Wattebauschwerfer
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Kuschelkitten -
4. August 2014 um 11:51
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aber hey, wenigstens schlage ich meine Hunde nicht, wie hier als "Bauchgefühl" verkauft wird
Das finde ich auch echt schräg.
Abneigung gegen "Wattebauschwerfer" hin oder her, aber wer Backpfeifen mit Bauchgefühl rechtfertigt, sollte sich doch mal überlegen, ob man nicht besser zuerst an sich selbst arbeitet. - Vor einem Moment
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Hundeerziehung ist ne Religion.
Und das ist eigentlich ziemlich peinlich. Religion ist nicht rational erfassbar, bzw. wenn man es rational angeht nicht haltbar. Hundeerziehung dagegen kann man empirisch überprüfen, in Studien untersuchen, selbst ausprobieren. Es ist einfach nicht total subjektiv, sondern hat einen großen objektiven Teil, damit wäre es möglich zu diskutieren und sich auszutauschen, aber wenn man an ein Thema nur mit Beleidigungen und Respektlosigkeit oder schlichter Ignoranz herangeht, dann ist es klar, dass keine sachliche Diskussion zustande kommen kann, sondern wir auf dem Niveau von einer Religion hängen bleiben. Das hat aber wenig mit Hundeerziehung zu tun, sondern viel mehr mit unserer Unfähigkeit zu Diskutieren. -
boa,reg ich mich ueber den satz mit der backpfeife auf!!!
....ich krieg mich gar nicht wieder ein.. -
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Von schneller lernen hat Kia nicht geschrieben.
Aber es ist einfach ein Unterschied ob man mit einem 80kg Hund zusammen lebt, der im ernstfall einfach mal zuhackt wenn ihm was nicht passt, oder ob das ein 2kg Hund ist.
Genau. Zumal man da auch an seine körperlichen Grenzen stoßen wird, wenn so ein Hund immer und immer wieder, aus Spaß an der Freud, in die Leine springt und rumprollt.Ich rechtfertige sicher keine Backpfeifen mit Bauchgefühl, oder so. Aber es gibt Dinge, die kläre ich lieber sofort und auf der Stelle. Und DAS fehlt mir oft, bei den 'Wattebauschern'. Aus winzigen Dingen wird ein riesiges Training gemacht...
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Man sollte ungefähr wissen, was positive Verstärkung ist, bevor man drüber diskutiert.
Lernen findet immer im Viereck "positive/negative Verstärkung - positive/negative Strafe" statt. Jedes Lernen, immer. Bei jedem lernfähigen Lebewesen. Die vier Faktoren bestimmen darüber, ob ein Verhalten in Zukunft erneut, öfter, seltener oder gar nicht mehr gezeigt wird. Das ist einfach so - natürlich mit Grauzonen und immer nicht so schematisch, aber das Grundprinzip gilt. Egal, ob man das nun bewusst einsetzt oder nicht. Egal, ob man nun Strafe bewusst einsetzen möchte oder nicht.
Das ist eben KEINE Glaubensfrage. Ich kann ja auch nicht einfach aufhören an die Schwerkraft zu glauben, und mal eben abheben und fliegen...Wenn man verstanden hat, was die Lerntheorie aussagt, kann man sein Handeln danach richten. Dann WEISS man wenigstens, was man mit seinem Handeln bewirken möchte und kann herausfinden, warum etwas möglicherweise nicht so funktioniert, wie man sich das gedacht hat... (weil ein äusserer Verstärker viel stärker ist als das Leckerlie in der Hand z.B., oder weil man mit einem unfreundlichen Gesichtsausdruck straft, ohne es zu wollen).
Es ist wie mit allem Wissen: Man kann es sich aneignen, verstehen, sinnvoll darüber diskutieren und das Wissen für sich nutzen. Oder man kann sinnfreie, oberflächliche und provokante Behauptungen aufstellen...
Ein "Wattebauschwerfer" hat schon mal gar nix mit positive Verstärkung zu tun. Das Wort beschreibt Leute, die zwar "Aber Nein, Bello" rufen, dabei aber so milde sind, dass die Strafe nichts bringt und verpufft. Eben nur mit Wattebausch geworfen, was der Hund halt ignoriert. Das meint der Begriff.
Ebenso ist der Clicker kein Synonym für positive Verstärkung, sondern ein Hilfsmittel mit exakt derselben Funktion wie ein Markerwort. Entwickelt wurde das Klickern mit Delphinen (und Pfeifen).
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Ich rechtfertige sicher keine Backpfeifen mit Bauchgefühl, oder so. Aber es gibt Dinge, die kläre ich lieber sofort und auf der Stelle.Klar, aber dann doch bitte nur bei "wichtigen" Dingen. Ich kneife keinen Hund ins Ohr, weil er auf mein "Sitz" nicht reagiert. Das sitze (oder stehe) ich dann aus. Ich habe vor meinem Beagle damals geschlagene 5 Minuten gestanden, bis ich mein "Sitz" bekommen habe. Danach ging´s immer sofort
Schnappt mein Hund nach meiner Stulle, dann gibt´s die Ansage sofort und dann bringt es auch was - wobei ich selbst dann nicht zu Backpfeifen greifen würde.Zitat
Und DAS fehlt mir oft, bei den 'Wattebauschern'. Aus winzigen Dingen wird ein riesiges Training gemacht...Ja, aber das ist doch auch ok. Wenn´s denen Spaß macht, warum denn nicht? Wenn ich Zeit habe, was aufzubauen, kann ich es, gesetzt den Fall, ich bin ein Wattebäuschler, halten, wie ich will. Solange keine akute Gefahr ect vorliegt, kann ich mir bspw. für ein "Platz" monatelang Zeit lassen. Ist doch dem Wattebäuschler überlassen, weil´s niemandem schadet.
Da würde ich höchstens augenrollend danebenstehen, ok. Aber wenn ich sehen würde, wie jemand seinen Hund schlägt, nur weil der nicht ins Körbchen geht, da würde es mehr geben als ein Augenrollen untermalt von theatralischem Seufzen

