Anita Balser - Menschen sind immer noch Menschen,keine Hunde

  • Ich muss ja sagen, dass ich bisher eigentlich ziemlich viel von Anita Balser und ihrer HundeTeamSchule gehalten habe. Ich besitze die DVDs "Hundelhalterschulung" und "Rudelharmonie" von ihr und habe dadurch wirklich viel Gutes im Umgang mit meinen Hunden gelernt. Mir hat es immer gefallen, dass sie sich bei dem Umgang mit (ihren) Hunden an dem Umgang von Hunden untereinander orientiert. Vor kurzem bin ich jedoch auf ein Video gestoßen, bei dem ich das Gefühl hatte, dass sie da eine Grenze überschritten hat. Ich kann sie seitdem irgendwie nicht mehr richtig ernstnehmen. :roll:

    Und zwar geht es um das Spielverhalten. Am heftigsten finde ich dieses Video, bei dem Anita Balser auf allen Vieren kriecht und einen Ball im Mund hat: http://www.youtube.com/watch?v=1WBB_PynV4s - mal ehrlich, wäre ein Hund da nicht total irritiert? Also meine mit Sicherheit... Auch in diesem Video finde ich es etwas befremdlich, wie sehr die Hunde von den Menschen "gespiegelt" werden: http://www.youtube.com/watch?v=vAvhloiBd-Q

    Menschen sind doch immer noch Menschen und werden von Hunden auch so wahrgenommen. Meine Hunde verhalten sich Menschen, denen sie auf Spaziergängen begegnen, gegenüber auch ganz anders als Hunden, die sie an gleicher Stelle treffen. Was ist eure Meinung zu den Videos? Habt ihr selber auch schon mal auf ähnliche Weise mit euren Hunden gespielt?

  • Uff... Ich denke mal, das kommt ganz stark auf den Hund an? Das kann man wahrscheinlich echt nicht mit jedem machen.
    Mit Rocky mache ich auch ziemlichen Blödsinn. Wenn mich dabei jemand beobachten würde, würde der mich wahrschienlich auch für komplett wahnsinnig halten ;).
    Auf allen Vieren kriech ich da auch rum - nur den Ball hatte ich tatsächlich noch nicht im Mund xD!

  • Für meinen Hund ist diese Art von Spiel das tollste, bzw. das einzige, was er mag und mitmacht. Klar sieht das von außen seltsam aus, aber ich finde das schöner und hundgerechter als Bällchen werfen, Frisbee oder sonst was. Und es gibt viele Hunde, die sehen das genauso und denen macht das richtig Spaß. Ich finde es schade, dass für viele Spielen mit Hund gleichzusetzen ist damit, dass man irgendwas wirft und der Hund bringt es. Damit, mich zum Affen zu machen, habe ich es geschafft, dass meiner sogar in einer Menge von Leuten (vor denen er Angst hat und total gestresst ist) Spielansätze zeigt. Irgendwelche Gegenstände, totale Fehlanzeige.

  • "Menschen sind immer noch Menschen, keine Hunde" - sagte Anita Balser. Warum versucht sie dann, sich wie ein Hund zu benehmen?
    Und dazu noch dieses Rudel- und Führungsgedöns... Ne, ist nicht meins.

  • Ja, wir spielen auch ohne Objekt. Es gibt nämlich HH, die gar nicht wissen, dass man auch ohne Balli oder Frisbee mit dem Hund spielen kann.
    Es kommt aber auch stark auf den Hund und dessen Erfahrung an.

    Bandit kennt es beispielsweise nicht anders, der spielt hauptsächlich ohne Objekt.
    Anton z.b. lernt das jetzt erst kennen und war anfangs total verunsichert.

  • Zitat

    "Menschen sind immer noch Menschen, keine Hunde" - sagte Anita Balser. Warum versucht sie dann, sich wie ein Hund zu benehmen?
    Und dazu noch dieses Rudel- und Führungsgedöns... Ne, ist nicht meins.

    Der Titel stammt von mir, ich weiß nicht, ob das so auch ein Zitat von ihr ist?

    Vielleicht sehe ich das Ganze auch etwas anders, weil ich zwei Hunde habe. Das habe ich aber unter anderem aus dem Grund, dass ich an den Satz im Titel glaube - Menschen können Hunde meiner Meinung nach keine anderen Hunde ersetzen und ich weiß auch nicht, ob es immer so gut ist, wenn sie das versuchen. Allerdings habe ich auch Glück mit meinen Hunden, sie sind beide sozial verträglich. Ein Hund ohne (Wunsch nach) Hundekontakt braucht da vielleicht wirklich mehr/ anderes.

