Welpe bellt, wenn er nicht zu mir kann
-
-
Zitat
Ihr Selbstvertrauen und ihre Selbständigkeit müssen angemessen gefördert werden. Leider geht der aktuelle Trend der Hundeerziehung in die Gegenrichtung: totale Kontrolle und Unselbständigkeit des Hundes wird angestrebt, alle Entscheidungen trifft der Mensch, dem Hund wird jegliche Kompetenz abgesprochen. Die bei so vielen Welpen dringende Förderung der Selbständigkeit findet kaum je Erwähnung in den vielen Welpenbüchern - wohl aber Massnahmen, die Selbständigkeit überall zu unterbinden. Wenn der so erzogene Hund dann auf den Verlust seiner alles entscheidenden Bezugsperson mit Panik oder allerlei Übersprunghandlungen reagiert, wird ihm flugs Kontrollwahn unterstellt....
Da sind wir uns total einig!!! - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
Bubuka: grundsätzlich stimme ich Dir zu, aber in zwei Sachen muss ich widersprechen. Unser 13 Wochen alter Welpe schläft fast gar nicht und er hat auch anderes im Sinn, als uns hinterher zu rennen. Haus: seins. Garten: seiner. Selbst auf dem Friedhof, wo wir täglich hingehen, merken wir: auch seins. Da rennt der nicht hinterher. Da pennt der seelenruhig oder sucht sich was zum knabbern. Zuhause ist der auf uns nicht sehr fixiert und sogar Friedhof, weil wir da täglich hingehen, ist sein Zuhause. Und das ist ziemlich knuffig, wie er da ohne Leine dann vorrennt und sich neben das Grab legt mit einem unterwegs gefundenen Tannenzapfen im Maul. Unserer rennt nicht hinter uns her, solang er sich wohl fühlt. Nur im Wald, da können wir ruhig auch mal die Leine abmachen, dann kommt er schon hinterher. Aber alles, was "seins" ist. Bisher nur mit Tricks eine Chance, dass er da hört.
Und was das abmelden angeht, wenn man weggeht. Ich mach das nur bei älteren Hunden. Wir lassen den Kleenen bisher nur dann allein, wenn er völlig entspannt ist. Würden wir sagen: wir gehen jetzt. Dann wird er ja aufgeregt. Wir gehen einfach und sagen gar nix und meist, wenn wir heimkommen, freut er sich nicht mal. Der merkt gar nicht, dass wir weg waren. "Ich bin gleich wieder da" würde ich nur bei älteren Hunden benutzen, die das dann auch verstehen. Bei Welpen finde ich es besser, gar nichts zu sagen. Denn die verstehen den Satz ja noch nicht, werden aber dadurch dann vielleicht erst recht aufgeregt und gucken: was passiert jetzt`? Wie, die geht?? Warum, wohin???
-
Zitat
Unserer rennt nicht hinter uns her, solang er sich wohl fühlt. Nur im Wald, da können wir ruhig auch mal die Leine abmachen, dann kommt er schon hinterher. Aber alles, was "seins" ist. Bisher nur mit Tricks eine Chance, dass er da hört.
So eng sollte das auch nicht verstanden werden. Es ist erstrebenswert, wenn der Welpe sich im sicheren Zuhause selbst beschäftigt. Bei Menschen, die nur eine Wohnung haben, ist die Beschäftigungsmöglichkeit schnell erschöpft, da wird der Welpe eher hinterherlaufen.
Allerdings sind meine Welpen auch in Haus und Garten immer zu mir gekommen, sobald sie mich gesehen haben. Auch Zuhause sind sie auf jeden Ruf angesaust gekommen.
Zitat
"Ich bin gleich wieder da" würde ich nur bei älteren Hunden benutzen, die das dann auch verstehen. Bei Welpen finde ich es besser, gar nichts zu sagen. Denn die verstehen den Satz ja noch nicht, werden aber dadurch dann vielleicht erst recht aufgeregt und gucken: was passiert jetzt`? Wie, die geht?? Warum, wohin???Ich mache das auch bei Welpen. Natürlich jippeln sie kurz, wenn sie mich rausgehen sehen.
