Rüde kastrieren Ja/Nein ?

  • Zitat


    Ich kenne viele Rüden, die nach der Kastration enorm weniger aggressiv gleichgeschlichten Artgenossen gegenüber aufgefallen sind. Aber seis drum. Hier im Forum sind 98,5% ausgesprochene Kastrations-Gegner, mit Gehorsam und Disziplin lässt sich immerhin alles in den Griff kriegen.


    Glaube ich dir sofort, wenn die gleichgeschlechtlichen Aggressionen hormonell bedingt sind. Es ist ein Faktum, dass Testosteron Einfluss auf die Aggressionsbereitschaft hat, bei jeder Spezies. Gehört aber zu den hier politisch unkorrekten Aussagen, drum darf man sie nicht ungestraft tätigen.

    Egal. Hier geht es um einen unsicheren Junghund, und das sollte kein Kandidat für Kastration sein, weil es mit hoher Wahrscheinlichkeit das Problem verschlimmert. Dem sollte man nicht noch das bisschen Selbstvertrauen rauben, sondern ihm vielmehr zeigen, wie er mit der für ihn gruseligen Situation umgehen soll.

    Dass Kastration neben den Nachteilen auch gesundheitliche Vorteile hat, liegt auf der Hand. Woher sollte sonst die höhere Lebenserwartung kommen? Darf hier aber auch GAR nicht erwähnt werden, da politisch unkorrekt. Wobei es bei Rüden zuwenig signifikant ist, als dass es da ein Kriterium sein könnte. Und im vorliegenden Fall ist die Indikation wirklich nicht gegeben, ganz im Gegenteil - der Kleine hätte vermutlich eher mehr als weniger Stress mit anderen Hunden.


    PS: Meine Rüden waren und sind bislang alle unkastriert. Aber für mich ist das Thema kein Sakrileg.

  • Ich habe hier in diesem Fall zwar gegen die Kastration argumentiert, aber ich kenne durchaus Hunde (und Halter) die von einer Kastration profitiert haben. Da war es aber so, daß der Rüde sich aus übersteigertem Machogehabe ständig mit anderen Rüden angelegt hat und nicht etwa aus Unsicherheit. In solchen Fällen kann nach der Kastration tatsächlich wohltuende Entspannung einkehren.

    Dagmar & Cara

  • Eine Kastration sollte immer eine Einzelfallentscheidung sein. Mal kann sie durchaus Sinn machen, mal nicht.

    In Deinem Fall würde ich keine Kastration vornehmen lassen, da kein Grund besteht. Die körpereigenen Sexualhormone wirken im Körper beruhigend und sind unter anderem auch für das Selbsbewusstsein zuständig. Nimmst Du ihm dies nun auch noch, hat er es sehr wahrscheinlich noch schwerer. "Verträglicher" und offener mit fremden Hunden wird er dadurch sicher nicht, vor allem nicht, wenn anderen Hunde ihn dann nicht mehr als Rüden wahrnehmen, sondern im schlimmsten Fall auf ihm aufreiten, weil er gut riecht. Du bringst Deinen Hund damit unter Umständen in eine Position, die für ihn viel schlimmer ist.

    Die Unsicherheit und Scheu vor fremden Hunden liegt sicherlich darin begründet, dass er scheinbar beim Züchter auf das echte Leben außerhalb des Züchterhaushaltes nicht vorbereitet wurde. Gib ihm die Möglichkeit, sich langsam durch Deine Sicherheit daran zu gewöhnen.

    In dem Alter ist er gerade eh in einer schwierigen Phase, der Körper verändert sich, er braucht die Hormone auch dazu, dass die Knochen sich verhärten, das Gehirn ist im Umbau, unwichtige Dinge werden gelöscht, neue werden gespeichert, Erlerntes gefestigt.

    Warte ruhig mal ab, wie er sich in einem Jahr verhält, wenn die Reifung körperlich wie mental fast abgeschlossen ist. Vielleicht ist in punkto Selbstbewusstsein noch einiges mehr drin. Durch eine Kastrationn nimmst Du ihm die Chance.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!