Junge Wilde

  • Hallo,

    :hilfe: wir haben unsere Lea seit ende November. Sie ist ein Appenzellermix und sieht im Prinzip aus, wie ein zu klein geratener Appenzeller, wobei sie in der Größe unser Knie in etwa überragen wird und um die 22-25 kg auf die Waage bringen kann,klein ist also relativ... :gut: Nun ist sie bereits unser 2. Hund und der erste war ein treuer, ruhiger "Mitläufer"... Naja, Lea ist da anders. Wir bekamen sie im Alter von 10 Wochen, sind von Anfang an mit ihr zum Hundeplatz, sie folgte uns sehr schnell und suchte immer den Blickkontakt zu uns. Aus dem Spiel heraus konnten wir sie perfekt abrufen, da war sie noch keine 14 Wochen alt... Und jetzt ist alles anstrengend. Abgerufen bekommen wir sie nur mit Leckerchen (hört also nicht auf uns sonder nur auf Leckerchen) und rennt dann sofort wieder weg, wenn sie denn überhaupt hört, oft genung verweigert sie sich total. Sie ist total wild, sobald ein andere Hund auch nur in die Nähe kommt (nicht aggressiv, zum Glück will sie "nur Spielen"... :p ), einzelne Besucher zu Hause sind fast ok, sind es mehrere, tickt sie völlig aus. Das schlimmste ist, sie rennt immer total wild auf Kinder zu, unsere eigenen (8+10 Jungs) können gut mit ihr umgehen, da tut sie auch nix aber fremde und besonders kleine Kinder gehen garnicht... Sie klaut auch ständig Essen von ÜBERALL, wir müßen alles wegschließen, klettert sogar auf den Küchentisch... NEIN, sie hat noch nie bewußt Essen vom Tisch bekommen, sie bettelt auch nicht... Hört meinen Hilferuf!!! Wir möchten doch mit unserer Lea nur ein tolles Leben führen, was ist denn da soooo falsch gelaufen??? :verzweifelt: Gruß, Jutta

  • Huhu,

    ich würde gerne ein paar Fragen stellen...

    Wie alt ist eure Lea denn jetzt und welche Rasse?
    Was macht ihr so mit ihr? Tagesablauf?
    Habt ihr schon etwas probiert, um die Probleme in den griff zu bekommen?
    Was füttert ihr denn (wg. dem Essen klauen)?

    Liebe Grüße :smile:

  • Lea ist fast 6 Monate alt. Morgens stehe wir mit den Kinder zur Schule auf, da gehen wir dann eben kurz gassi, im laufe des Vormittag dann eine größere Runde, da müßen wir ja noch auf die Länge achten. Zwischendurch versuchen wir immer wieder mal kurze Übungen in den Alltag einzubauen, mal zu uns rufen, "sitzenlassen" u.s.w.. Sie hat aber auch immerwieder längere Phasen Ruhe. Nachmittags nochmal eine Runde ~20 min. Im laufe des Nachmittags spielen/kuscheln die Jungs dann mit ihr. Abends gemeinsames Fernsehen mit meinem Mann, nochmal Pipimachen und dann schlafen... Wie es in einer Familie halt ist, gibt es mal Tage mit mehr Spielen und kuscheln und dann welche mit weniger. Bei uns zu Hause im Alltag gibt es zum Glück auch eigentlich die wenigsten Probleme. Dumm ist nur, dass genau gegenüber ein Kindergarten ist, da müßen wir immer mächtig aufpasse, da ist sie schon 2 mal rübergeprescht und hat stumpf ein kleineres Kind umgerannt und wollt schlecken (mögen Mütter nicht wirklich... ;-) )... Sobald es nach draußen (auch in den eigenen garten) geht, hält sie nix mehr...
    Fressen bekommt sie Trockenfutter, nach der Welpenkost, Juniornahrung eines örtlichen Futterherstellers, da sie da aber gerade sooo tierisch gewachsen ist und noch immer hungrig war, wurde das Futter auf Erwachsenenkost umgestellt. Verträgt sie auch ganz gut und frißt sie gerne.

