Erziehung Terrier
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Hallo miteinander,
zu meinen 3 bisherigen Mädels kam letzte Woche eine ca. 4jährige Terriermischlingsdame dazu. Echt, ein Terrier ist das letzte, was ich mir antuen werde - so mein Ausspruch vor Jahren. Und heute ... habe mich in das Bild eines Terriermädels verguckt und benötige schon eure Ratschläge und Tipps.
Es ist mir gekannt, dass die Erziehung eines Terriers nicht sooo einfach ist (aber was ist schon einfach). Aber Molli lässt sich von den anderen Hunden ruckzuck zu Bellereien und Aktionen anstecken, mischt gleich mit.
Lässt sich solch ein Verhalten bei einem Terrier etwas in den Griff bekommen? Da meine anderen Hunde recht wenig bellen, habe ich die Befürchtung dass sich das nun ändert und ich Ärger mit den Nachbarn bekomme.
Danke für eure Rückmeldungen. - Vor einem Moment
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Hi,
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Am Geschicktesten ist es, rechtzeitig zu sehen, daß der Hund sich zum Herumprollen o.ä. bereitmacht, und dann einzuschreiten, indem Du ihn zu Dir rufst (wenn das nicht klappt, hat der Hund ohne Leine nix zu suchen). Dann zeig ihm bitte auch die Alternative. Also nicht: "da kommt ein Hund, Du kommst jetzt an die Leine" (dann wird er irgendwann nimmer kommen, weil er gelernt hat, Du leinst ihn dann jedes Mal an), sondern "Da kommt ein Hund, und dann sollst Du bitteschön bei mir Fußgehen" oder Absitzen o.ä., was halt am zuverlässigsten klappt. Kann auch eine Regel "wenns klingelt, geh bitte ins Körbchen" sein. Denn DU regelst, wer zu Besuch kommt. Da braucht er sich nicht darum zu kümmern, und das muß er eben lernen.
Das Alternativverhalten sollte also schon bekannt sein und sitzen, bzw. solltest Du ein Alternativverhalten verlangen, das er schon beherrscht. Hilft ja nix, in einer Situation, wo der Hund eh schon hochdrehen möchten, etwas zu verlangen, das er noch nicht gut beherrscht ;-)Je frühzeitiger Du eingreifst, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß der Hund sich abrufen/hindern läßt, weil er die Ursache für evtl. Aktivwerden noch gar nicht entdeckt hat (immerhin bist Du entsprechend größer und kannst besser gucken, solltest also seine "Feindbilder" oder Auslöser vor ihm wahrnehmen können.
Ganz klar mußt Du diese Auslöser erstmal kennen, bei nem neuen Hund kommt sowas oft überraschend, und den Hund zu lesen lernen, damit Du siehst/erkennst, sobald er etwas entdeckt, das Aktivitäten bei ihm auslösen könnte.
PS: die Erziehung eines Terriers ist auch net anders als die anderer Hunde. Naja, gut - vielleicht muß man nen kleinen Ticken konsequenter sein, und mal ne klare Ansage machen (also nachdrücklicher sagen, was man möchte) als bei nem anderen Hund. Aber auf keinen Fall mit Härte erziehen: neben ihrem Sturkopp sind die Viecherln nämlich eigentlich schon rechte Sensibelchen - das traut man ihnen so gar nicht zu, wenn man die mal so richtig "abgehen" sieht.... ;-)
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Was für Mix ist es denn? Grundsätzlich sind Terrier Jagdhunde, du mußt also mit Jagdtrieb rechnen.
Sie treffen auch Entscheidungen selber wenn du es nicht tust, damit mußt du rechnen. Dafür sind sie
gezüchtet, nämlich selbstständig zu jagen und dabei selbstständig Entscheidungen zu treffen.Hinsichtlich des Sensibilität kann ich der Vorschreiberin zustimmen. Sie sind zwar gut im Austeilen aber
das einstecken finden sie dann nicht so toll
.Rumgekläffe würde ich sofort unterbinden, dazu neigen viele Terrier und ich würde es im Keim ersticken.
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Also, grundsätzlich sind Terrier nicht schwieriger als andere Hunde auch. Ich habe bereits meinen dritten Terrier und wenn sie s o schwierig wären, hätte ich wohl eine andere Rasse. Und das sie viel bellen kann ich nicht bestätigen, meine Hund haben alle nur angeschlagen, wenn die Türglocke ging.
Es ist alles Erziehungssache; Terrier sind einen Tick cleverer, sie wollen überzeugt werden. Am besten gehst du mit dem Hund in eine gute Hundeschule. -
Hallo,
ich hab auch einen Terrier und die Kunst ist es, zwei Schritte voraus zu denken, damit man einen vor dem Hund ist.
Sie denken selbstständig und handeln danach, am wichtigsten ist das 'lesen lernen' des Hundes, denn nur so kannst du vor ihm Reagieren und die Situation managen.
Achte mal ganz genau auf deinen Hund, also wie verhält er sich, bevor er anfängt zu bellen? Wenn du das schon im Keim ersticken kannst hast du gute Chancen, es rauszubekommen.LG
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Hey, vielen Dank für eure raschen Antworten. Werde mich also noch etwas mehr in Konsequenz üben (hab ja auch 2 Border). Aber Terrier - das ist für mich echt eine Herausforderung. Die kleine Molli ist ein Straßenhund und kommt aus Rumänien. War bisher auf einer Pflegestelle und durfte wegen Unverträglichkeit usw. auf dem Beifahrersitz mit fahren. Gibt's bei mir nicht. Kam gleich zu den anderen und ... es hat geklappt.