Ich hole dann die Post rein oder bringe den Müll raus und schon bin ich wieder da.
So sehen sie, ok, die kommt wieder.Ich übe das aber nicht, sondern lebe meinen Alltag. Ich lasse die Welpen eben nur altersentsprechend alleine.
-
Zitat
Da sprichst du einen wichtigen Unterschied an: Verlustangst oder mangelnde Frustrationstoleranz. Bei Verlustangst geht es primär darum, dem Welpen Sicherheit zu geben. Das extreme Kleben an der Bezugsperson ist bei jungen Welpen zunächst normal, und gibt sich mit wachsender Selbstsicherheit UND Vertrauen von selber. Meilensteine sind für mich da die Momente, in denen der Welpe mal in einem anderen Zimmer als dem, in dem ich gerade bin ein Nickerchen macht.Frustrationstoleranz müssen alle Welpen erst lernen, nur wie schwer es ihnen fällt ist teilweise genetisch bedingt. In einer intakten Hundefamilie würden das die Althunde übernehmen, indem sie den Welpen so ab ca.10, 12 Wochen nicht mehr jeden Betreuungswunsch direkt erfüllen, sondern auch mal sagen: Nada! Die Mutterhündin fängt schon früher damit an, indem sie die Milchbar temporär schliesst. Diese Übungen sollte man in kleinen Dosen weiterführen - bei vielen welpen ergibt sich das ganz automatisch aus dem Alltag, andere brauchen etwas Nachhilfe.
Verlustängste müssen anders angegangen werden. Leider geht der aktuelle Trend zum Erwerb von unsicheren Hunden, die Nachfrage nach Welpen wird aus sehr dubiosen Quellen gedeckt, es wird mit wesensschwachen Hunden vermehrt, die Welpen dann auch noch schlecht sozialisiert und zu früh von der Mutter getrennt... Diesen Welpen muss man erst mal Sicherheit vermitteln, die brauchen länger, um einen vergleichbaren Entwicklungsstand zu erreichen (falls überhaupt möglich) als selbstsichere Welpem. Ihr Selbstvertrauen und ihre Selbständigkeit müssen angemessen gefördert werden. Leider geht der aktuelle Trend der Hundeerziehung in die Gegenrichtung: totale Kontrolle und Unselbständigkeit des Hundes wird angestrebt, alle Entscheidungen trifft der Mensch, dem Hund wird jegliche Kompetenz abgesprochen. Die bei so vielen Welpen dringende Förderung der Selbständigkeit findet kaum je Erwähnung in den vielen Welpenbüchern - wohl aber Massnahmen, die Selbständigkeit überall zu unterbinden. Wenn der so erzogene Hund dann auf den Verlust seiner alles entscheidenden Bezugsperson mit Panik oder allerlei Übersprunghandlungen reagiert, wird ihm flugs Kontrollwahn unterstellt....
:2thumbs:
-
Genau so isses - leider! Was ihr noch vergessen habt: Sobald das gedeckelte Spiel- Bewegungs- und Erkundungsverhalten explodiert, ist der Welpe hyperaktiv & braucht einen Käfig zum "Runterfahren"...
Aber zurück zum engeren Thema: Da bietet doch der Alltag genug Trainigsmöglichkeiten?
Bei uns war's zum Beispiel so: Welpe, 8 Wochen, zog ein und war natürlich überall dabei. Bis auf die Dusche. Tag 1 lief so, daß der Zwerg vor der Duschkabine saß und wir uns unterhalten haben, Tag 2 war das verbale Kontakthalten schon nicht mehr so nötig, Tag 3 war's die halboffene Badezimmertür, durch die wir uns unterhalten... - und so weiter.
Binnen einer Woche hatte der Welpe kapiert, daß ich eh immer wiederkomme und zog sich in der Zwischenzeit lieber mit Kaukram ins Körbchen zurück. Das übriges an einer vom Welpen selbstgewählten Lieblingsstelle stand: da, wo der kleine Hund in Ruhe alles übersehen konnte, mir also nicht dauernd hinterherdackeln mußte. Wir haben das immer "Welpenzentrale" genannt. Also genau das Gegenteil von "sperr ihn weg" - und genau das hat sehr zur Ruhe beigetragen. Der Hund konnte alleine dösen, war aber immer "dabei" und mußte nicht auf dem Sprung sein.
