• Zitat

    Wenn ich den Hund fürs Aufhören bestätige, dann bestätige ich ihn fürs Aufhören und das wird dann verstärkt. Das ist doch ganz einfach.

    Nicht, wenn du das Verhalten mittels Strafe unterbrichst (wenn es denn wirklich eine Strafe ist). Wenn das Verhalten nicht weniger wird, dann war es keine Strafe.

    Problem ist, dass der Strafreiz gegenkonditioniert wird, wenn hinterher eine Belohnung erfolgt (was die meisten Menschen ja machen, weil der Hund sein Verhalten unterbricht) und die Strafe keine Strafe mehr ist und der Hund immer weiter abgehärtet wird und Mensch immer heftiger sein muss.

    Ansonsten ist es trotzdem absolut wichtig, den Hund in seinem Fehlverhalten zu unterbrechen (möglichst nett), wenn es denn nun einmal soweit gekommen ist, dass der Teppich angekaut wurde. Denn mit jedem Mal, mit dem der Hund ein als problematisch bewertetes Verhalten ausführt, wird es etablierter (groooße Autobahnen im Hirn vs. kleine)

  • Eva

    die eher nachdenklich wird, wenn von einem Welpen nach 1 -3 Wochen stolz gemeldet wird, er kann schon Sitz und Platz und Bleib.......[/quote]


    Ganz ehrlich - meine Kleine ist 10 Wochen alt - und sie liebt es zu klickern. Auf diese Art haben wir schon spassige Dinge wie Pfötchen geben oder Handtouch einstudiert, aber auch zuverlässiges Sitz und Platz sowie SCHAU (auch an der Leine). Ich kann KEINEN Grund sehen, warum man diese Dinge nicht spielerisch mit den Kleinen üben soll. Sie hat Riesenspass, ich beschäftige mich mit ihr - das Köpfchen wird gefordert und das Ganze hat NICHTS mit Zwang oder "LERNEN" zu tun. Sie versteht auch mittlerweile ein NEIN, auch, wenn sie es nicht konsequent befolgt - und ich finde sehr wohl, dass man schon früh einiges in gute Bahnen lenken kann, wenn der Hund denn Spaß daran hat. Alternative zu dieser Art von Beschäftigung wäre dann Langeweile, logischerweise gefolgt von Stühle- und Teppichanknabbern oder Ersthundmobben oder oder oder.

    Just my 2 cents

  • Zitat

    Nee, wenn der Hund für das Verhalten "Teppich anknabbern" die Konsequenz der positiven/änstigenden Strafe erhält, wird das Verhalten "Teppich anknabbern" weniger intensiv, weniger häufig und kürzer gezeigt. Verhaltensketten entstehen bei Verstärkung und nicht bei Strafe, beispielsweise, wenn man das Verhalten "nett" mit einem über Belohnung aufgebauten Aufmerksamkeitssignal oder dem Marker unterbricht. Verhaltensketten sind aber an sich nicht schlimmes.


    .

    so ganz verstehe ich das nicht.... also ist es so, wie ich mir anfangs dachte, dass, wenn der hund nach dem knabbern durch was ablenkt wird (vorher wird "nein" gesagt) und sozusagen dadurch belohnt(also das verhalten verstärkt wird , weil er aufgehört hat), dieses verhalten anfürsich, also die verhaltenskette (zb das teppichanknabbern-nein-aufhören-belohnen-was anderes bekommen) bestärkt wird?

    oder kurz gefragt (hat jetzt nix mit meinem welpen zu tun ;) : wie bricht man ein ungewünschtes verhalten am besten ab? nur mit nein" und alternative anbieten oder "nein" -dann alternative anbieten und loben oder einfach nur nein und zb den welpen ablenken?

  • Zitat

    Eva

    die eher nachdenklich wird, wenn von einem Welpen nach 1 -3 Wochen stolz gemeldet wird, er kann schon Sitz und Platz und Bleib.......


    Sie versteht auch mittlerweile ein NEIN, auch, wenn sie es nicht konsequent befolgt -

    Just my 2 cents[/quote]

    wie hast du das eingeführt?

  • Ich habe Dinge, die gar nicht gehen mit NEIN verboten und sie weggeholt bzw. unmittelbar danach mit Übungen "auf deinen Platz" begonnen (also Ablenkung). Also sie in die Box gehen lassen und davor gewartet, bis sie "runterkommt" oder den Mist, den sie eben noch im Köpfchen hatte, einfach vergessen hat. Etwas was gar nicht geht, nämlich häufiges Bellen, um den Ersthund zu animieren, habe ich wirklich streng untersagt - DAS kommt immer noch vor - doch lässt es sich mittlerweile ganz gut unterbinden. Ich möchte nicht, dass sich dieses Verhalten manifestiert - und denke nicht, dass ich das erreiche, wenn ich erst im Alter von 6 Monaten damit anfinge und bis dahin ausschliesslich den Weichspülergang fahre.

    Wir kuscheln sehr viel, haben sehr viel Körperkontakt und sie hängt extrem an mir - und ich glaube, dass so ein bisschen Lernen und Erziehen einer Bindung und innigen Beziehung eher zuträglich ist, als ein komplettes Laissez faire, nur weil sie ja ein Baby ist.

  • Zitat

    Ich habe Dinge, die gar nicht gehen mit NEIN verboten und sie weggeholt bzw. unmittelbar danach mit Übungen "auf deinen Platz" begonnen (also Ablenkung). Also sie in die Box gehen lassen und davor gewartet, bis sie "runterkommt" oder den Mist, den sie eben noch im Köpfchen hatte, einfach vergessen hat.

