Zwang-Gewalt-Strafe

  • Zitat

    Welche Definition von Strafe willst du denn haben? Deine eigene, oder die lerntheoretische?

    ...mit dem Handy gesendet...

    Strafe hat Sabarta definiert.

    Rumgeeiert wird bei den Begriffen: Gewalt und Zwang.

    Jeder, der es ausübt ist natürlich im Recht....und rechtfertigt sich...

    Aber eine Definition gabs noch nicht. Ausser der, dass Aversiv=Gewalt ist.

    Und das ist mir neu.

    Aber wir können ja ein Dogforum-Lexikon erstellen, da ist alles erlaubt, was grad in den Kram passt...

  • Zitat


    streitet ja auch niemand ab, dass es das gibt, zumindest hier im Thread hab ichs nirgends gelesen

    Hast dus auf mich abgesehen oder bilde ich mir das nur ein? :rollsmilie2:

    Bitte nicht aus dem Zusammenhang reißen - ich habe auf Buddy Joys Sache etwas geschrieben.

  • Ich finde es faszinierend, dass ihr alle die Zeit habt, eine Sache derart auszudiskutieren. Und noch viel faszinierender, dass Ich tatsächlich alles gelesen habe.
    Wieso gibt es immer so viel Diskussion über die richtige Erziehungsmethode? Denn es ist ja im Endeffekt auch hier nichts anderes..
    Wie wollt ihr etwas definieren, dass scheinbar jeder individuell wahrnimmt? :0
    Aber trotzdem mag ich meine rein persönliche Ansicht mitteilen:
    Gewalt: Verhalten um dem gegenüber willentlich (!) ein leid (wobei leid hier wieder auslegungssache ist) zuzufügen.
    Zwang: nicht die Wahl haben, sich so zu verhalten wie man/Hund möchte (Wobei man sich da, denke ich, mit dem freien Willen beschäftigen müsste und dafür ist es zu spät. XD)

    WATERPROOF magst du mir eventuell erzählen, wie du deine Kinder ohne Strafe erziehst? Ist nicht böse gemeint, es interessiert mich einfach.


    Gesendet von meinem iPad mit Tapatalk

  • Zitat


    Gewalt: Verhalten um dem gegenüber willentlich (!) ein leid (wobei leid hier wieder auslegungssache ist) zuzufügen.
    Zwang: nicht die Wahl haben, sich so zu verhalten wie man/Hund möchte (Wobei man sich da, denke ich, mit dem freien Willen beschäftigen müsste und dafür ist es zu spät. XD)

    3 Seiten und hier nun die 2. Definition vollstäncig. (Gewalt)

    Zwang ist noch offen.

    Wobei ich Zwang in der Definition als LEGITIMIERTE!!! Gewalt kenne. Legitim ist immer der Eigen und Fremdschutz.
    Also in meinen Augen, das an die Leine nehmen an der Strasse, den Maulkorb rauf, wenn Hund beisst oder auch Gift fressen würde.

    Nach diesen Definitionen ergibt sich, dass vieles, was als STRAFE bezeichnet wird und unter "lerntheorethischen" Aspekten hochgelobt wird oder gerechtfertigt wird schlicht Gewalt oder Zwang ist.

    Ich meine, dass sich hier einige dessen bewusst sein sollten.

  • Zitat

    Grenzen setzen (meiner Meinung nach) = Hund weiß, was er zu tun bzw. zu lassen hat

    Das ist mit unterschiedlichen Herangehensweisen möglich. Für mich ist eine Grenze nicht, wenn man ein Leckerli nicht gibt, das der Hund aben will (also ich finde das keine Grenze).


    Die erlernte Hilflosigkeit wird durch allzu aversive Reize gefördert, besonders dann, wenn der Hund wie eine Maschine funktionieren soll. Wird der Hund permament gedeckelt und niedergemacht, ist die Gefahr der erlernten Hilflosigkeit echt da. Mein Vater hat Schäferhunde gezüchtet, weswegen ich immer einen gewissen Einblick hatte. Da findet sich der ein oder andere Hund, bei dem man es echt vermuten könnte. Niemand sagt, dass von einem aversiven Reiz hier und da der Hund in die erlernte Hilflosigkeit abrutscht.