Auf diese völlig alltägliche Weise fing das mit dem Alleinsein an, und ließ sich ebenso alltäglich ausbauen.
-
-
Zitat
Klar, theoretisch kann ich ihn auch einfach in den Garten mitnehmen, aber ich will dass er es lernt. Außerdem kann ich ihn jedesmal danach baden weil er durch die nasse Erde rennt
Neben dem, was Najira und Bubuka geschrieben haben und dem ich voll und ganz zustimme; ist mir der obige Satz aufgefallen.
Ich finde es traurig, daß ein Welpe so in seinem Kontaktbedürfnis und Erkundungsverhalten beschnitten wird, bloß um sich nicht dreckig zu machen. Dafür ist es ein Hund! Auch klein, süß, wuschelig und pflegeintensiv ist ein Hund, und hier sogar noch ein Hundekind!
-
Also wenn ich den wurm jedes mal nicht mitnehmen würde wenn er dreckig werden könnte, würde der in dem ganzen Jahr seit ich ihn hab nicht ein einziges Mal draußen gewesen sein!
Die aller größte Freude hat ein (va junger!) Hund doch wenn er durch den dreck rennen kann, erdhaufen umgraben, usw usf!
Mein Plüsch liebt es sooo sehr wenn er in den gatsch hüpfen kann, am besten wenn er dann von oben bis unten eingesaut ist
Ja, er ist klein u plüschig.
Darf das der Grund sein das er sich nicht dreckig machen darf?
Nein, ganz bestimmt nicht!!
Was ist denn das schlimmste was passieren kann?
Das du ihm nach dem rein kommen die pfoten abwischen musst. Wenn's ganz 'schlimm' ist stellt man ihn in die dusche u wäscht sie ihm ab. Dauert maximal 2, 3min, inkl abtrocknen.
Die freude die der kleine dabei hat, sind doch 2, 3min 'arbeit' (die im übrigen auch sehr lustig werden können!) wert!Zu den Beiträgen wg fördern von unselbstständigkeit uä;
Dazu fällt mir noch das 'ruhe lernen' ein. Am aller besten in Verbindung mit der '5-minuten-regel'.
Da könnte ich schreien jedes mal!!
Ich lebe seit über 20j mit hunden, kein einziger ging nach der blöden regel raus, u nicht einem einzigen musste beigebracht werden 'ruhe zu halten'! Zumindest keinem Welpen.
Wenn der 2, 3std draußen herum rennt, gegend erkundet, Löcher gräbt, im wasser plantscht, Blätter jagt, Tannenzapfen zerbeißt, usw, u man ganz 'nebenbei' sowieso mit ihm spielt, dann schläft der auch von selbst!
Ich musste nie einen anbinden, in eine box sperren oä damit sie ruhe geben. Va frag ich mich auch immer welcher Welpe 20 Stunden schläft. Der wurm zb wurde in der früh wach, u abends ist er wieder schlafen gegangen. Ja, schon mit kurz rasten zwischendurch, aber garantiert nicht 20std schlafen! Wenn ich das erwartet hätt wär ich wahrscheinlich auch der Meinung gewesen der wurm ist hyperaktiv. War er aber nicht, er war einfach ein ganz normaler junger Hund.
Genauso dieses permanente 'nein!'-Geschrei, aus dem Zimmer werfen usw. Meine hatte auch alle die typischen '5 Minuten', aber die male wo welpchen es wirklich übertrieben hat kann ich an einer halben Hand abzählen. U selbst da hat es gereicht den kleinen scheisser einfach auflaufen zu lassen. Wird schließlich recht schnell langweilig wenn auf die blödheiten keine Reaktion kommt. -
Irgendwie sind hier nur noch Extremisten unterwegs, scheint mir. Ein anderes Denken ist irgendwie nicht mehr vorhanden.
