Der Mehrhundehalter- Laberthread.

  • Meine machen am liebsten auch nur abgeleint ihre großen Geschäfte (auch die kleine mittlerweile)
    Wenn es mal doch an der leine sein muss dauert es auch immer ewig...

    Aber wenn du meinst es liegt an der Distanz, wie wäre es wenn ihr die Große an ne Schleppleine nehmt und den Kleinen an ne Normale damit die Distanz größer ist?

  • Ja, beide sind angeleint, geht auch nicht anders, da beides Jagdhunde sind und beide flugs weg wären, wären sie es nicht.

    Schlepp werden wir mal versuchen. Das Hauptproblem ist eben der Kleine, der immer in die Große reinrennt und unbedingt dort schnüffeln muss, wo sie gerade schnüffelt.

    Vielleicht legt sich das Problem auch, wenn der Kleine die Hummeln im Hintern etwas verliert und/oder die Große sich etwas mehr an ihn gewöhnt hat. Mal sehen. ;-)

  • Ich hatte bei meinen anfangs nur das Problem, dass Finya nicht mehr in Ruhe ihr Geschäft machen konnte, weil der Zwerg sofort neben ihr war, wenn sie sich hingehockt hat. Ihr ist das zum Glück egal, aber ich wollte nicht, dass er sich das angewöhnt, also hab ich ihn dann immer weggeholt und er musste bei mir warten bis sie fertig ist. Er ist jetzt ein Jahr und wenn Fini jetzt was macht, wartet er immer noch brav mit Abstand bis sie fertig ist und rennt danach hin :roll: :lol:

  • Irgendjemand wollte doch ein Trainingsbericht lesen.

    Ja, ich war das. Danke für die Rückmeldung! :smile:

    Bei meinem Jungspund wird es immer schlimmer. Wenn ich es schaffe, seine Aufmerksamkeit rechtzeitig einzufangen, bevor er einen anderen Hund sieht, kommen wir daran vorbei. Aber wehe, ich schaffe es nicht...

    Gerade sind wir vor dem Haus einem anderen Rüden begegnet, den ich nicht rechtzeitig sehen konnte. Mein Jungspund hat in schrillen Tönen gebrüllt, als würde ich ihn windelweich prügeln, und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Er ist in dieser Situation nicht ansprechbar und hat einen richtigen Tunnelblick. Auf dem restlichen Spaziergang war er angespannt bis in die Haarspitzen und jede Winzigkeit bringt ihn dann zur Explosion. Er zieht wie blöd an der Leine, brüllt, wenn ich stehen bleibe, bis er sich umorientiert und beim zweiten Hund, dem wir begegnet sind, ist er noch schlimmer ausgeflippt. So schlimm, dass mich ein Fußgänger beschimpft hat, weil er dachte, ich würde den Hund verprügeln. :verzweifelt: Auch das ist mir nicht zum ersten Mal passiert und ich bin nach solchen Spaziergängen regelmäßig ebenfalls total gestresst.

    Diese Ausraster hat er seit ziemlich genau einem Monat und sie werden immer schlimmer. Aus meiner Sicht gab es keinen Auslöser, keine blöde Begegnung. Ich glaube, die Pubertät hat den Jungspund voll im Griff. Trainer und Tierarzt haben mir dazu geraten, einen Kastra- Chip zu setzen, um das Ganze abzufedern, weil der Stress den Hund selbst sehr stark belastet.

    Wenigstens bleibt meine Hündin absolut gelassen und lässt sich nicht anstecken. Sieht steht regelmäßig neben ihm und guckt mich mit einem "Schalte das ab!"- Blick an. Würde ich ja gerne... wenn ich nur wüsste wie. :rotekarte:

  • Dein Trainer hat außer dem Kastra-Chip keine Idee? Dann würde ich in Betracht ziehen, den Trainer zu wechseln. Natürlich kommen solche Phasen mit großem Interesse an Artgenossen, Konkurrenz mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen, Probleme mit Impulskontrolle und all das in der Pubertät. Aber daran kann man ja arbeiten. Ich glaube schon, dass du deine Hündin da komplett richtig liest: "Schalte das ab." Wie gesagt - vielleicht tät euch da ein anderer Trainer gut. Denn nur "ablenken" (also du musst den Hund zuerst sehen und dann musst du auch noch voll was bieten - und sei es bestäntigen Augenkontakt und Aussicht auf Belohnung) hilft euch nicht, das Problem zu lösen was er hat, wenn er hingucken kann. Und es ist extrem stressig für dich, was das Ganze nicht entspannter macht.

  • Dein Trainer hat außer dem Kastra-Chip keine Idee?