    Es gibt einen Unterschied zwischen Stereotypie, ständigem meiden und "schwänzeln" und erlernter Hilflosigkeit.
    Einem Hund mit EH ist es "egal" ob Du ihm eine mitgibst, er zeigt kein Alternativverhalten weil er es "eh nicht ändern kann"
    Eine EH ist wohl das schlimmste was man einem Hund antun kann
    Wenn man sowas allerdings in einer netten Gesprächsrunde einfach mal so reinklatscht weil man "mal gehört hat" dann könnt ich loszucken, sorry.
    Ich hab meine familiären Wurzeln auch im Schäferhundbereich, ich kann mir gut vorstellen was Du meinst ( z.B. Zwangsapport) diese Hunde zeigen aber auch keine EH, sie versuchen noch dem Reiz zu entkommen durch Holz halten, meiden, flüchten usw.
    Es ist grausam, es ist pervers aber es ist keine EH und es geht mir persönlich echt aufn Piss ( sorry) das ein Begriff inflationär genutzt wird, der beim nachlesen schon Gänsehaut erzeugt, um die eigene Meinung zu unterstreichen.
    Erinnernt mich so langsam an "Godwin’s law" nur das man hier die Parameter einfach durch EH und Gewalt ersetzt.

  • Hier wird Stereotypie mit Lethargie verwechselt.

    Ein Hund in erlernter Hilfslosigkeit wird lethargisch alle aversiven Reize über sich ergehen lassen. Er hat es ja schließlich nicht anders gelernt, als für jegliches Verhalten aversive Einwirkung zu erfahren.

    Hunde, die gelegentlich einen aversiven Reiz, bei Fehlverhalten z. B., erfahren, werden meiden und nicht lethargisch diesen Strafreiz, wie er auch immer aussieht, über sich ergehen lassen.

    Ich empfehle dringend mal wieder den Seligmann zu lesen :D

    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn

  • Zitat

    Hier wird Stereotypie mit Lethargie verwechselt.

    Ein Hund in erlernter Hilfslosigkeit wird lethargisch alle aversiven Reize über sich ergehen lassen. Er hat es ja schließlich nicht anders gelernt, als für jegliches Verhalten aversive Einwirkung zu erfahren.

    Hunde, die gelegentlich einen aversiven Reiz, bei Fehlverhalten z. B., erfahren, werden meiden und nicht lethargisch diesen Strafreiz, wie er auch immer aussieht, über sich ergehen lassen.

    Ich empfehle dringend mal wieder den Seligmann zu lesen :D

    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn

    Es gibt durchaus lethargische Stereotypen, das is aber auch keine EH :p
    EH hat feste Grundsätze und eine EH liegt nur dann vor wenn die alle erfüllt sind

  • Was ich ja noch interessant finden würde:

    Es gibt ja nun die berühmten lerntheoretischen Regeln, die eingehalten werden müssen, damit Strafe langfristig von Erfolg gekrönt ist (Kontingenz, Möglichkeit der Fehlverknüpfungen mit einbeziehen, Kontinuität, Intensität des Strafreizes usw...)

    Mich würde interessieren, ob diejenigen, die hier bewußt positiv oder negativ strafen (ich sage das jetzt komplett OHNE Wertung) sich dieser Regeln bewußt sind und versuchen, sich daran zu halten oder ob diese im Alltag eh untergehen weil Zeit, Wissen, nötige Konsequenz usw fehlt?
    Lernen beruht ja nunmal auf biologischen Gegebenheiten, die sich nicht wegdiskutieren lassen...

    Halten diese Regeln im Praxisalltag überhaupt stand?

    Mir ist schon klar, dass man sich nicht endlos Gedanken um negative Strafe macht, wenn man dem Hund beim Training das Spieli vorenthält weil er Mist macht....aber wie ist es bei grundsätzlicheren Situationen, in denen ihr Strafreize setzt?

    (und nochmal: Das soll weder provokativ noch wertend gemeint sein, ich fände es nur sehr interessant, mal eure Erfahrungen dazu zu hören...) :smile:

  • Ich fühl mich angesprochen :D

    Ja, ich kenne die Regeln.

    Ich achte da nicht bewusst drauf in den Momenten, aber wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke, bin ich konsequent, dosiere die Strafe so, dass der Hund begreift, aber auch zur Tagesordnung wieder über gehen kann.

    Wobei ich klar sage, dass es ein Abbruchkommando mit integriertem Umorientierungssignal gibt.

    Da dies meist greift, benötigen wir kaum weiterreichendere Strafe. Allerdings gibts sie in Notsituationen durchaus.

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