Ich freue mich schon darauf in der nächsten Woche wieder in die Arbeisthundeszene abzutauchen. Die, die ihre Hunde wirklich noch für ihren Job brauchen, ist klar wie Kloßbrühe, warum es sinnvoll ist Hundekindern gewisse Dinge beizubringen.
Und ganz nebenbei bin ich auch so ein Arsch, der seine eigene Lebensqualität für den Hund auch nicht bis ins Letzte die Klippe runterwirft. Soviel Egoismus gönne ich mir

-
Zitat
Irgendwie sind hier nur noch Extremisten unterwegs, scheint mir. Ein anderes Denken ist irgendwie nicht mehr vorhanden.
Ich freue mich schon darauf in der nächsten Woche wieder in die Arbeisthundeszene abzutauchen. Die, die ihre Hunde wirklich noch für ihren Job brauchen, ist klar wie Kloßbrühe, warum es sinnvoll ist Hundekindern gewisse Dinge beizubringen.
Und ganz nebenbei bin ich auch so ein Arsch, der seine eigene Lebensqualität für den Hund auch nicht bis ins Letzte die Klippe runterwirft. Soviel Egoismus gönne ich mir

Du Egoist

Meine Hunde leben mit mir - aber ich lebe nicht für meine Hunde. Ich sorge dafür, dass sie alles haben und ein hundegerechtes Leben führen können. Aber ich gebe mein Leben nicht für sie auf! Wenn ich meinen Hund am Tag X nicht mit in den Garten nehmen will, dann ist das so. Allerdings achte ich darauf, dass der Hund die Situation verkraftet...
Zum allein sein üben:
Das mit den Räumen und kurz alleine bleiben machst Du ja schon. Begrüße und Verabschiede Deinen Hund nicht, wechsele wie selbstverständlich die Räume - es ist nämlich selbstverständlich! Baue es noch einmal von vorne auf, erst 20 Sek, dann 30 Sek. etc. Außerdem mache öfters am Tag Dinge, die Du tust oder tun wirst, wenn Du das Haus verlässt: Jacke anziehen, Schuhe anziehen, Schlüssel nehmen etc. Zieh Dich an, laufe in der Wohnung umher, ziehe Dich wieder aus etc. Der Hund wird merken, es passiert gar nix. Wenn er ein paar Mal gar nicht mehr reagiert hat, gehe zur Haustür, mache sie auf, wieder zu etc. Immer so weiter. Wenn er dann relaxed ist ( nach Tagen?), gehe kurz vor die Haustür, mache sie zu, warte kurz geh wieder rein. Irgendwann gehst Du dann ein bissl weiter weg. Je nachdem wann Dein Hund nicht mehr reagiert. Ich hatte mir damals das Babyphon vom Nachbarn geliehen und saß öfters mal im Garten rum

Alle 3 Hunde von mir können Streßfrei alleine bleiben - auch einzeln, das ist mir wichtig. Und anders hab ich es ihnen nicht beigebracht. Lieber zu kleine Schritte, als zu große... Als ich jetzt wandern war, konnte ich sie auch eine Weile im Zelt lassen und weg gehen - hat sie nicht gestört. War total stolz auf meine 3 Mädels

-
Meine Hunde leben auch nicht in totaler Anarchie.
Die lernen auch das man zb keine Schuhe anfrisst, ein Spiel auch mal beendet wird wenn man zb zu fest beißt, sie auch mal kurz warten müssen u nicht alles jetzt sofort geht/man nicht alles gleich haben kann, usw.
Aber es sind nun mal Babys!
U für mich ist es zb selbstverständlich das ein Baby bei mir sein möchte, meine Nähe sucht uä, u das es das macht weil es eben ein Baby ist u nicht weil es mich kontrollieren will oä Unfug!
Alle meine Hunde konnten trotzdem problemlos alleine bleiben, kannten ein 'nein', geben div Dinge problemlos her, usw.
Weder ich noch Bubuka haben gesagt 'lass ihn machen was er will u trag ihm 24/7 den hintern nach'! - Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!