    Ich finde es aber interessant zu lesen, dass einige von euch auf ähnliche Art mit ihrem Hunden spielen und damit positive Erfahrungen gemacht haben. :smile: Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wo es Sinn macht, Hunderverhalten zu kopieren, und ob es irgendwo eine Grenze gibt bzw. wo sie liegt.

  • Naja, ich hüpf jetzt nicht wie n Frosch durch die Gegend, in dem Video ist es ja arg übertrieben, aber es geht ja darum, den Hund zu motivieren.
    Ich mach auch keine Rolle, so wie der Typ in dem Video, wobei ich die Szene klasse finde.

    Bandit findet das super, wenn ich auf seine Augenhöhe runter komme, ja und am meisten geht die Post ab, wenn Herrchen zum Spiel einlädt :stick1:

    Wie gesagt, der Anton ist halt so n klassischer Ballholer, der guckt erstmal doof, wenn man sich auf den Boden hockt :muede:

  • Huhu,
    ich finde, es ist für HTS schon plausibel. "Kommunikation statt Konditionierung" ist doch bei denen extrem wichtig.
    Im längeren Video geht es ja um einen Hund, der (so wie es aussieht) schon in unguter Weise aufs Balli fixiert ist - damit haben sicherlich viele Leute Probleme.
    Also ich kann verstehen, dass sich HTS dieser Thematik annimmt (Objektfixierung) und sie auf ihre Weise löst ("Kommunikation").

    Ich selber spiele mit meinem älteren Hund auch so. Es ist total klasse, dass er dabei ein bißchen aus sich herauskommt, albern wird - er spielt mit keinem anderen Hund (ganz, ganz selten mit dem Zweithund, aber der hat einen völlig anderen Spielstil) und ist generell eher ernsthaft, unsicher und zurückgezogen. Jegliche Objekte stören dabei eher, weil er sehr darauf bedacht ist, sich nicht weh zu tun (weicht geworfenen Dingen bissel aus, nimmt selten harte Sachen ins Maul) und sie mir schnell zu geben, wenn er meint, ich will sie haben. Zergeln geht nur sehr, sehr selten.
    Mit meinem jüngeren Hund mache ich das gar nicht, der hat keinen Sinn dafür. Bei ihm würden dauernd Angebote kommen, die ihm im Gegenzug Futter einbringen sollen. Oder dann Kläfferei aus Frust ;) Und bei Rennspielen würde er sich wahrscheinlich erschrecken (Angst davor, dass ich aus Versehen auf ihn trete oder so).
    Aber vielleicht sollte ich es mal probieren... wenn keiner im Haus ist.

    Grüßle
    Silvia

  • Meine Hunde und ich lieeeeben es auf diese durchgeknallte und lustige Art zu spielen..... dabei hab ich auch schon mal das Spielie im Mund zum zergeln und den Hund ins Ohr gebissen :-D und meine Hunde hüpfen dann auch mal auf mir rum und ach, sowas machg einfach Spaß ^^

  • Ich war vor drei (?) Jahren auf einem Seminar bei ihr "Richtig spielen mit Hunden" da ging es auch darum, sich 'für den Hund zum Affen' zu machen, d.h. ihn zum Spielen zu bringen ohne Spielzeug/Objekt.

    Man konnte sehr gut sehen, dass viele HH damit Probleme haben, nicht objektgesteuertes Spiel mit ihren Hunden zu machen (am Anfang durfte man noch Futter (Kaustange oder Pansenstücke) einsetzen, aber Ziel war, den Hund für mehr als 60 Sekunden zu "fesseln", indem man nur körpersprachlich, auch stimmlich (motvierend, aber ohne Verwendung von Kommandos) agiert hat. Das Ganze soll zu einer besseren Bindung von Hund und HH führen (wenn ich mich noch richtig dran erinnere)

    Es war interessant, auch wenn ich gar nicht der Typ bin, der sich gerne vor Zuschauern zum Affen macht :ops: , aber zum Glück sind meine Hunde für fast alles zu begeistern und ich bin in meiner Wahrnehmung - und sicher auch in der meiner Hunde - die ganze Zeit Mensch geblieben, auch wenn ich mich mal auf alle Viere begeben habe.
    Ich hab mir halt gedacht: wenn es der Beziehung dient ..... :headbash: und für manche mag es ein Weg sein, besseren Zugang zu ihrem Hund zu finden - ich brauch es (zum Glück ?) nicht

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