  • Ich möchte um ein bisschen Verständnis für deine Hündin werben ;-)

    Mit fast 6 Monaten kommt die Kleene so langsam in die Pubertät und probiert sich gerne aus - um das nachzuvollziehen finde ich den folgenden Artikel ganz gut: http://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…nz_benzing.html

    Ich würde weiterhin konsequent, aber liebevoll an der Erziehung arbeiten, sie mit Dingen belohnen, die ihr viel Spaß machen (nicht nur Leckerchen), sie sichern (grad wenn es Richtung Kindergarten geht), zum Beispiel mit einer Schleppleine Abruf und Co. verstärkt üben.

    Denk dran, Lea ist jetzt in einem wilden Alter - achte drauf, dass sie ausreichend ruht und schläft (um nicht unnötigerweise noch mehr aufzudrehen), aber auch entsprechend ihres Alters von dir beschäftigt und gefördert wird!

    Liebe Grüße,
    Anni

  • Zitat

    Ich möchte um ein bisschen Verständnis für deine Hündin werben ;-)

    Mit fast 6 Monaten kommt die Kleene so langsam in die Pubertät und probiert sich gerne aus - um das nachzuvollziehen finde ich den folgenden Artikel ganz gut: http://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…nz_benzing.html

    Ich würde weiterhin konsequent, aber liebevoll an der Erziehung arbeiten, sie mit Dingen belohnen, die ihr viel Spaß machen (nicht nur Leckerchen), sie sichern (grad wenn es Richtung Kindergarten geht), zum Beispiel mit einer Schleppleine Abruf und Co. verstärkt üben.

    Denk dran, Lea ist jetzt in einem wilden Alter - achte drauf, dass sie ausreichend ruht und schläft (um nicht unnötigerweise noch mehr aufzudrehen), aber auch entsprechend ihres Alters von dir beschäftigt und gefördert wird!

    Liebe Grüße,
    Anni


    Möchte ich so unterschreiben :smile:

    Die nächten Monate sind hart...man denkt, dass man seinen Hund kennt, aber, dem ist nicht so. Er "sammelt" sich so langsam.. versucht "sich selbst zu finden" Hilf ihm dabei, indem Du ihm Zeit dafür gibst. Stell Dich auf den "Worst-Case" ein.... sei konsequent: Wenn er denkt jemanden anspringen zu müssen, unterbinde es, aber nicht mit lauten, verbalen Einheiten, sondern mit Körpersprache. Die checkt ein Jungspund eher :D Sei konsequent und trage ein Liedchen auf der Zunge (Lustig ist das Zigeuerlegen hariohario-ho :lol: ) Ich kann jetzt nur wirklich von meinem Hund reden.... aber, ich habe die Hölle durchgemacht.... die ersten 6 Monate, hat er perfekt gehört, hat alles aufgesaugt, was man ihm beibrachte...und in der Pubertät.....Ar...leck..! Ich hatte schon gar keine Lust mehr, mit ihm rauszugehen, weil er mich ständig hinterfragt hat und Dinge gemacht hat, die er zuvor niemals tat....nach ein paar Wochen hört das wieder auf, um mit voller Wucht wieder zu kommen.... Baue Verständnis mit Konsequenz und Liebe auf. Das ist ein Tipp, der mir sehr am Herzen liegt...ich bin nicht der Prof, aber, wenn ich revue passieren lasse, bereue ich viele "Hassattacken", Schuldzuweisungen gegenüber meinen Hund....er ist ein kleines "dummes" Kind, das geführt werden möchte, Gib ihm diese Führung, auch wenn das heißt, dass Du manchmal einsehen musst, dass Du keine Führug im ersten Moment geben kannst und er einfach eine "Erfahrung" machen muss.....

    Du wirst noch ganz viel Spaß und Freude an Deinem Wutz haben!!! :smile: Erwarte einfach nicht! Wie bei Kindern... Hude müssen vom Leben lernen dürfen, ohne ständig kontrolliert und verbessert zu werden. Er findet ja gerade erst heraus, WER er ist.

    Das spricht mir gerade aus dem Herzen, weil ich viel zu oft, viel zu hart mit meinem Hund umgegangen bin, als er mal nicht hörte oder nicht so funktionierte, wie zuvor....