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Trotzdem gibt es aber einige Verhaltensstrukturen und Muster, die Primaten gemeinsam haben, und bei den Carniden ist das eben auch so. Würde sich eine außerirdische Lebensform eine Gruppe Schimpansen angucken, wären da sicher einige sehr hilfreiche Hinweise über unser Zusammenleben zu finden (Man muss natürlich den Kulturfaktor abziehen, der sowohl Affen als auch Wölfe oder Hunde nicht in dem Maße ausmacht wie den Menschen.) was spricht also dagegen, sich ein Wolfsrudel anzugucken und zu versuchen, etwas davon, wie die miteinander umgehen auf meinen Umgang mit einem Hund umzumünzen. Natürlich weiß der, dass ich weder Wolf noch Hund bin (so wie ein Italiener auch weiss, dass ich kein Muttersprachler bin, es aber vermutlich trotzdem hilfreich findet, wenn ich versuche ihm Dinge in seiner Sprache zu erklären, wenn er das erste mal hier in D ist) , es ist doch viel leichter für meinen Hund zu verstehen, wenn ich ihm auf seine Art erkläre, wie meine Welt funktioniert.
Auch wenn es kurz OT ist: Man kann NICHT vom Verhalten von Affen auf den Menschen schliessen, obwohl die genetische Erbmasse viel größer ist, als bei Wolf und Hund. Fremde Affen könnte man z.B. nie in einem Fahrstuhl fahren lassen, weil es dann Aufgrund der enge Krieg geben würde. Affen lassen eine Unterschreitung der Idividualdistanz von Fremden nicht zu. Beim Menschen ist das evulotionär absolut notwendig gewesen, sonst könntest Du nicht mit fremden Fahrstuhl fahren oder im Aldi in der Schlange stehen.... Und das war jetzt nur ein Beispiel

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Aber er versucht nun, seine Grenzen auszuloten, versucht mich in die Ecke zu drängen, nimmt meinen Arm ins Maul, bei 55 kg nicht lustig, und dann bekommt er eine kurze Ansage, ich schicke ihn ins „Körbchen“, wenn dies nicht von ihm eingehalten wird, bekommt er eine Backpfeife. Und glaubt mir oder nicht, danach ist Schluss mit Lustig und er geht zu seinem Schlafplatz.ZitatEs beginnt schon mit der Hundeanschaffung. Rassen werden oft nach Aussehen gekauft,
Tja, vielleicht hast du dir auch die "falsche" Rasse ausgesucht...

