OP-Ausflug in die Schweiz :( Bitte dringend um Tipps!

  • Ich habe als Tierphysiotherapeutin ja nun recht häufig mit solchen Hunden zu tun.

    Die 6-Wochen-Frist, die der Haus-TA nennt, würde ich unbedingt als Minimum sehen, ehe ich eine so endgültige Entscheidung wie das Einschläfern treffen würde.
    Eher sogar, wenn minimale Fortschritte erkennbar sind (und die gibt es ja, wenn der Hund das eine Hinterbein mittlerweile benutzen kann), noch länger bis hin zu einem Jahr, um endgültig beurteilen zu können, was man noch an Besserung erreichen kann. Mit intensivster Physiotherapie kann man oft noch vieles rauskitzeln. Fortschritte dauern bei diesen OPs und das war hier ja nun bei 3 BSVs ein Riesending, wirklich lang und müssen hart erarbeitet werden. ("Hart" soll jetzt heissen, durch intensives konsequentes Training, gar nicht mal hart für den Hund, viele geniessen die intensive Zuwendung sogar sehr)

    Wenn die Halter bereit sind, das Ausstreichen und Entleeren der Blase zu übernehmen und das daheim zuverlässig mehrmals täglich leisten können, versteh ich das Problem der Klinik nicht ganz? Klar, normal und schön geht anders, aber Blase ausstreichen ist nun wirklich kein Horrortrip für den Hund und auch für den engagierten Halter kein Unding. Auch da KANN evtl. noch eine Besserung erreicht werden, muss aber nicht.

    Wenn das eine Hinterbein ganz gut funktioniert, könnte man zu Trainingszwecken auch über einen Hunderollwagen nachdenken. Die Verschnallung kann man ja bei den guten Geräten unterschiedlich einstellen, so dass der noch kraftlose Hund im Leerlauf mit den Hinterbeinen mitlaufen kann. Manche Hunde können nach einiger Zeit auf den Trainingswagen verzichten, andere brauchen ihn für längere Spaziergänge, kommen aber im häuslichen Bereich ohne zurecht und wieder andere nutzen ihn den Rest ihres Lebens.

    Voraussetzung für all das sind Halter, die sich wirklich bemühen (da wächst man aber auch rein im Laufe der Zeit), vieles kann man sich vom Physiotherapeuten auch zeigen lassen und in Eigenregie durchführen und ein Hund, der vom Wesen dafür geeignet ist und den entscheidenden Hauch Kampfgeist mitbringt.

    LG, Chris

  • Ich gehe jetzt einfach mal der Reihenfolge nach.

    chucky1: Ich habe deinen Beitrag auch nicht als "Rat" empfunden, sondern nur als Äußerung deiner Meinung und danke dafür! Ich weiß auch, dass, wenn es sich um meinen eigenen Flitzehund handeln würde, ein solcher Eingriff mit den nach sich ziehenden Einschränkungen von vornherein nicht in Frage gekommen wäre und ich das nicht für sie wollen würde. Aber das ist auch meine Meinung und wenn das stimmen sollte (was ja scheinbar nicht so leicht zu sagen ist), dass er wirklich keine Chance (mehr) auf Besserung hat, dann wäre ich wohl auch dafür, ihn in seinen vertrauten 4 Wänden zu erlösen.

    Bubuka: Sie hatten uns erzählt, dass er auf 3 Beinen läuft. Ich habe mittlerweile Videos "davon" gesehen und nein, er läuft NICHT. Er robbt nach wie vor auf beiden Vorderbeinen. Habe dann aber auch nicht mehr jedes Mal geupdatet. :hust: Ich stimme dir insofern zu, dass man mit dieser OP auch JA zu einer sehr langen Nachsorge gesagt hat und dem Hund damit eigentlich auch die Bereitschaft versprochen hat, ihm die Möglichkeit zur Genesung zu geben. Absolut. Nichtsdestotrotz denke ich, dass man eine Entscheidung für ihn treffen sollte, wenn es tatsächlich keine Besserungsmöglichkeiten mehr geben sollte. Wir versuchen den Hund seit einem Jahr zu uns zu holen und weisen seit fast genauso langer Zeit auf die gesundheitlichen Probleme des Hundes hin.... die Beratungsresistenz ist mittlerweile deutlich und man kann ihnen auch nicht einfach den Hund wegnehmen!

    McChris: Vielen Dank für deine Einschätzung. So habe ich es noch nie gesehen und gehört, also, dass man, solange es Babyschritte gibt, noch hoffen kann. :) Er ist an 3 Bandscheibenvorfällen operiert und einen (unoperiert) hat er noch in der HWS. Er hat außerdem beide Knie kaputt und "natürlich" auch noch die Atemprobleme. Es ist halt leider irgendwie nicht so, dass er unbelastet wär. :sad2:
    Die Entwicklung, wie du sie beschreibst, mit dem Rollwagen wäre natürlich ein Traum, so Schritt für Schritt. Ich werde das nochmal anregen, wobei es sein kann, dass sie da schon was an den Start gebracht haben.