    Verständnis zeigen, heißt für mich jedoch nicht, dass man alles einfach laufen lässt, sondern etwas an seiner Einstellung gegenüber dem Hund, und seiner "Erwartung" gegenüber dem Hund ändert.....akzeptiert, dass er ein Lebewesen ist, das auch seine "Krisen" durchmacht und man als Halter das einzige Wesen ist, das ihm Verständnis und Liebe/Zuneigung geben kann. Ein Hund "liebt" einen, egal, was man gerade für nen Freakout hat....und man sollte diese "Liebe/Zuneigung" erwiedern, indem man genauso tolerant gegenüber dem Hund ist... nicht mit lauten Worten und Gewalt reagieren, sondern mit Sanftmut und Verständnis.......
    Aber ich rede leicht.... ich war oftmals ungeduldig und unfair..... ich musste lernen..genauso wie mein Hund

  • Ich würde anfangen, den Hund kontrollierter zu führen um weirere Faux Pas zu verhindern.
    Weiter würde ich beginnen, an der Impulskontrolle zu arbeiten und wahrscheinlich geht es auch darum, dem Hund Tabus beizubringen.
    Auch in Form von räumlichen Grenzen.
    Deine Schilderung des Verhaltens hört sich irgendwie so nach Masslosigkeit an :
    Essen klauen, Kinder umnieten usw.


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  • Ja, ja die liebe Rebellenzeit ...

    Auch wenn es vielleicht ein profaner Tipp ist, aber habt ihr ggf. schon einmal versucht ihr Futter ausschließlich draußen und ausschließlich gegen "Arbeit" (= hier Gehorsam) zu geben?

    Hin und wieder kann es wahre Wunder bewirken, wenn die Jungspunde merken, dass ihre Kooperation wichtig für sie und ihre Bedürfnisse ist. Das heißt natürlich nicht, dass ihr sie hungern lassen sollt, nur weil sie noch Flausen im Kopf hat, aber es bedeutet, dass sie sich (auch für Kleinigkeiten) ihr Futter verdienen kann und muss.

    Zwar ist das kein Allheilmittel und auch hier wird das Futter (wie etwa das Leckerchen) erst einmal Mittel zum Zweck, aber es ist eine Hilfe, um die u.U. schwierige Zeit zu überstehen.

    Konkret meine ich damit, dass sie nach Kommando belohnt wird:
    Sie macht Sitz = Futter
    Sie folgt im Fuß = Futter
    Sie bringt den Ball = Futter
    Sie gibt den Ball raus = Futter
    Sie hüpft auf eine Bank o.ä. = Futter
    Sie kommt auf Zuruf = Futter
    Sie sucht ihr Futter, den Ball, das Dummy o.ä. = Selbstbelohnend bzw. Futter als Belohnung
    usw. usf.

    Futter im Napf zur Selbstbedienung steht damit natürlich nicht mehr zur Debatte.

    Ein satter Hund ist ein selbstständiger Hund, hat uns einmal eine Trainerin gesagt und auch, wenn das sicherlich nicht die ganze Wahrheit ist (und nicht auf jeden Hund zutrifft), kann man dieses Grundprinzip durchaus nutzen.

    Ansonsten stimme ich den weiteren Tipps zu:
    - Aktion und Spiel, wenn sie sich auf die Kooperation mit euch einlässt.
    - Situationen meiden, in denen sie Kommandos ignorieren könnte (oder vor lauter Aufregung gar nicht wahrnimmt).
    - Hemmungslos konsequent sein ... :D

    Vielleicht ist sie auch ein bisschen zu unausgelastet (obwohl ja vielfach dazu geraten wird die Spaziergänge in dem Alter knapp zu halten) und bräuchte ein bisschen mehr geistige Arbeit mit euch zusammen (Suchspielchen, bisschen Grundgehorsam), das erleichtert auch das Futterverdienen. :)

    Und wenn sie einfach gelernt hat, dass ihr keine Handhabe mehr habt, wenn die Leine einmal los ist, hilft nur die Schleppleine (bitte mit Geschirr), die sie sichert, auch wenn sie 5m, 10m oder 15m weit von euch wegläuft. Zum Rückruftraining, zum Suchen oder Spielen (nicht mit anderen Hunden! Das endet meistens in einem lebenden Knoten) kann sie dranbleiben.

    Ansonsten hilft nur das heilige Dreigestirn der Pubertät:
    Geduld. Konsequenz. Ignoranz.

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