    Ich finde es völlig unangebracht, einen 10 Wochen jungen Welpen mit Übungen, wie "auf Deinen Platz" zu traktieren oder den Welpen in eine Box zu stecken.

    Zitat


    Etwas was gar nicht geht, nämlich häufiges Bellen, um den Ersthund zu animieren, habe ich wirklich streng untersagt - DAS kommt immer noch vor - doch lässt es sich mittlerweile ganz gut unterbinden. Ich möchte nicht, dass sich dieses Verhalten manifestiert - und denke nicht, dass ich das erreiche, wenn ich erst im Alter von 6 Monaten damit anfinge und bis dahin ausschliesslich den Weichspülergang fahre.

    Welpen bellen halt beim Spielen oder fordern durch Bellen zum Spiel auf.
    Ich bin nicht der Meinung, dass man Welpenverhalten ständig unterbinden sollte.
    Kinder spielen auch mal laut und übermütig.

    Meine Welpen durften bellen und sind trotzdem ruhige Hunde geworden.
    Mein Sohn war als Kind auch ein wilder Feger und sehr lebhaft. Das habe ich auch nicht unterbunden. Stell Dir vor, er ist nun als erwachsener Mann trotzdem sehr ruhig und ausgeglichen, nutzt das Sofa nicht mehr als Trampolin, spielt nicht mehr mit Matsch in der Sandkiste.......


    chiot
    Du musst selbst wissen, in welche Richtung Du willst.
    Ich behaupte nach wie vor, dass vielen Kopfmenschen eine wirkliche Bindung zu ihrem Hund fehlt. Das wird sich später zeigen.

    Dieser Thread ist ein Beispiel dafür:

    https://www.dogforum.de/unser-junghund…er-t180106.html

    Eine Verhaltensbiologin hat es sehr schön beschrieben:

    Zitat

    Mein persönlicher Rat: lassen Sie Erziehung und alles andere liegen, solange bis Sie eine stabile und ungetrübte Bindung und ein tiefes Vertrauensverhältnis zu Ihrem Hund aufgebaut haben. Das erscheint Ihnen zunächst wie verschwendete Zeit, in der man wunderbar schon Sitz und Platz hätte einüben können. Aber es wird sich vielfach auszahlen. Ein Leckerli lockt Ihren Hund. Aber für den Menschen, mit dem er eine Bindung eingegangen ist, wird er alles tun.

    http://www.beziehung-statt-erziehung.de/der_welpe.html

  • Um ein Nein im Alltag anwenden zu können, wäre die Voraussetzung erst mal, dass der Welpe es GELERNT hat, also das Wort mit einem Verhalten verknüpft.

    Von daher übt man erst mal in kleinen Konfliktbereichen und wendet es erst an, wenn er es sicher verstanden hat und man auch sicher ist, dass der Hund es in dem Moment auch leisten kann.

    Bis dahin umgeht man Konflikte wie Teppich kauen, indem man den Hund kommentarlos da weg nimmt, ihm was anderes zu Kauen anbieten, ihn ablenkt oder wie auch immer.

    Wenn man da schon immer Nein sagt, kann es sein, dass Du das Wort schon verbraucht hast, bevor der Hund es überhaupt lernen konnte.

    Und klar kann ein Hund ganze Verhaltensketten zeigen, wenn er seine Handlung so verknüpft hat, dass er erst Teppich kauen soll, dann aufhören und dann gibt es Lecker. Das durchschaut man aber recht schnell und kann das dann auch regeln bzw. setzt auch das voraus, dass der Hund das Wort Nein erst mal gelernt hat und auch gelernt hat, das, was er macht, sofort zu unterlassen und davon bei Frauchen was ganz Leckeres oder ein tolles Spiel zu bekommen.

    Bei einem jungen Hund würde ich zwar mit der Erziehung von Tag eins an anfangen, also eigentlich eine Integration in den Alltag, Vermitteln was erlaubt ist und was nicht, das Zuweisen eines Platzes finde ich nicht ganz verkehrt (in sehr kleinen Schritten allerdings) und das Erlernen eines Abbruchsignals (Nein) genauso wie Ansätze von Rückruf wären bei mir die ersten Dinge, die ein Hund lernt.

    Sitz und Platz hat mit Erziehung und Einordnung ins Leben rein gar nichts zu tun, sind ganz nette Dressurkommandos und sicher praktisch, wenn ein Hund das zuverlässig kann, aber solche Sachen würde ich viel später beibringen, weil das gar nicht so wichtig ist.

    Von meinen Hunden kann nur einer solche Kommandos, die anderen können nur Nein und Hier und sich der Umwelt gegenüber angepasst verhalten. DAS ist mir viel wichtiger.

  • ok, ich verstehe was ihr meint ;) dann werde ich mal relaxter damit umgehen ;)
    ich hatte ja auch nicht vor, ihn super zu dressieren... ich möchte eben nur, dass er in bestimmten situationen sicher auf mich hört.... zb dass er nichts auf der strasse aufisst oder er auf mich hört, wenn ich ihn zurückrufe, damit er nicht auf die strasse rennt.....


    Zitat

    Sitz und Platz hat mit Erziehung und Einordnung ins Leben rein gar nichts zu tun, sind ganz nette Dressurkommandos und sicher praktisch, wenn ein Hund das zuverlässig kann, aber solche Sachen würde ich viel später beibringen, weil das gar nicht so wichtig ist.

    Von meinen Hunden kann nur einer solche Kommandos, die anderen können nur Nein und Hier und sich der Umwelt gegenüber angepasst verhalten. DAS ist mir viel wichtiger.

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