  • Zu den konkreten Prognosen im beschriebenen Fall kann und will ich mich nicht äussern. Aber mich erschreckt doch einigermassen, was mittlerweile einem Hund als "normal" zugemutet wird. Ein Jahr Dahinvegetieren, weil er mal mit einem Lauf gezuckt hat, was doch eine hoffnungsvolle "Verbesserung" darstellt? :fear:

    Zwischen 6 Wochen und einem Jahr liegen Welten, besonders für den im Hier und Jetzt lebenden Hund. Und was, wenn auch nach dem Jahr keine Besserung feststellbar ist? Bisher hielt man ja die Lebensbedingungen für absolut zumutbar, sind sie das nun nicht mehr? Dem Hund geht es weder besser noch schlechter, er liegt halt da und atmet und frisst und erfährt Zuwendung, und robbt bissi rum, was an Lebensqualität für ein Lauftier scheinbar genügt....

    Brave new world :verzweifelt:

  • Zitat

    Zu den konkreten Prognosen im beschriebenen Fall kann und will ich mich nicht äussern. Aber mich erschreckt doch einigermassen, was mittlerweile einem Hund als "normal" zugemutet wird. Ein Jahr Dahinvegetieren, weil er mal mit einem Lauf gezuckt hat, was doch eine hoffnungsvolle "Verbesserung" darstellt? :fear:

    Ja, wenn man einem Hund solche OP zumutet, dann sollte man auch Geduld bei der Nachsorge haben.

    Winkehund hat es ganz gut erfasst:

    Zitat

    Ich stimme dir insofern zu, dass man mit dieser OP auch JA zu einer sehr langen Nachsorge gesagt hat und dem Hund damit eigentlich auch die Bereitschaft versprochen hat, ihm die Möglichkeit zur Genesung zu geben.

    Nerven brauchen Zeit, um sich zu erholen.

    Zitat

    Der Nerv muß sich erst nach und nach erholen und seine Funktionen wieder aufnehmen. Da Nervengewebe sich nur sehr langsam regeneriert, können Taubheitsgefühle oder Lähmungen aber häufig erst nach Wochen, teilweise erst nach Jahren, verschwinden.

    http://www.uni-regensburg.de/medizin/orthop…ikrodiskotomie/

  • Zitat

    Und ich finde es nicht in Ordnung von Dir, das alles mit Vitaminen und klassischer Homöopathie
    immer besser wird.
    Klar KANN man das ausprobieren,der Hund kann sich ja eh nicht wehren.

    :hust:
    Vielleicht interessiert Dich das:

    Zitat

    Die "Nervenvitamine" Vitamin B1, Vitamin B6 und Vitamin B12 sind grundlegend an der Erregungsleitung und dem Eiweißstoffwechsel, das heißt dem Wachstum der Nervenfasern beteiligt. Sie aktivieren die Erneuerung geschädigter Nerven und ihrer Funktion.

    http://www.onmeda.de/Wirkstoffgrupp…nsch%E4den.html

  • Wir hatten in unserer Tierklinik einen Hund, bei dem war es ähnlich.
    Der kam zu Untersuchung und der TA wollte gleich operieren. Der Besitzer wollte das nicht. Als er dann mit einem vor Schmerzen schreienden Hund mitten in der Nacht wieder kam, war es fast zu spät. Er wurde zwar operiert, aber die Nerven waren viel zu stark beschädigt.
    Und obwohl sie den Hund mit Vitamin B vollgepumpt hatten, haben sich die Nerven nicht regeneriert. Vitamin B hilft eben auch nicht immer.

    Es wäre sehr nett von dir, liebe Bubuka, wenn du deine überheblichen Smilies lassen würdest :hust:

  • Auch dir danke für die Einsicht! Es ist bei ihm ja auch sehr, wenn nicht zu lange gewartet worden. Wirklich beurteilen kann ich das nicht, aber die Klinik meinte: jetzt operieren oder einschläfern und dann sind die Besitzer ja erstmal weggefahren...
    Ich schließ mich dir an und bitte um ein höfliches Miteinander!!!

  • Er ist heute früh mit Schnappatmung zum Tierarzt gebracht worden. Wasser in der Lunge. Sie sind jetzt nochmal in die Klinik gefahren... :(
    Leider hat er auch sonst keine Fortschritte gemacht, trinkt übermäßig viel und der Rücken sieht ziemlich fies aus, weil die Wirbelsäule extrem hervorsteht und er rechts und links davon richtige Löcher hat. *seufz*
    Armer kleiner Kerl.

  • Oh je, das hört sich aber gar nicht gut an. Ich werde ganz feste die Daumen drücken und hoffen, dass es nicht zu schlimm ist. Du hälst uns weiter auf dem Laufenden, bitte.
    Wohnen die Besitzer eigentlich in der Schweiz, oder warum ist er ausgerechnet in der Schweiz operiert worden?

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