschen über doppelt so viele Neuronen wie das erwachsene Gehirn! Ab diesem Zeitpunkt werden die Nervenbahnen, die häufig verwendet werden, ausgebaut, die nicht genutzten liegen brach. Etwa ab dem 10. Lebensjahr bis zur Pubertät werden die Nervenzellen, die offenbar nicht gebraucht werden, abgebaut, bis die endgültige Anzahl wieder erreicht ist. Ich finde das immer wieder unglaublich - es ist sooo wichtig, Kinder in unterschiedlichsten Bereichen zu fördern, um dem Hirn die Möglichkeit zu geben, sich in vielen Bereichen zu entwickeln!
    Verzeih meine Begeisterung, zurück zum Hund: was passiert also in der Welpenzeit? Die Neuronen sind zwar alle da, aber die Synapsen noch sehr wenig ausgebildet. Jeder Reiz, den das Hirn verarbeiten muss, führt zu neuen Verbindungen, neuen Synapsen. Vereinfacht formuliert: ist der Reiz positiv, wird es eine gute, solide Straße. Ist der Reiz negativ, baut das Hirn zwar eine Verbindung, allerdings eher ein Minenfeld als eine Autobahn. Fehlt der Reiz, werden keine Synapsen ausgebildet.
    Das ist auch der Grund, weshalb es so wichtig ist, Welpen in der Sozialisierungsphase verschiedensten Reizen auszusetzen, die bitteschön positiv sein sollten! Guter Reiz = Nervenautobahn, negativer Reiz = Minenfeld angelegt, kein Reiz = keine Straße vorhanden.


    Einem reizarm aufgewachsener Hund fehlen also die Verbindungen zwischen manchen Nervenzellen, die es ihm überhaupt möglich machen, adäquat auf einige Situationen zu reagieren. Die gute Nachricht: das Gehirn ist in der Lage, im Laufe des Lebens Aufgaben umzuverteilen, Neuronen anders zu vernetzen, die Funktion der Nervenzellen an die äußeren Bedingungen anzupassen. (Stichwort Gehirnplastizität, falls Du mehr darüber googeln willst.) Das ist zwar nicht so locker-flockig-einfach wie im Welpenalter, geht aber trotzdem.
    Das größte "Problem" der meisten reizarm aufgewachsenen Hunde ist, dass sie in bestimmten Situationen kein Verhaltensrepertoire mehr haben, mit dem sie der Situation begegnen können, sie fallen in ein bestimmtes Verhaltensmuster und finden selbst keinen anderen Weg. Bei Deiner Bella könnte das z.B. der Tunnelblick und das Aus-anderen-Hunden-Hackfleisch-machen-wollen sein.
    Das erste, was ich so einem Hundehirn gerne beibringen würde, ist überhaupt eigene Lösungswege zu entdecken. Das passiert nicht in der Hundesituation, sondern in einem völlig entspannten Lernumfeld. (Warum, weißt Du ja schon! ;)) Eine schöne Möglichkeit, die Hundekreativität zu fördern, ist freies shapen - der Hund gibt das Ziel vor, nicht der Mensch. In diesen Lernbereich würde ich Dinge einbringen, bei denen der Hund erfahren kann, dass er diese Dinge beeinflussen kann - z.B. kann er mit manchen Gegenständen selbst Geräusche produzieren, er kann Dinge kullern, tragen, mit den Pfoten behandeln, usw. Wichtig ist, dass eben der Hund vorschlägt, was man mit dem jeweiligen Gegenstand anstellen kann.
    Mit diesem Üben unterstütze ich den Hund darin, zu entdecken und auszubauen, dass er eben über ein Verhaltensrepertoire verfügt, auf das er beliebig zugreifen kann. Idealerweise gestalte ich das Training so, dass der Hund auch noch einen Mordsspaß dabei hat, seine Fähigkeiten zu entdecken.


    Diese Freude bei Mensch und Hund ist mit das wichtigste, was ich letztlich nach draußen übertrage. Ihr seid auf dem Weg zu einer Riesenparty, die der Hund auslösen kann, indem er einen neuen Weg entdeckt, wie man angesichts anderer Hunde handeln kann. Vielleicht braucht der Hund anfangs Vorschläge von mir, was er tun könnte, vielleicht bietet er irgendwann einen eigenen Weg an - Knackpunkt dabei wird immer sein, ihn auf einem Reizlevel zu halten, in dem das Hirn handlungsfähig bleibt, darum ist fürs Training der Abstand zu den anderen Hunden (noch) so wichtig. Jeden hundeeigenen Lösungsansatz, der irgendwas anderes beinhaltet als das bisherige Verhalten, würde ich bestärken - anfangs beinhaltet das auch kleinste Änderungen, was viel (trotzdem entspanntes) Beobachten und viel Bauchgefühl erfordert.



    Soviel mal für jetzt - frag nach, wenn ich irgendwo unklar war, ich bin pappmüde. ;)

    Viele Grüße
    von der Rotbuche


    Die Welt ist hier und jetzt.

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    Welches Futter ist das beste?

    Einer meiner Hunde war Allergiker und zudem ein eher mäkeliger Esser. Jetzt habe ich einen gemütlichen Senior aus dem Tierschutz, der leicht verwertbares Futter benötigt und außerdem Nährstoffe für die arthritischen Gelenke braucht.


    Bei jedem meiner Hunde stellte sich die Frage nach dem richtigen Futter: Welches verträgt der jeweilige Nahrungsspezialist am besten? Welches wird seinen Ansprüchen gerecht und kommt seiner Gesundheit zugute?


    Es war müßig und natürlich auch teuer, für meinen Allergiker das geeignete Futter zu finden. Ich weiß nicht mehr, wie viele Hersteller und Sorten ich durchprobiert habe - es war zum Verzweifeln. Irgendwann stieß ich auf den Futtercheck Schaden kann es nichts, also versuche ich es einfach, dachte ich.


    Gesagt, getan: Details zu meinem Hund wurden abgefragt und schon einige Tage später erhielt ich kostenlose Futterproben - optimal auf die Bedürfnisse meines Sensibelchens hin ausgesucht. Es gibt bis zu fünf Proben unterschiedlicher Hersteller. Tatsächlich war genau das Richtige dabei und die lange Suche hatte endlich ein Ende.


    Ich habe natürlich nicht lange gezögert, später auch für meinen Senior gleich einen Futtercheck gemacht und dank der kostenlosen Proben schnell das für ihn beste Futter gefunden. Versucht es selbst - auch für Katzen gibt es übrigens den kostenlosen Futtercheck!


    LG Chris hugging-dog-face


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