Sehe schon, bin hier an der richtigen Adresse
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Ich stelle immer wieder fest, dass Terrier sehr liebevolle Hunde sind, für jeden Quatsch zu haben, zum absoluten Größenwahn tendierend und eben selbstständig denkend

Wie hier bereits geschrieben wurde, ist das genau das worauf sie gezüchtet wurden. Ein meiner Meinung nach sehr wichtiger Punkt ist liebevolle Konsequenz.
Ein Terrier fragt auch gerne nach dem 50. Mal noch nach, ob du es wirklich Ernst meinst, wenn auch nur der geringste Zweifel besteht. Deswegen sollte eine einmal aufgestellte Regel auch durchgezogen werden. Fehlt sie komplett, geht er eben seiner eigenen Wege und die werden dir definitiv nicht immer gefallen...
Sieht er den Sinn hinter dem Ganzen nicht, kann es schonmal schwierig werden. Da ist dann echte Überzeugungsarbeit gefragt. Muss ich dochmal Böse werden, weil die beiden Chaoten ihre Grenzen etwas zu sehr erweitert haben, ernte ich zutiefst traurige Blicke und werde erst einmal ignoriert. Wie hier bereits geschrieben wurde, austeilen klappt gut, nur das einstecken ist eine echte Nummer für sich. Sie können halt echte Sensibelchen sein.
Ich bin mit einem Terrier in die Hundehaltung gestartet. Rico habe ich seit ich 16 war. Ich denke es hätte für den Anfang keinen geeigneteren Hund gegeben. Ich bin sehr an ihm und seiner Art gewachsen und habe viel über Hunde gelernt. Auch wenn ich seinen sturen, dicken Kopf manches mal wirklich verflucht habe. Der Jagdtrieb war anfangs nicht zu unterschätzen und er ist mir das ein oder andere mal auch wirklich in den Wald abgedampft
Heute bleibt er bei mir und lässt sich prima umlenken.Ich denke Terrierer lassen sich genauso erziehen wie andere Hunde auch, wenn man bereit ist sich auf den Hund einzustellen und den für ihn besten Weg zu gehen...aber das sollte idealerweise doch bei jedem Hund der Fall sein?=)
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Hallo Trailerin,
Du hast ja hier schon viele gute Tipps erhalten.
ZitatWerde mich also noch etwas mehr in Konsequenz üben
Genau das brauchen Terrier, wenn man sie führen will und nicht vom Terrier geführt werden will. Du siehst das ganz richtig, wenn Du sagst:
Zitat(hab ja auch 2 Border). Aber Terrier - das ist für mich echt eine Herausforderung.
Terrier sind anders - und für jemanden, der (ich nehme an, einigermassen typische) Border führt, eine Art Kulturschock. Da ist plötzlich ein Hund, dem unter Umständen jeglicher Will to Please fehlt und der ein Leben lang nachfragen wird, ob man das auch wirklich so meint. Beim Border geht es meist darum, ihm begreiflich zu machen, was man gerne von ihm hätte. Hat er das einmal wirklich verstanden, ist das Problem häufig gelöst - er möchte es ja richtig machen. Beim Terrier ist das anders. Der wird Dir erst dann glauben, wenn er weiss, dass er wirklich auf Dich angewiesen ist, und jede erdenkliche Möglichkeit es aber doch anders zu machen als Du das vorschlägst, ausprobiert hat. Nur wenn diese alternativen Ideen wirklich nicht gefruchtet haben und es sich grundsätzlich mehr lohnt zu Dir zu kommen wird er das akzeptieren - sonst glaubt er, er weiss es mit Garantie besser. Versteh mich nicht falsch: mit Härte - falsch verstandener Konsequenz kommt man bei einem Terrier nicht weit. Wenn es ein Hund mit echter Terriergesinnung ist, lässt er das Gewitter über sich ergehen und denkt, was kratzt es die Eiche...
ZitatDie kleine Molli ist ein Straßenhund und kommt aus Rumänien.
Das macht die Sache nicht einfacher. Ich handhabe es so, dass meine Terrier ausschliesslich für ihr Futter arbeiten müssen - jedenfalls die, die es sonst besser wissen. Aber auch da gibt es natürlich immer wieder Ausnahmen. Ich empfinde sie meist als anstrengender als Hunde mit einem Will to Please, weil sie einem eben nichts schenken. Da heisst es also häufig, neue Wege in der Erziehung zu suchen.
Viel Spass!

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Ein Terrier erzieht sich kein Stück anders als jeder andere sensible und pfiffige Hund. Eigentlich sogar besonders einfach, weil die Kerle so enorm schlau und gutwillig sind. Solange ihnen nichts Wichtigeres dazwischenkommt, versteht sich - aber das bieten dir andere Hunde ja ebenso.
Nur von zwei Dingen brauchst du meiner Erfahrung nach schon etwas mehr als bei andere Hundetypen: Reaktionsgeschwindigkeit und - ganz wichtig! - Humor.
In diesem Sinne: viel Spaß - aber den wirst du sicher haben!
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Zitat
....... Nur wenn diese alternativen Ideen wirklich nicht gefruchtet haben und es sich grundsätzlich mehr lohnt zu Dir zu kommen wird er das akzeptieren - ....
Jo - aber wenn dieser Punkt mal erreicht ist, und Du ihn überzeugt hast, daß es bei Dir am besten ist, dann wirst Du vom Deinem Terriertier mehr Will to Please zu sehen kriegen, als Deine Border in ihrem ganzen Leben schreiben können ;-) ;-) Ich schwör..... Ich hätt´s nie geglaubt - ausgerechnet beim Terrier......
Ich sag immer, die haben schon will to please - aber den muß sich der Halter hart verdienen *ggg
- Vor einem Moment
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