Im Juni hattest du einen Thread gestartet, weil du ein schlechtes Gewissen wegen "einer" Backpfeife gegenüber deinem Hund hattest und jetzt klingt deine obige Aussage ganz anders.
Im Juni wurdest du darauf hingewiesen, dir bitte mal Gedanken zu machen, warum dein Hund sich dir gegenüber so verhält, klingt nacht Übersprungshandlungen, mangelnde Impulskontrolle bzw. Fusttoleranz...
Mit pubertärem Gehabe wie "Grenzen ausloten" hat es wohl kaum etwas zu tun.
Hat sich in den letzten acht Wochen noch nichts gebessert?
Tja, vielleicht lernt dein Hund doch nicht, indem er Backpfeifen erhält oder ins Bad gesperrt wird.
Versuch es doch mal mit "Wattebausch werfen" und suche dir ggf. einen kompetenten Trainer, der dir hilft, das "Problem" in den Griff zu bekommen.
LG Themis
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Auch wenn es kurz OT ist: Man kann NICHT vom Verhalten von Affen auf den Menschen schliessen, obwohl die genetische Erbmasse viel größer ist, als bei Wolf und Hund. Fremde Affen könnte man z.B. nie in einem Fahrstuhl fahren lassen, weil es dann Aufgrund der enge Krieg geben würde. Affen lassen eine Unterschreitung der Idividualdistanz von Fremden nicht zu. Beim Menschen ist das evulotionär absolut notwendig gewesen, sonst könntest Du nicht mit fremden Fahrstuhl fahren oder im Aldi in der Schlange stehen.... Und das war jetzt nur ein Beispiel

(Affe ist auch nicht gleich Affe, so nebenbei)
Genauso verhält es sich beim Wolf und beim Hund. Deswegen sind Wolf-Hunde-Vergleiche extrem kontaproduktiv.
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In solchen Threads merke ich immer wieder, dass ich als Hundetrainer total falsch wäre. Einem Hund – oder überhaupt einem Lebewesen – ins Gesicht zu schlagen und das mit "Bauchgefühl" abzutun... Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte, wenn jemand mit der Aussage vor mir stünde.

Und etwas konstruktiver: Wie jemand seinen Hund genau erzieht, ist mir eigentlich ziemlich egal, solange zwei Dinge gewährleistet sind – 1. Es kommt niemand (Mensch, Hund, Umwelt) zu Schaden, und 2. Es ist für den Hund fair und nachvollziehbar wie der Mensch handelt. Das setzt eine gewisse Grundkenntnis der Lerntheorie voraus und dass man sich am Anfang ein Mal gründlich Gedanken gemacht hat "Was will ich eigentlich? Und führt das von mir gewählte Mittel zum Erfolg?"
Beispiel: Ich arbeite (fast) ausschließlich mit positiver Verstärkung. Wenn mein Junghund an mir hochspringt, während ich einen heißen Becher Tee in der Hand habe, dann "clickere" ich ihn auch nicht mit den Pfoten auf den Boden, sondern schiebe ihn mit der freien Hand beiseite. Kein Problem, kommt mal vor. Wenn mein Hund aber ständig und an allen möglichen Leuten hochspringt, dann hat meine Erziehung schon viel früher versagt und um das zugrunde liegende Problem mit sorgfältigem Üben zu lösen, nehme ich dann eben den Clicker. Oder ein Markerwort. Und ich gucke auch niemanden schräg an, der das über positive Strafe löst
, solange – siehe oben – der Hund die Gelegenheit hat richtiges Verhalten zu zeigen und fair behandelt wird.Wenn dein Hund dich also regelmäßig "stellt", deinen Arm ins Maul nimmt und du glaubst, dass er diese körperliche Zurechtweisung braucht, dann ist ganz offensichtlich etwas in der Erziehung falsch gelaufen und deine Mittel zur Behebung des Problems schlecht gewählt.
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