"komm her"... oder auch nicht

  • Hallo zusammen,

    ich habe vor 2 Wochen einen Hund aus dem Tierheim adoptiert, 4 Jahre alt. Er hat bis jetzt nur im Käfig gesessen, hat also Null Erziehung. Dafür hat er damals viele Schläge kassiert und hat jetzt sehr viel Angst.
    Das Zutrauen wird von Tag zu Tag besser.
    Heute hat er mich aus dem Bett geholt - ich dachte er muß raus - nein, Bäuchlein kraulen...
    Mein erster Hund beschützt ihn darußen sogar vor lästigen Zweibeinern!!

    Aber nun meine Frage: "komm her" geht gar nicht - ohne Schleppleine...
    Das ist nach wie vor ein Fangenspiel. Er klemmt den Schwanz ein und läuft weg sobald man auf ihn zugeht.
    Mit Schleppleine geht es besser bis gut. Ich finde das blöd, weil ich ihn dann in die Enge treiben muß. Das finde ich nicht sehr förderlich. Schleppleine immer dran lassen?
    Er läuft inzwischen draußen auch gut an der Leine und bei Fuß...
    Aber er frisst zum Beispiel nicht aus der Hand oder wenn ich neben ihm stehen bleibe.
    Leckerchen nimmt er auch nicht aus der Hand, nur wenn mein Erster sie nimmt.

    Ich würde sagen, ich brauche nur Geduld, Ruhe und Liebe.
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen??

    Danke und schönen Sonntag noch!!

  • Du hast ihn erst seit 2 Wochen? Dann würde ich lieber weiter ein paar Wochen ausschließlich an der Schleppi üben.

  • Bis der Hund sich eingewöhnt hat solltest du ihn eh an der Schleppleine lassen! Mach nicht den Fehler und leine ihn vorzeitig ab. Das könnte wirklich übel enden.

    "Komm" wird er wahrscheinlich erst mal lernen müssen, wenn er bisher nur im Zwinger war. In die Enge treiben würde ich ihn auch nicht, daher nochmal Schlepp dran lassen und lieber das Vertrauen fördern anstatt ihn auf irgend eine Art zu bedrängen.

    Hab Geduld mit ihm :smile:

  • Ich würde auch auf jeden Fall weiter mit Schleppleine üben. Und dann auch nicht "in die Enge treiben", sondern vielleicht andere Sachen probieren (locken, einladende Körperhaltung, auf den Boden setzen und dich interessant machen).
    Jedenfalls nicht so körperlich bedrängen, dass er den Schwanz einzieht und abhauen will.
    Und wenn ihn schon ein Schritt auf ihn zu bedrängt, dann geh lieber einen Schritt zurück.
    Lehn den Oberkörper nach hinten, das schreckt weniger ab, als wenn du dich auf ihn zu beugst.

  • Nimm den Druck raus und verlange erstmal nix.
    Ich würd die Schleppleine dran lassen, Kommandos erstmal vergessen und dem Hund die Möglichkeit geben, Vertrauen zu fassen und seinen neuen Alltag kennen lernen.
    Den Hund eher ignorieren und " mitlaufen " lassen, anstatt penetrant zu " locken" .

  • In meiner Hundeschule haben wir folgendes gelernt:
    Ich solle einmal rufen und wenn Hundi nicht hört einfach umdrehen und weggehen und die Schlepp festhalten. Wenn er nachkommt umdrehen und PARTY :jump: ! Wenn er nicht kommt gibt es irgendwann einen kleinen Ruck + "Nein" und sobald ich dann merke dass er mir nachläuft umdrehen, nochmal rufen und PARTY :jump: und ich warte dann mit Leckerlies oder Spieli oder was auch immer als Belohnung herhalten kann! Bei uns klappt das mit Schlepp eigentlich auch immer aber ohne noch nicht 100% sicher und wir üben nun schon 6 Monate. Also lass euch Zeit ;)!
    Bei ängstlichen Hunden hilft auch manchmal wenn man in die Knie geht wenn er auf dem Weg zu dir ist! Oder vielleicht kannst du das Leckerlie auch neben dir auf den Boden werfen wenn ers noch nicht aus der Hand nimmt!

    Bedrängen würde ich ihn auch nicht, vor allem wenn er so drauf reagiert.

  • Du hast den Hund erst 2Wochen und kannte nix.
    Ich persönlich würde es ganz von vorne wie bei einem Welpen aufbauen.
    Also erst mal in der Wohnung, dann ohne Ablenkung draußen üben ....

    Erwarte nicht u viel von einem 4 jährigen Hund der noch nichts kennen gelernt hat.

  • Danke für Eure Kommentare.
    Das beruhigt mich sehr, mach ich also doch nicht alles falsch ;-)

    Man kann zusehen, wie er Stück für Stück näher kommt, wenn man ihn in Ruhe lässt.
    Heute Abend hat er das erstemal von ganz alleine sein Körbchen im Wohnzimmer bezogen.
    Er kommt zu mir, wenn ich auf der Wiese sitze und nichts tue oder mit Diesel schmuse...
    Wenn wir draußen sind, dann orientiert er sich an Diesel und folgt ihm, er passt auch meist auf, was wir tun, wohin wir gehen (immer an der Leine!!!).

    Ja, ich bin verwöhnt von Diesel, der war irgendwie von Welpen-Beinen an sehr anhänglich...

    Ich finde das soooo aufregend!

  • Zitat

    .. .wenn man auf ihn zugeht...

    Da haste es ja schon. Wenn man einen Hund zu sich rufen möchte, sollte man nie auf ihn zu gehen, sondern immer von ihm weg. Stehenbleiben und in die Knie gehen geht auch. Aber bei einem ängstlichen Hund ist es besser, du drehst dich halb weg oder sogar ganz.

    Futter (was tolles leckeres) kannst du auch erst mal fallenlassen und es ihn vom Boden fressen lassen.

    Schlepp dranlassen wäre aber sicher erst mal gut. kannst sie ja schleifen lassen. Aber auch der Schlepp: Nicht auf den Hund zu!

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