    Doch, hatte er.
    Ich habe, seitdem der Kleine bei mir ist, mit konditionierter Entspannung gearbeitet und ein Adaptil- Halsband ausprobiert. Ich arbeite regelmäßig in kleinen Einheiten an Impulskontrolle und Frustrationstoleranz (z.B.: ein Hund spielt mit mir, der andere wird für das Warten belohnt, Warten auf Freigabe vor dem Freilauf, er spuckt sogar auf Kommando Fressbares aus, das er draußen findet und lässt sich von durchstartenden Vögeln abrufen). Ich habe es, wie hier beschrieben, mit "Zeigen und benennen" probiert, Ruhe belohnt, Distanztraining gemacht und versucht, die Aufmerksamkeit umzulenken. Ich habe versucht, ihn in für ihn erträglichem Abstand an solchen Begegnungen vorbeizuführen und ihn aus den Situationen herauszuholen. Bis vor einigen Wochen hat das sehr gut funktioniert, seitdem wird es schleichend immer schlimmer. Ich spiele nichts, was ihn pushen könnte (z.B. Ballspiele) und habe eine Mischung aus körperlicher Auslastung und Kopfarbeit (Suchspiele findet er super) gefunden, mit der ansonsten ruhig und entspannt ist.

    Das Problem sind nicht ausschließlich die Hundebegegnungen. Er ist insgesamt extrem stressanfällig, schraubt sich sehr schnell in die Situationen (positiv wie negativ) herein und kommt von allein nicht mehr raus. Dieser Zustand hält im Anschluss extrem lange an und er kommt auch dann nicht zur Ruhe, wenn er die Situation längst verlassen hat, sondern hechelt, schüttelt sich, tigert durch die Wohnung.

    Ich habe mir das "Handbuch für Hibbelhunde" von Bina Lunzer geholt und bin dabei, es durchzuarbeiten.

    Darf ich fragen, welche Ideen Du hast (oder gehört das nicht in diesen Strang)?

  • Bei meinem Jungspund wird es immer schlimmer.

    Da gebe ich @Hummel recht: da kannst Du kastrieren oder chippen solange Du willst, das wird am Verhalten Deines Hundes sehr wahrscheinlich nichts ändern. Was Du da erlebst ist ein Erziehungs-, kein gesundheitliches Problem. Da wird im Übrigen auch alles Adaptil der Welt nicht helfen.

    Hunde, die an der Leine ausrasten, im Freilauf aber freundlich mit anderen Hunden sind, agieren aus Frust. Oft hat das mit dem Angebundensein und der Erfahrung, dass man nicht weg kann, zu tun. Es geht im Prinzip also um eine schlechte Erfahrung mit der Leine, die einschränkt und den Hund nicht diejenige Distanz zum anderen Hund suchen lässt, die ihm behagt. Oft - zu oft - wird diese Distanz für den Hund unterschritten, weshalb er sich nur noch mit Ausrastern zu helfen weiss um sich den vermeintlichen Feind vom Leib zu halten.

    Merke: ein Hund zeigt das Verhalten, welches ihm am erfolgsversprechendsten scheint. Du hast es in der Hand, ob er weiterhin solches Verhalten überhaupt zeigen muss und wenn, ob damit weiterhin Erfolg hat oder nicht.

    Einfaches 'Schönclickern' halte ich in dieser Hinsicht nicht für das Mittel der Wahl, weil es für dieses Problem keine besonders erfolgsversprechende Methode ist. Ich würde da eher an allgemeiner Impulskontrolle, dem in die Ruhe Kommen und dem Aufbau einer gewissen Resilienz Reizen gegenüber arbeiten. Und das wäre mein Trainingsprogramm nicht nur für den Hund, sondern auch für Dich.

    Entschleudige Euer Leben, bring ganz bewusst Ruhe und Sicherheit hinein. Gebt Euch beiden Zeit zum Denken. Atmen. Beobachten. Entscheiden. Handeln.

  • Da gebe ich @Hummel recht: da kannst Du kastrieren oder chippen solange Du willst, das wird am Verhalten Deines Hundes sehr wahrscheinlich nichts ändern. Was Du da erlebst ist ein Erziehungs-, kein gesundheitliches Problem. Da wird im Übrigen auch alles Adaptil der Welt nicht helfen.

    Die Idee von Tierarzt und Trainer ist auch nicht, das Verhaltensproblem durch den Chip zu lösen.
    Die Idee ist, den Jungspund durch den Chip auf eine Ebene zu bekommen, auf der ich mit ihm arbeiten kann, die Wirkungsdauer für das Training zu nutzen und den Chip dann ausfluten zu lassen.

    Bei Gansloßer gibt es in seinem Buch über Kastration und Verhalten einen sehr ähnlichen Fall, in dem ein Chip zu genau diesem Zweck gesetzt wurde.

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